Was bleibt, was kommt, was fehlt? Ein ehrlicher Inklusions-Jahresrückblick auf 2025 und Ausblick auf 2026
Im Gespräch: Ottmar Miles-Paul von den Kobinet Nachrichten und Sascha Lang als Inklusator
01.01.2026 61 min Sascha Lang & Ottmar Miles-Paul
Zusammenfassung & Show Notes
Was bleibt, was kommt, was fehlt? Ein ehrlicher Inklusions-Jahresrückblick auf 2025 und Ausblick auf 2026
Im Gespräch: Ottmar Miles-Paul von den Kobinet Nachrichten und Sascha Lang als Inklusator
Zum Auftakt ins Jahr 2026 zieht Sascha Lang gemeinsam mit Ottmar Miles-Paul von den Kobinet Nachrichten eine ehrliche und kritische Bilanz des Inklusionsjahres 2025. In dieser besonderen Rückblicksfolge sprechen beide über Fortschritte, Stillstand und Rückschritte in der Behindertenpolitik und gesellschaftlichen Teilhabe. Deutlich wird: Es mangelt nicht an Gesetzen, Strategien oder der UN-Behindertenrechtskonvention – sondern an konsequenter Umsetzung und politischem Willen.
Ein zentrales Thema ist die Rolle der Medien: Während polarisierende und populistische Aussagen große Aufmerksamkeit bekommen, bleiben gute Beispiele gelungener Inklusion oft unsichtbar. Ottmar Miles-Paul betont, wie wichtig es ist, positive Praxis stärker sichtbar zu machen, ohne bestehende Missstände zu verschweigen. Sascha Lang kritisiert scharf politische Aussagen, die ohne Fachkenntnis oder Kontakt zu Betroffenen getroffen werden, und fordert mehr Dialog auf Augenhöhe.
Gemeinsam blicken sie auf die Entwicklung der Behindertenbewegung, die sich 2026 neu positionieren und stärker vernetzen müsse, um gehört zu werden. Auch Themen wie Arbeit, Teilhabe am Arbeitsmarkt, Aktivismus, Erschöpfung im Ehrenamt und die Notwendigkeit von Regeneration kommen zur Sprache. Diese Folge ist ein leidenschaftlicher Appell für mehr Vernunft, mehr Zuhören und mehr echte Inklusion – jenseits von Sonntagsreden.
Dazu werfen beide natürlich auch einen Blick auf das neue Jahr und gehen wie immer mit viel Hoffnung voran.
Auch Ottmars neues Buch ist ein Thema.
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Podcast „IGEL – Inklusion Ganz Einfach Leben“
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Transkript
Der Podcast für gelebte Inklusion.
Mit eurem Inklusator Sascha Lang.
Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, schön, dass ihr mit dabei seid.
Das ist die IGEL-Podcast-Folge Nummer 301. Es ist der 1. Januar 2026.
Es ist der erste Tag im Monat und das bedeutet Monatsrückblick.
Und dieses Mal auch ein bisschen gekoppelt an Jahresrückblick.
Überhaupt ein Rückblick, ein Vorausblick.
Wir blicken einfach mal durch die Gegend. Mein Gast wird gleich sein Ottmar
Malzpaul, Redakteur, Buchautor und Aktivist von den Kobinet-Nachrichten.
Mein Name ist das Schlangspiel-Neuen-Cruisator.
Herzlich Willkommen und alles Gute im neuen Jahr.
Happy New Year, Igel-Inklusion, ganz einfach leben, Episode 301.
Ja, ich habe extra darauf gewartet, dass wir diese Episode 301 gemeinsam gestalten.
Deshalb habe ich zwischendurch keine rausgebracht.
Mein Gast in dieser Episode schon fast, ich glaube, in der 55.
Ausgabe sind wir auch mit dieser Episode bereits.
Mr. Ottmarweilpaul.
Ottmar Malz-Paul, kriege ich den Namen schon nach 55 Mal nicht richtig raus.
Alles Gute im neuen Jahr, lieber Ottmar.
Ja, ebenfalls, ebenfalls. Wir haben es geschafft in 2026 und dir,
Sascha, und allen, die uns zuhören.
Jo, lasst es krachen, lasst es gut angehen, möge es ein gutes Jahr werden.
Und beeindruckend nochmal nachträglich herzlichen Glückwunsch zur 300.
Sendung, die du mit der Jennifer Sonntag machen konntest in eurem Sonntag trifft Eagle Talk.
Habe ich sehr gern zugehört und habe mich auch ein bisschen zurückerinnert.
Wahnsinn, ich glaube, es ist jetzt unser vierter Jahresrückblick sogar auch schon.
2021 hatten wir angefangen, gell? Ja, vierter Jahresrückblick,
Wahnsinn. 22, 23, 24, 25.
Und man hat das Gefühl, wenn man so die Inhalte guckt, man wäre stehen geblieben.
Das ist aber ein anderes Thema.
Irgendwie hat man das Gefühl, es geht so schrittweise, es geht immer über gute
Nachrichten, aber es geht so schrittweise voran. Ja, die 300.
Episode, ich habe auch heute noch einen Artikel gelesen auf eurer Kobinett-Seite
von Hans-Hili Weiß, der auch, also ich habe ihm auch heute geschrieben,
er hat ja da ein bisschen so Feedback gegeben zu unserer Runde oder auch zum
Igel und so weiter und er hat mich gut gelesen, gut erkannt.
Also ich bin sehr, sehr begeistert, er hat den Nagel auf den Igel getroffen.
Ja, ich habe es gelesen und ich habe mich vor allem auch gefreut,
weil jetzt mal, ja, mal einfach ganz nüchtern betrachtet,
ich meine, 300 Sendungen zu machen, 300 Mal irgendwie Themen zu finden mit den
Leuten und immer noch spritzig zu sein, Sascha,
da kannst du dir auf das neue Jahr und auf alles richtig auf die Schultern klopfen
und ja auch all die interessanten Leute, die du dabei hattest.
Und im Dezember war ja mal wieder spannend, Sascha Lang war wieder mal hochflexibel.
Wir hatten eine Online-Veranstaltung der Liga als Selbstvertretung zu Selbstvertretung und Partizipation.
Ja, und du hast einfach die Aufzeichnung, hast dann auch mitgenommen,
einen Edel-Podcast eingebaut.
Ich sag mal so, dass 300 Sendungen zu machen, aber immer noch flexibel zu sein, Hut ab!
Dankeschön, aber das ist genau das, was mir Spaß macht. Nicht dieses Schema.
Natürlich könnte ich festlegen, dass ich jeden Donnerstag eine Sendung rausbringe
oder den Mittwoch ist an sich auch auf dem Papier geplant. Mittwoch und Sonntag soll was erscheinen.
Aber auch die letzten zwei Monate waren bei mir persönlich etwas bewegt.
Ich habe meine Examen abgeschlossen und alle acht geschafft.
Das ist schon mal als erste gute Nachricht für die, die die Sendung ein bisschen
verfolgen. Also ich musste für meine neue Karriere beim Luxemburger Staat ein Examen machen.
Also besser gesagt eine Formation, Weiterbildung. Dafür musste ich zuerst mal
acht Examen schaffen und die habe ich alle mit Durchschnitt von 18,5 von 20 Punkten erledigt.
Neben Umzugsplanung, neben meiner normalen Arbeit, neben Podcast-Produktionen und so weiter.
Da bin ich sehr glücklich drüber und jetzt muss ich eine Arbeit schreiben,
aber ich meine Chefinnen zögere noch ein bisschen, mir das Thema Arbeit zu geben.
Ja, wie soll ich sagen, meine Chefinnen zögern noch ein bisschen,
mir das Thema jetzt schon zu geben, weil wir im Juni eine große Veranstaltung
haben und sie wollen nicht, dass ich mich überlaste.
Also sie zögern das noch ein bisschen hinaus. Ich hoffe aber,
dass ich sie im Januar überzeugt kriege, mir das Thema endlich zu geben.
Sascha, na dann bin ich mal gespannt. Aber ich meine, was das zeigt, was du beschreibst.
Wir machen ja unheimlich viele Sachen und die machen wir, ich sag mal in Anführungszeichen,
nebenher mit all dem, was uns sonst noch umtreibt. Also ich musste da jetzt
auch gerade die letzten Tage dran denken.
Ich hatte so auf ruhige Zeit zum Jahresausgang gedacht.
Und dann kam das Lektorat und die ganze Endredaktion meines neuen Romans.
Und wir haben geschafft wie die Esel. Also ich bin manchmal zwölf,
dreizehn Stunden am Tag da dran geguckt und wieder Fehler gefunden und wieder gemacht und gesucht.
Ich dachte, meine Güte, wir machen ja alles Mögliche noch neben dem,
wo wir ohnehin schon engagiert sind.
Wir haben ja noch Jobs, die wir erfüllen müssen.
Und ich glaube, da möchte ich einfach sowohl dir als auch den anderen,
die aktiv sind, mal mitgeben.
So viele, die kommen heim, die strecken sich aus, die liegen auf dem Sofa. Das sei auch gegönnt.
Die machen auch Mittagsschlaf, finde ich auch total gut.
Aber wenn ich mal so gucke, was unsere Leute rackern, auch mit welcher Energie
und dann trotzdem noch, wenn man auch schon müde ist, noch die Laune zu halten
und irgendwie andere unterstützen.
Also ich glaube, da haben wir auch Punkte bei all dem, was uns im Moment negativ prägt.
Aber da haben wir Punkte, ich glaube, da können wir an vielen Ecken einfach
auch stolz sein. Weil da steckt ein Trieb dahinter, also ein Antrieb.
Ja, ich bin froh, dass ich den habe. Und du hast ihn ja auch.
Ich auch. Ich bin auch froh, dass ich ihn habe. Und der, der ihn nicht hat,
Die einen oder anderen merke ich aber auch so manchmal im Laufe des Jahres oder so des Weges.
Es gibt so manche, die dann doch irgendwann den Trieb finden,
also den Zünder und andere, ja, bei einem anderen geht den aus,
die haben keinen Bock mehr, die sind frustriert, die sind erschöpft,
die haben auch verpasst, irgendwo zu regenerieren.
Nicht nur im Sport ist das wichtig, auch in der Inklusion oder im Kampf für die Inklusion.
Ich will es aber gar nicht als Kampf nennen, sondern im Einsatz für die Inklusion,
weil Kampf klingt so brutal und ich mag den Begriff Kampf gar nicht,
weil wir kämpfen nicht für die Inklusion. Wir setzen uns ein,
dass die Inklusion einfach gelebt wird, weil sie ist ja da. Sie ist ja festgelegt überall.
An sich ist sie, wie hatte der österreichische Bundespräsident gesagt?
Inklusion passiert nur dann, wenn wir sie auch einsetzen. Oder wie hat er das
gesagt? Du hast ja Kobinet veröffentlicht vor kurzem. Ja, ich glaube, wenn wir sie umsetzen.
Umsetzen, richtig, wenn wir sie umsetzen, weil sie ist ja da.
Im Endeffekt haben wir alle Gesetze.
Wir haben eine UN-Behindertenrechtskonvention. Wir haben alle Gesetze,
wenn wir das jetzt noch einfach um, ich glaube vor zwei Jahren war es doch so,
als Deutschland den Rüffel aus Genf gekriegt hat, gab es doch fünf,
sechs Monate später in Berlin so eine große Veranstaltung, wo wieder ganz viel
geredet wurde und gesprochen wurde.
Und da hat auch einer gesagt, wir haben alle Tools, wir müssen sie nur einsetzen.
Und da bin ich einfach völlig überzeugt davon, wenn wir alle Menschen,
die mit Inklusion zu tun haben, vor allem die, die an den Entscheidungspositionen
sitzen, das einfach umsetzen, was da ist und was gegeben wird, was klar ist,
dann würden wir weniger meckern, weniger motzen und weniger über Geld diskutieren
und dann wären auch manche...
Aussagen von irgendwelchen, ich nenne sie jetzt mal ganz brutal in meinem Podcast,
ganz gewollt Vollpfosten,
die behaupten, dass Inklusion zu teuer ist oder dass Assistenz irgendwas mit
Steuern zu tun hat oder was da alles
für ein Schwall rauskommt und leider mehrheitlich auch noch von der CDU.
Das ist das Schlimmste und AfD, aber was da rauskommt, das macht mich manchmal,
denke ich mir einfach, habt ihr meine Deutschlehrerin, das ist der einzige Satz,
den ich mich in Deutsch noch erinnern kann, in meinem Deutschunterricht,
ich habe es ja auch alle anderen Deutschen, Heinrich Böll und so weiter.
Oder Dürrenmatt, habe ich auch gelesen, aber der einzige Satz,
den ich von meiner Deutschlehrerin erinnere,
Gelernt habe und festgehalten habe und in meinem Leben mitnehmen,
bevor in Betriebnahme des Mundwerkes Gehirn einschalten.
Und ich wünsche mir für 2026, wenn ich das jetzt schon mal starten darf als
erster Wunsch, dass die Politiker, die draußen behaupten, sie würden uns vertreten,
dass die bevor in Betriebnahme des Mundwerkes erstens mal sich informieren,
zweitens mal mit den Menschen sprechen, die betroffen sind und drittens dann
natürlich alles das zusammen.
Ihr doch hoffentlich vorhandenes Gehirn einschalten und dann erst reden.
Ansonsten sollen sie einfach nur den Mund halten, weil alles andere ist Polemik,
ist Diskussion, ist Blödsinn und ist nicht handfest zu beweisen.
Und das gilt vom Bundeskanzler bis zum Kommunalpolitiker, bis zu dem,
der überhaupt noch keine politische Rolle spielt, der sich als Politiker empfindet.
Sie sollen einfach mal bitte nachdenken und sich mal mit den Menschen auf dem Terrain unterhalten.
Die Politiker sind mir zu wenig bei den Menschen, sonst würden einige nicht
so ein Blödsinn reden und Sachen reden, von denen sie überhaupt keine Ahnung
haben. Und sie dürfen sich gerne einen Tag in unsere Rolle setzen.
Ich tausche gerne einen Tag, bin gerne einen Tag Politiker und der Politiker
darf gerne einen Tag blind sein.
Und dann können wir gerne darüber diskutieren, was cooler ist.
Also ich denke und bin überzeugt, ich würde nicht so ein Blödsinn reden wie
manche Politiker, nicht alle, muss sagen nicht alle, aber einige und gerade
die Medien pushen die hoch, die scheißreden, aber sie pushen nicht die hoch,
die Vernünftiges von sich geben.
Und das ist das, was mich auch an den Medien kekst. Das habe ich in der 300. Episode schon gesagt.
Es wird immer nur das hochgepusht, was die Labertaschen von sich geben.
Aber was vernünftige Menschen über Behinderung sprechen, wird nicht richtig
in den Medien wiedergegeben.
Und das ist das, warum wir auch die Zwiespalt in der Gesellschaft haben.
Das ist das, was uns auseinander treibt und das ist das, was uns auch zerstört
in dieser demokratischen Gesellschaft.
Sascha, mir ist das aufgefallen an zwei Punkten. Erstens habe ich mal geguckt,
was waren so Aufreger dieses Jahres und das war meistens dann,
wenn wieder irgendwas rausgehauen würde, ohne irgendeinen Bezug,
pauschal, Entbürokratisierung und all das und deshalb muss man streichen,
das geht alles nicht mehr.
Einfach nur so rauskauen, wo dann behinderte Menschen wieder rotieren und sich rechtfertigen müssen.
Und ich hatte jetzt noch kurz vor Silvester ein Interview mit jemandem,
der recherchiert gerade zum Thema Arbeit.
Und das war, glaube ich, MDR und SWR. Mitte März wird die Sendung erscheinen,
die drehen auch noch Filme.
Und der hatte recherchiert bei DAX-Unternehmen, wie so die Beschäftigungsquote
ist, auch bei den öffentlichen Arbeitgebern.
Und als der dann so fragte, naja, wie ist es denn?
Ich musste einfach sagen, also es ist eigentlich nichts Neues mehr.
Wir haben an verschiedenen Ecken, wo wir sehen, die Dinge funktionieren.
Wir haben so viele gute Beispiele. Beschäftige ich mich ja auch immer wieder
mit den guten Nachrichten zur Inklusion damit.
Wir könnten so viele gute Beispiele darstellen. Aber die Schwätzer,
die Provokateure, die dann auch oft überhaupt keine Ahnung vom Leben behinderter
Menschen hatten, wie diese Christina Schröder, die da wieder in der Welt einen rausgehauen hat.
Das ging ja alles nicht mehr so. Keine Ahnung von Gesetzen, hauen aber sowas
raus und treiben die Leute dann in die Angst.
Und da kann ich dir nur recht geben. Wir haben eigentlich das ganze Rüstzeug.
Zum Glück gibt es auch viele Leute, die echt gute Sachen machen.
Aber genau die treten dann in den Hintergrund von, ich sage mal,
es ist ja so eine Trump-Manie.
Man haut was raus, man will in den Medien sein, dumm geschwätzt.
Aber es führt dann oft auch dazu, dass sich das dann festsetzt und in Politik umsetzt.
Und da müssen wir, glaube ich, auch 26 nochmal ganz anders gegensteuern.
Ich glaube, dass die Behindertenbewegung, wenn ich sie so mal nennen darf,
die ja auch, ihr habt jetzt vor kurzem auch einen Artikel publiziert über 50
Jahre Aktivismus und Bewegung,
dass die sich im Jahre 2026, ja, ich glaube, neu erfinden oder neu positionieren
muss, wieder mehr zusammenrücken muss.
Und dass da, ich glaube, es reicht nicht nur, dass irgendwelche Sigrid Anades
oder auch Ottmar Malz-Paul und Sascha Langs und Raul Krauthausens irgendwo irgendwelche
Positionen verteidigen und rausposaunen.
Das ist wichtig, dass wir das tun, aber es reicht, glaube ich,
nicht mehr aus. Wir müssen wirklich überlegen, wie wir 2026 ganz gezielt und
ganz klar uns irgendwo einbringen, dass die Medien und auch die Politik uns hört.
Weil mir ist es auch wichtig, dass endlich mal vom Tisch gerieben werden muss,
dass nur die Dummschwätzer gehört werden, wie die Christina Schröder.
Ich wusste ihren Namen nicht mehr, jetzt hast du mir ihn wiedergegeben.
Aber es muss auch gehört werden, was alles gut läuft.
Warum greifen Medien? Also ich bin schon, das muss ich für 25 Mal zurückbehalten.
Was ich mitgekriegt habe, ist, dass
mehr Themen über Behinderung in den allgemeinen Medien zu finden sind.
Also das hat sich schon für mich jetzt mal so als Außenstehender,
der nicht ständig ARD, ZDF und Zeitungen konsumiert, aber so im Google-Feed
und überall so ein bisschen die Überschriften liest.
Da bin ich überrascht, dass da schon einiges mehr passiert ist,
also dass mehr Artikel zum Thema Inklusion und Behinderung in den Medien aufgetaucht
ist. Hast du das auch im Gefühl?
Kann ich dir voll zustimmen. Ich hatte mich nämlich jetzt am zweiten Weihnachtsfeiertag
daran erinnert, da hatte der Kevan Dahesh.
Kevan Dahesh war in den 90er Jahren also ein Blinder Mensch,
der kam aus dem Iran, der hat sich dann hier reingewürstelt in unsere Gesellschaft.
War dann beim Hessischen Landesamt für Versorgung und Soziales hieß das,
glaube ich, also Versorgungsamt und der war der Pressesprecher und der Kevan
Dahesh, der hat unheimlich viel Medienarbeit gemacht.
Der hat dann für die Frankfurter Rundschau, war ja damals, das waren ja deutsche
Presseagentur, der hatte für den hessischen Rundfunk, Deutschlandfunk,
ganz viele Berichte gemacht und für uns war das in den 90er Jahren.
Und gerade in der Zeit, als wir zum Beispiel dafür gekämpft haben,
dass der Satz, niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden,
ins Grundgesetz mit aufgenommen wird, der hat unheimlich viel losgetreten.
Und wir haben uns damals, ich sage mal, jeder Artikel, der irgendwie erschien,
jede Nachricht im Radio, die in unsere Richtung ging, da haben wir uns richtig
gefreut, wenn wir mal in der Tagesschau waren. Das war ein Top-Erfolg.
Und wenn ich jetzt heute natürlich jetzt 30 Jahre später da mal gucke,
da finde ich fast jeden Tag irgendwelche Nachrichten.
Und ich finde auch zum Glück Nachrichten, Beiträge, wo behinderte Menschen selber
zu Wort kommen und was zu sagen haben.
Das Problem ist nur, damals hatte ein Tagesschau-Bericht, der war wow, das war ein Wumms.
Heute haben wir einfach so viele verschiedene Medien und da geht das natürlich auch eher unter.
Früher war es so, wenn man mit Leuten dann irgendwas war in der Tagesschau,
da hat man am nächsten Tag drüber gesprochen.
Heute, wer guckt noch Tagesschau? Es sind schon noch einige,
aber es ist einfach so eine Vielfalt.
Aber nichtsdestotrotz, ich finde, wir machen da auch unheimlich viel,
wo auch Leute immer wieder mit Journalistinnen und Journalisten reden bei Dreharbeiten.
Das ist ja verdammt anstrengend, so eine Dreharbeit mitzumachen. Die nerven ja auch.
Man gibt was von sich preis. Und ich finde, da sind wir richtig gut geworden.
Da haben wir auch inzwischen viele Leute, die es rüberbringen können.
Wir haben natürlich auch noch so manchen Mist in den Medien.
Absolut, ja. Mist in den Medien, nicht nur, Mist in den Universitäten haben wir.
Ich habe dann doch gelesen, dass unser wundervoller Beitrag über die Disability
Studies, den ich glaube ich im November oder ich weiß gar nicht mehr,
wann das war, aber ich habe ja einen Bericht, das war sogar im Januar oder so,
nee, im Sommer glaube ich,
haben wir über Hamburg und Köln und Bochum über die Disability Studies gesprochen.
Da gab es noch eine Vertretungslehrposition und Lehrstuhl.
Und jetzt habe ich dann gelesen, dass Köln dann doch gesagt hat,
nachdem Hamburg gesagt hat, wir brauchen das nicht mehr, hat Köln dann doch
auch gesagt, nein, wir wollen keine Disability Studies mehr.
Ein wichtiger Aspekt, der aber zur kritischen Analyse der Behindertenpolitik
weltweit wichtig ist. Ja, was machen wir denn so?
Die Proteste haben ja scheinbar nichts gewirkt, in Hamburg weder noch in Köln.
Ja, und das zeigt auch unsere Grenzen auf.
Also das hatte der Nico Wunderle, der hatte jetzt für die Covid-Nachrichten
am Silvester, hatte der nochmal einen Beitrag veröffentlicht,
wo er so eine behindertenpolitische Bilanz zog. Und der Nico Wunderle, der hatte...
Der ist auch sehr wissenschaftszugeneigt, der macht auch bei den Teilhabeforschenden
mit, selber Rollifahrer.
Der hat es auch nochmal deutlich gemacht, ja, wir wehren uns dagegen,
aber wir haben auch richtig Einschnitte.
Und das ist ja nicht nur irgendein Lehrstuhl jetzt in Köln mit Disability Studies
oder ein Angebot in Hamburg.
Sondern das hat ja auch damit zu tun, dass kritische Denken über Behinderung,
über wie Gesellschaft mit Behinderung umgeht, wie unsere Behindertenpolitik,
Behindertenhilfe aufgestellt ist.
Also diese tiefere Auseinandersetzung, da merkt man, da wird richtig was abgeschnitten.
Und da müssen wir höllisch aufpassen, weil gerade, ich meine,
was passiert an den Universitäten?
Da werden Leute ausgebildet, die zukünftig auch Führungspositionen,
wichtige Positionen, unter anderem auch in der Politik, Behindertenarbeit auch einnehmen werden.
Ja, man kann 0815 Lehre machen, aber Disability Studies war einfach nochmal
ein ganz anderer Anspruch. Das war auch der Blick über den deutschen Tellerrand hinaus.
Darum ist ja auch dieser englische Begriff, Disability Studies statt Behindertenforschung, ist ja da wichtig.
Und Menschen wie Theresia Degener zum Beispiel, die jetzt ja im Ruhestand ist
oder im Ruhestand, die haben ja richtige Diskussionen.
Die haben die UN-Behindertenrechtskonvention geprägt, zum Teil jetzt eine ganze Generation.
Und Wumms kommt das weg, wofür man so lange gekämpft hat. Und was bleibt?
Es sind dann wieder nichtbehinderte Forscherinnen, es sind nichtbehinderte in
der Lehre, die haben wieder ihren eigenen ganz...
Manchmal anderen Bezug, wo es dann wieder rückwärts geht.
Ja, und das sind alles solche Einschnitte. Aber ich freue mich vor allem auch,
dass in Köln war das auch stark.
Hamburg haben auch Leute was gemacht, dass sich auch Studierende zur Wehe gesetzt haben.
Aber sie fielen jetzt gerade in eine Zeit, wo die Länder einfach im Bildungsbereich
an den Universitäten kräftig streichen.
Naja, und wer ist vorne mit dabei? Wir natürlich, wenn gestrichen wird.
Und das ist schon sehr ärgerlich. Ich hoffe natürlich, jeder Protest bringt
auch immer was, dass daraus vielleicht auch wieder mal neue Kräfte entstehen,
weil manches nehmen wir auch für zu selbstverständlich.
Wir denken, es ist da, es ist gut, da braucht man nicht groß drüber reden.
Und wenn es dann angegriffen wird, dann gibt es zum Glück auch immer wieder
Leute, die sich wehren. Und hier hoffe ich, dass hier die letzten Messen noch nicht gelesen sind.
Wir haben schon gesprochen, 50 Jahre Aktivismus und Behindertenbewegung,
50 Jahre Landesarbeitsgemeinschaft Hamburg.
Ich kann diese LAGs, Landesarbeitsgemeinschaft, noch nicht so ganz einschätzen.
Ist das jetzt mal, weil ich, das frage ich jetzt, die einen oder anderen denken,
was ist das denn für eine Frage? Aber ist das eher Wohlfahrt oder ist das eher Miteinander?
Ist das anders gestrickt als paritätisch oder Diakonie?
Wie kann ich diese Landesarbeitsgemeinschaften einstufen? Weil ich finde,
das klingt auch manchmal noch so ein bisschen nach Beschützerinstinkt.
Ja, das ist auch interessant in dem Zusammenhang mit der Veranstaltung,
die ich schon ansprach, die wir von der Liga Selbstvertretung gemacht haben, 2.
Dezember, also am Tag, also am Vorabend des Internationalen Tags der Menschen
mit Behinderung. Und das haben wir schon auch bewusst gewählt,
weil da wurde die Liga zehn Jahre alt und das ist natürlich auch ein Rückblick wert.
Also als ich behindernpolitisch aktiv wurde, Ende der 80er, Mitte,
Ende der 80er, da gab es die Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte.
Ja, das sagt schon einiges. Das war sozusagen die Dachorganisation der heutigen
Landesarbeitsgemeinschaften.
Manchmal heißen die, glaube ich, sogar noch Hilfe für Behinderte,
aber die haben sich dann irgendwann mal umbenannt, Bundesarbeitsgemeinschaft.
Selbsthilfe, BAG, oder Landesarbeitsgemeinschaften-Selbsthilfe.
Da haben sie dann sozusagen die Selbsthilfe stärker in den Mittelpunkt gestellt.
Aber das zeigt natürlich, woher kommt das? Und so spannend dieser Ansatz ist,
wir sagen ja auch immer wieder, verschiedene Akteure sollen sich zusammenschließen.
Und das ist bei denen auch. Es ist halt sehr behindertenspezifisch ausgerichtet.
Da ist der Blindenverband, da ist der Gehörlosenverband.
Da ist dann sozusagen die verschiedenen Körperbehinderungen drin,
da ist die Lebenshilfe mit drin.
Und jetzt kommen wir natürlich schon in so einen Brei. Das sind natürlich als
Lebenshilfe, die machen schon auch Interessenvertretung, zum Teil aus Sicht
von Eltern, aus Sicht natürlich auch von Einrichtungen, ja auch mehr.
Da muss man auch immer genau hingucken, aus Sicht von sozusagen Menschen,
die jetzt ja nicht mehr als geistig behindert bezeichnet werden sollen,
weil es die Lebenshilfe beschlossen hat, sondern als Menschen mit Unterstützungsbedarf.
Aber man braucht sich ja nichts vormachen.
In so eine Landesarbeitsgemeinschaft, da fließen natürlich auch die Interessen
derjenigen ein, die zum Beispiel Einrichtungen betreiben, die also nicht immer
ganz so die UN-Behindertenrechtskonvention haben.
Und da ist es natürlich eine Herausforderung, wie schafft man so einen Zusammenschluss
auch zu klaren Positionen, zu klarem Engagement.
Zum Teil gelingt das ganz gut, zum Teil macht man ganz gute Sachen,
aber das merke ich ja auch beim Deutschen Behindertenrat.
Ich bin da ja auch immer in verschiedenen Zusammenhängen, Arbeitsgruppen über
25 Jahre jetzt schon, schon vor der Gründung.
Ja, wenn da kommt wieder ein Veto, wenn man irgendwas klarer ausdrücken will.
Nichtsdestotrotz gerade Hamburg, Bremen, von Rheinland-Pfalz kenne ich es,
gibt es sicherlich auch noch andere.
Wir haben da eine Reihe von Landesarbeitsgemeinschaften, Selbsthilfe,
Die auch gute Sachen machen. Auch die Bundesarbeitsgemeinschaft hat sich da
auch verändert. Das hängt auch immer an Personen.
Die hatten ja auch den Vorsitz des Deutschen Behindertenrats,
die im 2025 haben jetzt übergeben an den Sozialverband Deutschland.
Sondern ist so ein bisschen personenabhängig.
Aber es ist halt oft nicht so die richtig reine Lehre.
Und darum haben wir auch neben dem Begriff Selbsthilfe, der ja oft darauf abzielt,
das ist ein tieferes Thema, ja, wir helfen uns selbst, dann sage ich immer,
schön, machen wir, wichtig, gut.
Aber Selbstvertretung geht natürlich nochmal weiter. Und wenn man über Selbstvertretung
redet, dann muss man natürlich schon nochmal genauer hingucken,
wer vertritt ja eigentlich wen.
Und wenn es so ein Mischmasch ist aus Einrichtungsinteressen,
Anbieterinteressen und den Interessen behinderter Menschen, dann merkt man doch
sehr schnell, wer da mehr Geld und wer mehr Macht hat.
Aber die Hamburger haben gute Arbeit gemacht, die Bremer, die Rheinland-Pfälzer,
mit denen hatte ich viel zu tun.
Also es ist so ein Mischmasch, aber manchmal reibe ich mir auch die Augen und denke, oh oh.
Als wir 1. Dezember unsere Sendung beendet haben, haben wir gesagt, vielleicht,
liebe Zuhörer, vielleicht hören
wir uns wieder mit einer Sondersendung zum Bundesgleichstellungsgesetz
im Bundesrat. Vielleicht hören wir uns wieder.
Die aufmerksamen Abonnenten des Eagle Podcasts haben festgestellt,
wir haben uns nicht wieder gehört.
Und das aus gutem Grund, lieber Ottmar Malzpaul.
Warum haben wir uns nicht wieder gehört im Dezember? Ja, Sascha.
Nicht, weil du keine Zeit hattest und nicht, weil ich unbedingt die 300.
Episode mit Jennifer Sonntag mache. Und uns beiden hat es nicht gelegen.
Und es ist mir inzwischen, ist mir dieses Thema, es ist mir schon fast peinlich.
Also, wie oft haben wir jetzt schon geredet? Es war der Dezember 2021.
Da habe ich mich gefreut und dachte, wow, was hat die rot-grün-gelbe Koalition
da in den Ampel, in ihren Koalitionsvertrag geschrieben.
Da ging es genau um diese Reform des Gesetzes. Da ging es darum,
dass jetzt die privaten Anbieter zur Barrierefreiheit verpflichtet werden,
dass der Bund endlich mal zügig alles barrierefrei macht.
Und da haben wir uns ja schon fast die Augen gerieben und gesagt,
Mensch, jetzt machen wir mal richtig weiter.
Ja, jetzt sind wir vier Jahre weiter. Wir haben eine neue Regierung.
Die neue Regierung hatte es dann sogar in ihr 100-Tage-Programm genommen,
das Behindertengleichstellungsgesetz endlich zu reformieren.
Es war angekündigt, es wurde Sommer und es wurde blockiert.
Vom Wirtschafts-, vom Innenministerium. Früher war es die FDP, die es blockiert hat.
Die hat es jetzt ja aus dem Bundestag, ich sage jetzt mal zum Glück,
rausgehauen, wer so eine Politik macht aus unserer Sicht.
Ja, es wurde Sommer.
Es wurde Herbst, wir haben schon eine Karikatur gemacht, wo das BGG,
also die Abkürzung fürs Behindertengleichstellungsgesetz im Laubhaufen gesucht
wird und man fand es nicht.
Das war der Herbst, der Herbst der Reformen und plötzlich kam der 19.
November und das war das, wo wir gedacht haben, Sascha, da haben wir ja auch drüber geredet.
In den 19. Dezember war das, ne? Ja, ja, warte, warte, warte. Ah, okay, okay.
Das ist der 19. November, okay. Ich, der mal als Paul erklärt,
ja immer gerne die Welt drum.
Ja, ja, ja. Also der 19. November, da kam dann plötzlich der Referentenentwurf,
so heißt das, kam raus, dass die Verbände dazu Stellung beziehen sollten.
Ganz schnell und zügig bitte, ne? Ganz schnell und zügig. Ja,
ja, die haben dann auch richtig Dynamik entfaltet, sich abgestimmt und bis am 8.
Dezember hat man dann brav seine Stellungnahmen eingegeben. Wir waren ja entsetzt,
weil es einfach so ein schlechtes Gesetz war.
Und viele haben dann gesagt, oh, besser lieber nicht sowas. dann sollte es nämlich am 17.
Dezember, so kurz vor Weihnachten, so eine Woche vor Heiligabend.
Ich hatte mich schon in die Nauerposition begeben.
Ich warte schon hier, das Wort mal als Paul anruft. Wir müssen online gehen.
Ja, und ich war angespannt den ganzen Tag. Und ich habe dann geguckt,
irgendwo fände ich was. Ist es auf der Kabinettstagesordnung?
Und da kam nichts. Und da habe ich gedacht, hm. Weil am Abend vorher hatte mir
noch jemand eine Nachricht gesteckt.
Es könnte sein, dass es gar nicht, wahrscheinlich wird es nicht behandelt.
Was ist das denn schon wieder?
Ja, auf jeden Fall haben wir dann rausbekommen, nein, es wurde nicht im Bundeskabinett behandelt.
Dieser schlechte Gesetzentwurf, da gab es anscheinend wieder Widerstände aus
dem Wirtschaftsministerium.
Und da frage ich mich, um Himmels Willen, was wollen die denn noch?
Ja, da stand schon drin, das Unternehmen, ja, dass die eigentlich,
für die könnte es immer sagen, das ist für uns eine unbillige Härte, das ist zu viel Aufwand.
So sah der Referentenentwurf das vor, dass sie gar nichts tun müssen.
Jetzt frage ich mich natürlich, was um Himmels Willen wollen die noch?
Das heißt also Pustekuchen, auch 2025, wieder kein Kabinettsbeschluss.
Also das ist dann der Gesetzentwurf, der dann in den Bundestag kommt.
Da sitzen der Ministerrat, also
die Ministerinnen, Kanzler, die sitzen da zusammen, die beschließen das.
Wieder nicht passiert. Das soll jetzt irgendwann im Januar und ich weiß echt
nicht mehr, wie man dieses Gesetz noch stärker machen kann.
Sascha, es ist so peinlich für unser Land. Ich habe gelesen,
es gibt an sich nur noch drei Seiten als Gesetz.
Auf der ersten Seite steht B, auf der zweiten G und auf der dritten G.
Mehr steht nicht mehr drauf. Ja, vielleicht wäre es für uns das Beste,
weil ich hatte dann auch mich hinreißen lassen und einen Kobinet-Kommentar noch
kurz vor Jahresende geschrieben,
wo ich gesagt habe, ein gutes Jahr für die Diskriminierer. Ja, habe ich gelesen.
Ja, weil ich hatte jetzt ein Buch gelesen, einen Roman.
Da ging es um den Einfluss der Tabaklobby, also der Tabakindustrie,
wo man versucht sozusagen Prozesse gegen die Tabakindustrie so richtig dagegen
vorzugehen. Also ganz toller Roman war das.
Und dann habe ich gedacht, wir beschäftigen uns ja viel zu wenig.
Welche Lobby ist eigentlich im Hintergrund, die so massiv verhindert,
dass wir endlich mal Anforderungen für Barrierefreiheit, überhaupt auch nur
für angemessene Vorkehrungen bekommen und die müssen echt gut sein.
Da habe ich gedacht, Mensch, ein paar Sektkorken könnten die knallen lassen,
weil wieder mal ein Jahr, wo Diskriminierung, sie können einfach nur weitermachen,
sie müssen sich nicht kümmern.
Da habe ich gedacht, jo, die können feiern. Und wir gucken halt wieder hinterher
und reiben uns die Augen, was für Widerstände gibt es da zum Thema Barrierefreiheit.
Dann war am 3. Dezember, glaube ich war es der 3.
Dezember, hat der Deutsche Binnenrat zum parlamentarischen Frühstück aufgerufen
sozusagen mit Teilchen und Brötchen.
Wahrscheinlich gehe ich mal davon aus einem guten, leckeren Kaffee.
Wie war denn der Anklang? Waren Parlamentarier da? Gab es Gespräche?
Kam da irgendwas raus, wo man sagen kann, ja, vielleicht ein bisschen Aufbruchsstimmung?
Ja, da muss man ja immer wissen, der Deutsche Behindertenrat,
das hat sich ja so ein bisschen, ja, ohne großes öffentliches Ding hat sich
das gewandelt. Früher waren ja immer am 3.
Dezember Veranstaltungen des Deutschen Behindertenrats. Da waren immer so 80,
100, 130, 50 Leute manchmal da.
Also war immer so eine größere Veranstaltung. Das war natürlich auch viel Aufwand.
Ja, da hat man dann versucht, mit Politikerinnen zu diskutieren.
Sie haben dann, ich glaube, das war Ende 2024, das Konzept geändert.
Sie haben gesagt, wir machen ein parlamentarisches Frühstück.
Und um sozusagen, das geht dann schon 7.30 Uhr los, bevor dann die Sitzung im
Bundestag um 9 Uhr losgeht, um mit den Abgeordneten ins Gespräch zu kommen.
Und das haben sie auch dieses Jahr, also dieses Jahr 2025, haben sie es wieder gemacht.
Und da sind auch einige gekommen. Das muss auch gut gewesen sein.
Also die haben das auch so, dass man da ein Gesprächsformat hatte,
dass man auch erzählen konnte und sie haben sich auch konzentriert auf,
finde ich, auch das Richtige, die Reform vom Behindertengleichsturz.
Das ist jetzt natürlich auch gerade aktuell.
Ja, man muss schon auch immer reden, was steht eigentlich gesetzgeberisch gerade
an und nicht einfach nur reden, mal einfach in die Luft. Das muss ganz gut gewesen sein.
Und 2024, ich weiß, da hatte Sigrid Arnade, die ist ja auch im Sprecherrat des
Deutschen Behindertenrats, die hatte da schon interveniert und hatte gesagt,
naja, wir können es nicht dabei belassen, dass der Deutsche Behindertenrat frühstückt.
Und dass man hinterher irgendwie die Vollversammlung im kleinen Kreis macht.
Irgendwas öffentlich sollte man noch sichtbar machen. Weil so ein Frühstück,
das ist auch keine Öffentlichkeitsgeschichte, sondern da will man ja miteinander
eher auch mal in Ruhe intern reden, Leute überzeugen. Ja, und dann hatten sie noch für 10 Uhr am 3.
Dezember, jetzt 25, hatten sie noch eine Protestaktion geplant vor dem Bundeswirtschaftsministerium,
fand ich auch richtig mit dem Fokus gerade auf Barrierefreiheit und ich dachte mir, naja,
hätte man sich auch aufheben können nach dem Kabinettsbeschluss,
aber irgendwie muss diese Demonstration das Wirtschaftsministerium in eine andere
Richtung wachgeküsst haben, dass die jetzt wieder mehr Widerstände entwickelt haben.
Es waren auch nicht so viele, und das muss man auch mal, gehört auch zur Wahrheit.
Vom Bundeswirtschaftsministerium.
Also auch da zeigte sich unsere Mobilisierung.
Gut, 3. Dezember ist ja immer kalt.
Ja, und das war dann der 3. Dezember und man hat miteinander gefrühstückt,
man hat miteinander geredet, man hat versucht zu überzeugen.
Es waren auch Vertreterinnen von Ministerien mit dabei bei dem Frühstück. 8.
Dezember, man gibt brav seine Stellungnahmen ab. Und ich glaube nicht,
dass diese Stellungnahmen jetzt wirklich so viele Säcke Reis umfallen ließen.
Da wird nicht so viel passiert sein.
Und dann wird wieder blockiert. 17. Dezember, Pustekuchen, kein Gesetz.
Also ich denke, Deutsche Behindertenrat, die haben sich auch wirklich bemüht.
Die haben sich da ins Zeug gelegt.
Aber andere sind starker.
Ottmar, wir machen ja jetzt so einen kleinen Monats-Jahres-Rückblick.
Ich glaube, den haben wir jetzt schon mal gut begonnen.
Ich habe jetzt nicht so ganz viele Nachrichten noch aus der Kobinett-Welt für
den Dezember rausgeholt.
Eine Nachricht würde ich aber gerne noch hervorheben, die mich traurig macht,
aber auch das ist das Leben.
Einer der wohl erfolgreichsten Paralympischen Athleten und Funktionäre ist im
Dezember von uns gegangen, nämlich Karl Quade.
Ich würde das gerne erwähnen. Ich habe Karl Quade auch kennengelernt.
Im Rahmen meiner Tätigkeit damals bei Slang Radio haben wir auch einen bei den
Paralympischen Spielen von London aus moderiert.
Und Karl Quade war damit auch verantwortlich, dass wir da so gut empfangen wurden
und so gut arbeiten durften.
Ein sehr adäquater Mann. Ich wusste mal gar nicht, dass der schon so alt ist.
Also ich hatte wirklich gedacht, er wäre noch sehr jung, aber Mitte 70er Jahre
ist er jetzt im Alter von Mitte 70er Jahre verstorben nach Krankheit und ich
würde ihm gerne von hier aus sozusagen das ehren,
weil er ein sehr engagierter Sportler war.
In den 80er Jahren war er selber für Deutschland bei den Paralympics dabei,
hat auch Medaillen gewonnen und hat dann, glaube ich, seit 92,
wenn ich mich richtig erinnere, seit Barcelona, hat er die deutschen Paralympischen
Teams als Teamchef begleitet.
Und ja, wie gesagt, ich hatte das Glück, ich glaube, er war noch vor,
ich weiß noch, ob er letztes Jahr als Teamchef noch in Paris dabei war,
das weiß ich jetzt nicht mehr.
Aber definitiv war er noch 2012 dabei, als wir in London waren und ein sehr,
sehr cooler, sympathischer Typ.
Wir haben sehr schöne Zeit miteinander verbracht, deshalb hier auch an den Deutschen
Behindertensportverband unser Beileid, aber auch an die Familie,
weil ein sehr wichtiger Mann im Sportbereich, der von uns gegangen ist,
wollte ich mal als News erwähnen.
Genau und ansonsten habe ich jetzt so direkt nichts mehr, außer ich habe gelesen,
dass ein gewisser Otmar Malz-Paul, aber da kommen wir ja noch auf den Ausblick 2026,
sein Roman, das hast du ja schon gerade erwähnt, lektoratsmäßig beendet hat
und die erste Lesung steht schon im Januar
bevor, bevor das Buch überhaupt veröffentlicht ist. Ist das richtig?
Sascha ist doch immer in den sozialen Medien unterwegs, der kennt sich aus.
Ich sage mal nochmal schnell was zum Tod, zu Verstorbenen nochmal.
Ja, sind ja einige von uns gegangen dieses Jahr.
Also er ist 71 geworden, hatte ich mal nochmal vorher nachgeguckt.
Und ich meine, ja, das reißt Löcher.
Das sind Menschen, gerade jetzt im Bereich vom Sport, die selber Sport betrieben haben.
Die wissen, was das für die Athletinnen und Athleten bedeutet,
die dann in den Verbänden da auch Verantwortung übernehmen.
Ich kriege immer viele Mails von der Tina Decken, das will ich mal an der Stelle erwähnen.
Die ist Eisschwimmerin, die läuft Marathons, was die alles macht.
Auch eine behinderte Sportlerin. Und die schafft es auch, ich sage mal immer
wieder, das in Verbindung zu bringen, was behindernpolitisch auch wichtig ist.
Also jetzt nicht nur, sie läuft nicht nur, sondern sie ist irgendwie auch immer
so eine Botschafterin für unsere Sache.
Und da habe ich so einen hohen Respekt davor, weil es ist nicht nur,
man macht nicht nur den Sport, sondern man ist auch so immer noch dabei,
ist natürlich auch immer wieder mit den Themen konfrontiert.
Ja, und das ist schon richtig traurig, wenn dann so jemand,
weg ist, weil die ersetzen wir nicht einfach. Und wir hatten jetzt,
im November hatten wir, da musste ich gleich drei Leute aus meinem Umfeld,
Marita Bosweidersch in Deutschland, die aus Österreich, eine Frau Roswitha.
Deren Name mir jetzt gerade nicht einfällt, und in den USA haben wir auch eine
ganz wichtige Person verloren.
Und jetzt im Dezember, die Barbara
Combring, so gut, die im Kölner Zentrum unheimlich viel gemacht haben.
Und das sehe ich auch bei den Kobinett-Nachrichten. das ist ja nicht immer so
einfach zu berichten, wenn Menschen gestorben sind, weil mich bewegt das auch
immer sehr, weil man steigt einen Text ein, man beschäftigt sich mit deren Leben
aber das sehe ich das ist so wichtig, dass wir da auch darüber berichten,
dass die nicht einfach nur die Bühne verlassen und da sehe ich auch immer wieder,
wie die Zugriffszahlen hochgehen, also gerade dieses menschliche ja,
das ist bei uns einfach ein Faktor und das macht es auch einfach so traurig
Also vielleicht das dazu. Ja, der Roman.
Mich hat es ja gejuckt. Also ich hatte ja 2021 angefangen.
Da war dann 2023 fertig.
Habe ich mir einfach gedacht, Mensch, wir brauchen auch mal andere Schlenker
als immer nur die trockene Behindertenpolitik.
Immer nur so die Fakten, Gesetze, die platte Kritik, so wichtig das alles ist.
Und dann hatte ich ja einen Roman geschrieben, Zündeln an den Strukturen.
Ich hatte keine Ahnung, ob das irgendwie was bewirkt, wie es ist.
Ja, und dann hatten wir...
Mit verschiedenen Leuten, aber vor allem mit der Sabine Lohner,
zu der sage ich gleich noch was, aus Frankfurt, hatten wir, ich glaube,
fast 25 Lesungen jetzt dazu.
Ich hätte noch viel mehr machen können, aber ich hatte dann meine Knochen mit
meinem Ischias und mit meinen Schmerzen habe ich dann irgendwann mal gesagt,
jetzt muss ich mal Halt machen.
Und ich wurde immer wieder gefragt, Mensch, wie geht die Geschichte dann weiter?
Behinderte Menschen haben dort eine Werkstatt angezündet. Hintergrund des Romans
ist sozusagen, ja, was würden wir tun, was wäre?
Wenn wir jetzt in unserer Stadt keine Werkstatt gerade hätten.
Und die ist dann im Roman abgebrannt und dann setzt die Dynamik ein.
Und die Geschichte ist so ein Drittel erzählt.
Es bleibt noch manches offen und dann haben mir Leute immer wieder gesagt,
die den Roman gelesen, gekauft oder den kann man auch kostenlos runterladen, den ersten.
Ja Mensch, wie geht es denn weiter? Uns interessiert, wie läuft die Geschichte weiter?
Und ich habe das dann immer angehört und gesagt, ihr wisst gar nicht,
wie aufwendig das ist, wenn du so einen Roman schreibst.
Der neue Roman hat, glaube ich, 520.000 Zeichen.
Sascha, 520.000 Mal die Chance, Fehler zu machen. Oh ja.
Es ist so furchtbar. Wir haben jetzt gerade über Weihnachten wahnsinnig viel
korrigiert und immer wieder gefunden, dann layoutet.
Die Sache macht ja Spaß, aber es ist echt ein Aufwand.
Ich habe mich dann doch rangemacht und hatte dann die Inspiration,
bin jetzt ins Jahr 2034 gesprungen.
Also es wäre dann 25 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention.
Ja, es gibt auch Widerstände dagegen.
Und ein Teil der Geschichte ist, es gibt einen Anschlag auf eine der Aktivistinnen.
Sie überlebt aber, also keine Panik. Es geht auch alles gut aus.
Das ist so die eine Ebene. Wird der Täter erwischt? Wie entwickelt sich das?
Die andere Ebene ist aber auch, und das hat schon auch was Reales,
Da bin ich wieder auch bei dem, dass uns Menschen einfach wegsterben.
Im Roman erkennen die Akteure dann ja Mensch, wir müssen eigentlich unsere Geschichte
und auch unsere Geschichten, da sind wir wieder bei dem, was Menschen schaffen,
erreichen, was sich positiv tut, wir müssten die viel mehr erzählen.
Ja, und dann entsteht daraus ein Roman und dann ist die Frage,
was für Geschichten gibt es?
Auch die Frage, wie hat sich die Politik entwickelt bis 1934?
Also ich wusste da schon auch Phasen. Nostradamus el Wörtmermals Paulus.
Ja, ja, ja, das ist nicht nur fröhlich, da gab es auch Tiefen.
Noch tiefer als jetzt? Oh ja, Sascha, Sascha, Sascha, aber wie gesagt, ich bin positiv.
Es geht dann wieder aufwärts. Ja, und jetzt ist dieser Roman also sozusagen fertig.
Und dann hat sich was Schönes eigentlich ergeben.
Ich habe viele Lesungen gemacht mit der Sabine Lohner. Wir hatten ja auch mal
einen Podcast dazu, wo die Sabine vorgelesen hat.
Und die Sabine, die sieht ja noch schlechter wie ich, die ist blind und die liest mit Preil.
Und wir hatten ja 2025, ja, das 200 Jahre Breitschrift.
Und da haben wir jetzt gesagt, Mensch in Kassel, wenn der Roman jetzt raus ist,
14. Januar, machen wir eine Lesung im Dunkeln.
Und jetzt bin ich mal sehr gespannt. Also die Lesung im Dunkeln ist jetzt schon
angekündigt. Der Roman ist fertig.
Und jetzt muss ich mich damit beschäftigen, wie finde ich die Übergänge? Weil bisher war es so,
Die Sabine liest dann, ich mache immer Einführung, ich erzähle was dazu,
dann liest sie einen Teil, dann mache ich eine Überleitung.
Und da konnte ich immer so ein bisschen gucken auf meine Notizen,
wie die Überleitung ist, was jetzt kommt.
Und jetzt kann ich das im Dunkeln nicht. Die Sabine kann im Dunkeln natürlich
top lesen, für die macht das gar nichts.
Und ich mache mir jetzt schon Gedanken, wie kann ich mir das einprägen.
Also ein schönes Abenteuer jetzt im neuen Jahr. 1.
Januar 2026, Ortmann Mals Paul outet sich gerade als Nicht-Preilschriftleser.
Äh, fast Sascha. Ich war drei Jahre in der Nikolauspflege in Stuttgart. Ah.
Habe dort die Wirtschaftsschule gemacht. Mhm.
Und da gehörte damals, das gehört heute glaube ich auch noch,
dass auch Sehbehinderte mussten die Preilschrift lernen.
Ja. Wir mussten dann auch Stenografie lernen, also die Kurzschrift und all das.
Und ich habe das auch gelernt, dass Manko bei mir war, ich war faul und ich
bin nicht so feinfühlig, glaube ich auch, zumindest mit den Fingern.
Und ich habe das dann immer mit den Augen abgelesen, so ganz nah vorm Gesicht, die Punkte.
Deshalb, ich kann Breitschrift, aber ich kann es nicht wirklich gut fühlen.
Das hat auch mit Übung zu tun. Also dieses Fühlen, das hat ganz viel mit Übung
zu tun und ja, sehr spannend.
Ich bin auf den Roman gespannt.
Leider haben wir ja noch die akustische Version von Zünder an den Strukturen
noch nicht zu Gemüte bekommen. Gibt es da noch News wegen dem Hörbuch?
Also wir haben es geschafft, dass in den Blindenhörbüchereien,
da gibt es den Roman von Zündeln in den Strukturen, das haben die Marburger
dankenswerterweise angepackt,
also blinde und sehbehinderte Menschen, die irgendwo bei einer Blindenhörbücherei
registriert sind, die können sich den Roman anhören.
Ja, dann kam eine Geschichte, die Sabine Lohner, die fuhr mindestens zehn,
elf Mal nach Darmstadt und hat dort im Keller eines, jemanden,
den sie kennt, der hat ein Studio,
da hat sie dann den Roman aufgelesen, hat dann gemerkt, Hörbuch ist anders,
Hörbuch ist viel anstrengender als einfach nur Vorlesen, weil du musst immer
wieder innehalten, hast einen kleinen Fehler, Holprer oder in der Betonung.
Also sie hat richtig viel Arbeit reingesteckt.
Ich war dann auch dort und es ist alles aufgelesen.
Es muss jetzt halt richtig nochmal zusammengeschnitten werden.
Ja, derjenige, der das gemacht hatte, der hatte dann viele Projekte,
der macht das ehrenamtlich.
Und dann wurde seine Frau, glaube ich, noch krank. und wir haben dann gesagt,
okay, es sind alles, die Dinge haben ihre Zeit, die Dinge haben ihren Lauf.
Also es ist schade, wir hatten es wirklich so gut wie fertig.
Wir haben es dann nochmal probiert und dann haben wir gesagt,
nee, also wenn persönlich was ansteht, dann geht das vor, dann nervt man die
Leute nicht. Gehört auch dazu.
Also drum gibt es das leider nur in der Hörbücherei. Okay. Lieber Ottmar,
Wir könnten noch ganz viel über das Jahr 2025 philosophieren,
uns aufregen, uns ärgern. Das haben wir in den letzten zwölf Episoden ganz oft
und ganz häufig gemacht.
Aber du weißt ja, dass wir auch immer positiv denken. Wir schauen in das Jahr
2026. Es hat nun endlich angefangen in der 55.
Episode unseres Monatsrückblickes, die wir, glaube ich, haben.
Wir haben, glaube ich, nachgezählt und wir waren bei der 55.
Episode. Ich weiß aber nicht mehr genau. Also nagelt uns daran nicht fest.
Jedenfalls, was wir wissen, ist, dass das die 301. Episode vom IGL-Podcast ist.
Und es wird noch im Januar, das kann ich jetzt schon mal voraussagen,
noch unregelmäßige Veröffentlichungen geben.
Die nächste Veröffentlichung wird sein am 10.
Januar. Das müsste ein Samstag sein. Dann gibt es wieder Lust auf Zukunftsplanung
von unserer wundervollen Ellen Keune.
Und wie gesagt, der Eagle Podcast wird im Moment noch ein bisschen unregelmäßig erscheinen,
weil ich mitten im Umzug bin und nicht nur mich und meine Tochter umziehe,
sondern auch natürlich meiner größeren Tochter und meiner Frau helfe umzuziehen,
weil wir alle in nicht verschiedene Himmelsrichtungen, aber teilweise in verschiedene Wohnungen ziehen.
Und das ein Haus aufzulösen, das kann ich auch sagen, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen,
sammelt nicht jeden Scheiß, den es auf der Welt gibt, weil wenn ihr einmal umziehen
müsst und euch verkleinern müsst, Das ist eine Herausforderung.
Also das ist Wahnsinn. Wir haben jetzt vor unserer Haustür, als kleine Anekdote,
einen 35 Kubikmeter großen Container stehen, weil wir alles das,
was wir nicht mehr mitnehmen oder nicht mehr noch sammeln für eventuell Zukunft
oder so, in diesen Container reinbringen müssen.
Und ja, auch ich helfe da ganz fleißig mit, weil das ist ja auch mein Haus.
Also ich ziehe mich da nicht der Verantwortung, nur weil ich blind bin,
sondern helfe da ganz fleißig mit. Aber das ist schon Wahnsinn,
zumal wenn man einen Termin hat am 31.
Januar, ist dieses Haus leer zu sein. Eine Herausforderung, die noch besteht,
aber trotzdem werden noch Podcasts veröffentlicht. Auch in Luxemburg steht im Januar die 100.
Episode an. Da gehen wir etwas langsamer voran.
Es gibt auch in Luxemburg monsterös viele Themen, aber die Zeit,
die ich in den deutschen Podcast investiere und in die anderen Projekte,
fehlt mir dann ein bisschen beim Luxemburger Podcast.
Aber wir sind auch nicht in Zeitbedrängnis. Die 100. Episode wird im Januar erscheinen.
Ich habe auch die gute Nachricht bekommen, dass das Projekt Digitalkompass Podcast weitergeht.
Diesmal werden wir uns mehr oder weniger auf Digitalisierung für Menschen mit
Lernschwierigkeiten beschäftigen. Also das letzte Projekt war ja eher im Bereich
der See- und Höhe geschädigten Menschen.
Jetzt geht es dann auch intensiver um den Bereich der Menschen mit Lernschwierigkeiten.
Wie kann man dort die Digitalisierung oder die Barrieren in der Digitalisierung
überwinden und verändern?
Und natürlich bin ich auch weiterhin der Moderator vom Podcast Moinsen,
dem Audiomagazin von Blinden und Zirben an Fallen Schleswig-Holstein,
und was sonst noch nächstes Jahr auf mich zukommt, wir haben ein großes Projekt
geplant in Luxemburg mit meinem allerbesten Freund, dazu will ich im Moment
noch nichts sagen, es hat nur etwas mit Hamburg und Frankfurt zu tun und es wird.
2027 hoffentlich dann schon in Luxemburg stattfinden mehr will ich dazu noch
nicht sagen, es ist ziemlich groß ich bin da aber nicht so der Hauptmanager
drin, das überlasse ich meinem besten Freund Aber ich bin der stille Experte im Hintergrund.
Also es wird 26 noch ganz viel sein. Und ich habe mir vorgenommen,
dieses Jahr endlich mal nach Wien zu fahren. Das Zero Project.
Weil da geht es auch um Digitalisierung dieses Jahr. Und das finde ich sehr
spannend, welche innovative Produkte, Projekte gibt es.
Also 18. bis 20. Februar werde ich dann wahrscheinlich in Wien gastieren.
Wer da in Wien mich gerne treffen will, kann gerne Bescheid sagen. Würde uns freuen.
Ich bin mit Noah, meinem Assistenten, da unterwegs. Also das wird eine schöne
Zeit, wo ich mich darauf freue, da in Wien mal bei diesem Zero-Project-Projekt dabei zu sein.
Boah, eine ganze Menge, Sascha. Jetzt schon, ne? Das ist ja auch noch nicht angefangen.
Ja, ja, aber so ein Umzug, ich habe höchsten Respekt davor.
Ich bin oft umgezogen, aber zum Glück mit wenigen Sachen.
Und ich habe es natürlich erlebt bei meiner Mutter und bei meiner Schwester,
wenn man so ein Haus räumen muss.
Also ich drücke dir die Daumen, dass du Dinge in den Container tun kannst,
aber auch die Dinge, die dir wichtig sind, behalten kannst.
Also das ist schon eine größere Aufgabe. Vielleicht nochmal was zur Digitalisierung,
auch gerade für Menschen mit Lernschwierigkeiten.
Mir ist gerade nochmal eingefallen, wir haben dieses Jahr bei den Kobinett-Nachrichten
einen wichtigen Schritt geschafft, den ich mir vor ein paar Jahren noch gar
nicht so vorstellen konnte.
Unsere Texte werden ja automatisch und ziemlich schnell in, ich sage mal,
verständlichere Sprache übersetzt.
Also es ist nicht richtig leichte Sprache, weil dann müsste jeder Text korrigiert
und mit Bildern versehen werden. Aber es ist immerhin schon mal eine Information,
die gut verständlich ist.
Und da hat unser Techniker, der Tom, wahnsinnig viel Zeit reingesteckt.
Ich freue mich auch, dass da inzwischen andere sind, die sich da ranklinken.
Er macht es auch immer irgendwie einfacher und wir arbeiten da weiter dran.
Also das finde ich total wichtig, weil ich hatte da mit dem Stefan Götling,
der bei Menschen zuerst sehr aktiv war, Menschen mit Lernschwierigkeiten.
Der hat gesagt, Mensch, endlich kriege ich mal Informationen,
die verständlicher sind, schneller.
Ja, weil wenn es Übersetzungen in leichte Sprache gibt, die kommen ja oft zum
Teil Wochen, Monate hinterher, wo der Käse schon fast gegessen ist.
Und jetzt kann man tagesaktuell bei den Co-Binet-Nachrichten,
den Beiträgen einfach klicken auf die Übersetzung.
Und das finde ich schon revolutionär. Und das knüpft bei mir auch noch an.
Ich habe noch eine gute Nachricht im Gepäck.
Oh. Ja, wo ich nämlich dachte, super.
Ich hatte mich theoretisch damit beschäftigt, wie könnte ich Lesungen halten
vom Roman, wo ich als Sehbehinderter einfach nicht lesen kann richtig gut.
Ich muss blattnah hinhält, das ist nicht flüssig. Und ich habe immer gedacht,
Mensch, könnte das auch eine KI für mich machen. Vielleicht auch mit der Stimme
von der Sabine, dass wenn die mal nicht kann, die hat einfach auch eine bessere Stimme wie ich.
Und ich bin da aber nicht richtig weitergekommen. Wahrscheinlich gibt es Möglichkeiten.
Und dann bekam ich von den Bizeps-Leuten in Wien, Martin Ladstätter,
die sind da aktiv, die haben auch viele Informationen.
Bizeps ist dort, heißt das Zentrum für selbstbestimmtes Leben,
aber auch der Nachrichtendienst.
Vielleicht triffst du ja dann, wenn du in Wien bist. Und zwar ein ÖVP-Abgeordneter,
also ein Abgeordneter der österreichischen Volkspartei, Führlinger heißt der.
Der hat seine erste Rede im österreichischen Nationalrat mit einer KI-Stimme gehalten.
Und da wurde ich hellhörig. Da dachte ich, okay, was ist da der Hintergrund?
Hintergrund ist, er hat eine chronische Erkrankung. Er kann also nicht so richtig
gut, laut und lange reden.
Und wir haben ja viele Leute auch mit Kehlkopf, OPs, mit Behinderungen,
auch die, die nicht laut reden können, die auch nicht lange reden können.
Und er hat jetzt sozusagen die künstliche Intelligenz genutzt,
mit seiner Stimme sozusagen, und hat seine Rede mit künstlicher Intelligenz
gehalten, geschrieben.
Aber mit seiner alten Stimme, glaube ich. Mit seiner alten Stimme.
Also seine Originalstimme, die er damals, die er vor Jahren hatte,
das finde ich phänomenal, dass das heute geht.
Das ist ja komisch, auch befremdlich, aber phänomenal.
Ja, ja. Und da knüpft auch meine zweite Nachricht an. Ich habe ja immer so scherzhaft
gesagt, wir können ins All fliegen.
Auf den Mond fliegen ist eigentlich schon langweilig.
Aber wir kriegen die Erde hier nicht barrierefrei hin.
Und jetzt ist doch tatsächlich eine Rollstuhlfahrerin, also die nutzt einen
Rollstuhl. Die ist jetzt ins All geflogen.
Die Michaela Benthaus heißt die.
Österreicherin, ne? War das eine Österreicherin oder eine Deutschein?
Die ist eine Deutsche sogar. Die Österreicher haben darüber zuerst berichtet.
Genau, die ist eine Deutsche, die kommt irgendwo aus Norddeutschland.
Also eine richtige, ich glaube eine Physikerin, also richtig auch in der Forschung.
Die ist auch im Thema drin.
Und die war jetzt nur ein ganz kurzer Flug. Ich glaube mit dem Blue Origin oder irgendwie so.
Da gibt es ja verschiedene große, reiche Player. Ja, es ist mit Elon Musk geflogen, mit SpaceX.
Der Musk war es glaube ich nicht. Das war der andere. Auf jeden Fall äh,
Der Besos war es dann wahrscheinlich. Der war das, genau, genau.
Und zwölf Minuten war sie, glaube ich, im All. Aber da habe ich gedacht, ach, guck mal an.
Jetzt haben wir es auch geschafft, dass behinderte Menschen ins All fliegen.
Und da kam natürlich dann auch gleich, das finde ich schon mal einfach eine gute Nachricht.
Sie haben sich gekümmert, dass auch behinderte Menschen, sie haben ja immer
wieder auch gesucht oder sie suchen noch. Jetzt hat es es geschafft.
Und dann kam natürlich auch gleich die Nachricht, es ist doch eigentlich unglaublich.
Wir schaffen es, dass behinderte Menschen ins All fliegen. Aber wenn die dann
hier wieder aussteigt, dann scheitert die an der nächsten Barriere und kann
vielleicht nicht mal ihren Bus nutzen.
Und das fand ich eigentlich jetzt in Verbindung mit guten Nachrichten.
Ich musste dann eigentlich richtig lachen.
Da dachte ich, ja, es ist schon eine komische Welt.
Ja, aber sie konnte auch nur ins All fliegen, weil sie genug Geld auf den Tisch
gelegt hat, um das überhaupt machen zu können. Sie ist ja nicht,
glaube ich, es ist kein Wohlfahrtsflug gewesen.
Ich glaube, sie musste dafür ziemlich Asche bezahlen, wie alle,
die da mitgeflogen sind.
Also das ist ja kein kostenloses Alltransport, wenn ich mich richtig erinnere.
Und das wurde dann natürlich auch wieder kritisiert, dass sie anscheinend das
Geld hatte, um in den All zu fliegen.
Ich weiß es nicht genau, also ich will das jetzt nicht hier in Festnagel,
aber wenn ich mich richtig erinnere, sind diese Flüge nicht kostenlos.
Und ich weiß auch nicht, ob sie jetzt extra, weil sie nur, weil sie behindert
ist, einen kostenlosen Flug angeboten bekommen hat.
Ist natürlich für PR-Zwecke, wäre es natürlich überlegenswert gewesen für Bezos oder die Konsorten.
Aber es wurde ja sehr viel über sie gesprochen, das muss man ja auch dazu sagen.
Also das war ja auch wiederum Futter für die normalen Medien,
wenn es überhaupt normale Medien gibt.
Aber ich fand die cool, ich muss auch schmunzeln, auch auf den Hinweis,
da oben ist die Barriere frei, hier unten kommt sie nicht mehr weiter.
Also diese Geschichte war schon lustig, aber ich finde es auch cool.
Also warum nicht? Ja, Sascha, also mein Sohn ist immer derjenige,
der sagt, sobald es eine Möglichkeit gäbe, auf den Mars zu fliegen,
dann würde er mitfliegen.
Da sage ich, selbst dann, wenn du nicht wusstest, ob du wiederkommst,
dann meint er immer, ja, das wäre es ihm wert.
Ich bleibe lieber auf der Erde, aber wer weiß, wer weiß, vielleicht ist unser
übernächster oder wann auch immer Jahresrückblick Erfolg dann,
wenn wir irgendwo auf dem Mond hocken. Aber bleiben wir lieber erstmal auf der
Ehre, gestalten wir diese einigermaßen gescheit.
Guter Vorsatz für 2026. Lasst uns hier auf der Erde als Menschen mit Behinderung
und ohne Behinderung nochmal so richtig Kraft sammeln und jetzt schon so langsam
unsere Hufe scharren, wie man so schön sagt, um Inklusion weiterzutreiben,
um Inklusion auf den richtigen Punkt zu bringen.
Wir haben ganz am Anfang gesagt, die Möglichkeiten oder die Sachen,
die wir brauchen, sind da. Die Gesetze sind da.
Die Entscheidungen sind da. Wir müssen sie nur in die Köpfe bringen.
Wir müssen sie umsetzen. Wir müssen das Bewusstsein schaffen.
Immer wieder und immer wieder und immer wieder.
Ich glaube, da werden wir noch dieses Jahr einige Themen aufgreifen müssen.
Auch im IGL Podcast. Ich freue mich auf diese nächsten zwölf Monate.
Sie werden nicht leicht. Sie werden anstrengend. Sie werden spannend. Sie werden informativ.
Und das auch dank der Kobinett-Nachrichten, wo wir uns immer noch freuen,
dass wir seit vier Jahren so intensiv und eng zusammenarbeiten.
Ich schaffe es leider nicht immer im Januar, im August zu eurer Mitgliederversammlung,
aber im Herzen bin ich sehr eng bei den Kobinett-Nachrichten dabei und freue mich.
Und ich wünsche mir noch ganz viele Newsletter-Abonnenten, noch ganz viele Menschen,
die die Kobinett-Nachrichten konsultieren,
weil für mich ist es derzeit, und ich habe noch keine andere Vergleichsform,
Es ist für mich die DPA der Inklusion oder die Press Agency der Inklusion und ich hoffe,
dass da noch ganz viele Menschen auch langsam dazukommen und mitschreiben und Texte verfassen,
nicht nur kritische Texte, sondern auch News verfassen, dass wir eine feste
Plattform in Deutschland haben, eine DPA für Inklusion.
Das wäre mein Wunsch, Deutsche Presseagentur für die, die nicht wissen, was DPA bedeutet.
Das ist die Agentur, wo an sich ganz viele Nachrichten gesammelt werden und
dann an die Medien verteilt werden.
So sehe ich Kobinet, so habe ich Kobinet immer gesehen und so wünsche ich mir,
dass Kobinet sich in den nächsten Jahren weiterentwickeln kann als Nachrichtenplattform
für andere Medien, damit die
auch über das Thema Inklusion vernünftig und fehlerfrei berichten können.
Das ist mein Wunsch für 2026, natürlich verbunden mit ganz viel Gesundheit,
mit ganz viel Freude und denkt immer daran, wenn ein Tunnel noch dunkel ist,
irgendwo am Ende dieses Tunnels gibt es immer Licht, das sagt der Blinde und
gibt für das Schlusswort an Ottmar Malz-Paule.
Ja, das sind große Wünsche, auch für die Kobinett-Nachrichten.
Ich, wir geben das Beste und ich glaube, darum geht es, dass wir zu 26 an den
Stellen, wo wir aktiv sind,
wo wir einfach versuchen, für uns, für andere einen kleinen Unterschied zu machen.
Einfach nicht nur warten, wie wird unser Leben bestimmt gestaltet,
sondern selber gestalten.
Ich glaube, wenn wir da ein klein bisschen was schaffen und ganz viele dieses
kleine bisschen schaffen, dann kann das ziemlich groß werden.
In diesem Sinne bleiben wir optimistisch für 2,26. Mir war es wieder mal ein
Vergnügen, lieber Sascha.
Man weiß ja nie, was kommt bei so einem Monats, gar beim Jahresrückblick.
Aber ich fand es wieder spannend.
Und ja, auf ein gutes 2,26. www.kubinet-nachrichten.org.
Dort findet ihr natürlich alle Informationen und Nachrichten,
die wir hier besprochen haben.
Ich wünsche einen erfolgreichen Start ins neue Jahr. Danke, dass ihr dem Eagle-Podcast
treu bleibt. Euer Moderator und Inklusator Sascha Lang.
Für den Inklusator Sascha Lang bedeutet Inklusion, Inklusion ist ein Gesellschaftsprojekt.
Inklusion bedeutet, dass jeder Mensch ganz natürlich dazugehört.
Egal wie du aussiehst, welche Sprache du sprichst oder ob du eine Behinderung hast.
Inklusion heißt Teilhaben. Wir möchten dich mit unserem Podcast dazu motivieren,
bereits jetzt an der Gesellschaft teilzunehmen.
Denn nur so können Barrieren abgebaut werden.
Barrieren, die nicht nur im Alltag bestehen, sondern auch in den Köpfen. Lasst uns die!
Igel. Inklusion. Ganz einfach leben. Wird dir präsentiert von Inklusator.
Infos zum Inklusator und weitere Folgen findest du unter www.igelmedia.com,
Du möchtest uns kontaktieren? Dann schreibe uns eine Mail an moin.