„Chefsache – der GZ-Podcast“ ist eine Gesprächsreihe, in der Chefs zum Einstieg immer die obligatorische Frage gestellt bekommen: „Was haben Sie als Letztes innerhalb des Unternehmens zur Chefsache erklärt, weil es Ihnen so wichtig gewesen ist, dass Sie das Heft des Handelns selbst in die Hand genommen haben?“
Diese Frage stellt die Getränke Zeitung in ihrer neuen Podcast-Serie einmal im Monat Führungskräften und Unternehmenslenkern aus der Getränkebranche. Denn in Zeiten, die fordernder und bewegender kaum sein könnten, braucht es starke Meinungen, interessante Einblicke und Vorbilder, die anpacken.
In unserer 30. Episode des GZ-Podcasts "Chefsache" geht es um das Thema "ProWein 2.0." Unser heutiger Gast, Frank Schindler, hat seit Mitte Oktober des vergangenen Jahres die freie Stelle als ProWein Director angetreten, um die Weltleitmesse für Wein und Spirituosen nicht mehr, aber auch nicht weniger ein stückweit neu zu erfinden. Das ist eine durchaus anspruchsvolle Aufgabe, der sich der 50-Jährige stellt. Denn die Kritik um die ProWein ist in den vergangenen 5 Jahren sukzessive gewachsen: zurückgehende Internationalität, zu weite Wege von Halle zu Halle, zu hohe Hotel- und Gastronomiekosten, um nur einige Punkte zu nennen.
Nun fällt die Kritik in eine Zeit, in der sich die Weinbranche in einer der schwierigsten Lagen der Nachkriegszeit befindet. Sie ist gekennzeichnet durch sinkenden Weinkonsum - insbesondere bei jüngeren Menschen - stark gestiegenen Produktionskosten und gleichzeitig fallenden Erzeugerpreisen, was viele Winzer existenziell bedroht und zu massiven Verlusten führt. Wobei die Marktbereinigung bereits eingesetzt hat und ein Teil der Unternehmen vor dem Aus steht. Bis zu 50 Prozent der Betriebe sind laut Expertenschätzungen vom Ruin bedroht. Die Folge: Deutsche Weine verlieren weiter Marktanteile im eigenen Land, da Verbraucher preisbewusster einkaufen. Was Schindler nicht leisten kann: Die Herausforderungen der Branche zu lösen. Aber er kann sehr wohl mit der ProWein einen Ort schaffen, der zu Wachstum inspiriert.
Dass der Turnaround bei der ProWein, den die Messe Düsseldorf eingeleitet hat, gelingen könnte, hat viel mit der Person Frank Schindler zu tun. Der ehemalige Schwimmprofi und Sportwissenschaftler bringt nicht nur viel Energie und Ausdauer mit. Schindler kommt von der Ausstellerseite und kennt deren Bedürfnisse somit nur allzu gut. Durch seine ehemaligen Positionen als Geschäftsführer des traditionsreichen Weinguts Esterhazy aus dem Burgenland und als Geschäftsführer der VINUM Weinhandel mit Hauptsitz in Südtirol bringt er in alle Richtungen fundierte internationale Praxis, strategische Kompetenz und ein starkes Netzwerk mit. Hinzu kommt, dass der Wein- und Spirituosenprofi dank seiner Ausbildung zum Weinakademiker (WSET) und seinem Master „Internationales Weinmarketing“ über umfangreiches Fachwissen verfügt.
Nach dem Motto "Shape, Create, Elevate" - also "Formen, Erschaffen, Verbessern" konzentriert sich der Wein-Manager auf drei elementare Neuerungen: ein neu geschaffenes Buyers Concierge Team, ein klares Branding und ein komplett überarbeitetes Hallenkonzept. In der Praxis heißt das für Schindler, dass Aussteller wie Fachbesucher wieder mehr Kontinuität und Nachhaltigkeit beim Hallenkonzept vorfinden sollen. Wenn's geht die nächsten 5 Jahre. Laut Schindler ist es ein bisschen wie im Supermarkt: "Keiner liebt es, die Ware nicht am gewünschten Platz vorzufinden, weil wieder mal die Regalstruktur verändert wurde."
Für den 50-Jährigen kommt es vor allem darauf an, qualitativ zu wachsen, nicht um jeden Preis. Im Mittelpunkt sollen die Aussteller und die Fachbesucher stehen - und zwar mehr denn je.
Warum diese Messe noch lange nicht gelesen ist - sagt Frank Schindler.
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