BJA PODCAST

BERATUNG JUDITH ANDRESEN

Workshop Facilitation (Lukas Steurer, Nadja Stielau)

Die Folge unterscheidet Moderation als strukturierte Prozessführung und Facilitation als Begleitung von Lernen, Veränderung und neuen Perspektiven.

10.09.2026 32 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge sprechen wir darüber, worin sich Moderation und Facilitation unterscheiden. Wir beschreiben Moderation als das Führen durch einen Prozess, in dem alle zu Wort kommen, Zeiten eingehalten werden und am Ende Entscheidungen und Dokumentation möglich sind.
Bei Facilitation gehen wir einen Schritt weiter und verbinden den Termin mit Lernen und Veränderung. Wir wollen nicht nur Ergebnisse im Raum erreichen, sondern auch neue Perspektiven eröffnen und den Beteiligten ermöglichen, sich nach dem Termin anders zu verhalten.
Ein wichtiger Teil ist für uns die Auftragsklärung. Wir fragen, wozu ein Termin eigentlich stattfindet, welches Ergebnis gewünscht ist, wie Beteiligung aussehen soll und welche Verantwortung bei uns oder bei der auftraggebenden Seite liegt. Gerade die Frage nach dem „Wozu?“ kann Formate und Erwartungen grundlegend verändern.
Wir sprechen auch über die Gestaltung von Agenda und Ablauf. Während Moderation oft klarer planbar ist, braucht Facilitation mehr Puffer, weil Erkenntnisse erst im Verlauf entstehen. Deshalb arbeiten wir stärker mit Hypothesen, Beobachtungen und passenden Interventionen statt mit starren Zeitplänen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der bewusste Einsatz von Methoden, Raum und Gruppendynamik. Wir nennen Beispiele wie Kleingruppen, Standortwechsel, Körperlichkeit, Gegenstände oder gezielte Ankommensrunden. Entscheidend ist für uns immer, welche Wirkung wir damit erreichen wollen.
Zum Schluss gehen wir auf Remote-Formate ein. Dort sind Vorbereitung, technische Möglichkeiten, Raumgestaltung in Tools und klare Rechte besonders wichtig. Wir betonen, dass auch online Facilitation möglich ist, aber andere Anforderungen stellt als Präsenzformate.

Transkript

Nadja Stielau
00:01:09
Lukas.
Lukas Steurer
00:01:11
Hallo.
Nadja Stielau
00:01:13
Hallo.
Lukas Steurer
00:01:15
Herzlich willkommen zu einer neuen Folge unseres Podcastes. Beratung Judith Andresen, live aus dem Alltag. Die Live-Beratung.
Nadja Stielau
00:01:28
Wir berichten für Sie. Herrlich.
Lukas Steurer
00:01:32
Und was kann ich für Sie tun? Ich glaube, das ist so eine spannende Frage, um die geht es auch so ein bisschen.
Nadja Stielau
00:01:40
So ein bisschen, ja.
Lukas Steurer
00:01:41
Ein bisschen.
Nadja Stielau
00:01:43
Was kann ich für Sie tun? Wir hatten neulich eine Anfrage zum Beispiel mit, könnt ihr mal da diese Gruppe für uns moderieren? Und ich beschäftige mich zurzeit ja auch mit der Frage, immer mal wieder, was ist eigentlich Moderation? Und früher hieß das so, dass man irgendwie Termine moderiert hat und Workshops moderiert hat und jetzt kommen wir immer und sagen, wir schicken jemanden, der fazilitiert das, oder die Web-Fazilitatoren, Du findest das faszinierend?
Lukas Steurer
00:02:28
Ich find das faszinierend, wenn jemand fazilitiert genau Genau. Und was ist denn da der Unterschied? Also darum soll es ein bisschen gehen. Wir wollen über Moderation, Fassilitation, ich finde den Begriff halt leider ein bisschen, ja, hürdenvoll. Aber was ist denn der Unterschied, Nadja?
Nadja Stielau
00:02:51
Ja, der Unterschied. Ich habe da schon so ein bisschen drin rumgeknetet und neulich im Juli, als wir, unser Alumni-Treffen hatten mit unseren tollen B&A-Alumnis, auch eine Session zugegeben, was ist eigentlich, gibt es einen Unterschied und was ist eigentlich der Unterschied zwischen moderieren und faszinieren? Und habe damit auch die Beteiligten, die sich in diese Session mit reingesetzt haben, glaube ich, auch komplett weggekickt, weil man beschäftigt sich gar nicht so viel damit. Also es wird irgendwie synonym verwendet. Für mich ist so hängen geblieben, wenn ich moderiere, dann führe ich so durch einen Prozess durch. Also dann sorge ich irgendwie dafür, dass alle Beteiligten sprechen können, dass Zeiten eingehalten werden. Vielleicht habe ich noch ein Element dabei von, oh, am Ende des Tages sollen Entscheidungen getroffen werden, dann sorge ich dafür, dass die Gruppe, die vor mir steht, in der Lage ist, Entscheidungen zu treffen. Und am Ende gibt es eine Dokumentation und man geht irgendwie so rund aus dem Raum raus. Was ja schon ein großer Schritt ist im Vergleich zu vielen Meetings, die wir bei unseren Kundinnen und Kunden so hören, wie dort Termine geführt werden. In der Fazilitation würde ich tatsächlich noch einen Schritt weiter gehen, zu sagen, okay, es gibt hier noch einen Lern- und Veränderungsmoment dabei. Also wir sprechen nicht nur darüber, dass ein Thema diskutiert wird und auf Basis des. Wissens, was die Gruppe so mitbringt, Entscheidungen getroffen werden, sondern wir haben noch ein Element, wo wir noch ein Verständnis erweitern, eine neue Perspektive aufmachen durch zum Beispiel die. Oder eine andere Form von Intervention, die wir verwenden, um genau da nochmal was, zu ergänzen, beizusteuern, zu erweitern und auf Basis dessen dann die Gruppe wieder sich über, Entscheidungen treffen kann oder Veränderungen beschließen kann und tatsächlich auch sich anders verhalten kann im Nachgang des Termins.
Lukas Steurer
00:05:06
Und ich merke, ich glaube, in der Vergangenheit ist es mir öfters passiert, dass ich mich selbst beauftragt habe, weil ich eher, glaube ich, als Moderation angefragt wurde und eher eine Fassilitation daraus gemacht habe, weil ich nicht nur sozusagen das Was, also ja, das Was habe ich bearbeitet, aber vor allem das Wie habe ich anders gemacht, als vielleicht Auftraggeber, Auftraggeberin verstanden hat oder auch mitgegeben hat. Weil ich merke selbst, ich mag es überhaupt nicht, selbst in Terminen zu sitzen. Die immer gleich ablaufen. Also einerseits mache ich Struktur, gleichzeitig mache ich aber auch Abwechslung, und deswegen mache ich das selbst gerne. Immer wieder mal irgendwas Neues, was anderes reinzubauen, um Bewegung zu erzeugen, die ja dann auch Veränderungen erzeugt oder eben auch mit einer anderen Art der Moderation und Fassilitation auch Veränderungen im Miteinander zu erzeugen und da vielleicht auch ein Bewusstsein zu erzeugen. Oh, so können wir auch anders miteinander zu Ergebnissen kommen, vielleicht auch zielgerichteter zu Ergebnissen kommen, vielleicht auch mit mehr Leichtigkeit, Lockerheit, vielleicht auch mit mehr Spaß. Auf einmal anders als bisher und sozusagen einfach erstmal anders aufzuzeigen, um der Gruppe, dem Team je nachdem zu sagen, okay, wie ist es denn für euch besser für die Zukunft? Also jetzt, Jetzt wisst ihr, es gibt verschiedene Sorten von Milch. Jetzt könnt ihr wählen, welche Milch wollt ihr denn in der Zukunft haben? Es gibt nicht nur die 3,6-prozentige Kuhmilch. Da wollen wir eben auch andere.
Nadja Stielau
00:06:55
Genau. Und in der Faszinitation würde ich dann erlebbar machen, was die anderen sind. Oder zumindest ein oder zwei. Und sich auf der Basis eben ein, ah, okay, hier ist mein Horizont gerade erweitert worden. Cool, ich kann das plötzlich anders denken. Und du sagst gerade selbstbeauftragt. Das ist ja so, war das denn negativ in den Fällen, wo du sagst, oh, ich glaube, da war ich selbstbeauftragt und da habe ich irgendwie so Fassilitationselemente mit reingebracht.
Lukas Steurer
00:07:33
Teils, teils würde ich sagen. Es gab Momente, wo ein am Ende rauskam, ach cool, wir sind auch gut in Kontakt gekommen, das hat Spaß gemacht, das hat Freude gemacht, wir sind zu Ergebnissen gekommen, also so eine Mischung nach vorne gerichtet. Es gab durchaus auch Momente, wo ich vielleicht mit dem Vorgehen eine sehr starke Irritation ausgelöst habe. Und das ist ja immer so eine Krux. Wenn die Irritation zu groß ist, ist das, was man macht, nicht mehr annehmbar. Zumindest meine These. Und weil dann die Irritation zu einer Störung wird. Und dann ist es ja ein anderes Prinzip. In Workshop-Geschaltung ist ja, Störungen haben Vorrang. Und das ist auch vorgekommen. Also dass man in Vorgehen dermaßen eine Störung hervorgerufen hat, dass das dann eigentlich vom Inhalt erst mal abgelenkt hat. Das ist dann auch doof. Sonst bin ich ja in der, dann mache ich auf einmal das Ganze zum Selbstzweck, so ein bisschen der Moderation, der Facilitation wegen, das ist nicht der Anspruch.
Nadja Stielau
00:08:34
Mhm.
Lukas Steurer
00:08:42
Ich frage ja ganz gerne, also wir haben ja im Vorgespräch auch gesagt, es ist schon so ein draufzugucken, so gewisse W-Fragen auch Auftragsklärungen, Auftragsklärungen zu stellen. Was möchtest du von mir eigentlich, was kann ich dir Gutes tun? Hast du auch Vorstellungen zum Ergebnis, liebe Auftraggeber, Auftraggeberin? Wo siehst du deine Art von Beteiligung? Gibt es da Punkte? Auch zu Challenge hast du eigentlich konkrete Vorstellungen, wie das Ganze ablaufen soll, oder ist es, wie wir zu deinem Ergebnis kommen, bleibt mir überlassen, ist es ein gemeinsames also das sozusagen so ein bisschen die Verantwortung klar zu kriegen und darüber zu sprechen, wozu der Termin, wer ist im Termin, wie wird der Termin gestaltet, was soll eigentlich am Ende rauskommen und zumindest mit der auftraggebenden Seite ein klares Verständnis zu haben, was wollen wir denn? Und vielleicht auch mit reinzubringen, ja, ich würde es vielleicht an der Stelle anders machen wollen, aus dem und dem Grund, kannst du dich darauf einlassen? Ist es für dich möglich, dich darauf einzulassen? Das ist für mich ein scheitern Punkt mittlerweile zu gucken, dass der Auftraggeber, Auftraggeberin nicht direkt von Minute eins abgeschossen wird. Durch mein Vorgehen.
Nadja Stielau
00:10:06
Ich finde, die hast du gerade nur so im Beisatz erwähnt, fast, aber die Frage, die da am meisten die Tür aufmacht für mich ist, wozu? Also, wozu eigentlich diese Termin? Wozu kommt das? Wir haben es ja manchmal, dass wir angefragt werden, könnt ihr mal einen Teamworkshop mit uns machen? Tag?
Lukas Steurer
00:10:23
Ja.
Nadja Stielau
00:10:25
Und dann ist alleine die Frage, ja, was wollt ihr denn erreichen? Wozu sind die denn einen Tag zusammen? Das führt manchmal schon zu so großer Irritation, dass das komplette Format erstmal sowieso in Frage gestellt werden muss, weil häufig ist es nur ein, ach, wir haben noch Teambudget übrig, lassen wir irgendwie einen Tag schön raus aus dem Büro und dann machen wir uns irgendwie, ja, gehen wir zwischendurch schön Mittag essen und dazwischen, ja, haben wir irgendwie so einen, der macht da irgendwie ein bisschen Spiegel mit mir. Und da kann man ja leicht hinrutschen, wenn man sich auch das anguckt, was wir so, teilweise so an Methoden verwenden. So, ja, dann wird dann halt lustig gespielt. Und dann ist es gut. Dann hat man einen tollen Tag gehabt. Dann haben wir schon ein Teambuilding miteinander gemacht.
Lukas Steurer
00:11:11
Das langfristig für die Katz ist.
Nadja Stielau
00:11:12
Genau, das ist es ja nicht.
Lukas Steurer
00:11:13
Ja. Und da erlebe ich einen großen Unterschied, das kommt mir gerade so, merke ich, ist ein Paradigmenwechsel im Erstellen der Agenda. Eine Moderation, wenn ich in unserer Definition bleibe, oder wie wir vorher gerade waren, eine Moderation kann durchaus, mit ein bisschen Puffer, eine relativ klare Agenda bauen. Auch im Sinne von Minuten dran schreiben. Vielleicht nicht auf die Minute genau, aber durchaus so 80 Prozent überschreiten. Stimmüberschneidung oder passend ist möglich. Das ist in der Facilitation nicht so richtig machbar. Also da brauche ich wesentlich mehr Puffer. Warum? Weil ich viel mehr Elemente einsetze, die durch das Erleben neue Erkenntnisse entstehen. Oder durch das Erleben sollen neue Erkenntnisse entstehen. Und dann ist es ja mein Job in der Facilitation, genau mit diesen Erkenntnissen, mit dieser Dynamik umzugehen. Und das kann ich im Vorwege gar nicht wissen. Ich habe vielleicht Hypothesen, im besten Fall, habe ich durch Beobachtungen, Vorfelder, durch Aussagen, bilde ich mir Hypothesen, daraus leite ich ab, welche Elemente kann ich dann einsetzen. Aber ich brauche danach Zeit, ich brauche Raum, um damit arbeiten zu können. Weil das ist das wertvolle Gut. Und insofern ist es da gar nicht so wirklich machbar, aus meiner Erfahrung mittlerweile, zu sagen, ich schreibe jetzt deine Agenda auf Minute genau oder Viertelstunde genau hin, sondern eher, so grobe Ankerpunkte über den Tag, über die zwei Tage, und den Rest, oder der Rest ergibt sich.
Nadja Stielau
00:13:02
Ja, innerlich gehen gerade Grüße raus an Ilsekin, die kürzlich unsere Strategietage moderiert hat und die am zweiten Tag ihre Uhrzeiten, ihre Zeiten von der Agenda gestrichen hatte. Das war ein ganz schöner Moment. Viele Grüße, liebe Ilsekin, an der Stelle. Hat wirklich Spaß gemacht. Aber genau da war ja auch so ein Element, wir hatten viele Elemente, wo wir gesagt haben, okay, wir sammeln erstmal Erkenntnisse und du kannst es einfach vom Vorfeld nicht wissen, was kommt da raus, wie viele kommen da raus. Manchmal sind auch dann ungesagt Themen, die dann so hochblubbern und plötzlich hast du irgendwie einen Konflikt an der Backe, der aufgebrochen ist, um den man sich erstmal kümmern. Also Also, wenn man erstmal sagt, okay, muss der hier bearbeitet werden? Und wenn ja, also in welcher Form? Und das stimmt, da kann ich keine Uhrzeiten dran schreiben. Ich kann mir schon wohl so eine grobe Idee machen, was ich so über den Tag vorhabe. Und vielleicht schreibe ich noch einen Plan B dazu, wenn ich zwei Hypothesen habe, zum Beispiel.
Lukas Steurer
00:14:19
Plan B ist immer wertvoll. Es fängt halt wirklich in der Vorbereitung eines Termins an, zu sagen, okay, in die Auftragsklärung zu gehen, das wozu klar zu haben, wem gehört das wie, so ein bisschen auch klar zu haben und wenn mir das wie gehört und auch in Richtung, okay, andere Denkräume aufzumachen, erlebbare Räume aufzumachen, Mir dann nicht einfach zu sagen, okay, ich mache jetzt diese Intervention oder ich nehme diese Übung aus Liberating Structures heraus, weil, oh, das finde ich so super, ja, sondern wirklich zu sagen, das sind die Beobachtungen, das ist meine Hypothese, da hakt es oder das könnten die gebrauchen, diese Art von Bewegung könnte denen guttun oder diese Art von Austausch, mir wirklich diese Brücke zu bauen, weil dann kann ich auch zumindest mal mir hinschreiben, was möchte ich denn für ein Ergebnis haben, so, im Sinne von, was soll denn passieren, was könnte denn passieren, Wirklich Hypothesen passiert Arbeiten und dem Nicht-Wahllos aus dem Methodenkoffer und Spielekoffer Dinge rauszupicken. Selbst eine einfache Aktivierung nach der Mittagspause oder am Nachmittag kann sehr viel auslösen. Und da kann ich auch schon ganz viel machen und mittlerweile denke ich da auch anders nochmal drüber nach, seit wir unseren Supervisor haben, unseren Michael, es kommt aus der Gestalttherapie, und was wir dann Aufstellungen auch machen und das wirkt oft sehr, wenig sehr klein und doch ist ganz viel dahinter und bewegt im Nachgang, Also da wirklich mehr drüber nachzudenken, okay, was mache ich, was mache ich und gar nicht über die Zeit, sondern eher ein, was glaube ich könnte denn da passieren mit der Dynamik.
Nadja Stielau
00:16:14
Und dann geht auch für mich geht gerade so diese ganze Kiste auf mit, was kann ich denn alles benutzen dafür, also ich kann erstmal, die Körperlichkeit benutzen, also ich kann Dinge im Stehen machen, im Sitzen, in der Bewegung Leute können irgendwie sich im Raum verhalten, mir fällt ein, ich kann da Gegenstände verwenden oder auch nicht und dann ist auch schon gleich, welche Art von Gegenständen benutze ich, was macht das bis hin zu, was ist mit dem Raum? Also wir haben ein anderes Format gestern gerade vorbereitet, Judith und ich, wo es einen Moment gibt, wo wir sehr bewusst entscheiden, dass die Gruppe sich aufteilt und in einen bestimmten Raum geht, also der eine bestimmte Wirkung haben wird auf die Person. Und auch da mit mir Gedanken zu machen, kann ich eigentlich, auch wenn ich jetzt den Konferenzraum noch habe, kann ich den Konferenzraum, muss ich da bleiben? Gibt es Möglichkeiten, die Gruppe zu zerstreuen, auseinanderzuziehen? Welcher Wert würde darin stecken, nach draußen zu gehen? Also das ist für mich auch schon fast ein Facilitation-Element, zu sagen, geht mal spazieren zehn Minuten.
Lukas Steurer
00:17:29
Genau. Und das geht dann über, und auch da hakt sehr oft noch, würde ich sagen, in vielen Organisationen immer noch, mal schon aufzubrechen im Sinne von, wir diskutieren immer alles gemeinsam in der großen Runde, sondern auch mal Gruppenvariationen anzubieten. Einzelarbeit, Pärchenarbeit, Kleingruppenarbeit, wieder Plenumsarbeit. Also da schon anzufangen, mit der Dynamik zu spielen, immer mit einem, was möchte ich dann im besten Fall erreichen, was ist meine Hypothese davor, auch mit lauten, leisen Stimmen zu agieren, in Gruppenkonstellationen bewusst zu schicken, ja, nein. Da fängt das schon an, genauso eben mit einer langen Zeit, die Farbigen Tapes, wie gestalte ich den Raum? Auch da kann ich ganz viel machen. Ich kann ganz viel auch mit eben Klemmbausteinen, Lego Serious Play in die Richtung. Da gibt es ja ganz viel. Sollte nur, und das finde ich, ist immer die Klammer sein, was ist denn meine Hypothese, was ist mein Auftrag und was möchte ich im besten Fall mit dieser Intervention erreichen. Weil sonst bleibt am Ende nur, oh, war ein spaßiger Tag, hat irgendwie Gauda gemacht und war lustig und so wirklich nachhaltig davon hängen bleibt aber nichts. Da gucken wir ja auch ganz speziell auch, egal ob jetzt Moderation oder Facilitation, selbst wenn wir den Auftrag nicht so richtig haben, trotzdem am Ende des Termins immer zu fragen, was nimmt ihr denn jetzt konkret mit, was macht ihr denn da jetzt konkret, was ist denn der eine Satz, der bleibt, was ist denn der Mehrwert dieses Meetings jetzt gewesen. Also so eine Art Lernzyklus versuchen wir immer eigentlich mit reinzubringen, in jede Art von Austausch, den wir moderieren oder facilitieren.
Nadja Stielau
00:19:22
Ja.
Lukas Steurer
00:19:23
Hast du eine Frage? Du warst ja auch mal bei uns in der Masterclass mit dabei oder auch in der Ausbildung damals noch, wenn wir die Ausbildung noch hatten. Was würdest du sagen, war so ein Highlight? Kannst du dich da erinnern, was so... Im Sinne auch, welche Internation für dich hat eine riesen, riesen Wirkung gehabt und das war auch überraschend.
Nadja Stielau
00:19:48
Ja, also was für mich hängen geblieben ist, sie heißt bei uns die Stühle-Challenge. Ich möchte jetzt inhaltlich gar nicht zu sehr auf die Stühle-Challenge eingehen. Ich glaube, es gibt eine Fokus-Team-Folge, wo über die Stühle-Challenge schon mal gesprochen worden ist. Wir waren eine Gruppe, ich weiß gar nicht, wie groß war die Ausführungsgruppe, sechs Personen waren wir.
Lukas Steurer
00:20:13
Glaube ich.
Nadja Stielau
00:20:14
Ich will gar nicht wissen, wie das in größeren Gruppen ist. Und es gibt einen Moment am Anfang, wo man loslegt und keiner darf sich gegenseitig seinen Auftrag zeigen. Und es war, ihr habt das Go gegeben und die Hölle ist ausgebrochen, weil jeder nur an sich gedacht und nur seins gemacht hat. Ich war völlig überfordert in dem Moment. Also ich bin wirklich stehen und dachte, was passiert hier gerade? Also das war wirklich total wild. Und warum ist das besonders cool? Ihr habt dann eine Pause zwischendurch gemacht. Und dann war noch ein kurzer Ei, was ist hier gerade passiert? Und dann hat man das einfach so kurz notiert. Und alle haben sich merkt so, ja, okay, ich war komplett in meinem eigenen Film. Ich habe überhaupt nicht auf die anderen geachtet und gar nicht überlegt, was eigentlich ungesagt jetzt auch in diesem Auftrag, in dieser Aufgabe, aber möglicherweise noch drinsteckt. Und danach war das komplett anders. Und dann haben wir plötzlich das zusammen gemacht und die Aufgabe ganz wunderbar gelöst. Und es war überhaupt nicht mehr chaotisch. Und das finde ich, das hat wirklich, ich weiß gar nicht, wie lange die gedauert hat, zehn Minuten vielleicht? Das war nicht lang, ne? Also es war wirklich eine relativ kurze Nummer, hat sofort durch die richtige Fragestellung einen richtigen Moment reinzugehen, Stopp zu sein, inne zu halten, hat das wirklich bewirkt, dass die ganze Gruppe sich anders verhalten konnte. Und da sind auch viele coole Erkenntnisse rausgekommen. Das ist wirklich auch mittlerweile eine meiner Lieblingsinterventionen geworden.
Lukas Steurer
00:21:53
Schön. Schön, schön, schön. Schön. Ich, Ich merke mehr und mehr, also ja, ganz viele, auch größere Interventionen. Ich spiele tatsächlich in letzter Zeit sehr gerne auch mit unterschiedlichen Ankommensrunden und Ankommensformaten, wie ich den Raum öffne. Und da habe ich mir mittlerweile echt ganz viele unterschiedlichste Kartensets, Tools zugelegt, Also stelle ich mir immer gerne jetzt schon die Frage, welche Art von Stimmung oder Raum möchte ich denn schaffen, oder sollte ich auch schaffen, damit dann eine gute Bearbeitung des Themas passieren kann von den Teilnehmenden, selbst bei konfliktären Sachen und bei spannungsgeladenen Sachen. Auch da frage ich mich, welche Art von Raum braucht es denn eigentlich und gucke, wie kann ich da eigentlich gut schon Fuß in die Tür kriegen mit der Ankommensrunde. Und das ist halt was anders, als wenn ich einfach nur frage, wenn es überhaupt eine Ankommensrunde gibt, wenn ich einfach nur frage, wie bist du heute hier? Dann kriegst du im Zweifel nämlich zu hören mit dem Fahrrad. Ja, danke, das war nicht das, was ich hören wollte.
Nadja Stielau
00:23:18
Oder doch, weiß man ja nicht.
Lukas Steurer
00:23:20
Genau.
Nadja Stielau
00:23:24
Ja, ja.
Lukas Steurer
00:23:27
Warum erzählen wir das? Vielleicht auch so, weil A, uns begegnet immer wieder auch, wenn wir Menschen begleiten, die in Moderationsaufgaben sind, genau diese Spannungsfelder. Was ist eigentlich dein Auftrag? Was sollst du erreichen? War das das Anliegen oder gibt es eigentlich dahinter noch einen eigenen Auftrag, den du vielleicht da rauslesen kannst und bearbeiten kannst? All das. Und natürlich auch, jetzt kommt der Werbezweck, einmal hier Werbung der Beratung Judith Andresen. Wir haben auch Masterclasses dafür. Wir haben zwei Masterclasses, Workshop Facilitation, einmal für Vor-Ort-Termine, zwei Tage auf der Einrede und zwei Tage online. Und es gibt überschneidende Elemente der beiden Masterclasses, ja, und gleichzeitig Dinge, die wir da tun, versuchen wir, so wenig wie möglich zu doppeln. Das heißt, dass gerade Menschen, die beides moderieren und facilitieren sollen, vor Ort und online, alle Tage machen können, sozusagen vier Tage ein rundes Paket bekommen mit ganz vielen unterschiedlichen Hands-on-Themen, und dann auch ins Machen kommen können.
Nadja Stielau
00:24:32
Vor allem auch viele Methoden, also viel aktives Anwenden und Erleben von, was kann ich eigentlich denn für Interventionen machen und welche Wirkung haben die eigentlich waren. Also was will ich vom Kennenlernen, das halt über ein, jetzt interviewt sich mal jeder gegenseitig, hinausgeht und da auch mal ein bisschen Freude und Energie im Raum mit entsteht. Bis hin zu tatsächlich ins Lernen kommen, Agilität kennenlernen durch Spiele und vieles andere. Und jetzt hast du schon die Überleitung gemacht zu es gibt ja auch unglaublich viele Remote-Termine. Also tatsächlich ist mein Eindruck, dass das wieder sich ein bisschen zurückdreht und man wieder auch vermehrt sich wieder offline, also vor Ort in Personen trifft, aber nichtsdestotrotz gibt es wahnsinnig viele Remote-Termine. Und vieles von dem, was wir jetzt beschrieben haben, das geht vor Ort, geht das total super. Was brauche ich denn, damit ich das Remote auch gut machen kann?
Lukas Steurer
00:25:43
Und das sind andere Fragen. Also vorerstelle ich mir eine Frage, welche Räumlichkeiten habt ihr? Die gleiche Frage muss ich mir online auch stellen, im Sinne von welche Räume kann ich denn wie gestalten und müsste ich vielleicht auch vorbereiten. Wenn ich jetzt Teams hernehme, da kannst du relativ viel gut schon im Vorhinein auch bauen an Räumlichkeiten, weil im Meeting dauert das relativ lange, wenn es blöd hergeht. Aber als solche Sachen, das kann ich mir schon durchdenken, wie geht das, welches Tool habe ich, was kann ich machen? Weil ich Musik mit ein, ja, nein, Bildschirmpräsentationen mit reinbauen, Gruppenteilungen zufällig oder eben ganz bewusst verteilen. Genau. Da gucken wir rein, weil da hängt es oft. Wir erleben ja auch immer wieder noch, da kann man Breakouts machen, das wusste ich gar nicht.
Nadja Stielau
00:26:29
Ja, genau. Da wollte ich gerade auch nochmal drauf einsteigen, dass für mich tatsächlich ein wesentlicher Unterschied, wenn ich remote bin, nehme ich mir viel mehr Zeit zur Vorbereitung, als wenn ich vor Ort bin, weil ich wirklich einmal nochmal gucke, okay, wenn ist das eine Teams-Session und ich plane Breakout-Räume, dann kann ich von vornherein schon die Breakout-Sessions vorher mir schon anlegen, mir das alles schon hinbauen, dann habe ich den Stress, in dem Moment nicht, wenn mich 20 Gesichter angucken. Aber das muss ich einmal ja alles erstmal wissen und lernen und herausfinden.
Lukas Steurer
00:27:01
Was geht.
Nadja Stielau
00:27:01
Dann habe ich vielleicht ein Kollaborationsboard oder ein Whiteboard, auf dem ich arbeiten will. Da werde ich auch schon vieles vorbereiten, indem ich Bereiche anlege, damit ich meine TeilnehmerInnen auch gut führen kann und sie nicht über das, Board verliere zum Beispiel. Also solche Themen, das ist für mich tatsächlich ein wesentlicher Unterschied. Das ist für mich in der, Vorbereitung, ein Remote-Termin intensiver, wenn ich wirklich sage, und hier sind auch so Facilitation-Elemente dabei, als wenn ich vor Ort bin. Vor Ort mache ich mir auch die Gedanken, so den groben Plan, aber da bin ich in meinem ganzen Handeln auch ein bisschen flexibler, da kann ich auch mal sagen, hier, mach mal drei Minuten Pause, ich bin gleich wieder da. Das ist, wenn es vor dem Bildschirm stattfindet, dann schon nicht mehr so leicht wirft, du hast sofort die Aufmerksamkeit weg.
Lukas Steurer
00:27:58
Und das fängt ja bei Remote, finde ich, fängt es da schon an, gerade wir sind ja immer extern, wem gehört der Termin, wer lädt ein? Weil das hat große Einfluss und Auswirkungen auf den Termin, weil es je nach Recht im Management könnt ihr nichts machen, wenn euch der Termin nicht gehört. Das heißt, kein Timer stellen, kein anonymes Voting machen, keine Breakout-Sessions öffnen, die Leute nicht einfach stumm schalten. All diese Dinge sind teilweise dann nicht machbar. Und da fängt es halt schon an, sich darüber zu Gedanken zu machen oder eben auch technisch einen zweiten Bildschirm zu haben. Nur im Rechner zu gucken, eine gute Moderation und gute Facilitation zu machen. Nicht machbar für mich mehr, nur mit einem Bildschirm.
Nadja Stielau
00:28:49
Ja, genau. Da merkt man, da sind ganz andere Dinge plötzlich wichtig, obwohl im Kern sozusagen es das Gleiche ist. Das Außenrum unterscheidet sich deutlich. Und gleichzeitig, wenn man das einmal hat, dann kann man auch wieder anfangen, wild mit den Elementen zu spielen und sich neue Themen ausdenken und dann sich einmal die Frage stellen, okay, Remote, wie ist denn der Raum eigentlich? Komme ich dann auf die Idee, weil 20 Teilnehmern habe ich ja nicht einen Raum, sondern, 20 Räume zur Verfügung und da kann man dann wieder ganz wild Gedanken spinnen, was ich da jetzt eigentlich mitbewirken könnte. Ist auch super spannend.
Lukas Steurer
00:29:33
Ja. Ich könnte jetzt noch viel erzählen, aber genau das sind dann so Punkte, die wir in der Masterclass bearbeiten oder auch erlebbar versuchen zu machen. Das ist unser Anspruch auch bei den ganzen Formaten, die wir ja, offen ausgeschrieben haben oder auch bei Kundinnen durchführen, Theorie so wenig wie möglich durchs Machen, selbst ganz viele Dinge erleben und erlernen und erarbeiten, genau und insofern, wir würden uns freuen wenn vielleicht der ein oder andere Hörerin uns, ja, mal besucht auf der Henrete oder Remote bei einer der Masterclasses guckt gerne mal rein Termine sind ausgeschrieben ja hast du noch was zu ergänzen?
Nadja Stielau
00:30:19
Kurzes Nachdenken. Es ist immer schwierig, wenn ein Podcast zu lange Stille ist. Also rede ich, während ich denke und sage, nein. Es war wieder eine sehr schöne Runde mit dir. Wir haben ja lange nicht zusammen gepodcastet.
Lukas Steurer
00:30:37
Stimmt. Schöne Zeitchen her. Das war. Ja, gut.
Nadja Stielau
00:30:43
Das war live aus der Beratung Judith Andresen.
Lukas Steurer
00:30:49
Viel Spaß auf jeden Fall bei den weiteren Folgen. Schreibt uns gerne, wenn ihr Rückmeldungen habt, Input habt oder ganz viele auch Ideen habt zu Facilitation Moderation, dann kommt vorbei.
Nadja Stielau
00:31:00
Ja, genau. Und kommentiert gerne im Podcast, wenn ihr Dinge anders haben möchtet oder Themenwünsche habt, meldet euch auch bei uns. Wir freuen uns da immer sehr drüber.
Lukas Steurer
00:31:12
Gut. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.