#62 Performance Marketing 2026: Warum der Klickpreis tot ist & ihr sofort ein CRM braucht
23.04.2026 35 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge ist Stefan Steinmann, Head of Performance Marketing bei Digit.ly, zu Gast. Gemeinsam mit Christian Ehlers blickt er auf die aktuellen Herausforderungen im B2B-Marketing: Wirtschaftliche Eintrübung, steigende Klickpreise und der Wandel der Suchmaschinen durch KI.
Stefan erklärt, warum es gerade jetzt fatal ist, Budgets zu kürzen, und warum antizyklisches Handeln der Schlüssel zur Sichtbarkeit ist. Wir tauchen tief in die Technik ein und beleuchten, warum Server-Side-Tracking das Consent-Problem nicht löst und was das Urteil des Verwaltungsgerichts Hannover für den Einsatz des Google Tag Managers bedeutet.
Transkript
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcasts.
Heute ist Stefan Steinmann bei uns.
Der ist bei DigiLee verantwortlich für den Bereich Tracking, Reporting und Performance Marketing.
Hallo Stefan, schön, dass du da bist.
Vielen Dank für die Einladung.
B2B-Marketing-Rules.
Wir sprechen über Digitalmarketing, Vertrieb und die besonderen Herausforderungen in B2B-Unternehmen.
Dabei lassen sich unsere Expertinnen und Gäste in die Karten schauen
und geben Einblicke in die B2B-Marketing-Praxis.
Dieser Podcast wird präsentiert von DigiLee, der B2B-Digitalagentur.
B2B-Marketing-Rules.
Stefan, erzähl doch mal, was steckt denn so hinter diesen drei Dingen, die ich gerade beschrieben habe?
Was machst du eigentlich hier so jeden Tag?
Ja, also ich fasse es immer ganz gerne unter dem Bereich Performance Marketing zusammen,
weil auch die Bereiche Tracking und Reporting und Landingpage-Optimierung zählen da alles mit rein.
Das heißt, ich versuche unseren Kunden im besten Fall zu ermöglichen,
dass sie einen vernünftigen Web-Auftritt haben, der dazu führt,
dass sie neue Leads generieren können oder ihre Produkte verkaufen können.
Und das geht halt los beim Tracking.
Das heißt, wir gucken, wo können wir überall Daten erfassen,
wie können wir sie aufbereiten und in den Kampagnen wiederverwerten,
um am Ende die Ziele unserer Kunden zu erreichen.
Sehr gut. Jetzt haben wir ja aktuell so eine kleine Eintrübung in der Wirtschaft.
Was hat das mit deinem Bereich Performance Marketing im letzten Jahr so konkret gemacht?
Sagen wir mal so, es ist auf jeden Fall nicht einfacher geworden,
sondern wir haben einige Herausforderungen.
Zwar sind KI und Co. machen natürlich viele Dinge auch einfacher,
aber insgesamt muss man vor allem sagen, ist gerade im B2B-Bereich der Wettbewerb echt deutlich stärker geworden.
Das erkennen wir an verschiedensten Punkten.
Seien es steigende Klickpreise, am Ende natürlich dadurch auch steigende Leadpreise.
Aber wenn man es kurz zusammenfassen will, könnte ich sagen, es wird alles teurer
und der Wettbewerb wird immer größer.
Das heißt, man muss sich deutlich besseren Inhalten behaupten,
als es vielleicht vor ein paar Jahren noch der Fall gewesen ist.
Und häufig sorgt ja so eine Wirtschaftseintrübung auch dafür, dass die Budgets gekürzt werden.
Was siehst du da, was beobachtest du und wie geht ihr damit um?
Ja, das ist natürlich ein häufiger Trugschluss oder so eine Abwärtsspirale, in die man sich bewegen kann.
Wenn es wirtschaftlich nicht gut läuft, ist es aus meiner Sicht eher ein Grund, die Investitionen zu erhöhen.
Gerade was die Online-Sichtbarkeit angeht.
Es gab ja viele oder wir hatten viele Kunden, die bisher gar kein Marketing gemacht haben
und jetzt erst anfangen überhaupt damit.
Da gibt es natürlich viele Themen, die aufzuholen sind.
Und gerade wenn man wirklich sichtbar sein will, lohnt es sich doch im Marketingbudget zu investieren.
Weil wenn man die Budgets fürs Marketing immer weiter runterschraubt, aber man keine Kunden hat
oder die Kunden immer weniger werden, weil es wirtschaftlich gerade nicht so gut läuft,
dann kommt man immer weiter in eine Abwärtsspirale und am Ende hat man gar kein Marketingbudget mehr
und auch keine Neukunden mehr.
Und so kann es natürlich langfristig nicht weiterlaufen.
Deswegen sage ich den Leuten immer, wenn es jetzt insgesamt alles ein bisschen kriselt,
dann müsst ihr erst recht in Marketing investieren, um langfristig sichtbar bleiben zu können
und euch in dem immer enger werdenden Markt zu behaupten.
Okay und das zweite Thema, was natürlich bei uns im Bereich gerade mega aktuell ist,
ist ja KI-Suche.
Das bedeutet ja auch, wenn ich nicht mehr in der klassischen Google-Suche bin,
sehe ich ja eigentlich auch keine Google Ads mehr.
Wie trittst du dem entgegen?
Ja, da gibt es verschiedene Ansätze, die da aktuell vielleicht mit reinspielen.
Aktuell ist es ja in Europa zumindest noch nicht so weit verbreitet,
dass die großen KI-Plattformen ihre Suchen oder ihre Ausspielung der KI-Antworten
vernünftig monetarisiert hätten.
Das heißt, aktuell findet sehr viel Inhalt zurückgeben statt, sage ich mal.
Das heißt, ich suche etwas, die KI beantwortet mir etwas,
aber ich komme noch nicht so wirklich aus der KI wieder raus auf die anderen Inhalte
von externen Anbietern, wie wir das als Unternehmen ja zum Beispiel wären.
Also externe Anbieter außerhalb von Google, Microsoft, OpenAI, Lama und Co.
Aus meiner Sicht gibt es da zwei große Ansätze oder auch vor allem Herausforderungen,
erst mal damit umzugehen.
Für uns bedeutet das, wir wollen ja irgendwie in diese KI-Suche reinkommen,
um sichtbar zu werden, weil die Qualität ist recht hoch.
Wenn man sich jetzt da mal reinversetzen würde und sagt,
okay, ich suche nach einem Dienstleister für Problem XY,
dann möchte man natürlich als Dienstleister oder als Lösungsanbieter
für dieses Problem dort sichtbar sein, weil der Nutzer dann sehr hohes Vertrauen drin hat,
wenn die KI einem das schon vorschlägt.
Das heißt, es gibt aktuell zwei verschiedene Ansätze, da reinzukommen.
Das eine ist natürlich organisch.
Hier bewegen wir uns eigentlich im Bereich von klassischer SEO,
auch wenn viele häufig behaupten, dass das irgendwie Geo oder LLMO
oder weiß ich nicht, was da alles für tolle Begriffe gekommen sind.
Wenn man das Ganze aber auf die Basics runterbricht,
bewegen wir uns eigentlich schon im klassischen Bereich der Suchmaschinenoptimierung.
Das heißt, meine Seite muss technisch gut darauf ausgerichtet sein,
aber in erster Linie inhaltlich einen wirklichen Mehrwert für die Nutzer bieten,
damit ich dann auch in diesen KIs auftauchen kann.
Es gibt natürlich verschiedene Techniken, wie das Ganze aussehen kann
oder wie man sich das gestaltet.
Grundsätzlich geht es aber erst mal darum,
den Themenbereich, den man als Anbieter abdeckt,
den auch inhaltlich auf der Seite vernünftig zu repräsentieren
und die Inhalte entsprechend für die KI aufzubereiten.
Da gibt es dann häufig so Themen wie FAQs oder Texte,
die sehr stark ausgerichtet sind auf die Suchen, die solche Nutzer haben.
Wenn ich es aber insgesamt noch mal zusammenfassen würde,
sieht man ja schon, die Interaktion, die der Nutzer durchführt,
ist nach wie vor die gleiche.
Das heißt, er sucht zwar nicht mehr bei Google jetzt aktiv
und ich will da meine Werbeanzeige platzieren,
aber er sucht ja immer noch nach irgendetwas, diesmal über die KI.
Das heißt, einfach nur die Plattform hat sich geändert
und die Art und Weise, wie das Ganze stattfindet.
Aber die grundsätzliche Interaktion ist nach wie vor die gleiche.
Und wenn wir das Ganze jetzt mal auf den Ads-Bereich beziehen,
dort wird es in Zukunft sehr wahrscheinlich,
also in den USA sieht man es schon, in China sieht man es schon,
werden Werbeanzeigen in den KI-Antworten oder Vorschlägen kommen.
Das heißt, wir müssen gucken, wie kommen wir da optimalerweise rein.
Und auch da ist wie bisher auch immer die Regel,
wir haben die Kombination aus Gebot, Targeting und Relevanz.
Das heißt, ich brauche auch hier hochqualitative Inhalte,
das geht Hand in Hand und muss dann halt gucken,
dass meine Kampagnen nicht mehr,
also die werden in Zukunft nicht mehr Keyword-basiert sein,
sondern werden sich eher auf die kontextuelle Ausrichtung orientieren.
Das heißt, ich werde auf Themenbereiche werben,
muss da viele verschiedene Inhalte zur Verfügung stellen,
die die KIs dann da zielgerichtet an die richtige Intention ausrichten
und ausspielen können.
Das würde uns sicherlich ab Q3 spätestens, denke ich mal, begleiten,
dass da die ersten Testphasen auch in Europa starten werden.
Ich glaube, wir haben da aktuell noch ein paar regulatorische Problematiken
durch die EU, dass die Tech-Unternehmen da noch ein bisschen zurückhaltender sind.
Es wird aber unweigerlich früher oder später kommen.
Okay, und was denkst du,
wird es da wieder eigene Ads-Schaltungen geben
oder wird man zum Beispiel bei Gemini dann auch
über das normale Google Ads buchen können?
Gibt es da schon irgendwie so einen kleinen Blick in den Maschinenraum,
wo du uns so ein bisschen mitnehmen kannst?
Ja, das sind natürlich Themen, die ich mit meinen Google-Ansprechpartnern
auch regelmäßig nochmal durchgehe.
Also es gibt ja viele Kampagnenformate,
die sich eigentlich in der Vergangenheit auch schon in diese Richtung abziehen.
Und ich glaube, es werden dann auch genau die Kampagnenformate sein,
die in Zukunft wichtig sein werden.
Also ich glaube schon, dass wir noch über die klassischen Werbeanbieter
sprechen werden.
Google, Meta, LinkedIn, gerade im B2B-Bereich
und bei Google haben wir schon die Kampagnenformate.
Also da ist ja vor zwei Jahren, das war jetzt glaube ich,
die Performance-Max-Kampagne rausgekommen,
wo ich schon nur reine Assets, Inhalte, Bilder, Videos reinpacke,
gar nicht mehr wirklich auf Suchbegriffe gehe,
sondern einfach nur auf Themenbereiche eingebe.
Und das Hauptdaten oder das Hauptmerkmal werden halt die Daten sein,
die ich dort mit reinspiele.
Das heißt Nutzerdaten von unserer Webseite,
Nutzerdaten aus unserem CRM, die ich bei Google
oder den anderen Plattformen hochladen werde,
damit dort die KIs vernünftig die Intentionen der Nutzer verstehen können
und unsere Werbeanzeigen zielgerichtet ausspielen.
Das ist ja genau das, was ich auch eben schon gesagt hatte.
Wir gehen weg von den klassischen Suchbegriffen
und entwickeln uns immer weiterhin zu den kontextuellen Werben.
Und zusätzlich dazu kam ja dann letztes Jahr auch bei den Suchanzeigen
die schöne Bezeichnung AI-Max-Kampagne
oder AI-Max-Keyword-Ausrichtung.
Da habe ich so gemischte Erfahrungen mitgemacht.
Aber ich befürchte, das wird genau das Tool sein,
was in Zukunft auch die Werbeanzeigen in die KI spielen wird.
Da es in den USA schon getestet wird
und wir aktuell in Europa zumindest noch keinen anderen Anzeigentyp gesehen haben,
gehe ich fest davon aus, dass das zwar in den gleichen Tools bleibt,
die Art und Weise, wie die Werbeanzeigen gebaut werden,
wird sich aber natürlich ein bisschen verändern.
Okay, vielen Dank.
Ich denke, wir können mal den nächsten Themenblock aufmachen.
Du hast ja gerade schon auch über Daten gesprochen.
Daten zu erfassen hat ja auch immer was mit Cookies, mit Consent zu tun.
Wie ist denn das aktuell?
Also es gab ja mal diesen Trend mit dem Server-Side-Tracking.
Aber wenn man mal ehrlich ist, ein Großteil der Nutzer
werden ja im Moment immer noch mit Consent-Bannern irgendwie abgefragt,
ob sie denn gerne ihre Daten da abgeben möchten.
Gib uns doch mal so ein kleines Update, wie ist da im Moment so der Stand?
Ja, ich denke mal, das ist für viele ein leidiges Thema, das Thema Cookies und Co.
Ich meine, wir müssen jetzt ein paar Sachen auseinander differenzieren,
glaube ich, um das Thema vernünftig zu betrachten.
Insgesamt würde ich ja erst mal damit starten,
Cookies müssen existieren, auch nach wie vor.
Das heißt, der Nutzer muss seine Zustimmung abgeben,
wenn wir seine Interaktionen auf unserer Webseite tracken wollen,
wenn wir das in Verbindung mit den Werbeanzeigen bringen wollen und Co.
Das heißt, grundsätzlich gilt auch immer noch,
wir dürfen nicht tracken ohne den Consent des Nutzers.
Es gibt ein paar Ausnahmen, es gibt Konstellationen bei Matomo oder zum Beispiel
oder auch E-Tracker, die kann ich theoretisch ohne,
also in der richtigen Konstellation, auch ganz wichtig, nicht generell,
es muss schon die richtige Konstellation sein,
aber da gibt es Konfigurationen, wie ich das Ganze ohne Cookies machen kann,
weil dann keine personenbezogenen Daten analysiert werden,
sondern einfach nur stumpf Events ohne Bezug aufeinander.
Das funktioniert grundlegend für uns,
aber gerade im Marketingbereich ist das nicht ausreichend.
Wir müssen schon wissen, was der einzelne Nutzer gemacht hat,
wo er hergekommen ist und was am Ende die Interaktion war,
die für uns als Werbetreibenden den Mehrwert bringt.
Im Performance Marketing wollen wir ja immer auf ein Ziel optimieren,
das heißt, uns reicht es nicht, wenn wir einen Klick auf die Webseite haben,
sondern unser Ziel ist am Ende natürlich in erster Linie,
dass wir ein Lead generieren, aber auch, und das wird immer wichtiger,
dass am Ende von dem Lead auch ein Abschluss rauskommt.
Das heißt, grundsätzlich würde ich immer empfehlen,
ein vernünftiges Content-Tool zu nutzen
und auch das Tracking vernünftig darauf auszurichten,
um in Kombination mit verschiedenen Tools
und den Tracking-Codes der Werbeanbieter
das Maximum aus den Kampagnen rauszuholen.
Beim Google Tag Manager hat sich ja etwas verändert.
Da gab es eine Gerichtsentscheidung,
auch von einem Gericht hier in Hannover.
Vielleicht kannst du uns da einmal erklären,
was hat das Gericht entschieden
und was bedeutet das jetzt fürs Tracking?
Genau, das ist quasi schon genau, wo es dann drauf weitergeht.
Der Ursprung davon war ja, dass schon vor Ewigkeiten gesagt wurde,
dass die Cookies von Drittanbietern abgeschafft werden,
in Anführungszeichen,
beziehungsweise dass die Browser das nativ blockieren.
Google war da auch lange hinterher,
hatte dann ja das große Projekt der Google Privacy Sandbox aufgemacht,
wo sie versucht haben, alle möglichen Varianten
oder Möglichkeiten auszutesten,
wie man vielleicht eine Alternative fürs Tracking schaffen kann,
außerhalb der Cookies.
Das wurde Ende letzten Jahres komplett eingestampft,
auch obwohl sie da hunderte Millionen von Dollars rein investiert hatten.
Und dann war halt der Anschluss für der Vorderlinie,
den sie versucht hatten,
der sogenannte Advanced Consent Mode.
Das heißt, der Consent Mode,
ursprünglich auch wieder auf einer EU-Richtlinie basierend,
war, die Werbetreibenden müssen nachweisen können,
dass der Nutzer quasi Zustimmung gegeben hat auf unserer Website.
Das heißt, wenn der Nutzer bei uns diesen Consent akzeptiert hat,
müssen wir an Google weiterleiten,
welchen Consent er denn genau akzeptiert hat,
damit Google dann wiederum nachweisen kann,
ja, wir haben die Zustimmung für die Datenverarbeitung.
Beim Advanced Consent Mode ging das Ganze dann noch ein bisschen weiter.
Das heißt, die Google Tags können laden,
bevor die Zustimmung gekommen ist,
um dann halt Signale,
ähnlich wie bei den Integrationen von eTracker oder Matomo,
also reine Signale,
unabhängig von den personenbezogenen Daten,
an die Tools weitergeschickt werden,
um verschiedene Sachen zu modellieren oder modellieren zu können,
um genaue Daten zu haben.
Das Problem war, dass da häufig mit einherging,
dass der Google Tag Manager zum Beispiel
dann halt direkt geladen wird,
ohne dass die Zustimmung drin ist.
Im Tag Manager selbst wurden die Drittanbieter-Tags zwar alle blockiert,
das heißt, es sind keine Daten abgeflossen,
aber das Verwaltungsgericht Hannover
hat auch Ende letzten Jahres entschieden,
dass auch der Google Tag Manager selbst,
wenn er keinerlei Funktion oder keinerlei Tag drin hat,
der geladen wird, auch zustimmungspflichtig ist.
Von daher würde ich auch langfristig davon abraten,
das soweit zu nutzen.
Und wenn wir nochmal auf das Thema
Server-Side-Tracking eingehen,
ist es ja aktuell so,
dass es uns in erster Linie einen Vorteil daran bringt,
bestimmte Blocking-Codes zu umgehen.
Das heißt, es gibt ja viele Blocking-Tools,
die ich mir als Browser-Erweiterung zum Beispiel runterladen kann,
und die erkennen halt,
ob bestimmte Tracking-Codes in unserer Seite vorhanden sind.
Auch wenn sie aus dem Tag Manager geladen werden,
dann gehen die genau auf diese Codes und blockieren die,
dass sie ausgeführt werden.
Das ist quasi der Punkt,
wo Server-Side-Tracking wirklich einen Mehrwert bietet,
weil da kann ich die Daten als First-Party erheben.
Das heißt, für den Browser oder für den Nutzer
sieht es so aus, als würden die Daten direkt
quasi von unserer Webseite erhoben werden.
Und wir schicken sie dann nach von unserem Server
weiter an die verschiedenen APIs der Werbeanbieter.
Es bedeutet aber nicht,
dass ich jetzt keinen Content mehr brauche.
Das ist auch vielleicht nochmal ganz wichtig
und ein großer Irrtum, der beim Server-Side-Tracking existiert.
Auch dort brauche ich selbstverständlich
die Zustimmung des Nutzers, um seine Daten zu erheben
und das Ganze an die Drittanbieter weiterzuleiten.
Sonst macht man sich auch hier
auf jeden Fall strafbar in dem Bereich.
Und da würde ich auf jeden Fall an eurer Stelle drauf achten.
Okay, ich habe nochmal eine Zwischenfrage,
weil in meinem Tagesgeschäft
fragen mich dann ja oft Kunden,
ich habe mal in meine Analytics geguckt,
beim Consent-Tool,
und was ist denn da eigentlich ein guter oder schlechter
Prozentsatz für so Zustimmung
und was bedeutet das eigentlich am Ende
für meine Datenlage?
Ja, also wenn ich jetzt zum Beispiel
Tracking-Tools wie GA4 benutze,
was ja so der absolute Platzwünsche ist in dem Bereich,
bedeutet das indirekt, quasi direkt,
wenn ich diese Zustimmungsrate betrachte,
also mal angenommen, ich habe eine Zustimmungsrate
von 50%, bedeutet das in GA4
sehe ich nur 50% der Daten.
Bei GA4 funktioniert es so,
dass Sie alle Events, also alle Ereignisse,
die ich definiert habe, auf der Website
messen und quasi dann
visualisieren für mich im Tool am Ende.
Sie können diese Daten aber nur erfassen,
wenn der Nutzer Zustimmung gegeben hat.
Zumindest sollte das Consent-Tool so konfiguriert sein,
dass das der Fall ist.
Wenn ihr da mehr Daten habt,
oder wie für euch sichtbar ist,
dann würde ich da vielleicht nochmal reingucken.
Genau, wenn wir jetzt da zu den Verhältniszahlen
reinschauen,
haben wir da aktuelle Zahlen, also
laut einer Studie von eTracker
haben wir in Deutschland
eine durchschnittliche Zustimmungsrate von 54%.
Dabei muss man aber sagen,
es gibt ja eine Richtlinie vom Verbraucherschutz
und vom BSI und wenn man sich dann
wirklich genau daran halten würde,
also gleiche Design der verschiedenen Buttons,
keine Bevorteilung, keine
Verwirrung der Nutzer, dann haben
wir tatsächlich nur eine Zustimmungsrate von 40%.
Und das ist für uns
Marketer natürlich ein riesiges Problem.
Wir können ja nicht auf Daten
Entscheidungen treffen, wo wir nur
40% der Daten überhaupt zur Verfügung haben
und 60% sind eine Blackbox.
Das wird schon recht schwierig, da dann noch Rückschlüsse
auf den Bereich zu schließen,
den wir nicht messen können und da
fehlt uns einfach eine ganze Menge Daten, um vernünftig
zu optimieren, weshalb wir in Zukunft
wahrscheinlich uns Gedanken machen müssen,
wie wir damit umgehen und wie wir andere
Wege finden, vernünftig die Daten
zu erfassen. Okay, vielen Dank.
Blackbox ist ein gutes Stichwort.
Wir haben ja häufig den Fall, dass
die Kunden sagen, ja, jetzt kann ich
das irgendwie alles nachverfolgen, aber was
jetzt am Ende aus meinen Leads, die ich da gewonnen
habe, wird, das weiß ich eigentlich auch
nicht so genau. Wir sind ja immer
jemand, der unseren Kunden immer
empfiehlt, auch ein CRM zu nutzen.
Wie funktioniert
das eigentlich, wenn ich jetzt wirklich ein
CRM habe? Wie sieht denn der Weg
von einem ersten Klick bis hin zum
Closed-Loop-Tracking aus?
Das kommt natürlich stark auf CRM an, was ich
nutze. Es gibt natürlich CRMs wie HubSpot,
die da extrem gut ausgelegt sind, wo ich einen eigenen
Tracking-Code mit in die Seite legen kann
und die verschiedenen
Werbeanbieter mit verknüpfen kann und der kann
quasi alle Daten schon vollautomatisch
ausabrufen und über die IDs
matchen. Das funktioniert natürlich
nicht bei allen CRMs so.
Am Ende will ich ja aber wissen, okay, bei welchen
Nutzern ist wirklich was angekommen. Das heißt,
selbst wenn es ganz, ganz basic ist,
kann ich da schon einige Sachen machen, um
dann eine bessere Datenqualität zu haben.
Das Wichtigste aus meiner Sicht ist eigentlich,
dass man seine Formulare auf der
Website vernünftig konfiguriert.
Das ist ja quasi die Hauptschnittstelle
zwischen der Website
und dem CRM ist ja da der Punkt, an dem
ich die Daten des Nutzers erfasse.
Und egal, ob das jetzt eine
Newsletter-Anmeldung ist oder wirklich
ein Kontaktformular, man sollte
darauf achten, dass man dort UTM-Parameter,
die Click-IDs und so weiter mit
überträgt, damit diese auch im CRM
gespeichert werden kann. Denn darüber
kann ich am Ende dann auch die Rückschlüsse darauf führen, woher
der Nutzer eigentlich gekommen ist. Also über
die UTM-Parameter ja zum Beispiel, was die klassischen
Tracking-Parameter sind für die, die es nicht kennen,
hängen hinten an der URL dran.
Die kann ich in meinem Formular
in versteckte Felder einfügen. Das heißt,
der Nutzer bekommt davon gar nichts mit, sondern
ich habe da ein verstecktes Feld im Formular,
die werden über ein kleines Codeschnitzel da automatisch
aus der URL gezogen, in das
Formular eingefügt. Und sobald der Nutzer
das abschickt, habe ich die Daten quasi
mit seinem Datensatz zusammen direkt in meinem CRM.
Und im CRM kann ich am Ende
danach quasi nach diesen Feldern wieder
filtern und genau sehen, aus welcher Kampagne
kam eigentlich welcher Lead. Und wenn
ich mein CRM vernünftig pflege, kann ich natürlich
auch die Reise des Nutzers
quasi nach unseren Kampagnen und
der Webseite sehen. Das heißt, aus welchen
Leads sind eigentlich Abschlüsse geworden?
Und dann kann ich auch da wieder sehen, okay, welche
Abschlüsse kamen eigentlich aus welchen Kampagnen?
Und daraus kann man natürlich auch wieder
zurückschließen, was wirklich
funktioniert hat und was wirklich meine Umsatztreiber sind.
Okay, wir wollen mal einen Schritt
noch tiefer reinmachen in
die Anzeigen, beziehungsweise in die
Kampagnen.
Es gibt ja viele Kampagnen, die
so ein bisschen auf Autopilot
laufen und wo ich nicht so genau weiß,
was machen die eigentlich?
Haben wir da eigentlich überhaupt noch eine Kontrolle
über diese Kampagne? Auch da
kommt das Thema Daten wieder an erster Stelle.
Also das ist der größte Hebel, den wir haben.
Diese neuen Kampagnen
arbeiten ja in erster Linie mit Signalen.
Das heißt, der
Algorithmus misst sowohl auf ihrer eigenen Plattform
unendlich viele Informationen
über den Nutzer. Die wissen ganz genau, wie lange habe ich mir
welches Element angeguckt, auch extern.
Es gibt ja unfassbar viele
Seiten, die das Google Ads Netzwerk nutzen.
Das heißt, auch da werden einfach den
ganzen Tag Informationen gesammelt. Wir haben
YouTube, wir haben das Handy. Also
gerade, wenn wir da drauf gucken, es
gibt so viele Bereiche, wo die
Algorithmen Daten über die Nutzer sammeln.
Und unsere Website zählt dann auch
mit dazu. Wir haben die Tracking Codes, von denen da drin
liegen, um zu zeigen, welche
Nutzer interagieren, welche Nutzer
konvertieren und diese
Informationen versuchen wir an die Werbe-Netzwerke
zurückzuspielen. Das heißt, wir versuchen
einfach die Datenqualität, die der
Werbealgorithmus zur Verfügung hat,
so hoch wie möglich zu erzielen oder
so viele Daten wie möglich dort reinzuspielen,
damit der Algorithmus am Ende optimal
optimieren kann.
Früher war das ja eigentlich ähnlich.
Mit den Keywords hat man ja auch theoretisch
ganz genaue Signale gegeben, wo wir ausgespielt
werden wollen. Jetzt ist
das Ganze natürlich ein bisschen abstrakter,
aber am Grundprinzip hat sich
erstmal nicht viel verändert.
Das bedeutet aber nach wie
vor, je besser ich
optimiere, je mehr Daten
ich habe, desto besser kann ich auch segmentieren
auf das, was meinen potenziellen
Kunden wirklich interessiert.
Je weniger Budget verschwende ich
vielleicht für, ich sage mal,
irgendwelche Anzeigen, die bei Menschen
ausgespielt werden, die eigentlich gar kein Interesse
haben und die vielleicht aber doch da
draufklicken, weil, keine Ahnung,
weil es
vielleicht doch irgendwie spannend klingt.
Kannst du das noch ein bisschen
greifbarer machen?
Ja, also wir werden mit unserer
Werbeausspielung am Ende halt deutlich exakter.
Der Algorithmus
versucht dann halt wirklich genau,
wir bieten ja dann inzwischen eine relativ
breite Masse an Inhalten an.
Das heißt, wir haben ja nicht mehr unsere exakten
Anzeigen, wo dann ein Text
und eine Textseite drunter steht und vielleicht
nochmal ein Bild dazu, sondern wir geben
eine ganze Bandbreite an Bildern, Videos,
jede Menge Texte
und ermöglichen
den Algorithmus ja sogar noch auf die Inhalte
unserer Landingpages zuzugreifen. Das heißt,
wir spielen da unfassbar viele Informationen
und Daten und Möglichkeiten rein, die
dieser Algorithmus verwenden kann.
Der baut einfach ähnlich wie
Large Language Models oder KIs
heute funktionieren, das basiert ja auf Wahrscheinlichkeit.
Der guckt einfach, okay, zu welchem
Zeitpunkt muss ich was ausspielen, damit
der Nutzer am wahrscheinlichsten die Interaktion
ausführt, auf die ich optimieren will.
Das heißt, wir müssen die KI
so, wie sie aktuell funktioniert und wie sie in den
Kampagnen integriert wurden, nutzen
und sie bestmöglich darauf
vorbereiten, unsere Inhalte
zum richtigen Zeitpunkt auszuspielen.
Ich glaube, das kann man sich so ein bisschen besser
vorstellen. Das erklärt dann auch, warum
PMAX-Kampagnen und so viele verschiedene
Inhalte besonders wichtig sind. Einfach nur,
damit ich möglichst breit in verschiedene Bereiche
und mit verschiedensten Nachrichten
drankommen kann. Und wenn wir das auf
Segmentieren draufgeben, vor allem
in den Push-Kanälen, sage ich mal, bei LinkedIn
und so, da können wir halt sehr viel
damit arbeiten, dass wir Daten unserer
bisherigen Kunden und Nutzer dort hochladen
und versuchen, darauf basierend
unsere Zielgruppen zu erarbeiten. Das
heißt, wir gehen nicht mehr auf ein übergeordnetes Targeting
und versuchen uns das da irgendwie zusammenzubauen,
sondern wir versuchen, ganz exakt unsere
Nutzer zu erreichen,
sie vorzuqualifizieren und erst dann
mit unseren hochpreisigen Inhalten oder
Werbeanzeigen an sie ranzugehen,
um dort einfach die Effizienz deutlich höher zu
halten, weil das ist
einfach zu teuer geworden, als dass man das noch
entschuldigen könnte oder das vernünftig
finanzieren könnte, dort in die breite Masse reinzuwerben
und einfach darauf zu hoffen, sondern es bleibt
uns eigentlich in dem aktuellen Markt
nichts anderes übrig, als sehr, sehr exakt zu
targetieren und zu erzielen.
Zumindest im B2B, im B2C
sieht das natürlich immer ein bisschen anders aus, aber da sind
Zielgruppen natürlicherweise auch viel, viel größer.
Wir haben neulich ein Kundengespräch zusammen gehabt
und dann hat der Kunde gesagt,
ja, aber ist ja mega, wir haben jetzt ja so
einen günstigen CPC.
Du hast
aber dann im Grunde ihm erklärt, warum
ihm das eigentlich gar nicht so viel hilft. Magst du das
vielleicht nochmal wiederholen? Ja, sehr gerne.
Also günstige CPCs klingen
ja erstmal immer schön, weil man dann weniger
Geld dafür ausgibt. Dadurch,
dass das aber jetzt alles so interaktiv geworden ist
und für viele Werbeanbieter oder
Werbetreibende die Auktionen
inzwischen sehr automatisiert laufen und man also gar nicht
mehr genau weiß, wo biete ich jetzt eigentlich drauf
und wo zahle ich wie viel CPC,
ist das also nicht mehr so einfach geworden.
Und ich sage mal, grundsätzlich ist
inzwischen ein günstiger CPC nicht mehr unbedingt erstrebenswert.
Ich will ja genau den Nutzer haben,
der auch ein Interesse an mir hat. Das heißt,
ein günstiger CPC ist eigentlich ein Indikator
dafür, dass der Nutzer
nicht die Qualität hat, die wir jetzt
uns erhoffen würden und kann das Ganze
dann ein bisschen verzerren.
Ich würde eigentlich in der modernen Welt gar nicht
mehr so sehr auf Klickpreise und so achten.
Natürlich ist es wichtig, das zu beobachten, aber
ich finde, es ist zumindest nicht erstrebenswert,
die so niedrig zu treiben wie möglich,
sondern in erster Linie sollte
die Conversion am Vordergrund stehen,
die Leads, am besten sogar die Abschlüsse.
Auch das kann man ja inzwischen
alles mit in die Werbeplattform
mit reinspielen. Und am Ende
sollte der Cost per Lead oder der Kosten
pro Abschluss der Hauptindikator sein
und nicht das, was ein einzelner
Klick kostet. Das variiert ja auch
extrem. Also im B2C
bewegen wir uns ja meistens im Bereich bis
1€. Im B2B sind
wir in dem Bereich ab 1€
und das kann ja auch wirklich je nach
Themenbereich mal gut und gerne
20 bis 30€ kosten
so ein Klick. Wenn es insgesamt aber
noch profitabel für mich ist, die Werbeanzeigen
so zu schalten, also ich nenne da immer ein ganz
gernes Beispiel von einem Kunden, der
eigentlich eine relativ kleine Agentur
hat, haben aber irgendwie 500€
Adspend am Tag. Das refinanziert
sich problemlos, weil ein Auftrag
für den ein Volumen von bis zu 100.000€ hat
und dann kann man auch gut und gerne mal
1.000€ für ein Lead ausgeben. Das ist
für die völlig in Ordnung. Deswegen
würde ich versuchen wegzukommen vom C2C
langfristig und mich eher
auf die Zahlen
weiter hinten in der Reise konzentrieren.
Also das, was mich wirklich der Lead kostet, was mich
der Abschluss kostet. Okay, du hast gerade
nochmal eben ein Stichwort genannt
und du erklärst das immer so schön, darum
möchte ich das eigentlich hier auch gerne nochmal
fragen. Vielleicht kannst du uns nochmal das Thema
Push und Pull Marketing erklären und was
eigentlich für was steht.
Ja, sehr gerne. Also
das Beispiel dafür, das basiert
ja so ein bisschen auf dem guten AIDA
Funnel, den ich in der Uni auch mehrfach
schon
lernen durfte. Das Ganze
ist quasi einfach nur ein Abbild
des Trichters oder Funnels, wie es ja im
modernen Marketing spricht dann heißt. Das heißt
wir starten oben mit der Awareness,
dann geht es weiter zu Desire,
dann zu Interest und am Ende steht die Action.
Wenn man sich das Ganze im
Werbe-Netzwerk vorstellt,
differenziere ich quasi in der Mitte
des Funnels zwischen Push und Pull.
Das heißt unten haben wir den Bereich
Interest, Desire,
Action. Interest ist meistens
nicht mehr so ganz mit drin, aber zumindest
Desire, das heißt der Nutzer hat schon
einen konkreten Wunsch und unsere Aufgabe
ist einfach nur, diesen Wunsch zu
erfüllen und ihn zur Aktion
weiterzuleiten. Also
das konkreteste Beispiel dafür ist klassisches
Suchmarketing. Der Nutzer sucht nach etwas
Konkretem. Wir wollen dort
auftauchen, also Pull Marketing.
Der Nutzer hat bereits das Interesse
und wir ziehen ihn einfach nur an uns heran,
damit er zu uns kommt und bei uns die
Aktion ausführt. Push Marketing
ist dann eher der Social-Ads-Bereich.
Das heißt, der Nutzer
weiß noch gar nicht, dass er ein Problem hat, weiß noch
gar nicht, dass er eine Lösung sucht oder
weiß auch nicht, dass unser Unternehmen existiert.
Das heißt, wir versuchen mit verschiedenen
Botschaften an den Nutzer heranzutreten,
um ihn auf sein Problem vielleicht
auch erstmal aufmerksam zu machen oder ihm zu zeigen,
dass er bestimmte Dinge effizienter regeln könnte
oder wie auch immer,
dass es einen besseren Lieferanten für seine
Produkte gibt. Das kann ja ganz viele verschiedene
Konstellationen haben.
Konkret bedeutet das aber, wir spielen ihm Inhalte
aus zu Themen, nach denen er nicht aktiv sucht
und da sind natürlich dann Netzwerke wie LinkedIn
ganz vorne mit dabei, wo ich sehr
viele Informationen über den Nutzer habe,
genau weiß, okay, er bewegt sich in einer Zielgruppe
und ihm dann die vernünftigen Inhalte ausspielen
kann. Das ist natürlich ein bisschen
komplexer dort, weil ich muss deutlich mehr
Überzeugungsarbeit leisten, brauche wahrscheinlich
mehr Touchpoints, mehr verschiedene Inhalte,
muss da deutlich mehr testen als im
Pull-Marketing, kann sich aber langfristig
natürlich auch absolut lohnen.
Ich würde immer grundsätzlich sagen, ich würde
vom Funnel von unten anfangen
und mich langsam nach oben vorarbeiten, das heißt
traditionellerweise beginnt man mit dem
Pull-Marketing und geht dann ins Push-Marketing über,
kommt aber natürlich auch darauf an, wie
groß die Nachfrage nach den Leistungen ist,
die ich anbiete. Also wenn es da keine
Nachfrage für gibt, dann kann ich eigentlich
Pull-Marketing vergessen, wenn die Nutzer nicht nach
meinen Produkten suchen oder nach den Lösungen,
die ich anbiete, kann ich dort auch nicht präsent
sein. Von daher müsste man dann
direkt ins Push-Marketing gehen, aber so
kann man das immer ziemlich gut differenzieren, finde ich.
Ich möchte nochmal eine Ebene wieder
höher gehen und dich nochmal
fragen, man hat ja, wenn man jetzt
durch LinkedIn scrollt, macht einem ja jeder
Angst und sagt, wenn ihr jetzt hier
nicht mitmacht, wenn ihr jetzt keine KI
Agenten habt, wenn ihr nicht dies habt, wenn ihr nicht
das habt, dann verschlaft ihr alles.
Was sind denn so die Trends,
wo du sagst, die muss ich auf jeden Fall in diesem
Jahr 2026 weiterhin
im Auge behalten? Ja,
LinkedIn ist natürlich ein abenteuerliches
Feld und auch inzwischen echt teurer geworden,
was das Werben angeht. Von daher
ist es auch hier wieder sehr wichtig, wirklich sehr
zielgerichtet zu arbeiten und
in erster Linie den Nutzern Mehrwert zu bieten.
Das heißt, die klassischen Lead-Magneten, die man
vielleicht auch von der Website kennt, wie
Whitepaper oder Webinar oder sowas, das
sind wirklich Punkte, die auf LinkedIn einfach unfassbar
gut funktionieren aktuell. Und
ich muss natürlich gucken, dass in diesem ganzen Werbe-
Dschungel, wie du gerade schon gesagt hast, alle machen einem irgendwie
Angst, alle versuchen irgendwie Chaos
zu stiften und die Aufmerksamkeit auf sich
zu ziehen. Muss ich natürlich gucken, dass
ich da Inhalte biete, erstens, die
den Nutzer zum Stoppen bringen, also
gute Opener quasi haben
und dann versuchen, den Mehrwert
mit in den Inhalten, die ich
den Nutzern biete, so groß wie möglich zu gestalten.
Ein Thema, was jetzt natürlich
riesig groß geworden ist, gerade auch in den letzten
Jahren, sind vor allem die Thought-Leader-Ads.
Dort haben wir zumindest festgestellt
bei uns in den Daten, dass die um ein
Vielfaches günstiger sind, was zumindest die
Reichweite und die Interaktion mit den Beiträgen
angeht, weil
auf LinkedIn zählt inzwischen
halt authentisch sein
ist das Wichtigste. Also wenn man
sich das mal anguckt, wie das verschiedenste
große auch Agenturen oder LinkedIn-Agenturen
machen, die posten ja eigentlich nur noch
Bilder von sich selbst, irgendwelche Fotos.
Hauptsache, es sind echte Menschen zu sehen,
weil die Menschen sehen sich
in der ganzen KI-Welt nach nichts mehr
als echten Menschen und echten, hochqualitativen
Inhalten. Von daher
würde ich da drauf achten und nicht versuchen,
irgendwie klassische Werbeanzeigen in dem Sinne zu
bauen. Man muss schon ein bisschen kreativer
werden, um sich da noch behaupten
zu können. Für einen Mittelständler ist
das natürlich recht schwierig, das alleine umzusetzen,
weil es da viele Strategien gibt und
die Welt sich einfach mega schnell bewegt.
Sich da Hilfe zu holen ist sicherlich in den meisten Fällen sinnvoll. Ja, und da können wir ja im Zweifel auch
dabei helfen. Also wer Interesse daran hat, kann sich gerne bei uns melden. In dem Vortrag,
den du neulich bei unserer Update-Konferenz gehalten hast, hast du auch noch mal das Thema
Universal Commerce Protocol aufgebracht. Das ist jetzt auf den ersten Blick eher ein B2C-Thema.
Wird das auch für B2B relevant? Ich denke schon. Ich fasse es vielleicht noch mal kurz zusammen
für die Leute, die darauf noch nichts von gehört haben, dass er auch jetzt wirklich erst in diesem
Jahr rausgekommen ist. Anfang Januar hat Google angekündigt, dass sie in Zusammenarbeit mit den
großen Zahlungsanbietern PayPal, Visa, Mastercard und den großen Shop-Anbietern Shopify, Etsy und
Co. ein Protokoll rausgebracht haben, was den E-Commerce ein bisschen verändern wird in Zukunft
vermutlich. Das heißt, dieses Protokoll ermöglicht, dass ich aus der KI-Suche heraus direkt ein
Produkt kaufen kann, ohne jemals auf die Seite des Anbieters gekommen zu sein. Das heißt, es ist ein
Protokoll, womit die KI-Agenten quasi untereinander kommunizieren können, um die Produkte, die ich auf
meiner Shop-Seite habe, direkt in dem KI-Feed mit anzubieten. Konkret sieht das dann so aus. Ich suche
zum Beispiel in Gemini nach neuen Laufschuhen und er schlägt mir da direkt verschiedenste Möglichkeiten
vor, wie es im Google Shopping-Feed ja auch schon teilweise ist, welche Laufschuhe ich mir kaufen
könnte. Ich klicke mir dann einfach das Produkt an, was ich haben will und kann direkt noch in
der KI selbst kaufen und mir das Ganze zuschicken lassen. Rein technisch gesehen findet der Kauf immer
noch auf der Seite des Anbieters statt. Für den Nutzer aber fühlte sich so an, als würde er direkt
über die KI kaufen. Wie du schon gesagt hast, das ist natürlich erstmal ein krasses B2C-Thema. Ich
glaube aber, dass das langfristig auch im B2B-Bereich kommen wird. Das wird dann natürlich kein direkter
Kauf sein in den meisten Fällen, aber ich kann sicherlich dann auch mein Lead, meine Kontaktdaten,
mein Interesse direkt über eine KI an den jeweiligen Anbieter oder an eure Seite übertragen
lassen. Und deswegen würde ich das auch im B2B-Bereich ganz genau im Auge behalten, was da
passiert. Das Thema in KI sichtbar zu sein, auch als B2B-Lösungsanbieter, wird sehr, sehr wichtig
werden dieses Jahr. Okay, ich bin mit dem Fragenkatalog, den ich nicht so vorbereitet
habe, eigentlich schon größtenteils durch. Bevor ich jetzt zu meiner Abschlussfrage komme,
möchtest du noch irgendwas loswerden, was ich vielleicht noch vergessen habe, dich zu fragen?
Nein, das Einzige, was mir ganz wichtig ist, holt euch ein CRM, Leute. Es ist mega wichtig.
Ja, wir sind auf jeden Fall dafür. Dann komme ich jetzt zu meiner Abschlussfrage,
Stefan. Wenn das jetzt jemand hört, vielleicht ist er gerade auf dem Weg zur Arbeit oder ist
gerade auf dem Weg von der Arbeit nach Hause. Wenn der am nächsten Tag oder jetzt gleich ins Büro
kommt, was würdest du sagen, sind die drei Dinge, die er ab sofort in seinem Marketing ändern sollte?
Also da wären wir eben schon wieder beim Thema von eben. Holt euch ein CRM, guckt,
dass es vernünftig eingebunden ist, guckt, dass ihr die Daten aus den Kampagnen, die ihr schaltet,
da vernünftig reinbekommt. Dann der zweite Schritt, versucht, eure Datenqualität insgesamt
einfach aufs absolute Maximum zu bringen. Also ihr braucht, egal in welchem Bereich,
ihr braucht möglichst viele Informationen über eure Nutzer, um die Kampagnen vernünftig auszuspielen,
am Ende aber auch vernünftig zu wissen, was bringt mir eigentlich wirklich etwas. Das sehen wir halt
einfach viel zu häufig, dass das Tracking oder dass auf den Standard GA4-Tracking gesetzt wird,
das einfach implementiert und dann ist gut. Das funktioniert einfach langfristig so nicht und
deswegen denke ich, sind das so die beiden Hauptthemen, die da besonders wichtig sein
sollten. Und langfristig guckt natürlich, was im Bereich KI passiert. Haltet euch informiert,
was das angeht, weil das Vertrauen der Nutzer in die KIs und in die Antworten der KIs ist aktuell
einfach immens hoch. Und wenn ich dort auftauche, habe ich quasi schon die Hälfte des Vertrauens
Aufbaus geschafft, um den Nutzer zu überzeugen. Alles klar, Stefan. Dann danke ich dir herzlich.
Wenn es Fragen gibt an Stefan, ihr findet ihn bei LinkedIn, ihr könnt ihm auf einem E-Mail schreiben.
Zu dem SEO-Thema kann ich auf jeden Fall sagen, da haben wir auf jeden Fall auch was in Vorbereitung.
Also was macht KI mit SEO? Heißt das jetzt wirklich anders? Ist es nicht vielleicht doch
immer noch das Gleiche? Dazu haben wir demnächst auch eine Folge hier bei uns. Dann wünsche ich
euch allen noch einen schönen Tag und viel Erfolg. Und holt euch ein CRM.