Boden und Leben

Der Podcast rund um 20 cm, die die Welt ernähren!

#42 MarkusJehle - Unternehmertum und Digitalisierung in der Landwirtschaft

Mehr Zeit für das Wesentliche - aus der Notwendigkeit eine Chance machen!

29.03.2026 87 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge von „Boden und Leben“ dreht sich alles um das Thema Unternehmertum in der Landwirtschaft, und ich habe das Vergnügen, mit Markus Jehle, einem erfahrenen Landwirt und Berater für Digitalisierung in der Landwirtschaft, zu sprechen. Markus, der aus Ravensburg am Bodensee kommt, erzählt von seinem Werdegang und den Herausforderungen, die er im Verlauf seiner Karriere erlebt hat. Er blickt zurück auf seine Anfänge in der konventionellen Landwirtschaft, die 2010 mit dem Einstieg in das Biogasgeschäft endeten, und teilt die Gründe, die ihn letztendlich dazu bewegten, die Milchviehhaltung aufzugeben und neue Wege zu gehen. Wie viele Landwirte musste Markus feststellen, wie wichtig es ist, sich den Herausforderungen der Bürokratie und der technologischen Entwicklung anzupassen. Besonders interessant ist sein Ansatz zur Digitalisierung und wie er andere Landwirte berät, um ihre betrieblichen Abläufe effizienter zu gestalten. Markus hebt hervor, dass viele Landwirte nicht ausreichend auf die unternehmerischen und verwaltungstechnischen Aspekte ihrer Betriebe vorbereitet sind und dass dies ein großes Hindernis für die Weiterentwicklung darstellt. Seine Erfahrungen und die Geschichten von anderen Landwirten verdeutlichen, wie klein und miteinander vernetzt diese Branche ist, und wie wichtig es ist, Austausch und Weiterbildung zu fördern. Wir gehen tief in die Probleme der Bürokratie und der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ein, die für viele Landwirte frustrierend sind. Markus schildert, wie bürokratische Anforderungen wie ein Geruchsgutachten zu seiner Entscheidung führten, die Milchviehhaltung aufzugeben, und wie diese Erfahrungen seine Sicht auf die Landwirtschaft und das Unternehmertum geprägt haben. Es wird deutlich, dass der Balanceakt zwischen Tradition und Innovation ständige Begleiter im landwirtschaftlichen Alltag sind. Ein zentraler Aspekt des Gesprächs ist die Digitalisierung, die nicht nur als technologische Notwendigkeit, sondern auch als Chance für Landwirte gesehen werden sollte. Markus schildert, wie er zusammen mit seinem Cousin die digitale Transformation in seinem Betrieb angestoßen hat und die damit verbundenen Herausforderungen und Chancen erläutert. Er ermutigt andere Betriebe, alte Gewohnheiten abzulegen und neue, systematische Arbeitsweisen anzunehmen, um den Herausforderungen der modernen Landwirtschaft erfolgreich zu begegnen. Zudem spricht Markus über seinen Übergang von der praktischen Landwirtschaft hin zur Beratung, um anderen Landwirten zu helfen, ihre Betriebe durch digitale Lösungen zu optimieren. Sein Ziel ist es, eine App zu entwickeln, die speziell für die Bedürfnisse landwirtschaftlicher Betriebe konzipiert ist, um ihnen die Verwaltung und das Management zu erleichtern. Darüber hinaus thematisiert er die Bedeutung der harmonischen Zusammenarbeit innerhalb von Familienbetrieben und wie generationenübergreifende Konflikte manchmal die gesamte Betriebsgestaltung beeinflussen können. Abschließend ermutigt Markus alle Zuhörer, ihre Stärken und die Chancen der Landwirtschaft zu erkennen und mutig in die Zukunft zu blicken, während er gleichzeitig betont, wie wichtig eine offene und loyale Unternehmenskultur ist – sie sind die Basis für den langfristigen Erfolg. In einer Zeit des Wandels fordert er dazu auf, sowohl Traditionen zu wahren als auch innovative Ansätze aktiv zu verfolgen, um das volle Potenzial der Landwirtschaft auszuschöpfen.

Markus Jehle ist Landwirt, Agrartechniker und Unternehmensberater aus Winterbach in Horgenzell (Oberschwaben). Er leitet einen modernen landwirtschaftlichen Familienbetrieb mit rund 200 Hektar Ackerbau, Rinderhaltung und einer 500-kW-Biogasanlage. Als Geschäftsführer der Bioenergie Winterbach GmbH betreibt er zwei Blockheizkraftwerke, deren Abwärme ein Nahwärmenetz im Ort versorgt sowie zur Holz- und Hackschnitzeltrocknung genutzt wird.

Neben der praktischen Landwirtschaft hat sich Markus als Berater für Agrarstruktur und Innovation positioniert. Unter dem Motto „smart geführt – nicht hart" unterstützt er Berufskollegen bei der Digitalisierung ihrer Betriebe und dem Schritt vom reinen Landwirt zum modernen Unternehmer. Ein zentrales Element seiner Beratungsarbeit ist das „SmartFarmOffice" – ein papierloses Bürosystem, das er zunächst auf dem eigenen Hof entwickelt und umgesetzt hat.


Markus Jehle online:

Website Landwirtschaftsbetrieb: jehle-winterbach.de

Website Unternehmensberatung: jehle.io

Website Hofmanager-App: www.hofmanager.plus

Instagram: @markus_jehle


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Euer Michl

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Das Intro und Outro durfte ich mit freundlicher Genehmigung der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (Rudolf Bühler) und dem Musiker und Texter Klaus Franz aus der CD "Über den Tag hinaus" verwenden. Intro: Hohenloher Bauernlied Outro: Hohenloher Ballade

Transkript

Herzlich Willkommen bei Boden und Leben, dem Podcast rund um 20 Zentimeter, die die Welt ernähren. Mein Name ist Michael Reber und ich freue mich auf die heutige Folge mit dir. Herzlich willkommen zurück beim Podcast Boden und Leben. Nach einer etwas längeren Pause geht es jetzt weiter. Es ist auch ein Plan von mir, das jetzt wieder regelmäßiger zu machen. Ich freue mich auf unseren heutigen Gast. Wir versuchen, so gut wie möglich Hochdeutsch zu sprechen. Herzlich willkommen, Markus Jehle. Danke, Michael. Ja, genau. Wir werden das schon hinbekommen, dass uns auch Personen außerhalb des schwäbischen Dunstkreises verstehen. Genau, wir können alles außer Hochdeutsch heißen. Aber wir strengen uns an. Wir strengen uns an. Wir wollen heute sprechen vor allem über Unternehmertum in der Landwirtschaft, aber natürlich auch über den Mensch Markus Jehle, dein Werdegang bis zu dem, was du heute machst und tust. Vielleicht stellst du dich einfach wie alle Gäste mal kurz vor. Wer bist du? Was machst du? Ja, Markus ist mein Name. Markus Jehle, ich komme aus Ravensburg, aus der Nähe von Ravensburg am Bodensee unten. Also man kann dort tatsächlich sehr schön wohnen, Urlaubsregion. Wir führen dort einen landwirtschaftlichen Betrieb. Sind tatsächlich dann auch 2010 in das Biogasgeschäft eingestiegen. Ich bin Vater zweier Kinder, die sind 16 und 13, bin Kind. Ich bin privat glücklich geschieden, aber liiert. Ich habe eine Partnerin, die mich in meinen vielen Vorhaben voll unterstützt. Wir wachsen da gegenseitig miteinander sehr stark, gehen häufig auf Fortbildungen und Seminare. Und tatsächlich haben wir vorher, gerade als ich hier angekommen bin, überlegt, wie lange wir uns schon kennen. So ganz genau können wir das nicht datieren, aber es werden so knappe zehn Jahre sein, als ich das erste Mal hier auf dem Betrieb Reber war, in Sachen Bodenfruchtbarkeit. Da ist ja Michael eine Koryphäe im deutschsprachigen Raum allseits bekannt. Und ich glaube, das ist auch tatsächlich was, was man immer wieder dann auch feststellt. Gestern hatte ich auch Gespräche mit Landwirten. Man stellt tatsächlich fest, wie klein die Branche ist. Also egal, wo du dich bewegst, du kennst immer irgendjemanden persönlich oder der jemanden kennt. Den du auch kennst. Ja, genau. Und ich habe jetzt vor anderthalb Jahren, es war eigentlich eher so eine, ich sage jetzt mal, Zufallsentdeckung damit angefangen, andere landwirtschaftliche Betriebe zu beraten und zwar im Thema Digitalisierung. Und zwar aber Digitalisierung im Bereich Management und Verwaltung, also explizit nicht in der Produktionstechnik. Und ja, das war halt so ein interessensgetriebenes Ding oder interessensgetriebene Entwicklung, weil wir das selber bei uns am Betrieb schon sehr lange verfolgen, dieses Thema. Und ich dann festgestellt habe, okay, es gibt da einen sehr großen Bedarf, weil das natürlich jetzt nicht die Kernkompetenz von Landwirten ist, sich mit solchen Themen zu beschäftigen. Die ganze Ausbildung, alle Seminare und Fortbildungen, die sind eher so an der Produktionstechnik orientiert, sage ich jetzt mal, oder zumindest in großen Teils. Das ist wenig so eine unternehmerische Ausbildung oder eine verwaltungstechnische Ausbildung. Das wird einfach gar nicht thematisiert, würde ich jetzt mal so frech behaupten, oder? Ja, Betriebswirtschaft lernen wir schon, aber nicht das, was da drüber kommt, ob das Mitarbeiterführung ist, ob das halt jetzt neu, das Thema Digitalisierung des Büros, Büroabläufe, die Betriebe sind immer weitergewachsen, aber das findet halt nicht statt, das ist so viel Learning by Doing, wir haben uns ja, wie du gesagt hast, hier auf dem Hof bei Seminaren von mir. Kennengelernt, ich hatte dich dann auch immer irgendwo im WhatsApp-Status, habe das eigentlich ganz klassisch als Berufskollegen Austausch gehabt und ich bin jetzt vor ein bisschen mehr als einem Jahr zu der Farmers Factory gekommen, und bin da einfach auf dich wieder gestoßen, da du dort als Referent warst. So sitzen wir jetzt halt auch hier, das wird auch am Ende oder sicher den Großteil des Podcasts als Thema einnehmen. Aber ich denke, wir fangen mal vorne an. Was macht Markus im täglichen Betrieb oder im Alltag? Was macht der Betrieb selbst? Genau, also unser Betrieb ist im Grunde, der hat sich verschlankt, wenn man so möchte, trotzdem, dass er gewachsen ist, weil wir halt gestartet sind wie so viele ins Biogasgeschäft als klassischer Tierhalter. Da hat man natürlich auch schon Kompetenzen, die man später im Biogasbereich auch gebraucht hat. Man weiß, wie man Feldfutterbau macht, wie man Futterbau überhaupt betreibt, wie man siliert. Da ist ja auch teilweise schon Technik dann vorhanden gewesen. Und genau, also 2010 sind wir ins Biogasgeschäft eingestiegen. Ende 2015 haben wir dann mit der Milchviehhaltung aufgehört. Wir hatten zu dem Zeitpunkt immer so gut 70 Kühe, hatten eigentlich eine sehr gute Herde im Laufe der Zeit entwickelt. Damals, also es ist ja schon über zehn Jahre jetzt tatsächlich auch schon her. Über 11.000 Kilo Milch pro Kuh verkauft tatsächlich. Das hat wirklich sehr gut funktioniert. Also zu dem Zeitpunkt, als wir ausgehört haben, ist es eigentlich am besten gelaufen. Meistens so. Genau. Unsere letzte offizielle Milchkontrolle über den Milchleistungsfrühverband war die höchste, die wir je hatten. Und trotzdem war es natürlich für uns eine gute Entscheidung, weil unser MIFI-Betrieb, der war in Ortsrandlage nicht erweiterbar. Hatte zuvor auch schon jede Menge Probleme mit zwei Nachbarn gegeben, die dann ständig irgendwelche neuen Dinge gefunden haben. Und das ist zunächst jetzt macht mit der Wirtschaftlichkeit vom Betrieb nicht unbedingt was, aber das ist halt eine mentale Belastung auch, weil ständig jemand an dir rumkratzt. Wenn du ständig irgendwelchen Dingen ausgesetzt bist, dann kommt das Landratsamt und kontrolliert wieder irgendwas und dann fangen die an Tiere zu zählen und ich weiß nicht was. Also kann man sich gar nicht ausmalen. Und das ist natürlich als Familienbetrieb, da gibt es ja keine... Ebene, an die du das administrieren kannst, sondern das fällt dir alles immer auf dich zurück. Du bist immer für alles als Einzelunternehmer verantwortlich. Da gibt es keinen zweiten Geschäftsführer, wo du sagst, mach mal du das bitte. Ich bin da nicht so gut drin, sondern du musst im Zweifelsfall eine hohe Hürde oder eine große Bugwelle überwinden, um dahinter dieses Thema zu kommen. Und das war dann letztlich auch der Auslöser. 2015, im Laufe des Jahres kam das Landratsamt und wollte von uns ein Geruchsgutachten für 10 Kälber Einzeliglus. Das Geruchsgutachten hätte damals über 10.000 Euro gekostet. Und dann habe ich gesagt, okay, ihr habt nicht mehr alle Tassen im Schrank. Ich sage es jetzt gerade so, wie es ist. Das ist der Anfang vom Ende. Jetzt ist das Maß einfach voll. Und Und zeigt aber halt auch tatsächlich, wohin sich auch Landwirtschaft gesellschaftlich auch im ländlichen Raum hin entwickelt hat. Nämlich dort, wo die landwirtschaftlichen Betriebe entstanden sind. Nämlich im Ort als zentraler Punkt für natürlich das wirtschaftliche Überleben der Familien, die dahinter stehen. Als auch ja sozialer Mittelpunkt, weil die ja alle auch in irgendeiner Art verknüpft waren. Man hat sich gegenseitig ausgeholfen oder geholfen. mal mehr, mal weniger. Milchliefergenossenschaften sind genau an dem Punkt entstanden. Und, Nicht mal ein Jahrhundert später werden die Höfe aus den Dörfern verbannt und gehen weg. Also es ist halt auch eine interessante Entwicklung, wenn man sich das so anschaut. Genau, 2010 ist es uns aber so ein bisschen ähnlich ergangen. Tatsächlich mit dem Bau der Biogasanlage sind wir völlig unverhofft in Beschuss geraten. Also die Biogasanlage wurde im Außenbereich geplant, über 400 Meter bis zur nächsten Wohnbebauung. Und trotzdem hat sich eine Bürgerinitiative gegründet, die dann schon die explodierende Biogasanlage gezeichnet haben und niederfrequenten Schall und Dinge, von denen ich in meinem Leben noch nie gehört habe. Ja, genau. So, das war ein bisschen so im... Ja, genau. Also 2015 war so ein Wendepunkt, wenn man das so möchte. Ich habe dann tatsächlich, das war so ein bisschen ein Paukenschlag, weil das sehr schnell ging. Also... Die Entscheidung, das letztendlich tatsächlich zu tun, also die Milchviehhaltung aufzugeben, die praktisch über 100 Jahre an diesem Standort stattgefunden hat, die ist in weniger wie einer Woche gefallen, final. Also bis zu dem Entschluss, Kühe aufzuhören und die Hofstelle verschwinden zu lassen. Und praktisch das Gelände als Bauplatz zu verkaufen. Okay. Ja, das war weniger wie eine Woche Entschluss. Also das ging sehr schnell, weil, also wenn es dann bei mir so weit ist, dann geht es immer schnell. Also dann bin ich sehr entschlussfreudig, das geht dann, dann ist klar, okay. Dann machen wir auch nicht lange rum. Genau, und ich habe dann 2016 bis 2019 noch für die Firma Biogastechnik Süd, die vielleicht für einige ein Begriff ist, Erfinder des Paddelrührwerks oder des Vielfraß als Einbringtechnik für Biogasanlagen im Außendienstvertrieb für Gärrestaufbereitungsanlagen gearbeitet. Halt einige Stunden in der Woche, so wie es halt ging. Das war auch sehr interessant, weil ich natürlich, meine Kunden waren ja Menschen, die das gleiche, also Kollegen, die machen ja das gleiche wie ich. Also war nicht nur interessant, sondern natürlich auch lehrreich. War ja immer so eine Art Fortbildung. Genau, und wir wollten dann, 2019 ist dann die Idee entstanden, die Biogasanlage zu flexibilisieren. Da haben wir dann auch geplant, ganz viel in Eigenregie, weil ich ja tief drin war, technisch, thematisch, über diese Tätigkeit auch im Vertrieb. Und. Ich habe dann auch die Finanzierung soweit stehen gehabt, wären knapp zwei Millionen Euro gewesen. Dann kam aber eine Novelle des EEG, die halt eben für uns in unserem speziellen Fall die Finanzierung auf sehr, sehr wackelige Beine gestellt hätte. Und wir hätten aber eine Frisch gehabt, die wir aufgrund des Genehmigungsfortschritts ohnehin nicht einhalten hätten können. Und das hat eigentlich dazu geführt, dass wir dieses Projekt dann im Laufe von 2021 wieder abgeblasen, also rückabgewickelt haben. Das hat uns eine größere sechsstellige Summe gekostet. Also die ganzen Planungsvorhaltekosten, die waren ja alle für die Katz, die mussten wir abschreiben. Das ist natürlich wirtschaftlich ein Griff ins Klo komplett. Und auch war für mich schon eine große Frustration, weil du hast ja zwei, drei Jahre Vorlaufzeit. Auf diesen Punkt hin musst du Finanzierung, Genehmigung und Umsetzung, wobei Umsetzung des Bauprojekts ist ja heute das kleinste. Das sind nur wenige Monate, dann hat man die größten Anlagen gebaut. Das ist alles relativ easy. Aber Finanzierung und Genehmigung ist heute ja so eine Riesenaufgabe. Und das dann auf so einen Punkt in ferner Zukunft, den du selber gar nicht bestimmen kannst, alles zu synchronisieren. Also das wird ja auch für... Mittlere Betriebe immer unmöglicher, so etwas hinzubekommen. Genau. Vor dem Dilemma stehe ich ja auch. Wir fliegen Ende 29 aus dem EEG und ich mache meinen Partnern schon heute Druck. Ich sage, wir müssen dieses Jahr wissen, wohin geht die Reise? Geht sie weiter überhaupt? Und wenn ja, wohin? Weil wir müssen dann genau diese Prozesse anstoßen und ich habe schon eher Sorge, dass diese drei Jahre nicht reichen werden. Und dann kommen wir ja wieder an den Punkt, den du ja dann auch gehabt hast, dass politisch was dazwischen kommt. Und wir haben halt irgendwann in diesen drei Jahren wieder mal eine Bundestagswahl. Und was kommt dann? Und das ist doch vollkommen kaka mittlerweile. Wie du auch selbst erlebt hast, du investierst riesige Summen in diesen Planungsprozess und stehst am Ende blank da, im schlechtesten Fall. Ja, und dann ist es ja auch nicht so, dass man, also du musst ja dann diese verschiedenen Gewerke, die dazu beitragen, dass sowas entstehen kann, also jetzt nicht nur praktisch, sondern ja auch Dinge wie eben die Genehmigung oder die Finanzierung als Gewerk bezeichnet. Du musst ja dann immer Aussagen treffen also die Bank will dann irgendwann wissen okay, bis wann brauchst du dann das Geld so, dann bist du ja als Verantwortlicher eher dazu geneigt, das tendenziell sehr positiv zu sehen. So, dann stellst du aber fest immer wenn du denkst, ja jetzt haben wir den nächsten Schritt dann kommt wieder irgendwas, dann wird wieder eine Frist verlängert, dann kommt nochmal eine Nachfrage, dann muss nochmal ein Gutachten erstellt werden und so gehen da die Monate ins Land. Mittlerweile haben wir ja ein bestimmtes Vierteljahr das für Behörden einfach auf dem Kalender gar nicht mehr als, wie soll ich sagen, vielleicht in einer Tätigkeit, die regulär stattfindet, gesehen wird. Da sind Feiertage, da sind ich weiß nicht was im Dezember bis der halbe Januar rum ist, da sind eh alle im Urlaub und im Überstunden und ich weiß nicht was und da gehen halt so die Wochen und Monate ins Land und ein Jahr nach dem anderen verstreicht. Und das dann alles so hinzubekommen, das ist ein echter Kraftakt. Und dann steht ja ein Kredit zum Beispiel zur Auszahlung bereit. Und wenn der nicht abgerufen wird zu dem und dem Tag, dann zahlst du ja Zinsen da drauf, obwohl das Geld nicht genutzt wird. Und die Banken lassen sich das fürchtlich bezahlen, wenn du den Kredit ohne, also ausbezahlt wird, rückabwickelst. Das waren in unserem Fall fast 40.000 Euro Bearbeitungsgebühr. Die zahlst du halt einfach aus deiner Schatulle, da kommt nie wieder ein Euro dabei raus. Das ist einfach direkt in die Wind. Nichts erwirtschaftet. Und häufig, also diese, wir hatten es ja schon hier, bevor wir losgelegt haben kurz davor, häufig sind ja diese Projekte, die du so in der Landwirtschaft anstellst, jetzt nicht auch so brutal margenträchtig, dass du sagst, okay, wir haben da ein Riesenbudget, dann streichen wir halt hier noch ein bisschen was aus der Kaffeekasse weg und dann läuft es schon, das ist ja nicht der Fall. Genau, genau. Ja, Wahnsinn, ja. Vielleicht nochmal zurück, also du hast, als du die Entscheidung getroffen hast, Milchvieh raus, war aber gleichzeitig die Entscheidung, wir machen das platt, wir machen dort Wohnbebauung drauf, oder? Habe ich es richtig verstanden? Ja, genau. Und euer Wohnhaus ist dann noch dort, oder? Genau, das ist eine besondere Situation, die hat es auch von dem her einfach gemacht, weil praktisch Wohnhaus und die Wirtschaftsgebäude, also der Milchviehbetrieb, die sind durch eine Kreisstraße getrennt. Also die gehen praktisch, bei uns geht es mitten durch den Hof, wir haben praktisch immer so halb auf der Straße gelebt und darum war das nicht schwierig, weil wir wohnen immer noch am gleichen Ort. Wir haben unseren Garten, da ist alles dabei und das ist praktisch nur, kann man sich so vorstellen, wie es so ein klassisches Dorf häufig gibt. Das ist so einreihig an der Durchfahrtsstraße entlang bebaut und auf der einen Seite ist halt das Wohnhaus, auf der anderen Seite ist halt der Milchviehstrieb gewesen und den gibt es halt so in der Form nicht mehr. Da stehen heute ein und mehr Familienhäuser. Ja, genau. Also wir hatten eben auch noch Rechtsschulden von dem Milchviehbetrieb und der Erlös ging davon inklusive den Steuern im Grunde vollkommen drauf. Aber das war halt dann so ein Ding, okay, was ist die bessere der schlechten Alternativen, an einem Standort weiterzumachen, der nicht entwicklungsfähig ist. Das konnte ja so niemand absehen zehn Jahre zuvor. Natürlich zunehmend, die Gebäude würden ja nicht jünger, das ist dann halt auch, arbeitswirtschaftlich alles nicht so optimal das sind immer im Grunde die gleichen Argumente, genau, aber war aus heutiger Sicht ein guter Zeitpunkt dann auch trotzdem zu sagen, okay, wir konnten dann damals, das war auch für uns relativ wichtig, das war ein reiner Zufall, wir konnten unsere ganze Milchviehherde die ja wirklich sehr gut war. Am Stück, also das waren dann 65 oder 70 Kühe, ich kann es nicht mehr genau sagen, am Stück hat ein Betrieb die ganze Herde gekauft. Und das war tatsächlich, der Name ist bekannt, das waren die Schmieds aus Bayern. Die sind damals in der Sendung, ich glaube Unser Land hieß das, das ist so eine Reihe, oder? Wo sie immer wieder auch so ländliche Themen bearbeiten. Und die haben 2015 damals aufgestockt von 180 auf 570 Kühe. Ich glaube, meines Wissens gibt es nur fünf Betriebe in Bayern, die über 400 Kühe haben. Die Familie Schmid ist einer davon. Und ich habe damals überlegt, wie bekomme ich die Tiere an den Markt und habe einfach den Hörer in die Hand genommen, habe alle Zuchtverbände in Deutschland angerufen und ausgerechnet der Zuchtverband, der statistisch gesehen die geringste Chance hatte, dass dort ein Geschäft entsteht. Weil wer will in Bayern schon 60 oder 70 Kühe A Block kaufen? Genau dorthin ging unsere Herde und ist da natürlich auch bei einem absoluten Profi in guten Händen auch gewesen. Ich glaube, das war für uns schon auch ein ganz wichtiger Punkt, weil man ja tatsächlich das alles aufgebaut hat. Das ist ja alles organisch gewachsen. Das ist ja nichts, was du dir kaufen kannst. Eine gute Herde, die hast du nicht einfach nur so. Du weißt es als Sauenhalter. Bei mir hat der Prozess wesentlich länger gedauert. Das wäre jetzt auch meine nächste Frage gewesen. Hat das emotional etwas ausgelöst oder hast du irgendwann gesagt, jetzt reicht es, jetzt wird Schluss? Aufgrund dessen, was du vorhin gesagt hast, dieses Gutachten, dann war das einfach der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, oder? Ja genau, also das war so, das hing eindeutig mit diesem Ereignis zusammen, dieses Gutachten zu erstellen und ich habe damals im Landratsamt gesagt, ihr könnt mich von dieser Liste streichen, ich werde das nie tun, in meinem ganzen Leben nicht. Es wird irgendeine andere Lösung geben, aber ich würde in 100 Leben nicht für so einen Quatsch so viel Geld ausgeben, weil ich das absolut lächerlich finde. Überhaupt muss man sich vorstellen, wirklich frisch geborene Kälber, die maximal vier Wochen dort sind, für die brauchst du ein Geruchsgut. Vermutlich gibt es sowas auch nur bei uns. Ja, wenn man so rumschaut, muss man den Eindruck haben, weil es die Bauern einfach oft mit sich machen lassen, diese Trizere. Und das war also tatsächlich der Punkt, das war der Auslöser, wo ich gesagt habe, so jetzt ist Ende. Also wir haben das gern gemacht und das weiß ja jeder, das muss man keinem Landwirt erzählen, wie viel Arbeit in Tierhaltung drinsteckt, wie viel Entbehrung, wie viel Verpflichtung, wie viel Verantwortung. Letzte Woche hatte ich eine Schulklasse bei uns auf dem Betrieb und dann habe ich gesagt, ihr müsst euch vorstellen, ein Betrieb mit Biogas oder Tierhaltung ist ein Produktionsbetrieb, der aber entgegen dem Maschinenbauer, 365 Tage im Jahr produziert. 365 Tage, 24 Stunden. Der hat immer Nachtschicht. Wenn irgendwas Unvorhergesehenes kommt, dann stehst du auf und löst das Problem, weil du sonst weißt, du wirst nicht, also wir müssen ja immer runterrechnen. Das heißt, du weißt genau, es entsteht ein Riesenschaden, wenn ich das jetzt nicht tue. Genau darum stehst du auf. Du hattest, glaube ich, gestern in deinem WhatsApp-Status. Ich bin seit 2.45 Uhr auf. Das ist bei dieser Betonkug ähnlich. Und angesichts dessen kommst du dir dann irgendwann auch schon ein bisschen verarscht vor, weil es einfach auch nicht in dem Maße honoriert wird, wie es angemessen wäre. Weil das sieht einfach gleich gar keiner. Es ist auch nicht mal ein direkter Vorwurf an jetzt den Endverbraucher. Wie will der das auch sehen, wenn er in Stuttgart oder München Stadtmitte hockt. Das ist ja unmöglich. Das kann der sich gar nicht vorstellen, was wir teilweise tun. Es ist vielleicht auch ein Thema der Kommunikation von uns Landwirten nach außen und auch unsere Bereitschaft, uns für alle möglichen Dinge einfach zur Verfügung zu stellen. Ich sage es jetzt mal so diplomatisch. Ja, mir ist es gerade so, als du das erzählt hast, eingefallen. Eigentlich waren die Parallele dir ähnlich. Wir hatten ja auch von der Sauenhaltung noch umgestellt auf Schweinemast und wollten dann 15 die Biogasanlage erweitern oder fast verdoppeln von der Leistung. Und dann war auch klare Vorgabe, von den 1.450 Mastplätzen 1.000 müssen weg wegen Geruch. Für den Nachbarbetrieb, der eigentlich offiziell immer noch als Landwirtschaft läuft, aber den die aus Gutdünken als Wohnhaus betrachtet haben, der ist nach wie vor als Landwirt genehmigt. Ja, das interessiert sich dann. Aber mein Herz hing dann schon auch nicht mehr so an den Schweinen, sodass ich gesagt habe, machen wir. Mir ist das wichtiger, dass die Biogasanlage weiterläuft. Aber wo dann auch gesagt, ich mache mit 400 Schweinen weiter, dann machen wir es weg. Dann ist es von der Backe. Da war es dann wahrscheinlich auch so, dass die mir am Ende die Entscheidung sehr leicht gemacht haben. Also das war bei uns tatsächlich auch, und das ist bis heute so, gerade vor ein paar Tagen jedenfalls am Mittagstisch, nochmal kurz so von dieser Situation oder von diesem Zeitraum da gehabt und. Mein Vater, auch meine Mutter, die haben erstens das immer mitgetragen. Also die sind nie um die Ecke gekommen und haben gesagt, wie kannst du nur, spinnst du. Sondern die haben ja auch immer gesagt, okay, so ein landwirtschaftlicher Betrieb muss ja eigentlich den Menschen, die darin leben, dienen und nicht umgekehrt, was ja sehr häufig der Fall ist. Insofern das zumindest möglich ist. Am Ende bist du trotzdem total gefangen, aber ich sage mal schon, sich gedanklich davon zu befreien, dass du der Sklave deines eigenen Tuns bist, ich mache dir auch schon was mit dir. Das macht es manchmal leichter. Und das war tatsächlich, also mein Vater ist ein ganz fleißiger Mensch, wie wahrscheinlich 99 Prozent der Landwirte, die haben ja keine Angst vor der Arbeit oder da guckt ja keiner auf die Uhr. Arbeit wird halt so lange gemacht, bis sie erledigt ist. Ende, fertig, da gibt es ja keine Diskussionen. Es gibt ja sowieso kein Backup dafür. Genau, was an dem Tag nicht erledigt ist, ist am nächsten Morgen noch da. Also es nimmt ja auch keiner weg. Und deshalb, er hat aber auch gesagt, das war natürlich eine gute Entscheidung. Vor allem, das unterschätzt man ja auch häufig, glaube ich, man nimmt ja in so einem Familienbetrieb, betrifft ja so eine Entscheidung, wie sich ein Betrieb entwickelt, ja nicht nur den Betriebsleiter, sondern ja alle, die in der Familie mit drin sind, stecken. Im Zweifelsfall natürlich auch den alten Teilen. Und wenn man sieht, was die. Oftmals, ohne sich je darüber zu beklagen, aber was, 75, 80-Jährige noch leisten, also da würde ich behaupten, da können sich aus der Gen-Z- Generation, die können sich das gar nicht vorstellen, dass das überhaupt möglich ist. Auch sogar noch in dem Gedanken, dass es ja Und, Also, dass man davon nicht krank wird oder dass er ihn sogar fit hält, dass es sogar was Schönes ist, dass es sogar was Erfüllendes sein kann, weil es ja einfach…. Das eigene ist, weil man für sich arbeitet, weil es ja ein klar definiertes Ziel gibt, weil es auch was Sinnstiftendes oder Sinnvolles ist, weil du ja am Ende des Tages siehst, das habe ich sogar erledigt, das ist gemacht, das ist getan. Ja, das ist so. Also kann ich voll bestätigen. Mein Vater ist ja letztes Jahr gestorben, bis zum letzten Tag, bevor er ins Krankenhaus gekommen ist, hat er halt hier die Pferde versorgt. Das war seine Aufgabe und das war immer klar, wenn er die Aufgabe nicht mehr erledigen kann, das geht nicht gut aus. Und so war es ja dann am Ende auch. Das war sicher nicht das Einzige, aber man sucht sich einfach auch das Geschäft dann, weil jeder weiß, so ein Organismushof funktioniert dann, wenn alle ihren Part in dem Rädel haben. Und das, wie du sagst, es hält am Ende natürlich auch körperlich gesund, aber auch geistig, wenn man eine Aufgabe hat, dann nicht nur vor dem Fernseher sitzt und sich da berieseln lässt. Das ist definitiv so. Ja, jetzt gehen wir weiter. Du hast gesagt, also du hast dann praktisch, nachdem die Milchviehhaltung weg war, hast du diesen Außendienstjob bei Biogastechnik Süd parallel gemacht, einfach um auch ein bisschen Einnahme zu haben, denke ich mal. Also zum einen war das betrieblich möglich, weil meine Eltern sind relativ jung. Dann hatten wir einen Mitarbeiter, der war so zwei Drittel von der Zeit angestellt, das ist mein Freund und Nachbar. Der hat dann praktisch so die ganzen Tätigkeiten, alles was mit dem Schlepper, Außenwirtschaft zu tun, wahrgemacht und natürlich. Klar, war natürlich auch eine wirtschaftliche Entscheidung, das war sehr attraktiv das zu tun und, Und weil mich das schon immer ein bisschen getrieben hat, auch regelmäßig rauszukommen. Also halt nur die eigenen vier Wände zu sehen, das ist halt nicht so mein Ding. Also ich bin sehr gern zu Hause, aber halt auch den Kontrast zu sehen, rauszukommen, was anderes zu sehen, unterwegs zu sein, war nicht total, also es war teilweise ultra anstrengend. Haupttätigkeitsfeld für meine Termine war im mittleren bis nördlichen Niedersachsen, also immer plus 700 Kilometer eine Strecke zu fahren. Häufig halt nur, weil sehr schwierig auch zu terminieren und wie soll ich sagen, der Kreis potenzieller Kunden für diese Technik, Gerechtaufbereitung, das sind ja keine Zehntausende von Betrieben. Sondern das sind mehrere hundert und dann ist fertig. Und das heißt also, du hast ja nur relativ wenige Kunden, das ging ja immer um relativ hohe Auftragsvolumen und eben mit denen dann Termine vor Ort, also Besichtigungen auf schon laufenden Anlagen zu terminieren, ist ja immer nicht ganz einfach. Das heißt, ich bin... In der ersten Zeit, also mindestens die Hälfte der Zeit, früh morgens los, Richtung 3 Uhr morgens, 2 Uhr morgens ins Auto gekockt. Auf Höhe Bremen gefahren. Dann war es so 9, halb 10, 10, erster Termin, Besichtigung 1,5 bis 2 Stunden, miteinander kurzes Mittagessen und dann nachmittags nochmal ein Termin. Das war so ganz ideal und dann bin ich abends wieder zurückgefahren. War nachts um 1, 2 wieder daheim. 1.600 Kilometer, 1.500 Kilometer an einem Tag, 20 Stunden, 22 Stunden. Ultra anstrengend auf der einen Seite, auf der anderen Seite auch brutal interessant, sich auf die Menschen einzulassen. Die Geschichten hat ja jeder. Genau, das ist ja dann nicht nur das eigentliche Geschäft. Ja, und war natürlich auch für mich immer total einfach, die Menschen zu erschließen. Warum? Weil ich ja im Grunde Berufskollege bin. Ich habe ja selber eine 500 kW-Anlage zu Hause und da ist es natürlich einfach, ins Gespräch zu kommen. Ja. Ja, cool. Das hast du gemacht bis 2019. Ja, genau. Und was kam dann? Also andere Frage, habt ihr gar keine Tierhaltung mehr? Wir haben einen Pachtbetrieb, das ist unser Nachbar praktisch, der hat auch Milchviehhaltung gehabt, der ist dann aber ums Leben gekommen. Und wir hatten zur Zeit, als wir noch Kühe hatten, den schon gepachtet und haben dort unser Jungvieh gehalten und hatten an unserem Hauptstandort, sage ich jetzt mal, nur noch Kühe. Und der Standort dieses Nachbarn ist aber nur 150 Meter von der Biogasanlage entfernt. Also die Biogasanlage ist knapp einen Kilometer vom ursprünglichen Milchviehbetrieb entfernt und in dieser Verlängerung noch weitere 150 Meter entfernt ist der Jungviehstall, sagen wir heute dazu halt immer. Und den bewirtschaften wir immer noch, allerdings anders. Zwischenzeitlich waren mal ein bisschen so Fresser drin. Das ist aber eigentlich in fast allen Situationen einfach ein dickes Minusgeschäft, weshalb wir das aber relativ schnell bleiben lassen haben. und haben dann umgeschwenkt. Das war auch Zufall. Wir haben den Stall seitdem andere Milchviehbetriebe bringen praktisch ihre tragenden Rinder zu uns. Also wir machen Pensionsrinderhaltung. Das heißt, die sind bei uns ein paar Monate tragend und sind dann eben 14 Tage, vier Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, werden die wieder zurückgeholt. Wir füttern die, gucken, ob alles soweit in Ordnung ist. Und sollte etwas sein, dann benachrichtigen wir halt die Besitzer, damit die dann entsprechendes veranlassen werden. Also Tierarzt etc. macht der Besitzer. Genau, ja. Also das war für mich ein wichtiger Punkt, weil ich glaube an dieser Stelle, das ist sehr sensibel, dort falsch zu entscheiden im Sinne des ursprünglichen Besitzers des Tieres ist sehr einfach und dort auch Streit zu bekommen ist auch sehr einfach. Und darum habe ich gesagt, wir überwachen das. Wir verzichten lieber auf Pensionsgeld ein Stück weit, aber wir können dann besser zusammenarbeiten, weil die Verantwortung für solche sensiblen Themen im Bereich Gesundheit von Tieren geht ja immer auch, da geht jeder anders ran und der hat den Tierarzt und der hat den Tierarzt und so weiter. Du weißt es selber, das ist sehr einfach, dort nicht einer Meinung zu sein. Vielen Dank. Wann begann dann dein, wie ich sage, neuer Weg, das Thema Unternehmertum vielleicht nochmal ganz anders in den Fokus zu nehmen? Wir hatten da, ich glaube, vor zwei, drei Jahren schon mal ein bisschen Austausch, als ich selber mir mal Gedanken gemacht habe, wie kann ich das hier anders führen? Wie wird es in der Industrie gemacht? Da hat man mal ein bisschen Austausch. Aber wie war da dein Weg? Du hast ja dann irgendwann diesen Außendienstjob aufgegeben. Wie ging es da dann weiter? Genau, also mein damaliger Mitarbeiter, mein Nachbar, mein Freund, der ist dann tatsächlich erkrankt und musste halt seinen Job praktisch aufgeben bei uns. Und das hat halt dazu geführt, dass ich die Zeit kompensieren musste und habe dann auch eben diese Außendiensttätigkeit beendet, bin dann praktisch vollständig in den Betrieb zurückgekehrt, dann war ja das Thema eben Flexibilisierung der Biogasanlage vorgegangen. Meine Vision, als klar war im Laufe von 2021, dass wir das nicht realisieren können, war ich auch mit Sicherheit so bis 2022 irgendwie, ich kann das nicht auf den Tag festlegen, aber das hat mich, ich glaube, in tiefer Weise frustriert, weil es einfach sehr viel Zeit, sehr viel Geld war, die du komplett in den Sand gesetzt hast, da kommt nie wieder was dabei rüber. Und sich da dann auch halt wieder so zu fangen und zu sagen, okay, es gibt ja auch noch was Positives, ist auch eine Aufgabe. Ich hatte dann ja auch in dieser Zeit noch ein paar private Themen zu lösen. Also da ist man dann schon gefordert. und genau, das war dann so auch der Einstieg, sich Gedanken zu machen, okay, wie geht es halt weiter, also was ist die, ich sage jetzt mal einfach so eine Basis auch, dass man was, Sinnhaftes, was Sinnvolles tut und natürlich auch eine wirtschaftliche Basis, und weil du natürlich, der Betrieb muss ja weiterlaufen, du kannst ja nicht nur, weil du heute eine andere Idee hast, einfach aussteigen, also wir haben ja auch keine. Amortisationszeiten von hier zwei, drei, fünf Jahren, das gibt es ja in der Landwirtschaft gar nicht. Dann bist du ja immer Jahrzehnte gewunden. Und nur der Wille, etwas anderes zu tun, befähigt dich ja nicht, einfach so zu machen und dann ist der Wunsch erfüllt. Genau, und das war dann eigentlich... Wie ist das ein bisschen entstanden? Tatsächlich so, mein Planer für diese geplante Flexibilisierung der Biogasanlage, mein Planungsbüro, war mein Cousin. Mit dem, der ist gleich alt wie ich, bis auf wenige Tage sind wir gleich alt und wir hatten schon zusammen unsere ganze Schulzeit nebeneinander gesessen. Wir hatten eigentlich immer einen sehr guten Kontakt. Und über ihn bin ich auf das Thema Digitalisierung gekommen. Ich weiß noch, als ich in seinem Büro saß und dann hat er mir gezeigt, guck mal, ich muss dir was zeigen. Also er hat, ich weiß nicht, damals hat er, glaube ich, noch mehr Leute beschäftigt, aber er hat irgendwie 25 Leute in seinem Planungsbüro, vielleicht auch ein bisschen mehr. Jedenfalls hat er mir damals gezeigt, wie sie das alles organisieren, also auch digitalisieren. Das ist ja auch ein Riesenthema, weil als Planer du natürlich nicht nur hier in deinem Vorgarten arbeitest, sondern ja also geografisch dich hier weiterentwickelst. Und er hatte auch zwei Standorte zu diesem Zeitpunkt, die über 100 Kilometer voneinander getrennt waren. Das heißt, du musst ja auch das organisieren, dass die Daten hin und her kommen und so weiter. Und tatsächlich haben Planungsbüros auch Ähnlichkeiten mit der Tätigkeit von Landwirten, weil die arbeiten nämlich auch draußen und im Büro. War ganz interessant, hatte ich so nie auf dem Schirm, oder? Und das hat mich total beeindruckt, wie die das gemacht haben. Und das war eigentlich so die Initialzündung, also im Nachhinein. Damals bin ich nicht am Schreibtisch bei ihm gehockt und habe gesagt, wow, das ist mein zukünftiges vielleicht Tätigkeitsfeld oder sowas. Und genau deshalb war das so der Einstieg in das Thema Digitalisierung. Und ja, ich bin auch eigentlich ein Stück weit dazu getrieben, das bei mir voranzubringen, weil bei mir ist es auch so, ich bin allein. Und du hast die Arbeit draußen, die muss gemacht werden, wenn es gilt und das andere muss aber weiterlaufen. Und dann, ich bin da halt jetzt sicher ein paar Jahre hinterher, aber ich glaube, ich hatte es letzte Woche, ich arbeite ja sehr viel mit WhatsApp-Status, habe nur einen neuen Scanner reingestellt und schreibt mir jemand, der aus dem nachgelagerten Bereich und vorgelagerten Bereich der Landwirtschaft kommt, der sagt, ja, das ist genau das Problem der Landwirtschaft, alles hochdigital auf dem Schlepper. Eine Riesenmenge an Daten, aber damit umzugehen und auch das, was eigentlich wichtig ist, die Büroarbeit dann auch zu digitalisieren, da fehlt es halt oft. Ich bin jetzt seit 13 Monaten bei der Farmers Factory, man sieht es ja da auch. Die meisten Betriebe sind wesentlich größer als ich und es ist eigentlich überall ein Thema, diese Prozesse. Und wir können jetzt auch gerne mal tiefer einsteigen, wie das bei dir dann weiterging, weil ich finde das gigantisch, was es für Chancen einem gibt, weil es einem einfach auch extrem viel Freiheit nachher gibt, auch wieder das zu tun, was einem eigentlich Spaß macht in diesem landwirtschaftlichen Betrieb. Und vielleicht erzählst du einfach mal, wie dein Weg da war. Ja, also ich glaube, ich nehme mal vorweg, dass die Chancen oder das, was man damit erreichen kann, wirklich seinen Betrieb in dem Bereich Verwaltung, Management zu digitalisieren, viel, viel, viel, also ein mehrfaches größer sind, wie das, was sich die meisten überhaupt vorstellen können in ihren künsten Träumen. Und also ich sehe das ja bei mir, ich arbeite heute sicher mehr als 30% meiner gesamten Jahresarbeitszeit für meine Beratungsfirma. Das wäre ja vor 5 Jahren völlig undenkbar gewesen. Unser Betrieb ist aber größer geworden und wir sind heute weniger Leute. Und das Problem an der ganzen Geschichte ist, erstens machen es einem die, ich sage mal, die großen Anbieter von Software, also nennen wir Google, Microsoft, nicht einfach überhaupt einen roten Faden zu finden, weil es ihn häufig gleich gar nicht gibt. Und ich behaupte, das ist sogar Bestandteil des Geschäftsmodells. Also das bedeutet sehr viel Recherche oder Grundwissen, um überhaupt zu wissen, was ist das Richtige für mich? Wie kann ich konkret anfangen? Also du nimmst dir von morgen vor, ich fange jetzt an, meinen Betrieb zu digitalisieren. Ich setze mich ins Büro. Dann stellst du ja fest, okay, netter Versuch, aber wie? Also das ist ja die größte Frage. Mit was fange ich an? Und wenn ich das herausgefunden habe, mit was ich anfange, wie setze ich das tatsächlich um? Und da gibt es ja keinen Leitfaden, schon gleich gar nicht für die Landwirtschaft, der das beschreibt. Und dann kommt hinzu, der Versuch. Nur da zu digitalisieren, wo es absolut notwendig ist und wo ich vielleicht auch schon durch meine Erfahrung oder Kenntnisse nicht mehr so tief ins Thema rein muss. Das heißt, ich mache es möglichst bequem für mich und mache aber trotzdem nur so die Hälfte auf dem Papier. Und das ist halt wie mit allen solchen hybriden Systemen. Am Ende geben die halt mehr Arbeit, statt weniger. Also wenn, dann lasse ich es sein, aber die Wahl habe ich gar nicht mehr. Beispiel E-Rechnungspflicht. Du kommst als Unternehmer gar nicht drum herum. Also du wirst gezwungen. Das heißt, je früher du dich damit zumindest beschäftigst und auch den Gedanken zulässt, dass es unausweichlich ist, dass es vielleicht auch eine große Chance ist, umso besser, umso günstiger sind die Erwartungen. Da als, ich sage jetzt mal, als Sieger vielleicht ist es übertrieben, aber zumindest als jemand, der profitiert, im positiven Sinne herauszugehen. Und ja, ich glaube, das muss man einfach auch immer wieder sagen. Man muss dann die Chancen sehen, die es einem bietet. Natürlich, der erste Schritt ist immer der anstrengendste. Aber das ist ja bei mir auch so. Ich bin noch weit weg vom papierlosen Büro. Aber überhaupt mal Struktur drin zu haben, Belege zu digitalisieren, dann auch den Mumm zu haben, das einfach wegzuwerfen oder halt das, was noch aufbewahrt werden muss, kompletter Blödsinn. Aber das dann halt einfach abzulegen und dort liegen zu lassen, ist ja schon mal ein großer Schritt. Aber wir haben ja auch das Problem, wir haben sehr viele Softwarelösungen im landwirtschaftlichen Betrieb. Wir haben was für die Tierhaltung, wir haben was für die Biogasanlage, dann haben wir was für den Ackerbau. Aber wir bringen es halt nicht zusammen, weil es in der Regel keine bis wenige Schnittstellen gibt. Das ist das Thema ja immer der Datenerfassung, also Daten erfassen tun wir wie Weltmeister und die Frage ist ja, was mache ich mit denen? Also und selbst wenn ich sie auswerten möchte, was ist die Erkenntnis daraus? Ist ja gar nicht so einfach, weil halt auch viele Dinge nicht so prozessual, abgebildet sind im landwirtschaftlichen Bereich, weil sie auch teilweise sehr stark fremdgesteuert sind. Nehmen wir das Thema Anbau auf dem Feld, du kannst ja nicht sagen, wie das Wetter wird. Das ist natürlich ultra fremdgesteuert und deshalb ein ganz wichtiger Punkt, aber ich glaube, Das Thema, den Mut zu haben, zum einen sich einzugestehen, dass es ein riesiges Defizit gibt. Und auch, das kann ich vorwegnehmen, es wird diesen Punkt der vollständigen Freude an diesem Thema, wo ich sage, jetzt habe ich alles komplett im Griff, einfach nicht geben. Und das hat mehrere Gründe zum einen, weil du feststellst es gibt ganz schön viel zu tun, weil wir uns tatsächlich in der Landwirtschaft ich glaube sogar in weiten Teilen im Handwerk in der Steinzeit befinden, was das angeht, und zum anderen, weil natürlich die technische Entwicklung also Stichwort KI Automatisierung brutal hoch ist, und da ist auch vieles gerade gestern hatten wir einen Experten-Talk bei der Farmers Factory, hatten wir es auch davon, wie es halt immer so ist bei so neuen Entwicklungen da ist ja auch vieles dabei das am Ende keinen Impact oder Einfluss also im Sinne von einer Arbeitserleichterung oder einer Erhöhung der Effizienz hat, sondern das ist halt vieles auch, da wird eine neue Sau durchs Dorf getrieben, oder, auf gut Schwäbisch. Und das aber herauszufinden, also da steht ja kein Schild dran. Wenn die Sau durchs Dorf getrieben wird, die hat ja kein Schild auf dem Rücken, wo draufsteht, das ist die neueste Sau, die durchs Dorf getrieben wird. Sondern das musst du ja selber durch Try and Error herausfinden. Und das führt dich halt manchmal auf einen Abweg oder auf eine Sackgasse. Die musst du halt dann schmerzlich herausfinden. Aber wie bist du da bei dir vorgegangen und wann war da der Punkt zu sagen, vielleicht macht es für mich Sinn, dass ich da auch, eine Beratungsleistung oder eine Dienstleistung draus anbiete. Klar, du bist schon viel draußen rumgekommen mit der Außendienststätigkeit, hast du sicher schon viel gesehen, auch in dem Bereich, aber ja, nehmen wir uns da mal ein bisschen mit auf den Weg. Tatsächlich war das, Irgendwann, das ist eine gute Frage, weil ich das im Moment jetzt zumindest aus dem Stehgreif, vielleicht ergibt sich es im Laufe des Gesprächs noch, gar nicht genau sagen kann, wann dieser Punkt gekommen ist. Also schon tatsächlich immer mit dem Hintergedanken, irgendwas Neues auch noch zu starten, weil eben Ende Biogas und so weiter. Und dann habe ich festgestellt in Gesprächen mit Kollegen und auch viel in dem Austausch mit meinem Cousin okay, ich weiß doch schon ganz schön viel zu dem Thema weil ich mich halt sehr intensiv also nur für mich, für meinen Betrieb auseinandergesetzt habe und dann war mir klar okay, da könnte man was draus machen, und dann habe ich so angefangen das so, ich sage jetzt mal, wie man es häufig halt so macht, so in seinem persönlichen Umfeld ein bisschen zu kommunizieren und daraus haben sich dann auch erste Kontakte ergeben, die dann gesagt haben, ja, okay, das ist genau das, woran wir arbeiten, wo wir eigentlich Unterstützung brauchen, weil, und das ist vielleicht auch ein ganz wichtiger Punkt zu verstehen, wenn man sich als Betriebsleiter mit sowas beschäftigt. Dann fängt es ja tatsächlich häufig damit an, dass man im Büro steht und merkt, okay, meine Hardware, also mein Scanner, mein Rechner, mein Bildschirm ist eigentlich eher so nicht so richtig für professionelles Arbeiten geeignet. So, das funktioniert. Dann kommt gleich der nächste Punkt dazu, dann merke ich, okay, ich brauche vielleicht ein neues Betriebssystem, ich brauche Software dazu und dann kommst du in der Regel, zumindest die allermeisten kommen dann schon komplett an ihre Grenzen, weil, okay, welches Gerät von den 10 Millionen soll ich dann nehmen, welches ist das Richtige für mich? Und dann geht man in der Regel halt vor und fragt sich im Umfeld, wer kennst du, wen kannst du mir empfehlen, wer ist so ein IT- und Software-Hardware-Anbieter oder Dienstleister, der mir das am besten im Karton bringt, einsteckt, installiert und ich kann an der Stelle weitermachen. Und das ist bei den meisten Firmen, die sowas anbieten, auch genau die Tätigkeit, die sie machen können, was sie aber nicht machen. Und das ist häufig eine Enttäuschung oder auch eine bittere Erkenntnis für den Betriebsleiter. Die können dir nicht sagen, wie du damit arbeiten sollst. Du hast die Technik, also wie wenn du einen neuen Schlepper bekommst. Typisches Beispiel, ganz viele Landmaschinenvertreter, die können dir die Maschine verkaufen, aber die können selber nicht damit fahren. Und genau das Gleiche hast du dort. Also da entsteht halt tatsächlich eine Lücke, weil, das ist so mein Credo, Digitalisierung ist kein Technikwettbewerb, sondern das ist eine Arbeitsweise. Und zwar eine völlig andere tatsächlich. Und mich hat das damals begeistert. Das war auch der Grund, warum ich mich da sehr intensiv mit Microsoft 365 auseinandergesetzt habe. Warum? Weil Microsoft halt der Anbieter von Excel ist. Excel hat natürlich eine zentrale Bedeutung in der Landwirtschaft, weil viele Datenexporte über CSV nach Excel stattfinden. Das kennt eigentlich auch jeder auf diesem Globus. PowerPoint, Word, die alten Dinosaurier. Und das kommt halt von Microsoft. Und deshalb war klar, auch noch getrieben durch die Empfehlung meines Cousins, der auch mit Microsoft 365 arbeitet. Dann habe ich mich da eben über diese Schiene näher damit auseinandergesetzt und habe gesehen, okay, tatsächlich steckt da ziemlich viel Hirnschmalz dahinter, weil Microsoft 365 für. Alle Abteilungen, die ein Unternehmen immer hat, nur unterschiedlich ausgeprägt. Also jedes Unternehmen hat, jede Firma hat eine Personalabteilung, eine Finanzabteilung, eine Produktion, eine Beschaffung, eine Dispo. Das hat jede. Nur der Unterschied ist, in welcher Ausprägung und was am Ende als Produkt hinten rauskommt. Tatsächlich ein Produkt, ob es jetzt Biogas ist oder ich produziere ein Auto oder ich bin Friseur, biete eine Dienstleistung an. Und die haben tatsächlich die Entwicklung dieser Apps und dieses ganzen Universums Microsoft 365 auch dahingehend abgebildet also du bekommst für jede dieser Abteilungen das passende Produkt das fand ich spannend weil das dich auch als Betriebsleiter der jetzt nicht so in diesem Prozessdenken drin ist ein bisschen konditioniert genau so zu denken weil halt so eine Firma strukturiert aufgebaut ist. Naja, das ist das, was bei mir noch fehlt. Als alter Apple-User war ich dann froh, dass es irgendwann mal Word und Excel für Apple dann auch gab. Und darauf ruhe ich mich gerade ein bisschen aus. Da tut mir jetzt aber auch schwer, den letzten Schritt voll zu gehen. Aber das ist ja das, was ich dann in dem ersten Jahr bei der Farmers Factory auch bei dir gelernt habe, was es da überhaupt alles gibt, welche Möglichkeiten dann auch zu kommunizieren. Ich habe jetzt keine festangestellten Mitarbeiter, aber eigentlich ist alles da, aber wie du sagst, keiner zeigt dir, wie es geht. Da siehst du dich dann auch tatsächlich? Ja, genau. Also das ist ja, wie vorher ich auch schon erzählt habe, in der Tätigkeit als Vertriebler im Außendienst. Es ist halt schon so, es ist halt wichtig, dass du ja die Sprache des Kunden sprichst. Also das mache ich ja auch in diesem Bereich wieder. Ich verstehe ja, wie die Abläufe auf landwirtschaftlichen Betrieben sind. Ich verstehe ja die Engpässe, die es da gibt oder die Besonderheiten. Nehmen wir das Thema Mitarbeiter. In landwirtschaftlichen Betrieben wird, würde ich sagen, im Vergleich mit anderen Branchen sehr, sehr viel mit Aushilfen, mit Teilzeitarbeitskräften, mit Minijobbern gearbeitet, weil es halt ein sehr saisonales Geschäft ist. Und das muss man halt berücksichtigen bei solchen Themen wie Digitalisierung, weil sonst kannst du halt immer. Die Hälfte der Menschen oder mehr gar nicht mitnehmen. Und dann machst du halt am Ende wieder Zettelwirtschaft. Weil es halt einfach ist und weil wir es schon kennen. Aber es ist halt nicht richtig gut, weil es ja immer diesen Ablauf eigentlich unterbricht. Oder WhatsApp-Gruppen. Wo irgendwann im Chaos versinken. Ja, also das ist mit Sicherheit ein tolles Ding, weil es auch schon jeder hat. Jeder weiß, wie es geht. Aber das hat halt auch seine Grenzen. Wenn neue Menschen dazukommen in so eine Gruppe, dann haben die ja den Gesprächsverlauf nicht. Die fangen immer bei Null an. Das ist zum Beispiel ein riesen Nachteil. Also auf jeden Fall war für mich dann irgendwann auch die Perspektive und das habe ich seit einem Jahr ungefähr erlebt. Smartphone-only zu arbeiten. Das heißt tatsächlich, ich habe alles. Wirklich jedes Dokument, jede Datei, jede Information zu meinem Betrieb hier auf dem Smartphone. Ich brauche meinen PC definitiv nicht mehr. Ich habe trotzdem noch einen, aber ich brauche ihn nicht. Natürlich, wenn ich ein Meeting mache, ist es schöner auf einem 17-Zoll-Bildschirm wie hier auf dem Smartphone, ganz klar. Und ich kann auch, wenn ich einen Bildschirm teilen will, natürlich das besser zeigen und kann mit der Maus und so weiter, das ist gar keine Frage. Aber es ist nicht zwingend notwendig. Und das gibt dir halt tatsächlich Freiheit. Warum? Wir hatten das schon so ein bisschen angesprochen, oder? Du bist ja als Landwirt auch häufig halt so, du tanzt auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig. So, eigentlich brennt draußen die Hütte. Du weißt genau, ich muss jetzt raus, weil ich kann halt das Wetter leider nicht verschieben. Sondern ich muss mich danach richten, aber ich habe dann ja auch manchmal vielleicht mal eine kürze Leerlaufzeit, keine Ahnung. Ich warte auf jemanden, Gülle fahren, Zubringer, stehe ich zehn Minuten am Feldrand. In der Zeit kann ich jetzt zum Beispiel hingehen und zwei oder drei Mails verarbeiten, und zwar so, dass ich die aus dem Posteingang raus habe, weil ich kann sie gleich die Informationen, also häufigen Beleg oder irgendeine Datei mit einer Information dran, einen PDF-Anhang gleich ablegen. Und zwar so, dass sie eine Sekunde später für meinen Mitarbeiter an der richtigen Stelle wieder auffindbar ist. Und ich habe das Ding aus meinem Posteingang raus. Das heißt, ich habe nicht am Ende des Jahres 5000 Mails in meinem Posteingang, sondern ich habe seit Beginn des Jahres 2026 bis heute sicher keine 30 Mails mehr in meinem Posteingang drin. Und ich bekomme am Tag 40 Stück. Und das ist ja was, was dir halt, das macht dich unabhängiger. Oder wenn ich heute zu dir gehe und ich stehe vorhin mal 10 Minuten oder Viertelstunde an der Ladesäule mit meinem Tesla, dann, gehe ich halt in mein Handy rein und beantworte oder erledige diese Aufgaben vom Smartphone aus. Ich glaube, das ist ein Punkt, der wird häufig total unterschätzt, weil in der Zeit, wo du es nicht machst, weißt du genau, der Stapel der Aufgaben, der wird mit jeder Minute, die ich nicht nutzen kann, in meinem Büro, im Haus, größer. Ja, das ist so. Also ich versuche das auch zu nutzen, es gibt auf dem Acker einfach stumpfsinnige Arbeiter, wo du hoch und runter fährst, wo das Lenksystem dir eigentlich die Arbeit abnimmt, du noch ein bisschen umdrehen musst, das geht ja heute auch schon automatisch, da kannst du schon verdammt viel abarbeiten, dass das abends nicht noch im Büro liegt, wenn du kommst. Genau. Und so muss man es eigentlich aktiv nutzen, dass ich den Tag über produktiv bleibe und das nicht abends noch da liegen, aber am Wochenende. Genau, ich glaube, das ist die verkannte große Chance, auch wirklich für Selbstständige, dann halt diese Zeit zu nutzen, weil was passiert sonst typischerweise? Du weißt genau, ich muss das erledigen und zwar heute. Und dann kommst du nach einem langen Tag rein und dann weißt du genau, ich muss jetzt noch eine halbe Stunde oder eine Stunde ins Büro, weil morgen früh bin ich um fünf oder sechs ja schon wieder draußen. Und das ist eigentlich ja nicht Sinn und Zweck dieser ganzen Übung. Also, nee, definitiv nicht. Wo kannst du dann die Betriebe unterstützen? Fängt das ganz vorne schon an bei der Technik? Du hast es angesprochen, irgendwann steht immer eine Erneuerung an und das dann auch als Chance zu sehen, den Prozess vernünftig zu starten, ist in der Regel wahrscheinlich das Sinnvollste, aber was hast du im Angebot? Ja, also erstens, grundsätzlich kann man sagen, das ist natürlich sehr individuell, weil der Stand, auf dem sich ein Betrieb befindet, der ist ja jedes Mal anders. Es gibt Betriebe, die sind schon relativ weit. Es gibt natürlich Betriebe, die sagen, okay, jetzt geht es los. Wir fangen bei der Hardware an. Auch das kann ich natürlich unterstützen, weil ich mich da natürlich qua meiner Tätigkeit regelmäßig damit beschäftige. Und das ist aber auch so, ich bin ja nicht allwissend, sondern ich habe natürlich im Zweifelsfall auch Leute, die ich im Hintergrund dann frage und sage, du hör mal zu, was würdest du jetzt für den und den Fall machen und gebe die Information halt weiter, so sehe ich mich auch. Wissen heißt ja nur wissen, wo es steht. Also ich muss halt die richtigen Menschen auch kennen. Das ist ja immer auch ein Stück weit Netzwerken. Genau, und wenn wir das dann haben, dann geht es darum, okay, wie bauen wir eine Ordnerstruktur zum Beispiel auf, die eben halt auch für landwirtschaftliche Betriebe angemessen geeignet ist, die erweiterbar ist, weil viele Betriebe natürlich ja auch auf Wachstumskurs sind oder andere Geschäftsfelder mit reinnehmen, keine Ahnung, einen PV-Park oder eine Windkraftbeteiligung, dann wird das heute ja immer ausgegliedert in eine neue Firma, wird eine Firma gegründet. Das ist halt eine rechtlich eigenständige Einheit und so sollte sie halt auch organisatorisch betrachtet werden. Dann ein ganz großes Thema ist immer die Trennung von privat und geschäftlich. Gerade typische Familienbetrieb. Betriebsleiter ist alles, der ist der eigene beste Mitarbeiter, er ist Geschäftsführer, er ist Inhaber, er ist Produktionsleiter, er ist alles. Und Familienvater und Partner seiner Frau, also der hat zig Rollen und da neigt man natürlich zu, der Einheit, der Einfachheit halber alles zu tun. E-Mail mäßig zum Beispiel oder Bilder, die synchronisiert werden vom Smartphone, halt auf einem Account zu haben. In dem Moment, wo ich Mitarbeiter habe, die Zugriff bekommen sollen auf irgendwelche Surfer, auf Clouds, kollidiert das halt, weil ich möchte ja nicht mein ganzes Leben mit fremden Menschen teilen. Und das ist eigentlich immer eine ziemlich, eigentlich wäre es immer schön, man könnte alles platt machen, alles wegschmeißen und bei null anfangen. Ja, das ist schwierig. Genau, das muss ja auch in den laufenden Betrieb alles integriert werden. Also das natürlich überhaupt das Bewusstsein zu schaffen, auch zu erklären, ist ja ganz viel Arbeit oftmals dabei, auch das verständlich zu machen, übersetzen. Also die technischen Anforderungen zu übersetzen in die Sprache des späteren Anwenders, da ein Bild zu schaffen, wie das alles aufgebaut ist und dann natürlich auch ganz konkret Umsetzungshinweise, wie bekomme ich die Daten von dem Rechner oder von meinem eigenen Server in eine Cloud und warum ist das überhaupt notwendig? Und Datenschutz und Datensicherheit und Backup und Synchronisation. Also da gibt es ein sehr breites Thema. Was aber für mich auch total interessant ist, weil ich ja damit auch immer lerne. Also ich kann zunehmend mehr Fragen aus dem Stehgreif beantworten, aber du kannst ja solche Fragen eines Kunden nicht skripten. Du kannst ja nicht 10 Millionen Fragen irgendwo aufschreiben, sondern jeder hat ja individuelle Themen und die gilt es dann halt auch zu lösen. Da gilt es eine Lösung zu finden, die halt einfach möglichst günstig, also auch wirtschaftlich günstig ist, also nicht mit einer hohen Investition einhergeht. Und wie mache ich das noch, um alle diese Bedingungen zu erfüllen? Und das ist eigentlich auch, finde ich, total spannend, weil es auch für mich immer Wachstum ist. Also lernen, weiterentwickeln, neue Dinge zu erfahren und zu denken, so einfach geht das. Aber man muss halt es wissen. Genau, das glaube ich dir sofort. Du lernst halt auch jedes Mal auch neue Menschen kennen. Wie Leute ticken, wie du sagst, und dann denkst du, wow, und das hast du noch nie gedacht. Wie läuft so ein Prozess bei dir? Das wird ja auch nicht nur digital funktionieren. Du musst ja mit Sicherheit auch mal analog vor Ort sein, um sich kennenzulernen, denke ich mal auch. Also tatsächlich ist es so, ich sage mal, diese... Also originäre Arbeit, die hinter dem Gedanken des Consultings, also der Beratungsleistung steckt, konkret die Digitalisierung in den Betrieb nach vorne zu bringen, die findet ausschließlich remote statt. Also wir haben dann in der Regel ein Meeting mit ungefähr zwei Stunden. Das heißt, die Module, die ich praktisch anbiete, die sind immer sechs Monate mit je einem Meeting pro Woche. Einfach so als Anker, dass man halt auch so einen Punkt hat, wo man sagt, okay, bis dahin möchte ich auch Dinge voranbringen und beinhaltet natürlich auch eine Anzahl, also in dem Fall einfach 24 Meetings für sechs Monate. Um die Frage nach der physischen Anwesenheit zu erklären, das mache ich tatsächlich, dass ich die Betriebe einmal besuche, um eben halt einfach nochmal sich persönlich kennenzulernen das ist aber für unsere Arbeit an sich, sonst, ich sage jetzt mal aus technischer Sicht nicht notwendig auch ganz bewusst so weil ich natürlich damit auch, fördere, dass der Mandant sich auf das digitale Arbeiten ja einlässt und sagt ah ok, da gibt es ja ganz schön viele coole Sachen die würden mir ja im Alltag auch wieder helfen also learning by doing Ja, genau. Bezieht sich deine Leistung dann rein auf Digitalisierung von Prozessen oder geht sie dann noch drüber hinaus? Also klassische Unternehmensberatung? Also das ist tatsächlich drei Hauptfelder, also ich sage jetzt mal so alles, was mit Unternehmen, Unternehmensentwicklung zu tun hat, speziell, im Grunde ist es ja ein Unterthema davon, Digitalisierung, aber das ist so die zweite Säule. Und was sich jetzt letztes Jahr so entwickelt hat. Das war eher Zufall, ist einfach so gekommen, dass ich tatsächlich auch in dem Bereich so ein bisschen so, also Neudeutsch würde ich mal sagen, Mindset, also so Überzeugung, an was glaube ich, damit verknüpft auch so Generationenkonflikte, ist ja ganz großes Thema in der Landwirtschaft. Also war ich selber überrascht davon, wie zentral dieses Thema auf, ich glaube, der Mehrzahl der Betriebe tatsächlich ist. Und da bin ich eigentlich so ein bisschen reingerutscht. Klar, ich habe da ja auch Erfahrung, weil wir das alles schon hinter uns haben auf dem Betrieb. Und das sind so die drei Säulen, also Digitalisierung, ich sage jetzt mal Unternehmertum und eben dieses Thema Familie, Generationen, Konflikt. Das sind so die drei Themen, mit denen ich mich im letzten Jahr sehr stark beschäftigt habe. Das macht alles Markus Jehle allein oder deine Partnerin dabei? Also ich sage mal, das ist ja immer so ein Eins-zu-eins-Austausch. Der findet eben zum einen über die Meetings statt, zum anderen relativ intensiv auch über WhatsApp. Also ich sage jetzt mal so für zwischendurch, wie es halt so ist. Nehmen wir das Beispiel, du sitzt als Betriebsleiter im Büro konkret und ich weiß nicht, sortierst Dateien. So, dann ergibt sich eine Frage, dann macht er mir ein Bild oder schickt mir eine Sprachnachricht oder schreibt mir einen Text und sagt, du Markus, guck mal, ich habe das und das Thema, wie gehe ich da am besten ran? Also das ist so, ich sage mal, so ein Notfall-Hotline, da bin ich eigentlich auch immer verfügbar an allen Tagen der Woche, so wie ich es halt mache ich, ich brenne ja auch dafür, also das gibt mir ja sehr viel Energie, aber, Dann, was seltener stattfindet, sind Telefonate. Aber auch das ist natürlich möglich. Ich habe einen Mandanten, der ruft mich dann immer an und sagt, du Markus, ich habe das und das Thema. Ich weiß gerade nicht, was ich machen soll. Hast du mir einen Tipp, wie ich da rangehen kann? Und das kann alles mögliche sein. Also wirklich alles, was man als Selbstständiger so an Themen hat, von der Familie über Mitarbeiter bis zur Produktionstechnik manchmal unterhalten, was sich natürlich auch, ist ja logisch, wir sind ja auch Landwirte. Ja, und genau, dann gehe ich halt ran und wenn es irgendwie geht, wenn ich gerade in einem Meeting bin oder es sonst irgendwie verhindert bin und dann reden wir über diese Dinge und gucken, dass wir das halt, einfach, ja, dass der Kunde, der Mandant den möglichst größten Nutzen aus meiner Tätigkeit hat, ja, das ist eigentlich mein Ziel und das mache ich tatsächlich, um auf die Frage zurückzukommen, alleine, aber. Ich habe mit einem Geschäftspartner letztes Jahr im November eine Firma gegründet, weil das lief so das erste Jahr praktisch als Nebenbetrieb der Landwirtschaft, auch, sagen wir mal, steuerlich, buchhalterisch. Aber das hat halt einfach einen zu großen Umfang angenommen, als dass man das dauerhaft so treiben könnte. Und dann hat sich das so ergeben. Und wir haben zusammen eine Firma gegründet, die Jelle Agrarstruktur und Innovation GmbH mit Sitz in München. Mein Geschäftspartner ist der Robin Gassmann. Der ist auf Social Media, auf Instagram insbesondere auch bekannt. Er ist praktisch so derjenige, der mich im Hintergrund mitbekommt. Mein Berater, wenn man so möchte, also das ist die Idee. Wir bringen unser Wissen, das natürlich in unterschiedlichen Bereichen, unterschiedlich stark ausgeprägt ist, zusammen als Kapital in die Firma ein und unterstützen uns da gegenseitig beim Aufbau dieser Firma. Und seit kurzem sind wir da eben mit einem vierten Punkt praktisch noch rausgekommen. Wir haben nämlich eine eigene App entwickelt, den Hofmanager Plus, der eben genau diese Themen, die landwirtschaftliche Betriebe nämlich im Bereich Verwaltung, Management im Zusammenhang mit Digitalisierung halt haben, abbilden soll. Genau. Ja, genau, das habe ich schon gesehen bei dir und finde ich extrem spannend. Das, glaube ich, wird eine gute Sache, weil ich glaube, das ist das, was bei den meisten fehlt, dass ich es dann wirklich auch irgendwo zentral habe und nicht dann nochmal jede Microsoft App öffnen muss, um wieder dahin zu kommen, wo ich will, dass ich vielleicht zumindest mal alle Dokumente, an einem Ort habe, wo ich suchen kann. Und das werde ich auf jeden Fall in die Shownotes reinpacken, wo ihr das alles findet und wo man den Markus findet. Also extrem spannend. Wo. Siehst du dich in, sagen wir mal, fünf Jahren? Was ist dein Ziel? Ich gehe mal davon aus, dass du eins hast, so wie du jetzt vom Mindset aufgestellt bist, mit dem ich mich gerade auch sehr extrem oder intensiv auseinandersetze, dass ich den Blick nach vorne wieder finde. Wo siehst du dich da? Oder was ist dein Ziel? Also das Einzige, was hundertprozentig sicher ist, ist, dass sich sehr viel verändern wird. Das weiß ich schon ganz sicher. Klar, bei uns ist ein großes Datum natürlich der 31.12.2030. Da endet der erste Vergütungszeitraum, die ersten 20 Jahre des EEGs für unsere Biogasanlage. Was ab da oder bis dahin passiert, bedürfte einem Blick in die Glaskugel, sofern man eine hätte, die dann auch noch die Wahrheit sagt. Ja, genau. Also das kann ich noch nicht sagen, wo das genau hingeht. Perspektivisch glaube ich eher, dass ein größeres Wunder passieren müsste, dass eben Biogas weitergeführt werden könnte. Also nicht, weil es technisch unmöglich ist, sondern weil ich das für mich persönlich ausschließe oder weil ich nicht mehr bereit bin, unter den Bedingungen das überhaupt zu tun. Das hat nichts originär mit der Tätigkeit in der Landwirtschaft zu tun, sondern das ist einfach das Ganze drumherum. Wir hatten es im Vorgespräch, vor wir hier gestartet sind, schon ein bisschen davon. Ich glaube, Biogasbetreiber sind wirklich geplagt von den Hürden des Bürokratiewahnsinns. Das würde ich auch tatsächlich so benennen wollen, da lasse ich mich auch nicht davon abbringen. Das wissen vor allem diejenigen, die sowas tun. Auch ein ganz interessanter Punkt, den ich letztes Jahr zu einem Mandanten gesagt habe, du musst dir mal überlegen, was glaubst du, wie viele Menschen in Deutschland jemals ein Genehmigungsverfahren nach Paragraf 16 BIMSCHG gemacht haben? Und ich wette, das sind deutlich unter 0,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Das heißt, weit über 99 Prozent der Menschen können hier einfach nicht mitreden. Punkt. Da lasse ich auch nicht dran rütteln. Und wenn du das nie gemacht hast, so viel Fantasie bringt niemand auf, um sich vorzustellen, was das bedeutet. Also was man plötzlich alles begutachten kann. Das ist so irre. Also die Fantasie bringst du nicht her. Und um aber da wieder zurückzukommen, glaube ich. Dass gleichzeitig aufgrund dieser Unsicherheit ja auch in diesem Bereich meine Tätigkeit hier in dieser Richtung Beratung, Sparing, im 1 zu 1 auch die Entwicklung dieser App. Dass das für mich ein Weg ist, zumal tatsächlich ich, nach so einer Idee schon vor über, ja das ist jetzt ungefähr 20, ja gute 20 Jahre her auch schon gesucht habe. Aber damals war die Zeit auch noch nicht reif. Die Möglichkeiten, nämlich des digitalen Zusammenarbeitens, Mandanten über die ganze Bundesrepublik einfach so zu haben, die gab es ja damals nicht. Und das war damals auch ein Punkt, warum klar war, okay, also ich sage mal, das südliche Baden-Württemberg ist ja jetzt nicht gekennzeichnet durch große Strukturen, durch brutal wachsende Betriebe und das hat sich aber damit eröffnet, dieses Feld, und vielleicht auch als Appell oder Vision für viele Landwirte. Das begegnet mir sehr häufig im Gespräch jetzt mit, Kollegen, die so in unserem Alter sind, wo man sich so auch entscheidet, was passiert so ab Mitte 40 passiert das, ändert sich diese ganze Denkweise häufig ein bisschen weil man sieht, okay, man lebt ja doch nicht ewig und. Viele hadern auch damit WDR mediagroup GmbH im Auftrag des WDR, Ja, welche Entscheidung oder welche Denkweise empfehle ich auch meinen Kindern? Also du machst das ja in der Regel aus größter Überzeugung, weil du es auch schon immer so gewohnt bist. Keiner beklagt sich darüber oder die wenigsten, dass sie zwölf Stunden normal sind. Das ist auch nicht schlimm am Ende des Tages, das macht es nicht aus, warum du Stress hast. Von vernünftiger, sinnvoller Arbeit, zwölf Stunden ist total easy. Das belastet einen nicht. Aber Kinder von landwirtschaftlichen Betrieben wachsen erstens total privilegiert auf, nämlich im Grünen mit viel Kontakt zur Natur, mit unglaublich viel Freiheit, mit Selbstverwirklichungspotenzial, wenn sie denn dürfen, wenn sie von den Eltern gelassen werden. Und die lernen verantwortungsbewusst zu sein, nämlich zuständig zu sein für irgendwelche Dinge, die erledigt werden müssen, egal ob es Küche aufräumen ist oder nach Tieren zu gucken oder, irgendwas zu erledigen und zwar selbstverantwortlich, weil man genau weiß, es trägt ja dazu bei, dass man sich das Leben ermöglichen kann und die haben damit einfach Eigenschaften, die glaube ich viele, Kinder gar nicht mehr kennen überhaupt. Also die haben die Möglichkeit, gar nicht mehr diese Eigenschaften kennenzulernen, weil halt das Umfeld das gar nicht hergibt. Und gleichzeitig ist das ja eine Riesenchance für die Kinder, die als Kinder von landwirtschaftlichen Betriebsleitern aufwachsen. Und ich behaupte sogar, das war noch nie, die stechen immer weiter in der Spitze raus, weil eben ja, wie soll ich sagen, diese Gesellschaft hat sich verändert oder verändert sich gerade rasant. Also. Die Kinder, die fallen immer auf die Füße. Die sind freundlich, die wissen, wie man sich benimmt, die sind selbstverantwortlich, die sind auch leistungsfähig, die sind auch im Zweifelsfall auch mal handwerklich begabt, die wissen, wie man einen Beser oder Schaufel in die Hand nimmt. Also kannst du ja mal gucken, wie viele das heute nicht mehr können, weil sie es schlicht noch nie getan haben, weil es nie eine Anforderung war, das zu tun. Genau, das liegt ja nicht unbedingt an den Kindern, sondern weil unsere Generation, viele unserer Generation, das den Kindern nicht mehr mitgeben wollen, können. Genau. Und ich hatte gerade erst vor 14 Tagen ein Gespräch mit einem Freund, der hat drei Jungs. Und ich habe gesagt, du brauchst keine Angst, um deine Söde zu haben, auch wenn ihr auf die Idee kommt, dass es mit dem landwirtschaftlichen Betrieb nicht weitergeht. Deine Kinder haben alle, weil ich die auch kenne, die haben alle eine goldene Zukunft vor sich, weil die mit Eigenschaften ausgestattet sind, die es ihnen ermöglicht, immer auf die Füße zu fallen. Und das ist doch eigentlich auch eine total gute Aussicht für Betriebe, gerade die so in diesem Konflikt stehen. Ja, wie geht es eigentlich mit dem Hof weiter? Was passiert dann? Und dann habe ich ja hier kein Zukunftsmodell für meine Kinder. Das sehe ich überhaupt gar nicht. Da bin ich vollkommen bei dir. Das sehe ich hier auch nicht. Das ist ja für mich genau die Frage, wie geht es hier weiter. Aber eigentlich ist das Ziel, ich stelle den Betrieb so auf, dass dann irgendjemand weiter bewirtschaftet. Aber mir ist halt wichtig, dass er hier auch weiter mit Leben gefüllt ist. Und nicht so wie es bei vielen Aussiedlerhöfen 60er, 70er Jahre ist. Irgendwann habe ich schon öfter gesagt, zwei alte Leute wohnen. Und wenn die weg sind, wird es verklopft oder verkauft. Und das ist nicht mein Anspruch und ich glaube auch nicht, dass das bei unseren Kindern passieren wird Ja, jetzt haben wir schon sehr lange gequatscht, glaube ich. Was ist dir noch wichtig am Ende? Was würdest du gerne noch mitgeben den Hörerinnen und Hörern? Also was für mich ein zentraler Bestandteil ist in meinem Leben, das ist auch mit Sicherheit meiner Persönlichkeit oder meinem Persönlichkeitsprofil vielleicht, wenn man so möchte, geschuldet tatsächlich für ein positives, für ein gutes Miteinander in der Familie zu sorgen. Und es ist mir gerade letztes Jahr ganz bewusst geworden, als ich jetzt mehrere Mandanten hatte, die eben mit diesem Generationenkonflikt auseinandersetzen müssen, weil das wirklich so viel zerstört und eigentlich gehört ja die Familie immer zu diesem Inner Circle, zu diesem stabilen Kreis von Menschen, sollte er zumindest aus meiner Sicht. Du hast zu niemandem, nie zu einem Menschen eine engere Bindung, natürlich vor allem zu deiner Partnerin, zu deinen eigenen Kindern. Und da wird so viel Leid produziert, teilweise für gar nichts. Also am Ende eines oder wie soll ich sagen, häufig können die nicht mal genau sagen, warum eigentlich. Also es gibt schon einen Auslöser oder so einen Punkt, wo man sagt, ja da hat es angefangen, aber ist es das wert, dafür also so in Opposition zu gehen? Also ich glaube, weil es auch schon tatsächlich ein zentrales Thema auf vielen landwirtschaftlichen Betrieben ist, ist das wirklich so ein, vielleicht auch ein Appell, guckt, dass ihr eure Sachen da in der Familie in Ordnung bringt. Irgendjemand muss auch aus meiner Sicht ein bisschen das Heft in die Hand nehmen und sagen, das ist unsere Agenda, wir sind ein starker Clan, wir halten zusammen, wir stehen für uns ein, wir machen es gemeinsam, zusammenarbeiten wir an diesem Projekt, Familie, wir sind eins, Punkt, Ende. Das ist für uns alle so die Basis und darauf baut dann der Rest auf und nicht umgekehrt. Und das sieht man halt auch tatsächlich. Bei Familien, wo das nicht ist, die bauen über Generationen ganze Imperien auf, dann kommt der große Generationenkonflikt, dann ist in 20 Jahren alles am Arsch. Also das ist mein, ich glaube, das ist meine Sache, die ich mitgeben würde. Ja, das würde ich dann auch einfach so zum Schluss stehen lassen. Markus, ganz herzlichen Dank für deine Zeit, für das sehr, sehr spannende Gespräch. Ich wünsche dir und deiner Familie alles Gute für den Weg, den ihr jetzt geht. Ich werde ihn sehr genau beobachten, weil ich es wahnsinnig spannend finde, sich da auch einfach selber nochmal für sich zu definieren, was möchte ich eigentlich machen im Leben? Wo hängt mein Herz dran? Und dann passiert nämlich auch das, dass man dann auch den Erfolg hat, den man möchte, wenn ich Dinge tue, die mir Spaß machen, wo ich dafür brenne. Es ist vielleicht hochgegriffen, weil man schnell auch ausbrennt. Das war's schon wieder für heute. Danke, dass du dabei warst bei Boden und Leben, dem Podcast rund um 20 Zentimeter, die die Welt ernähren. Wenn du mehr über mich, uns als Familie und unseren Betrieb erfahren möchtest, dann abonniere diesen Podcast, folge mir auf Instagram unter michael.weber und abonniere unseren YouTube-Kanal innovativelandwirtschaft.weber. Bis zum nächsten Mal. Ich wünsche euch eine gute Zeit.