Sein Körper wurde nie gefunde
Was das Meer verschweigt
05.08.2026 15 min Alke Katharine Szonn
Ein Mann verschwindet mitten auf dem Meer. Fünfzehn Tage später stirbt ein zweiter auf demselben Schiff. Die Aufzeichnungen aus der entscheidenden Nacht wurden gelöscht. Und bis heute wurde niemand zur Verantwortung gezogen. Am 30. August 2012 steht der Schiffskoch César Llanto noch auf dem Deck der Sage Sagittarius. Dann ist er fort. Sein Körper wird niemals gefunden. Wenig später stürzt der leitende Ingenieur Hector Collado elf Meter in die Tiefe. Jahre später kommt eine Untersuchungsrichterin zu einem erschütternden Schluss: Beide Männer starben durch Fremdeinwirkung. Doch das Schiff ist längst weitergefahren, wichtige Zeugen leben über Ländergrenzen verstreut. Und die Wahrheit verliert sich nicht im Meer, sondern in einem Geflecht aus Flaggenstaaten, Unternehmen und weitergereichter Verantwortung. Diese Folge von Memorial Crime erzählt jedoch nicht nur von zwei ungeklärten Todesfällen. Sie erzählt auch von Mohammad Aisha, der vier Jahre lang auf einem verlassenen Frachter vor Ägypten festsaß. Ohne verlässlichen Strom, ohne ausreichende Versorgung und ohne die Freiheit, nach Hause zurückzukehren.Drei Namen. Drei Schicksale. Ein System, das nahezu alles über unsere Ozeane transportiert. Außer Verantwortung. Nach dieser Folge werden Sie Ihren morgendlichen Kaffee, Ihr Handy und die Schuhe im Flur mit anderen Augen betrachten. Denn hinter den Dingen, die für uns selbstverständlich sind, stehen Menschen, deren Namen kaum jemand kennt. Geschrieben und gesprochen von Alke Katharine Szonn.
Die Kinder vom Bullenhuser Damm
01.07.2026 33 min
Hamburg, Nacht vom 20. auf den 21. April 1945. Drei Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs.Im Keller einer Schule im Stadtteil Rothenburgsort werden zwanzig jüdische Kinder ermordet. Sie sind zwischen fünf und zwölf Jahre alt. Sie kamen aus fünf Ländern. Zuvor waren sie im Konzentrationslager Neuengamme für medizinische Versuche des SS-Arztes Kurt Heißmeyer missbraucht worden. Als die Alliierten näher rücken, sollen sie für immer schweigen. Man betäubt sie mit Morphium. Dann hängt man sie einzeln an Wandhaken auf.Auch die vier erwachsenen Häftlinge, die den Kindern bis zuletzt beistanden, werden ermordet. In derselben Nacht sterben weitere namenlose Opfer. Fast 35 Jahre lang blieb dieses Verbrechen weitgehend im Schatten. Bis der Journalist Günther Schwarberg begann, zu suchen: nach Akten, Spuren, Familien, Namen. Nach Kindern, die die Täter auslöschen wollten.Diese Folge erzählt von Sergio aus Neapel, der nur zu seiner Mutter wollte. Von Eduard und Alexander aus den Niederlanden. Von der kleinen Eleonora, dem jüngsten Opfer. Von Müttern, die jahrzehntelang suchten. Von Angehörigen, die erst viel später erfuhren, was geschehen war. Und von einem Verbrechen, das nicht nur aus Hass geschah, sondern auch aus Feigheit vor der Wahrheit. „Die Kinder vom Bullenhuser Damm“ ist kein True Crime zur Unterhaltung. Es ist respektvolle Erinnerungsarbeit.Denn Geschichte ist keine Vergangenheit. Sie ist das, was bleibt, wenn Menschen schweigen. Geschrieben und gesprochen von Alke Katharine Szonn.
Der Fall Ruthardt
Ehe ohne Ausweg - ein Mord, der bleibt
21.04.2026 16 min Alke Katharine Szonn
Fast 200 Jahre sind vergangen, seit in Stuttgart ein Mann starb und seine Ehefrau verhaftet wurde. Der Mord an Eduard Ruthardt geschah im Jahr 1844. Und doch wirkt dieser Fall bis heute nach. Diese Episode erzählt die Geschichte eines historischen Giftmords, der sich nicht einfach mit seinem Urteil erledigte. Im Mittelpunkt steht eine Ehe, die unter Schulden, gesellschaftlichem Druck und rechtlicher Enge zerbrach. Eine Zeit, in der es für Frauen kaum Wege aus einer gescheiterten Beziehung gab. Und eine Tat, die überraschend schnell aufgeklärt wurde, mit Ermittlungen, die für ihre Zeit ungewöhnlich modern waren. Warum erinnert man sich fast zweihundert Jahre später noch an diesen Fall?Warum verschwindet das Opfer aus der Erinnerung, während die Täterin zur historischen Figur wird? Warum bleibt häusliches Leiden so oft lange unbeachtet, damals wie heute? Und was sagt der Umgang von Justiz, Medizin und Öffentlichkeit über die Gesellschaft aus, in der dieser Mord geschah – und über unsere eigene? Die Folge spannt einen Bogen von einem Verbrechen im 19. Jahrhundert zu Fragen, die auch heute nicht verstummt sind. Wie reagieren wir, wenn wir Gewalt im nahen Umfeld vermuten? Wer trägt Verantwortung? Und ab welchem Moment wird aus stillem Wissen ein Handeln? Ein Fall aus der Reihe „Memorial Crime“, geschrieben und gesprochen von Alke Katharine Szonn. Kein sensationsgetriebener True Crime, sondern eine ruhige Annäherung an einen Mord, der fast 200 Jahre zurückliegt – und dennoch bleibt.
Zwischen Seetang und Arsen — »Sie ließen mich nicht«
Eine forensische Erzählung über den ungeklärten Tod von Jennie Cramer
29.08.2025 25 min Alke Katharine Szonn
Ein Sommermorgen 1881, West Haven bei New Haven: Eine junge Frau wird am Strand gefunden. Seetang im Haar, Glasperlen am Kleid, vierzehn Cent in der Tasche. In ihrem Magen: Heidelbeeren, Fleisch, Pilze. In ihren Organen: Arsen. War es ein Unfall, ein Plan – oder etwas, das niemand aussprechen wollte? „Zwischen Seetang und Arsen — »Sie ließen mich nicht« Diese forensische Erzählung führt dich von der Fundstelle ins Obduktionszimmer, von nüchternen Protokollen in den stickigen Gerichtssaal. Du hörst, wie ein einziger Satz – „Sie ließen mich nicht“ – zum Brennglas wird: für eine Nacht, in der Grenzen überschritten wurden, und für eine Gesellschaft, die lieber über Sittlichkeit sprach als über Schuld. Wir folgen Spuren, die Akten hinterlassen haben, und zeigen, warum am Ende Freisprüche standen – und doch so viele Fragen offenblieben. Kein Sensationsstück, sondern eine dichte, atmosphärische Recherche: über Macht und Ohnmacht, über Glaubwürdigkeit und Gerüchte, über die Kluft zwischen Recht und Gerechtigkeit – damals wie heute.
Wenn dein Lachen verstummt
Ein Plädoyer für Erinnerung, Menschlichkeit und die Stimmen der Hinterbliebenen
31.07.2025 22 min
Ein einziger Schuss. Ein Leben endet – und unzählige andere werden für immer verändert. In diesem Podcast erzählt Katharine Beckmann die Geschichte ihrer Schwester, die mit nur 16 Jahren durch Gewalt ihr Leben verlor. Sie gibt den Hinterbliebenen eine Stimme, beleuchtet die unsichtbaren Wunden und stellt unbequeme Fragen an unsere Gesellschaft: Warum richten wir unseren Blick auf die Täter – und nicht auf die, die fehlen? Einfühlsam, schonungslos ehrlich und tief bewegend. Ein Podcast, der nicht nur gehört werden will – sondern gefühlt werden muss.
Dunkle Schatten - Die jungen Opfer des Fritz Haarmann
In Erinnerung an die Opfer und ihre Hinterbliebenen
24.03.2025 95 min
In diesem Podcast geht es nicht darum, den Täter Fritz Haarmann darzustellen. Es geht darum, denen zu gedenken, welchen er das Leben nahm. Durch diesen Podcast möchte ich diesen jungen Opfern, wenn auch nur skizziert, etwas geben: Die Erinnerung an ihr Leben und ihre Würde, die ihnen so unvorstellbar grausam genommen wurde. Sie erinnern uns so eindeutig daran, dass hinter jeder Chronik ein Mensch steht, dessen Leben eine wertschätzende Geschichte über die Zeitlosigkeit verdient.
Der Silvester-Mord
30.12.2024 15 min
Heute nehme ich euch zum ausklingenden Jahr mit auf die Reise in die Stadt München, in welcher sich in festlicher Stimmung die Bewohnenden emsig auf die Festivitäten für das neue Jahr vorbereiten. Doch während die meisten von uns an Feuerwerk und Party denken, gibt es auch dunklere Geschichten, die sich in dieser Zeit ereignet haben: Der "Silvestermord".
Die Thomas-Katastrophe in Bremerhaven
08.09.2024 36 min
Bremerhaven, 11. Dezember 1875, eine Explosion erschüttert die Hafenstadt und reißt 88 Menschen in den Tod, während über 200 verletzt und traumatisiert zurückbleiben. Der Drahtzieher ist William King Thomas, alias Alexander Keith Jr., ein skrupelloser Betrüger mit düsterer Vergangenheit. Getrieben von Habgier schmiedet er einen teuflischen Plan: Eine als Fracht getarnte Zeitbombe sollte ein Schiff und seine unschuldigen Passagiere versenken. Doch das Schicksal schlug unerwartet zu - die Bombe explodierte zu früh. Thomas Machenschaften flogen auf, und in seiner Verzweiflung wählte er den Freitod.
Meisterin der Arsenikkunst oder Der Engel von Bremen
Die Giftmörderin in Bremen
15.04.2024 51 min
Die Meisterin der Arsenikkunst oder Der Engel von Bremen: Gesche Margarethe Gottfried, geb. Timm. Ihr Name ist untrennbar mit einer Mordserie im 19. Jahrhundert in Bremen verbunden. Eine Frau, die scheinbar so harmlos wirkte, als eine sehr schöne, gebildete Frau galt, die sich aufopferungsvoll um ihre Familie und ihren Freundeskreis kümmerte, aber in Wahrheit eine gefährliche Giftmischerin war. Ihre Taten schockierten die Menschen ihrer Zeit und hinterließen eine düstere Spur in der Geschichte Bremens. Zu ihrer Hinrichtung im April vor nun 193 Jahren erschienen ca. 35.000 Menschen. Es war die letzte in der Hansestadt.