BJA PODCAST

BERATUNG JUDITH ANDRESEN

Betriebswirtschaft für Coaches (Nadja Stielau, André Friedrich)

Die Folge erklärt, warum betriebswirtschaftliches Verständnis Coaches hilft, Zahlen in Führungssituationen einzuordnen und Aussagen kritisch zu prüfen. Themen sind BWA, Ergebnis vor Steuern, Liquidität und der Umgang mit Monatszahlen.

27.08.2026 41 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge sprechen wir darüber, warum Coaches sich mit Betriebswirtschaft beschäftigen sollten. Ausgangspunkt ist die Frage, wie betriebswirtschaftliches Verständnis im Coaching helfen kann, ohne dass wir selbst in die Rolle von Beratern wechseln.
Wir erklären, dass Zahlen in Führungssituationen auch dazu genutzt werden können, Diskussionen abzulenken oder zu beenden. Deshalb ist es für uns wichtig, betriebswirtschaftliche Begriffe einordnen zu können, wenn Coachees mit Zahlen argumentieren, die nicht zu dem passen, was sie gleichzeitig erzählen.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Haltung im Coaching. Wir wollen nicht fachlich mitdiskutieren, sondern die Augenhöhe halten, kritisch nachfragen und uns nicht beeindrucken lassen. Dazu gehört auch, den Zusammenhang zwischen Zahl und Aussage zu hinterfragen und bei Bedarf gezielt nachzufragen oder Wissen nachzuschlagen.
Wir sprechen außerdem darüber, wie betriebswirtschaftliches Verständnis beim Einstieg in ein Coaching hilfreich sein kann, besonders bei Führungskräften und Personen mit Verantwortung. Wenn wir die Welt unserer Coachees besser verstehen, fällt es leichter, Vertrauen aufzubauen und später auch zu tieferen Themen wie Führung, Persönlichkeit und Kommunikation zu kommen.
Ein weiterer Teil der Folge behandelt grundlegende Begriffe wie BWA, Ergebnis vor Steuern und Bankkonto. Wir unterscheiden zwischen Liquidität, Auswertungen und Verlaufsperspektive und zeigen, dass der reine Blick auf das Konto oder nur auf Monatszahlen schnell in die Irre führen kann.
Zum Schluss gehen wir darauf ein, wie Coaches sich Wissen aneignen können, etwa durch Recherche, KI-gestützte Vorbereitung oder Reflexion mit Transkripten. Dabei betonen wir, dass diese Unterstützung helfen kann, Hypothesen zu bilden und Anstöße zu finden, ohne die eigene Coachingrolle zu verlassen.

Transkript

So, Nadja, hier sind wir in einem gemeinsamen Podcast. Schön, dass wir hier zusammensitzen. Ich glaube, wir saßen hier noch nie zusammen, oder?
Nadja Stielau
00:01:10
Nee, genau. Das habe ich auch gerade fröhlich erstaunt festgestellt. André und ich, wir haben ja noch nie einen Podcast zusammen aufgenommen. Da freue ich mich drüber, dass wir heute mal zusammen ein Thema erkunden werden.
André Friedrich
00:01:24
Ja, das ist schön, dass wir das erkunden. Ich habe noch keine Ahnung, wo das hinführen wird. Ich bin sehr gespannt tatsächlich auf die Erkundung mit dir und freue mich drauf. Schön, dass wir hier zusammen einen Podcast aufnehmen. Was machen wir denn heute?
Nadja Stielau
00:01:38
Was machen wir? Wir haben gedacht, wir stellen uns mal der Frage, warum sollten Coaches sich mit dem Thema Betriebswirtschaft beschäftigen?
André Friedrich
00:01:52
Oha, sag ich da mal. Ja, warum denn eigentlich? Ja, lass uns das mal, das ist eine interessante Frage, lass uns das mal erkunden. Ich habe jetzt, wo du es so spontan sagst, sitzen wir beide natürlich eigentlich hier und wir haben den ja so ein bisschen. Also für die, die das noch nie gehört haben, ich bin mal in meinem Leben als Diplokaufmann tatsächlich gestartet vor langer Zeit. Und ich glaube, dir ist die Betriebswirtschaft ja auch nicht ganz fern sozusagen auf deinem Weg, oder?
Nadja Stielau
00:02:23
Nee, genau. Ich bin auch kaufmännisch ausgebildet. Wobei der Zahlenpart in der Ausbildung dafür gesorgt, dass da ein 1, irgendwas hinter meiner Ausbildungsnote am Ende steht. Und genau, habe mich ja in meinem Berufsleben vor BJA in verschiedene Führungspositionen hochgearbeitet. Und da zuletzt viel Erfahrung im Bereich Betriebswirtschaft und Unternehmensführung vor allem gesammelt. Und da bleibt der Part mit der Betriebswirtschaft und den Zahlen nicht aus und dem sich beschäftigen mit Abkürzungen, die es da draußen gibt in der Welt. Ja, genau.
André Friedrich
00:03:08
Vielleicht finden wir ja darüber mal so einen Einstieg, so ein bisschen in so eine Frage von, warum kann das für Coaches sinnvoll sein und in welchem Kontext ist das für Coaches sinnvoll, irgendwie so einen Überblick über das Thema zu haben, ohne dass man das gleich studiert hat oder ohne dass man das gleich als Ausbildung gemacht hat, sondern einfach so einen Überblick zu haben über das Thema Betriebswirtschaft. Was meinst du, was fällt dir ein, wenn du darüber nachdenkst?
Nadja Stielau
00:03:38
Ja, also mir fällt erst mal so ein, warum kann das Sinn machen irgendwie ein, so ein Stück weit eigene Erfahrungen und Erleben, wenn mir als Führungskraft irgendwie das jetzt ja alles so ein bisschen zu unangenehm wird und ich, über bestimmte Entscheidungen nicht so gerne reden mag vielleicht, dann kann ich total gut Zahlen benutzen, um abzulenken oder Diskussionen zu beenden oder mich nicht mit irgendetwas beschäftigen zu müssen. Und zwar im Sinne von ich überfordere dann mein Gegenüber damit, weil ich weiß ja die Zahlen sind halt die Zahlen. Da kannst du ja nichts machen. Und das kann ich ja ganz toll benutzen, um mich mit bestimmten Dingen nicht auseinandersetzen zu müssen. Und ich habe die Vermutung, dass es als Coach, Coaching hilfreich ist, zumindest ein Verständnis zu haben von, Moment mal, du hast über das gesprochen und hast mir jetzt aber diese Zahl als Begründung dafür genannt. Das passt nicht zusammen. Da müssen wir mal irgendwie drauf gucken.
André Friedrich
00:04:49
Ja, okay. Ich überlege gerade, ob ich das mal, ich habe das im Moment jetzt jedenfalls nicht bewusst vor Augen, aber hast du ein Beispiel? Also könntest du das mal ein bisschen konkreter fassen, wie sich das dann anhört tatsächlich?
Nadja Stielau
00:05:01
Investitionsentscheidungen zum Beispiel zu begründen mit... Schlechten Gewinnergebnissen. Also sozusagen, das ist ja, dann machst du ja sozusagen alles direkt tot, wenn du sagst, nee, wir können nicht investieren, weil hier unser Umsatz ist ja auch so schlecht. So. Und dann kannst du ja auch schon gar nichts mehr sagen, weil das ist ja für jeden logisch. Wenn kein Geld reinkommt, dann kannst du natürlich auch kein Geld ausgeben, ist ja völlig klar. Und dann ist das Thema ja beendet. super Handlungsfähigkeit gleich null. Kein Spiel.
André Friedrich
00:05:43
Also für jeden logisch, der eben genau sich nicht da reindenkt und sagt so, Moment mal, vielleicht ist das Gegenteil der Bezug, den es braucht. Es braucht Investitionen, damit der Umsatz wieder hochkommt.
Nadja Stielau
00:05:56
Und möglicherweise, und da bist du dann schon inhaltlich drin, dann sagen so, alles klar, okay, wo ist denn euer, wo hängt es denn, wo geht euch denn der Umsatz verloren? Und sagen, was sagt denn eure Kostenseite, wie sehen denn Verhältnisse aus, wofür gebt ihr denn gerade Geld aus? Und da, also allein diese Frage stellen zu können, heißt ja schon, mich nicht zu sehr beeindrucken zu lassen von dem, was mir da entgegengebracht wird, im Sinne von, nee, das geht nicht weiter.
André Friedrich
00:06:24
Ja, tatsächlich habe ich auch noch eine Vorstellung, wo das helfen kann. Ich würde gerne vorher einmal sagen, du hast es jetzt gerade schon angesprochen, ich glaube, es geht ja nicht darum, sich in eine fachliche Diskussion zu begeben als Coach. Wir sind halt Coaches und keine Berater, aber du hast es ja gerade in dem Kontext, beeindrucken lassen genannt. Ich glaube, darum geht es an der Stelle. Hier geht es quasi darum, die Augenhöhe zu halten, die inhaltliche Augenhöhe zu halten und aus der raus aber die Distanz auch so zu wahren, dass man sagt, ich gehe jetzt hier nicht auf eine fachliche Diskussion, ob die zahlt oder die zahlt, aber ich kann kritisch hinterfragen und kann, mich zumindest nicht ins Boxhorn jagen lassen, sondern kann sagen, okay, interessant. Ich glaube tatsächlich, man könnte mit einem ganz harten Blick auf Coaches sagen, ist ja egal. Also tatsächlich gibt es viele Kontexte, ich brauche das nicht zu verstehen. Ich glaube, die Betriebswirtschaft ist vielleicht insofern noch mal ein bisschen besonders, weil genau dieses ins Boxhorn jagen und dieses Ende der Diskussion ist ja so, braucht ein kritisches Hinterfragen, vielleicht manchmal auch ein Prozieren und ich könnte mir vorstellen, da hilft es dann einfach. Aber ich glaube, wichtig ist dieser Punkt, uns geht es ja nicht darum, zu sagen, wir wollen als Coaches fachlich mitdiskutieren. Ich glaube, das ist nicht der Hintergrund, oder?
Nadja Stielau
00:07:49
Nee. Nee, der Hintergrund ist da für mich tatsächlich klar, an der Haltung bleiben zu können. Also so ein, ich habe gerade nachgedacht, wenn mir so etwas gesagt wird im Coaching, ich merke, ah, Moment mal, also irgendwie, wenn ich jetzt darauf einsteigen würde sozusagen, dann kommen wir hier nicht weiter, weil das ist ja nun mal der Raum, in dem Coach, die gerade unterwegs ist, könnte auch tatsächlich ein, erklär mir mal bitte kurz den Zusammenhang sein. Also sozusagen auch das eigene Nichtwissen zu nutzen, um Systemverständnis herzustellen, den Raum irgendwie größer zu machen, bis hin zum Moment, ich google das mal eben kurz. Hier steht übrigens, dass es folgendes, sag mal nochmal, wie hängt das eigentlich zusammen?
André Friedrich
00:08:41
Das mache ich auch ab und zu. Also das kann ich auf jeden Fall sicher sagen. Ich hatte ja gerade gesagt, ich habe noch eine andere Idee, wo das nützlich sein kann. Und das ist eher beim Einstieg in ein Coaching. Wir begegnen ja häufig Coaches, die, nach irgendwas suchen, wo sie gut andocken können. Und ich glaube gerade im Bereich von, und wir haben das ja jetzt gerade auch schon so ein bisschen geframed, wenn wir über diese Thematik, in betriebswirtschaftlichen Zahlen irgendwie zumindest mal zu verstehen, worum geht es denn hier gerade, ist ja ein Thema, was insbesondere mit Führungskräften in Verbindung gebracht wird. Es gibt sicherlich auch Fachkräfte, die sich in die Thematik bewegen, Aber uns begegnet das halt häufig im Kontext von Führung und Verantwortung und Steuerung, was eben häufig genau über Zahlen passiert oder versucht wird zu machen. Und da ist meine Erfahrung, dass Coachees ja ganz häufig nach Anschluss erstmal suchen, nach Annehmbarkeit suchen. Und gerade für den Einstieg ist es total hilfreich, ist meine Erfahrung, zu sagen, ich verstehe deine Problematik. Ich verstehe deine Problematik, ich kann die nachvollziehen, ich kann mich da irgendwo reindenken und das macht das Coachee deutlich leichter. Ins Vertrauen zu gehen. Und dann kann das Coaching hinterher, wenn man da erstmal ist, sich in ganz andere Bahnen bewegen. Also häufig ist es ja auch so, man steigt irgendwie drüber ein, ja, wir haben hier irgendwelche betriebswirtschaftlichen Schwierigkeiten, bla bla bla, so und so und so und ja, das verstehe ich, da können wir hingucken und so weiter. Und am Ende ist man aber bei ganz anderen Dingen, bei Persönlichkeitsstrukturen, bei der Fähigkeit oder Unfähigkeit, bestimmte Dinge zu tun, mit Menschen zu sprechen, Feedback zu geben, klar zu sein. All das sind ja so Dinge, da landet man dann irgendwie. Und das ist auch okay, da kommt man gut hin. Aber man kommt eben nicht dahin, wenn es am Anfang nicht gelingt, ein Vertrauensverhältnis aufzubauen mit dem Kutschi. Und ich glaube, da hilft es dann eben zu sagen, ich verstehe die Welt, in der du unterwegs bist und kann da so ein bisschen mitreden. Und ich würde sagen, das ist für mich der Punkt, wo ich sage, es macht einfach Sinn. Neben zusätzlich zu all dem, was du gerade schon gesagt hast, Dinge kritisch hinterfragen und so. Aber es ist halt ganz häufig so, dass erst mal scheint es aus einer Zahlenwelt zu kommen und dann begibt sich das aber in eine ganz andere Welt, die viel tiefer in Persönlichkeitsstrukturen drin sind. Wie gehe ich mit Menschen um? Was habe ich für ein Verständnis? Wie will ich eigentlich führen? Und, und, und, und. Aber trotzdem, ich muss da erst mal hinkommen. Und da hilft es. Das ist so meine Erfahrung, oder? Was meinst du?
Nadja Stielau
00:11:22
Ja, total. Ich habe gerade kürzlich mit Judith ja auch, eine Folge aufgenommen zum Thema Leadership Coaching und da haben wir uns sehr auf das Thema Gefühlswelt und auf Augenhöhe kommen, auch im Sinne von tatsächlich, aufeinander eingehen und erst mal Bindung aufbauen. Das ist für mich auch ein Teil, Bindung aufzubauen und wie du sagst, eben Vertrauen herzustellen, zu sagen, okay, im Detail bin ich jetzt nicht, also ich bin jetzt hier keine Betriebswirtschaftlerin, im Prinzip verstehe ich aber, worum es geht. Und du kannst hier mit mir reden, ich werde folgen können, macht, glaube ich, erst mal viel, weil das, je nachdem, in welcher Hierarchie du dich bewegst, natürlich auch genau die Schwierigkeit ist. Also es gab irgendwann früher mal den Satz, Führung macht einsam. Ich glaube, das ist in Teilen auch noch so.
André Friedrich
00:12:15
Ich würde sagen, es ist unbedingt noch so. In Teilen, also dann würde ich sagen, in großen Teilen ist das immer noch so. Ich halte das täglich, ja.
Nadja Stielau
00:12:24
Ja, und da jemand zu haben und zu sagen, ja, da kann ich hingehen und dann, da ist irgendwie so ein allgemeines Verständnis von dem, was mich täglich umtreibt, das ist da, da, das, glaube ich, total ist, das extrem hilfreich ist, ja.
André Friedrich
00:12:40
Ja. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass gerade in vielen Organisationen ist ja Zahlenwerk ein wesentliches Beurteilungsmerkmal. Also sind die Zahlen gut oder schlecht und bewegt sich das in die richtige Richtung oder in die falsche. Und gerade da in eine Diskussion einzusteigen, beinhaltet halt häufig so eine Gefahr von, oh, da kommt am Ende raus, dass ich irgendwie nicht gut performt habe. Ich glaube, das stärkt das nochmal sehr, wenn ich da mit einem Organisationssystem, externen Menschen mich drüber unterhalten kann, kann ich deutlich offener sozusagen erstmal, rausgehen. Aber wenn ich jetzt mal so drauf gucke, ich frage mich gerade, ob wir mal ein bisschen konkreter werden können, wir sind ja auf so einer Meta-Ebene.
Nadja Stielau
00:13:29
Wieso? Frage ist doch beantwortet. Warum sollten Coaches sich mit dem Thema Betriebswirtschaft beschäftigen.
André Friedrich
00:13:35
Stimmt. So gesehen können wir aufhören, oder?
Nadja Stielau
00:13:38
Nein.
André Friedrich
00:13:39
Ich hoffe, es hat allen Spaß gemacht. Lass uns doch mal überlegen, ob wir ein bisschen einsteigen können. Was sind denn so Sachen, also um denen draußen, ich stelle mir jetzt vor, ihr hören jetzt Menschen zu, die vielleicht als Coaches unterwegs sind und die vielleicht, nicht sehr oder noch nicht sich mit den betriebswirtschaftlichen Aspekten auseinander, gesetzt haben, die vielleicht darüber nachdenken, in so einen Executive-Coaching-Bereich reinzugehen. Was sind denn jetzt, lass uns doch mal konkret werden, also worüber sprechen wir denn eigentlich, wenn wir sagen, betriebswirtschaftliche Kenntnisse sind ganz sinnvoll? Ich meine, Alter wäre auch wahrscheinlich hilfreich, aber braucht es nicht, würde ich jetzt behaupten.
Nadja Stielau
00:14:24
Nö, also völlig auch. Buchhaltung muss man nicht können. Ich glaube, so ein paar Begrifflichkeiten zumindest verstanden zu haben, in welcher Art und Weise die sich unterscheiden. Also ich denke ganz spontan an den Unterschied. Das liegt daran, dass wir gerade im Vorfeld, auch darüber gesprochen haben, den Unterschied zwischen, was ist eigentlich mein Ergebnis vor Zinsen und Steuern, was ist eigentlich das, was im BWA, also in der betriebswirtschaftlichen Auswertung drinsteht und was ist das, was auf meinem Bankkonto los ist. Das sind ganz unterschiedliche Zahlen und die kann ich auf unterschiedliche Art und Weise für die Führung meines Geschäftes benutzen. Und das tun tatsächlich Geschäftsführungen auch. Also manche Organisationen oder manche Geschäftsführungen führen ihr Unternehmen nach Rohertrag. Und wir haben gerade festgestellt, manche tun das nach Bankkonto, also das Geld, was gerade da ist.
André Friedrich
00:15:25
Ja, ist genug Kohle auf dem Konto, alles ist gut.
Nadja Stielau
00:15:27
Genau.
André Friedrich
00:15:28
Habe ich tatsächlich schon öfter gehört, den Satz. Was ist eure Zielgröße? Ja, wir müssen irgendwie, ich sage jetzt mal eine Zahl, 100.000 auf dem Konto. Wenn das weniger ist, fangen wir an, uns Gedanken zu machen. Aber warum ist das doof?
Nadja Stielau
00:15:46
Warum ist das doof? Ja, also in meiner Welt...
André Friedrich
00:15:50
Ist das nur auch doof?
Nadja Stielau
00:15:52
Genau. Ich frage mich gerade, warum ist das? Es kann doof sein, wenn ich zum Beispiel kein Forecasting betreibe. Also ich bin ja so eine, die super gerne, also so relativ klassisch budgetiert und forecastet. Und wenn ich einen Forecast habe, also wenn ich keinen Forecast habe, sondern im Grunde immer nur weiß, okay, wenn ich 100.000 Euro habe Und ich weiß gar nicht, wie ich die Einzelnen zustande kriege, aber es müssen immer 100.000 Euro da sein. Irgendwie muss das schon klappen. Und dann kommt ein größerer Brocken auf mich zu. Habe ich möglicherweise ein Problem? Oder auch eine Auftragsflaute? Möglicherweise habe ich eine größere Auftragszusage und fange an, Leute dafür einzustellen. und habe genau das Verhältnis nicht auf der Kette. Was heißt das perspektivisch für meine Personalkosten und meine anderen Kosten? Und dann plötzlich klappt das nicht mehr mit den 100.000 Euro auf dem Kontraue.
André Friedrich
00:16:51
Oh, das ist umgekehrt. Mein Alarmsignal geht los. Ich fange an, mir Gedanken zu machen. Oh, ich muss irgendwie Leute loswerden. Ich kriege die Gehälter nicht mehr bezahlt. Und in Wirklichkeit sind die Aufträge im Forecasting. Und mein Problem ist vielleicht ein ganz anderes. Es gelingt mir nicht, denen die Umsetzung zu bringen. Oder ich habe zu viele außenstehende Forderungen. Oder, oder, oder. Und muss eigentlich dahin schauen. Und gucke stattdessen in die falsche Ecke. Ja, es ist, so eine Versuchung auf eine sehr gut greifbare, ich meine, das ist schön, die ist wirklich gut greifbar, aber ich finde, es ist immer so eine Versuchung auf eine sehr gut greifbare, sehr leicht greifbare Zahl zu schauen, die aber tausend Sachen, die, gerade in der Zukunft passieren und vielleicht auch in der Vergangenheit passiert sind, überhaupt nicht klar werden lassen.
Nadja Stielau
00:17:36
Ja, und gleichzeitig.
André Friedrich
00:17:39
Die sich nicht direkt in Liquidität ausdrücken.
Nadja Stielau
00:17:42
Ja, und gleichzeitig, wenn ich ein Geschäft führe, Was relativ gut vorhersehbar ist, also wo ich jeden Monat mit den gleichen Ein- und Ausgängen zu rechnen habe, dann kann ich sehr wohl sagen, der Blick aufs Bankkonto, der reicht mir in der Regel. Und alle halbe Jahre gucke ich mal nochmal in meine betriebswirtschaftlichen Auswertungen, schaue mal da irgendwie rein, ob es irgendwie im Verlauf Veränderungen gibt. Aber im Prinzip muss das nicht schlecht sein.
André Friedrich
00:18:13
Ja, und ich merke gerade, wo wir drüber sprechen. Ich glaube, es wird häufig so, nach Steuerung nach Bankkonto, gleichzeitig ist ja eine Liquiditätssteuerung unglaublich wichtig. Also das merken wir ja auch. Da kann es dem Unternehmen in den Büchern super gut gehen, wenn die Liquidität auf einmal weg ist und die Gehälter nicht bezahlt oder die Rechnungen nicht bezahlt werden können, dann stehst du auf einmal nackig da, sozusagen. Obwohl die Bücher eigentlich sagen, es ist ja alles super, es ist toll, viele Anlagebüter, die sind total wertvoll und da sind Aufträge, die noch kommen und du hast so viele Forderungen und bla bla bla. Und zack, keine Kohle da.
Nadja Stielau
00:18:54
Schön, Überabgrenzungen, schön, mein Betriebsergebnis. monatlich. Oh, das sieht ganz toll aus. Dann habe ich vielleicht das Problem, dass ich sehr viele Vorauszahlungen erhalten habe und die werden auf dem Konto von den laufenden Kosten langsam und allmählich aufgefuttert. Und dann stehe ich plötzlich da und sage, mein Team ist doch total ausgelassen. Die haben total viel zu tun. Warum kommt jetzt kein Geld rein? Ja, wirklicherweise ist die Antwort, es ist alles schon bezahlt. Und das werde ich dann, auf dem Konto werde ich das sehen. Und von daher ist ja der Kontoblick total gut. In der betriebswirtschaftlichen Auswertung, die für viele andere UnternehmerInnen dann wiederum sagt, das ist meine Realität, hier, das ist so, da gucke ich drauf, das ist das am Ende des Tages, was zählt, sehe ich das möglicherweise nicht, dass mein Unternehmen auf eine Liquiditätslücke zu steuert.
André Friedrich
00:19:44
Jetzt sind wir ja häufig in einem eher mittelständischen oder kleinen Kontext unterwegs. Also ich glaube, wir brauchen uns jetzt auch nicht über Konzernbilanzen und Konzernsteuerungen hier auseinanderzusetzen. Das empfinde ich, ich komme da ja aus meiner Historie raus, aus so einer Welt, das empfinde ich als, da brauche ich als Coach dann wiederum meistens nicht reinzuschauen. Wenn ich nicht gerade einen Konzern-CEO oder CFO oder so als Coachee habe, Und wir bewegen uns meistens im Mittelstand, wir bewegen uns im Bereich von kleineren Unternehmen. Und da ist ja die BWA so ein Thema, wo man so sagt, das ist doch eigentlich, mein Teil, wo ich hinschaue, oder?
Nadja Stielau
00:20:26
Ja, total.
André Friedrich
00:20:26
Und was ist das? Also das gibt mir die schöne Möglichkeit zu fragen, ja und was ist denn die BWA?
Nadja Stielau
00:20:32
Was ist denn die BWA? Genau, ich habe es ja schon ein paar Mal gesagt, die BWA ist die betriebswirtschaftliche Auswertung, die ich jeden Monat im Grunde mit meinem Monatsabschluss bekomme. Also so kenne ich es. Ich erzähle so aus meiner Welt. Also ich habe ein Steuerbüro, und dem schicke ich am Ende des Monats, spätestens am Ende des Monats, alle meine Einkünfte und meine Ausgaben zu und die wissen im Grunde alles über mich. Und in der betriebswirtschaftlichen Auswertung spiegelt sich wieder, welche Art von Umsätzen ich erreicht habe und wie hoch die ist und welche Arten von Kosten ich in meinem Unternehmen habe. Die werden gegeneinander aufgerechnet und am Ende der BWA steht ein Ergebnis vor Steuern.
André Friedrich
00:21:21
Wobei ich glaube, da muss man auch aufpassen.
Nadja Stielau
00:21:23
Und das ist positiv oder negativ.
André Friedrich
00:21:25
Ja, wir hatten ja gerade diesen... Schönen Hinweis nochmal, wir hatten im Vorgespräch ja schon mal kurz drauf geschaut und hatten ja auch da den schönen Hinweis, dass ja BWA's sind halt nicht geregelt. Also BWA's kann ich so oder so einstellen. Ich weiß, viele arbeiten mit der DATEV zusammen, das ist hier keine Werbung, kriegen wir nichts für. Aber die DATEV, wenn man mit der DATEV zusammenarbeitet, kriegt man BWA's und man kann die einstellen. tatsächlich, die tiefsten schaut, an welche Stelle sozusagen des Ablaufes irgendwo zwischen Umsatz und finalem Ergebnis die BWA aufsetzt. Anders als die GUV, die Gewinn- und Verlustrechnung, die ja total geregelt ist, wo genau gesetzlich festgeschrieben ist, so, das muss in eine GUV rein. Also auch das muss dann wiederum klar sein, nachzuhaken, ja, wie sieht denn deine BWA eigentlich aus? Was ist da eigentlich drin? Wo hörst du auf zu gucken? Und hast du eigentlich alles drin, was relevant ist? für dich, ja.
Nadja Stielau
00:22:21
Ja, genau. Also ich kenne das auch in verschiedenen Detailgraden. Ich kenne jetzt BWAs, die sind vor allem auf der Kostenseite unterschiedlich stark aufgeschlüsselt. Also manchen reicht es, wenn sie sagen, das sind unsere Materialkosten. Also Materialkosten sind zum Beispiel, wenn ich FreiberuflerInnen anstelle, dann gelten die auch häufig als Wareneinsatz oder Material. Oder ich produziere eben tatsächlich und dann habe ich da echte Materialkosten, also haptische, physische Materialkosten drin. Dann sagen manche, okay, ich möchte irgendwie Personalkosten und meine Raumkosten und irgendwie, was ich an Abschreibungen und Instandhaltungskosten vielleicht für mein Büro habe, noch mit drin haben. Und das geht in beide Richtungen bis ins letzte Detailgrad aufzuschlüsseln, kenne ich das auch von der Umsatzseite zu sagen. Und jeder einzelne Kunde wird im Anhang meiner betriebswirtschaftlichen Auswertung auch nochmal separat aufgeschlüsselt. Das ist ja erstmal spannend, wenn ich auf den Monat gucke, dann sehe ich erstmal am Ende des Tages, ist da ein Plus oder ein Minus. Also habe ich ein positives Ergebnis oder ein negatives Ergebnis? Dass der BWA an sich, und das wird gerne vergessen, finde ich, entfaltet erst seine Wirkung, wenn ich mir Ergebnisse im Verlauf angucke. Und auch das kann ich zum Beispiel einstellen. Ich sage, okay, ich bekomme dann auch immer eine Auswertung für das ganze Jahr und da steht dann jeder Monat schön tabellarisch nebeneinander. Und daran kann ich dann Veränderungen erkennen zum Beispiel und Entwicklungen erkennen. Und deswegen ist das so hilfreich in der Führung meines Geschäftes, weil ich hoch und tief sehen kann. Und vielleicht habe ich dann auch einen Zwei-Jahres-Vergleich irgendwann, wo ich sage, ah, guck mal hier, ich habe immer ein saisonales Tief. Also ich habe zum Beispiel im August immer Minuseinnahmen, dem muss ich entgegenwögen. Und dabei hilft mir der BWA sehr.
André Friedrich
00:24:23
Mir geht gerade durch den Kopf und wir schwingen gerade so ein bisschen immer zwischen, jetzt sind wir ja gerade mal fachlich ein bisschen reingetaucht, vorher waren wir so ein bisschen auf so einer, wofür ist das eigentlich gut Ebene, ich, schwinge gerade mal wieder so ein bisschen zurück.
Nadja Stielau
00:24:39
Das ist gut, André, ich verliere mich da sonst gerne.
André Friedrich
00:24:42
Ja, aber ich bin sehr gespannt wir fragen ja immer nach Kommentaren wir werden auch diesmal nach Kommentaren fragen und tun es auch jetzt schon mal wenn jemand zuhört, und du sagst das fand ich spannend oder das fand ich total schräg dann schreib uns das bitte mal in die Kommentare wir freuen uns über jeden Kommentar weil wir können so reden also es ist wirklich, die Kommentaraktivität geht so ihr seid alle aufgefordert zu kommentieren, das würde uns eine ganz große Freude machen Wir freuen uns über Feedback. Jede Richtung. Unbedingt. Und hier war es jetzt tief rein. Jetzt wieder so ein bisschen raus. Weil ich mich gerade frage. Was deine Erfahrung so ist, wir waren ja jetzt so bei, eigentlich gehen wir jetzt vom Bild der Führungskraft aus, die sich damit auskennt. Und ich habe gerade so ein Bild von Führungskräften, die sich damit nicht auskennen. Auch, sogar Geschäftsführer. Das ist ja so ein, auch, wie werden Menschen heute Geschäftsführer? Häufig ja, indem sie irgendwo eine Kulie, also gerade im kleineren Kontext, also nicht bei großen oder größeren, sondern wirklich bei kleinen Unternehmen bis Kleinstunternehmen, da ist es ja so fachlich supergut, geile Idee, Gegründer, die dann automatisch über die Idee dann auch irgendwo da reinkommen, eine GmbA draus machen, irgendwie dann auch Geschäftsführer werden oder, oder, oder und eigentlich fachlich super, supergut sind. Meine Frage an dich ist, Begegnen wir nicht auch immer wieder, oder ist so ein bisschen, du merkst schon dieses begegnen wir nicht. Ich glaube, wir begegnen ja auch immer wieder den Menschen, die da in der Rolle sind, die eigentlich damit arbeiten müssten, die aber uneigentlich nicht wissen, wie es funktioniert, oder? Was ist so deine Erfahrung da? Und ist da vielleicht auch so ein Punkt drin? Ja, also da wird der Coach vielleicht für so einen Moment zum Spurrings-Partner, um Anstöße geben zu können, zu sagen, es lohnt sich vielleicht dahin zu gucken. Vielleicht nicht hier in unserem Coaching, vielleicht in einem anderen Kontext, aber vielleicht schaust du da mal hin. Wie ist so deine Erfahrung da an der Stelle?
Nadja Stielau
00:26:53
Ich habe auch den Eindruck, dass, genau wie du beschreibst, man hat eine coole Idee und plötzlich fliegt die und dann wird man Geschäftsführerin von einem Unternehmen, also weil man plötzlich MitarbeiterInnen hat und, dann stellt man fest, oha, das ist ja größer das Thema, als das so von außen erscheint. Also spätestens mit einer GmbH-Gründung kommen ja auch Verpflichtungen auf einen zu, die man sich zu halten hat und bestimmte Art und Weise, wie man sein Geschäft führt und mit dem Finanzamt sich unterhält. Und möglicherweise braucht man ein Steuerbüro und dann lernt man erstmal, dass man ja auch von der Seite aus einen Hebel hat in der Art und Weise, wie man sein Geschäft führt, nämlich mit der Art und Weise, wie ich mit bestimmten Gütern und Kosten umgehe. So, also ich werde schon wieder fast, aber so, ich habe so einen von... Ja, im ersten Schritt jemanden zu haben, mit dem man sich austauschen kann, sagen so, ich brauche mal einen Raum, wo ich mal hin und her spielen kann, was ich mir hier eigentlich aneignen muss, alles anwissen, weil es einem erstmal sehr groß scheint und viele Möglichkeiten. Da draußen gibt es so viele Fachbücher und verschiedene Schulen auch, in welcher Art und Weise man sein Unternehmen führen kann, auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht.
André Friedrich
00:28:17
Und darf ich noch eine Ergänzung machen? Und wo ich spiegeln kann, wie erschrocken ich gerade bin von der Komplexität dieses Themas. Das könnte ja auch so. Nach innen kann ich ja nicht sagen, wisst ihr, Leute, ich habe leider keine Ahnung von den Zahlen.
Nadja Stielau
00:28:29
Ja, und herausfinden kann, wie will ich es eigentlich machen? Also wie will ich es machen und was brauche ich dafür? So, mir dann überlegen zu können, okay, muss ich tatsächlich nochmal irgendwie so einen Kurs belegen oder mache ich Learning by Doing? Wie geht das eigentlich für mich? Welche Optionen habe ich? Und das, da wäre, also würde ich sagen, ja, kann Coaching absolut Wirkung entfalten. Das hilft, das ist halt, ja.
André Friedrich
00:28:58
Ja. Ja. Der Gedanke schoss mir gerade noch mal durch den Kopf.
Nadja Stielau
00:29:01
Ja.
André Friedrich
00:29:03
Wo müssen wir denn nochmal hinschauen? Ich überlege mir gerade, vielleicht ist auch nochmal so die Frage der Tiefe, also wie finde ich, also beziehungsweise anders, was mir durch den Kopf geht gerade ist, jetzt stelle ich als Coach fest, Boah, da bin ich jetzt auch nicht sicher, stecke ich nicht drin. Nur mal googeln, was eine BWA wird wahrscheinlich nicht immer reichen. Aber wie komme ich denn ran an dieses Wissen und muss ich jetzt studieren oder muss ich noch eine Ausbildung machen oder muss ich erst mal zur Volkshochschule? Bezirkswirtschaft für Einsteiger? Keine Ahnung. Also wie mache ich das jetzt eigentlich? Frage ich mich gerade.
Nadja Stielau
00:29:47
Ja, wer war denn das jetzt eigentlich? Also ich finde tatsächlich, also ich habe so eine Ad-Hoc-Antwort und dann, also ich habe eine erste und eine zweite Antwort. Die erste Antwort ist, kugeln ist erstmal nicht das Falscheste. Also sozusagen in dem Moment zu sagen, ich informiere mich mal kurz nur, was das ist, ist ja das eine. Dann zu verstehen, wie sind die Zusammenhänge, das ist ja dann so der nächste Schritt. Vielleicht ist dann ein Kurs irgendwie bei der IHK oder Volkshochschule oder so, ist dann vielleicht schon ein bisschen zu tiefgreifend, weil er dann sehr fachlich orientiert sein wird. Und das ist gerade der Punkt, wo wir ja auch so ein bisschen dran arbeiten, uns Gedanken machen, wie wir es machen können, dass wir sagen, braucht es vielleicht, nicht vielleicht, wir haben die ausgeschrieben, es gibt eine Masterclass, wo sie sagen, okay, lass mal Betriebswirtschaft für Coaches angucken, um genau in diese Lücke auch reinzugehen. Die Fachlichkeit braucht es so bis zu einem gewissen Grad, aber die Magie oder die Kraft liegt ja für mich dann in der Übertragung, in dem Transfer, in dem Erkennen von Zusammenhängen.
André Friedrich
00:31:03
Auch in der Fähigkeit, Hypothesen zu bilden. Vieles von dem, was Sie jetzt heute diskutiert haben, ist ja beim Zuhören, Also da nochmal kurz hingeguckt, führt ja dazu, dass ich als Coach vielleicht in der Lage bin, oder als Coachin auch in der Lage bin, die eine oder andere Hypothese zu bilden, die ich vielleicht vorher gar nicht formulieren konnte oder die mir nicht aufgefallen ist oder sowas. Und dann vielleicht auch teilweise aus dem Verständnis der Zahl heraus die Hypothese zu bilden, es geht doch gar nicht um die Zahl. Aber um da hinschauen zu können, brauchst du ein Verständnis von der Zahl, um zu sagen, okay, ich verstehe die Zahl, aber nee, das ist glaube ich nicht. Und was mir gerade durch den Kopf ging, Googlen ist eine erlaubte Einstiegsvariante, da würde ich nochmal ergänzen, und Googlen ist jetzt hier tatsächlich sehr generisch gemeint. Man kann sich das ja, also meine Erfahrung ist, man kann sich das auch mit KIs sehr schön erschließen. Also es funktioniert mit allen KIs, glaube ich, Aber es ist, glaube ich, auch ein schönes Einsatzfeld für so ein Notebook LM, jetzt ja Gemini LM, wenn man die Zeit und Lust so hat, sich so eine kleine Recherche zu machen, sich so ein kleines Lernformat selbst zu bauen. Ich glaube, da kann man schon richtig viel zusammentragen. Und ich würde das jetzt mal alles unter Google subsummieren an der Stelle.
Nadja Stielau
00:32:17
Ja, genau, stimmt.
André Friedrich
00:32:20
Selbstlernen im Internet sozusagen.
Nadja Stielau
00:32:22
Also es braucht einen neuen Begriff für, ich schaffe mir Wissen durch Recherche an und diese Recherche schließt die Arbeit mit KIs ein, wo ich das auch schon gemacht habe in Ausdringen. Ich habe gesagt, das sind die Informationen, die ich habe. Ich brauche einen Sparringspartner für meine Hypothesenbildung. Und da redet dann die KI gar nicht mit dem Internet, sondern ja wirklich nur mit den Informationen, die ich zur Verfügung habe oder ihr zur Verfügung gestellt habe. Auch das kann ja lernend sein.
André Friedrich
00:32:55
Ach verrückt, jetzt fällt mir gerade, ihr merkt draußen, dieser ganze Podcast ist für uns auch eine Suche nach, wo ist es eigentlich spannend und wo ist es eigentlich interessant. Wir kommen nicht aus dem, wir wissen schon genau Bescheid, sondern wir kommen eher aus einem wir wissen, da ist was Spannendes und wir gucken gerade, wie kriegen wir das gut spannend gegriffen. Was mir sofort einfällt, ist. Ich mache es zum Beispiel so, dass ich meine Coachings, also viele Coachings finden ja heute remote statt, weil es doch häufig so ist, dass die Reisezeit und Arbeitszeit in so einem Verhältnis stehen, wo man sagt, komm, lass uns remote zusammensetzen, jedenfalls öfter mal. Und ich zumindest mache das so, dass ich meine Remote-Coachings alle transkribieren lasse. Also immer mit Zustimmung und die Coaches wissen das immer zu schätzen. Also tatsächlich habe ich das noch nie gehabt, dass jemand gesagt hat, nee, das will ich nicht. Es ist eher so, dass ich jetzt zunehmend zu hören bekomme, hast du daran gedacht, die Aufnahme zu starten? Weil dann hinterher auch für den Coach eine schöne Zusammenfassung, schöne Sachen nochmal, also schöne Anstöße nochmal so rauskommen. Und wenn ich dieses Transkript habe, beziehungsweise eigentlich arbeite ich nur mit den Zusammenfassungen, die die KI dann für mich macht, und die so anonymisiere und sage, schmeiß mal alle Namen raus, die da so drin sind, und dann mit einer KI in die Diskussion eingehe, dann bin ich ja genau da, wo du gerade bist. Also das ist das, was gesagt wurde, hier ist das, was passiert ist. Wo sind denn hier möglicherweise betriebswirtschaftliche Ansatzpunkte, auf die es Sinn macht, nochmal hinzuweisen und die als Anstöße relevant sind. Also ich glaube, das wäre nochmal, so kann man es halt auch machen. Ganz praktisch aus dem Coaching-Alltag. Ich habe das in dem Kontext Betriebswirtschaft noch nie gemacht, in anderen Kontexten schon. Aber es ist dann halt, wie du sagst, dann gehst du in die Diskussion mit einer KI. Und ich finde, das ist als Coach, wir sagen ja immer, jeder Außentermin hat einen Innentermin. Also jeder Termin mit einem Kunden hat einen Reflexionstermin. Wir machen es ja üblicherweise so, dass wir schon untereinander reflektieren. Aber auch das ist natürlich eine Form der Reflexion. Ich sage mal, irgendwas zwischen Selbstreflexion und Intervision steckt vielleicht die KI-Reflexion an der Stelle. Wie gesagt, achtet ein bisschen auf Anonymisierung, sodass ihr einmal da den Text vorher durchlaufen lasst und alle Namen raus oder ersetzen durch Platzhalter, aber auch Firmennamen übrigens, nicht nur Menschennamen. Und, aber da kann ich da wunderbar mit arbeiten, glaube ich, oder? Auch in diesem Kontext kann ich mir wunderbar die Fachbegriffe, gibt mir diese Sonderheiten, wo sind Auffälligkeiten, wo stimmen vielleicht auch Logiken nicht, die angesprochen worden sind, oder?
Nadja Stielau
00:35:43
Ja, genau, das kann ich dafür prima benutzen. Aus meiner eigenen Erfahrung wird der dann, also je nachdem, was man fragt und wie man fragt und welche Daten da reingehen, fängt dann so eine KI auch mal an, irgendwie Berechnungen anzustellen oder Zahlen rauszuschmeißen. Das würde ich mit Vorsicht genießen. In meiner Erfahrung sind die häufig plausibel, also in sich konsistent und nachvollziehbar, aber nicht genau. Also nicht in dem Sinne richtig, dass der Betrag, der da steht, da auch steht, aber in der Konsequenz plausibel ist, dass man sieht, okay, ja, stimmt, also es geht hier um eine Erhöhung oder eine etwas tiefer oder, Wenn du das tust, wird das Auswirkungen haben auf diese andere Kennzahl. Das ist in meiner Erfahrung funktioniert das schon ganz gut. Aber wie gesagt, es ist nicht genau. Also nicht auf die Idee kommen, in einem Coaching ein Szenario hinzulegen, in dem dann Zahlen drinstehen.
André Friedrich
00:36:49
Genau.
Nadja Stielau
00:36:49
Man macht sich möglicherweise einen Nebenschauplatz auf, den man gar nicht bearbeiten möchte.
André Friedrich
00:36:55
Ja, und ich finde, Und ich könnte mir vorstellen, dass das auch für alle Coaches, die hier zuhören, eine spannende Frage ist, dass das ganze Thema, was wir hier diskutieren, schon so eins ist, wo man sehr aufpassen muss, in der Haltung zu bleiben und nicht in die Beraterrolle zu rutschen und zu sagen, ich weiß, wie es geht. Ich weiß das besser als du, wie es geht. Ich erkläre dir das mal. Ich glaube, an der einen oder anderen Stelle ist so ein, ich bin da jetzt mittlerweile nicht mehr ganz so dogmatisch, an der einen oder anderen Stelle ist so ein, Sparringsartiger Anstoß auch denkbar, aber am Ende des Tages immer wieder zurück zu, was ist eigentlich mein Auftrag als Coach hier, wo ist meine Haltung als Coach? Die Lösung liegt beim Coach Ski und nicht bei mir. Also da eine Sauberkeit herzustellen, mit welchem Auftrag bin ich hier gerade unterwegs und in der Regel sind wir als Coaches eben nicht als Berater unterwegs. Und da eine Sauberkeit herzustellen. Und ich finde, das Thema lädt natürlich dazu ein, tiefer reinzugehen. Ich habe schon, als wir darüber gesprochen haben, dass das vielleicht ein Thema ist, über das wir mal podcasten, gedacht, okay, das wird gar nicht so einfach, deutlich zu machen, wo denn da die Grenze liegt sozusagen. Und warum denn das für Coaches relevant ist, weil ich habe es ja am Eingang schon gesagt, ich glaube, viele Themen, es ist halt so, dass ich als Coach sage, ich brauche das überhaupt nicht zu verstehen, was ihr da macht. Keine Ahnung, mir total egal. Ich kann aus dem, was ihr sagt, Anstöße rausgeben. Ich hoffe, dass ein bisschen klar geworden ist im Laufe unseres Gespräches, warum das hier vielleicht an der einen oder anderen Stelle mal Sinn macht, eben aus der Oberfläche ein bisschen tiefer reinzugehen und das auch zu verstehen, was man da tut. So mein Gedanke, der mir gerade so durch den Kopf schießt.
Nadja Stielau
00:38:40
Ja, und für mich macht es da den Kreis zu, zu dem, was wir eingangs gesagt haben, eben dieses sich nicht, also das vor allem zu benutzen, um sich nicht zu stark beeindrucken zu lassen, sondern wirklich in Verbindung bleiben zu können mit Coachee und an der einen oder anderen Stelle nicht auszusteigen. Und dafür ist es cool, an der einen oder anderen Stelle ein bisschen tiefer Bescheid zu wissen. Jetzt im Gespräch merkt man auch, wenn man mich auf eine Sache anspricht, dann kann ich ja auch sehr tief reinspringen. Möglicherweise ist das sogar hinderlich im Coaching.
André Friedrich
00:39:19
Ja, genau. Da hilft dann Reflexion hinterher wieder, um zu gucken, was ist passiert. Da habe ich vielleicht meine Haltung verloren an der Stelle. Ja, okay. Ich habe auch den Eindruck, wir haben das irgendwie einmal umkreist. Wir sind mal so ein bisschen reingetaucht, haben mal so ein bisschen skizziert, welche Begrifflichkeiten da drin sind. Es fühlt sich an, wie wir sind so einmal rum, oder? Haben wir noch irgendjemand ganz vergessen?
Nadja Stielau
00:39:43
Nö. Für mich fühlt sich das Annähern vollständig an.
André Friedrich
00:39:47
Und wenn euch draußen noch ein Komplex einfällt, den wir vielleicht vergessen haben, was ist denn damit? Ich erwähnte es schon. Rein in die Kommentare. Oder ihr schreibt uns direkt an info at judithandresen.com das geht natürlich auch das landet auf jeden Fall bei uns und wir setzen uns dann sehr gerne damit auseinander, aber ich glaube so far, oder?
Nadja Stielau
00:40:10
So far sehr schön, das hat mir, Spaß gemacht André ja.
André Friedrich
00:40:15
Wir haben unseren ersten Podcast zusammen gemacht, fand ich sehr schön hat mir auch Spaß gemacht dann würde ich sagen, schöne Grüße an alle draußen und wir beide sagen hier tschüss, oder?
Nadja Stielau
00:40:28
Tschüss.
André Friedrich
00:40:29
Danke.