Boden und Leben

Der Podcast rund um 20 cm, die die Welt ernähren!

#41 Dr. Anika Bolten

Scheitern und Fehlerkultur in der Landwirtschaft

04.01.2026 82 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Episode des Podcasts "Boden und Leben" ist Dr. Anika Bolten zu Gast, die als Geschäftsführerin des Evangelischen Bauernwerks in Württemberg tätig ist. Gemeinsam sprechen wir über ihre interessante Reise, die sie von den Anfängen ihrer landwirtschaftlichen Erfahrung am Niederrhein bis zur Übernahme der Leitung des Evang. Bauernwerks geführt hat. Anika teilt Einblicke in ihre Ausbildung in Agrarwissenschaften mit einem Schwerpunkt auf Betriebswirtschaft und ihre anschließende Promotion, bei der sie sich mit dem Thema Scheitern in der Landwirtschaft auseinandersetzte. Wir diskutieren, wie Anika früh im Kontakt mit Landwirten kam und welche Herausforderungen die Arbeitnehmerführung und die psychologische Unterstützung von Landwirten mit sich bringen. Besonders spannend ist ihr Ansatz zur Verbesserung der Fehlerkultur in der Landwirtschaft. Sie stellt fest, dass der Umgang mit Fehlern und Scheitern oft nicht der Realität entspricht und dass viele Landwirte eine positive Fehlerkultur wahrnehmen, die jedoch nicht mit anderenStudien übereinstimmt. Der Fokus ihrer Doktorarbeit liegt auf den Auswirkungen von äußeren und inneren Faktoren auf das Scheitern in landwirtschaftlichen Betrieben und der Entwicklung von Resilienz. Ein weiteres zentrales Thema wird die Rolle der Frauen in der Landwirtschaft und die Herausforderungen, die sie bei der Balance zwischen landwirtschaftlichen Verpflichtungen und anderen Lebensbereichen erleben, insbesondere während der Kindererziehung. Anika erläutert die Ergebnisse der Landfrauenstudie, die aufzeigt, wie viele Aufgaben Frauen in landwirtschaftlichen Betrieben übernehmen und wie sie oft in mehreren Rollen gleichzeitig agieren müssen. Wir sprechen auch darüber, wie wichtig es ist, dass Landwirte offener über ihre Herausforderungen sprechen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Anika betont die Bedeutung von Netzwerken und der Bereitschaft, Wissen auszutauschen, um voneinander zu lernen. Sie sieht hier eine große Chance, gerade in der aktuellen Zeit, in der gesellschaftliche und wirtschaftliche Veränderungen uns vor neue Herausforderungen stellen. Zuletzt reflektieren wir über die Notwendigkeit, sich um die eigene mentale Gesundheit zu kümmern und eine gesunde Fehlerkultur zu etablieren. Anika appelliert an alle Landwirte, sich frühzeitig mit den eigenen Grenzen auseinanderzusetzen und nicht nur dann Hilfe zu suchen, wenn es bereits zu spät ist. Die Episode endet mit einem Ausblick auf die gemeinsamen Herausforderungen in der Landwirtschaft und dem Wunsch, dass mehr Austausch und Networking stattfinden, um voneinander zu lernen und sich gegenseitig zu unterstützen.

Heute ist Dr. Anika Bolten zu Gast in meinem Podcast. Wir kennen uns schon länger über Social Media, haben uns aber erst heute das erste Mal persönlich getroffen und kennengelernt. Wer aber ist Anika? Ihre Vita habe ich aus einem Artikel in unserer Lokalzeitung "Haller Tagblatt" übernommen, der im Dezember 2024 veröffentlicht wurde:

Vom Ruhrgebiet über Nordhessen nach Hohenlohe

Anika Bolten ist 38 Jahre alt, stammt aus Dinslaken und ist am Niederrhein aufgewachsen. Ihr Bachelor-Studium von 2008 bis 2012 absolvierte sie in Agrarwissenschaften mit Schwerpunkt Wirtschaft- und Sozialwissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Ihr Masterstudium in Wirtschaftspsychologie mit dem Fokus auf Arbeits- und Organisationsgestaltung machte sie bis 2016 an der FOM – Hochschule für Ökonomie und Management in Essen.
Nächster Schritt war die Promotion. Anika Bolten hatte Stationen als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachgebiet Soziologie Ländliche Räume an den Universitäten Kassel (Standort Witzenhausen) und an der Universität in Göttingen. Ihre Forschungsschwerpunkte umfassen Themen wie Scheitern und Versagen in der Landwirtschaft, Fehlerkultur, Rollenkonflikte, Fehlbelastungen, Einstellungen und Motivation für tierwohlgerechtes Handeln sowie Kommunikation. Der Titel ihrer Dissertation: „Fehler, Scheitern und Versagen in der Landwirtschaft. Der Umgang mit den eigenen und fremden Erwartungen bei einer vermeintlichen Nichterfüllung“.
Mittlerweile wohnt Anika Bolten in Schwäbisch Hall. Sie hat drei Halbgeschwister, ist Single und kinderlos. In ihrer Freizeit kümmert sich die 38-Jährige um ihre beiden Pferde, die sie auf zwei Pferdehöfen in der Nähe untergebracht hat. Wenn es in den Urlaub geht, schätzt Anika Bolten die Einfachheit eines Campingplatzes – „es muss unkompliziert sein“.

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Euer Michl

Meinen anderen Podcast "Hallo Schwäbisch Hall" der Freien Wählervereinigung Schwäbisch Hall findet Ihr hier.

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Das Intro und Outro durfte ich mit freundlicher Genehmigung der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (Rudolf Bühler) und dem Musiker und Texter Klaus Franz aus der CD "Über den Tag hinaus" verwenden. Intro: Hohenloher Bauernlied Outro: Hohenloher Ballade