Klimanachbarn – Die Revolution beginnt nebenan

Michael Schindler & Patrick Niedermayer
Since 02/2023 63 Episoden

E59: Aufhören allein zu sein - so richtig!

Lebensgemeinschaften Vorra macht es vor

20.08.2026 81 min

Zusammenfassung & Show Notes

Wir leben in einer lebendigen Lebensgemeinschaft, teilen Ressourcen, Entscheidungen und Alltagsfreuden und setzen dabei auf Soziokratie, Nachhaltigkeit und offene Kommunikation. Das ist das Prinzip der Lebensgemeinschaft Vorra. Gemeinsam gestalten sie Zusammenleben, organisieren Projekte wie Permakultur‑Workshops, Feiern und gemeinsames Essen und unterstützen bei Konflikten durch Mediation und gewaltfreie Kommunikation. So schaffen sie ein solidarisches Umfeld, das sowohl für uns als auch für die Dorfgemeinschaft bereichernd ist. Klingt das nicht auch fabelhaft für dich?

Themen 
  • Lebensgemeinschaft und solidarisches Miteinander
  • Soziokratie 
  • Konsent‑Entscheidungsfindung
  • Nachhaltigkeit
  • Ressourcenteilung, Solarenergie, Car‑Sharing
  • Permakultur‑Workshops und Gartenprojekte
  • Gemeinsame Feiern, Geburtstage, Hochzeiten, Kultur‑Events
  • Mediation und Gewaltfreie Kommunikation zur Konfliktlösung
  • Haushaltskasse 
  • Gemeinschaftsküche und gemeinsames Abendessen
  • Kinderbetreuung im Netzwerk der Erwachsenen 
  • Eigentumskauf über die KG 
  • Langfristige Sicherung des Projekts (Nicht‑Verkauf, Generationenbindung)
Firmen & Organisationen

Transkript

Tag gesagt an die Nachbarschaft. Wir durften zum Abschluss unserer Zusammenarbeit mit dem Kulturbahnhof Ottensoos noch ein überraschendes Highlight erleben. Eine der wahrscheinlich schönsten Orte, die wir besuchen durften und eine Willkommensatmosphäre, die seinesgleichen sucht. Wir besuchen die Lebensgemeinschaft Vora und lernen Tanja und Erich kennen. Wie man das selbst anfangen kann, wie das ihr Leben bereichert, welch wunderschöne Natur und tolle Menschen uns begegnen, erfahrt ihr hier. Klimanachbarn - Die Revolution beginnt nebenan. Der Podcast mit Patrick und Michel. Patrick, wir sind heute am wahrscheinlich, ich sag's jetzt einfach mal ganz, wir waren schon in vielen schönen Orten, aber heute ist ein ganz besonders schöner Ort, wo wir hier sind. Wo sind wir denn heute hier? Ist das die Hersbrucker Schweiz schon? Ja, ne? Wir sind in der Hersbrucker Schweiz, also in Mittelfranken, umgeben von ganz, ganz vielen Bäumen, ein paar Häusern, ganz vielen Pflanzen und wir sehen so ein Tal runter, was einfach traumhaft schön ist. Und uns gegenüber sitzt heute Tanja und Erich. Wir sind hier nicht nur von einem Haus umgeben, sondern von einem ganz besonderen Haus und davon sogar mehreren. Ihr dürft euch mal ganz kurz vorstellen, wer ihr seid und warum wir, die Klimanachbarn, heute bei euch sind. Tanja darf gerne einmal anfangen. Okay, genau. Also ich heiße Tanja, ich wohnen hier seit acht Jahren ungefähr und arbeite als Sozialarbeiterin und genau, ich lebe hier in einer Lebensgemeinschaft und deshalb wohne ich hier sehr gerne auch. Erich, wie bist du hierher gekommen? Mit dem Auto. Wir auch, obwohl die Bahn so nah ist. Genau, das erste Mal bin ich tatsächlich mit dem Auto hier runtergefahren und kam von Herzbruck und ich dachte, was ist denn das für ein Kaff? Und so. Und dann sind wir dann tatsächlich hier hingekommen. Wir haben uns das angesehen, die Vera, meine Frau und ich haben uns das hier angesehen, weil wir auf der Suche nach einem Haus oder nach einem Anwesen für ein Gemeinschaftsprojekt waren. Und ja, sind wir hierher gekommen und sind hier rumgegangen und dann sind wir nicht mehr weggegangen. Das heißt, ihr habt das auch gegründet, diese Gemeinschaft? Wir haben das gegründet. Die beiden? Nein, die Vera und ich. Okay. Die Tanja ist drei Monate später dazu gekommen. Wir kannten die schon lange vorher in einem anderen Projekt, aber dann in dem Moment, als das hier anstand, waren Vera und ich alleine. Aber es war von vornherein klar, das wird eine Gemeinschaft natürlich und ist auch von vornherein als eine Gesellschaft gegründet worden. Wir sind gemeinsam eine KG und die Idee ist, dass jeder, der hier langfristig wohnt, auch Gesellschafter werden kann. Und im Moment sind wir tatsächlich, wir sind ja 13 Erwachsene und fünf Kinder hier und acht, neun Erwachsene sind auch Gesellschafter in dieser KG. Könnt ihr das vielleicht gleich noch mal erklären? Das heißt, die Gebäude, die gehören der KG und die Menschen, die hier langfristig leben, die werden dann Kommanditisten, also die erwerben Teile der KG. Ja. Aber wie mietet ihr euch dann was bei der KG an oder erlaubt die KG allen Kommanditisten kostenloses Wohnen? Wie ist dieses Konstrukt? Ja, wir müssen natürlich im Prinzip, wir müssen ja die Kosten tragen, wir müssen die Gebäude abzahlen und so weiter. Strom, Wasser, alles. Strom, Wasser, alles. Also wir zahlen ja im Prinzip ganz normale Miete. Das heißt dann irgendwie anders. Nutzungsentgelt heißt das. Nutzungsentgelt, weil wir, weil die meisten eben Mieteigentümer sind. Aber letztendlich ist es das Gleiche wie eine Miete, heißt nur anders, rein rechtlich. Aber wir müssen das ganze Ding ja bezahlen, abzahlen und Kosten, Nebenkosten und so weiter. Okay, das heißt, ich würde mir, wenn ich jetzt Teil davon werden würde, würde ich eine Weile lang hier wohnen, irgendwann könnte ich dann einen Anteil kaufen, würde dann aber Miete zahlen an die Firma, die mir anteilig gehört. Ja, genau so ist es. Ja, sehr cool. Wie findet man dann überhaupt hier so her? Also jeder hat so sein Leben, lebt vor sich hin. Wie kam es, jetzt frage ich mal dich als Gründer des Ganzen, wie kamst du dahin, dass du gesagt hast, das wird auf jeden Fall eine Lebensgemeinschaft hier und was bewegt dich dazu? Wir kommen dann noch zu den schönen Vorteilen. Ja, ja klar. Also grundsätzlich wollte ich nicht alleine leben. Ich war mit meiner Frau zusammen und deren Tochter, die war damals, als wir hierher zogen, 17 Jahre alt. Und dann haben wir nach einer Gemeinschaft gesucht, weil wir beide den Eindruck haben, dass Leben in Gemeinschaft reicher ist, als alleine zu leben. Und tatsächlich waren wir, bevor wir das hier erwerben konnten, waren wir neun Jahre auf der Suche, teilweise mit anderen Menschen, teilweise dann zum Schluss alleine, was aber sich nicht bewährt hat, was blöd war irgendwie. Und dann haben wir unter anderem, da war eine Gruppe mit der Tanja, die waren an einem anderen Projekt interessiert und da sind wir dann eingestiegen. Das mit dem anderen Projekt hat sich dann zerschlagen und dann waren Vera und ich noch alleine und waren da gerade in der Lage und es gab die Möglichkeit, dieses Ding eben als Paar jetzt auch zu erwerben, mit der Sicherheit, dass es natürlich ein größeres Wohnprojekt werden soll. Darauf hat sich die Bank eingelassen und wir haben uns darauf eingelassen und dann hat sich, wie gesagt, 2018 Mitte, wir sind am 1. August hier eingezogen. Die Tanja ist glaube ich im November oder so was, im Oktober eingezogen und dann ganz frisch. Ja, letzten Oktober ist es. Ne, ne, also im Oktober 2018. So. Und dann hat sich das so langsam aufgebaut. Tanja, wo kamst du her, wie war dein Leben bis dahin und dann, was hat dich so bewegt? Genau, also ich habe eigentlich immer mit anderen Menschen zusammen gelebt, erst 21 Jahre mit meiner Familie, dann bin ich nach Berlin gezogen, habe da auch acht Jahre, nee elf Jahre habe ich da gelebt und immer in Wohnkontexten mit anderen Leuten, immer mit vielen Menschen tatsächlich. In WGs und sowas? Genau, ja, also meistens in WGs und ja eigentlich immer in WGs und genau, ich konnte mir auch alleine Leben nicht wirklich vorstellen oder als es dann auch irgendwie mit so Beziehungen, zu so Familienthemen kam, konnte ich mir das nicht irgendwie als Kleinfamilie vorstellen und für mich war Leben in Gemeinschaft eigentlich immer so genau das Erstrebenswerte, wo ich hin will, also mit anderen Leben, immer im Austausch sein, die Vielfalt auch einfach zu Hause zu haben, ja, das war mir wichtig und ja und so kam ich dann irgendwie nach Mittelfranken. Waren das bestimmte Menschen, mit denen du leben wolltest oder war das einfach, es ist mir wichtig, also wir kennen alle so die Zahlen, dass Einsamkeit immer mehr ein Thema ist, Isolation, das habt ihr hervorragend entgegengewirkt, war das das Primäre oder waren es bestimmte Menschen, die du um dich haben wolltest? Ne, also ich kannte Vera und Erich ja vorher kaum, also wir haben zwar ungefähr ein Jahr gemeinsam an diesem anderen Projekt versucht, es zu erwerben auch und haben uns dadurch kennengelernt, aber ich habe hier völlig bei null angefangen mit meinen Sozialkontakten, als ich hierher gezogen bin tatsächlich. Was mir wichtig war, ich wollte generationsübergreifend leben, ich wollte gerne mit Menschen auch in anderen Altersklassen zusammenwohnen, weil ich das irgendwie so gewöhnt war von meiner Kindheit her, mit meinen Großeltern bin ich immer aufgewachsen und ich finde es ein sehr bereicherndes Zusammenleben, auch mit Menschen aus verschiedenen Lebensphasen irgendwie Kontakt zu haben, ja und auch mit Kindern eben auch jetzt, also wir haben ja mehrere Kinder hier auch und das schätze ich auch sehr, mit denen zusammen wohnen zu dürfen, ja. Ich glaube, das ist so ein Ding, was bei solchen Gesprächen im Raum steht, würdet ihr sagen, es ist eine Kommune oder ist eine Kommune noch mal was anderes von dem, was wir hier bei euch sehen dürfen? Was ist eine Kommune? Ich weiß es nicht, das ist nur ein Wort, das ich assoziiere mit, da leben Menschen zusammen, die teilen vieles miteinander, ich weiß aber nicht, wo eine Abgrenzung davon ist, habt ihr darauf eine Antwort? Die Kommune 1, das war ja eine Kommune, da ging es vor allen Dingen auch ganz viel um Sexualität und Zusammenleben und hier sind, hier wohnen Paare, hier wohnen Einzelpersonen und unsere Sexualität teilen wir nicht. Meine Frage hat gar nicht darauf angefangen. Das ist halt die Kommune 1 gewesen, vor allen Dingen, da ging es ja noch mal um ganz andere Themen und hier geht es eben nicht um, hier geht es mehr um dieses Zusammenleben, um Dinge teilen, ich erlebe es als bereichernd und diese Abwechslung, ich habe auch den Eindruck, dass wenn ich ständig mit einer Person ausschließlich zusammenlebe, dann muss ich sämtliche Bedürfnisse oder große Teile der Bedürfnisse des anderen abdecken und umgekehrt und das erlebe ich als Überforderung, also nicht umsonst sind die Schadungsraten bei um die 50 Prozent und es heiraten ja bei weitem nicht alle Leute, die zusammen wohnen. Also von daher glaube ich, dass es einfach viel lebensfroher, mehr Lebensqualität hat, mit mehreren Leuten zusammen zu wohnen. Wir hatten, so ein bisschen das Finanzen Ding haben wir schon abgeklärt eigentlich, dass man hier halt ganz normal Miete zahlt und so zahlt man sich hier alles ab. Was mich interessieren würde, ihr sprecht jetzt gerade von Lebensqualität, gibt es auch Konflikte und wie löst man die hier? Gehen wir mal vom Worst Case aus, hier ist ein mega Streit zwischen zwei Personen, wie geht man damit um? Und vielleicht angeheftet daran, wie sind Entscheidungsprozesse hier, wenn ihr Dinge gemeinsam entscheidet? Also wir haben uns die Soziokratie als Vorbild genommen, so um Entscheidungsprozesse umzusetzen. Das ist so eine Form, da geht es um, wie erkläre ich das jetzt, also nicht den Konsens, also nicht alle müssen irgendwie die gleiche Meinung haben, sondern um den Konsent mit T am Ende und da geht es darum, wer hat einen Einwand dagegen und dann versucht man auszuhandeln, was braucht die andere Person, um mitgehen zu können auf eine Art. Es müssen nicht alle gleicher Meinung sein, sondern es geht darum, um Aushandlungsprozesse im Endeffekt. Das heißt, man schaut, dass kein Veto mehr im Raum ist, das heißt aber nicht, dass alle 100 Prozent dahinter stehen müssen. Richtig, ja. Also es ist ganz wichtig, sage ich mal, Demokratie ist eine tolle Geschichte, so insgesamt. In so einem Wohnprojekt wäre es glaube ich eine Katastrophe, wenn, sage ich mal, sechs Leute bestimmen, was die anderen vier Leute machen müssen oder nicht machen dürfen oder sowas. Von daher ist dieses soziokratische Prinzip einfach toll. Wie gesagt, hast du einen Einwand, okay, was könnten wir tun, um diesen Einwand zu beseitigen sowas und um so eine großmögliche Einigkeit herzustellen. Das klingt ja nach einem Traum für die Politik, die wir aktuell haben in diesem Land, wenn es so schön wäre. Aber ich finde es toll, dass es klappt und man sieht hier auch so eine, also man kommt hier rein und ist beseelt irgendwie. Ja, es ist eine schöne Atmosphäre. Ja. Das Streitthema war noch offen. Streitthema war noch offen. Genau, also natürlich, wir haben hier auch Konflikte, gar keine Frage. Also wir wohnen ja auch sehr nah aneinander oder sehr eng miteinander und da tritt man sich dann wieder auf die Füße und jede Person hat ja so auch ihren eigenen Rucksack dabei und am Anfang ist man im kennenlernen und so weiter. Und wir versuchen da mit verschiedenen Möglichkeiten oder Methoden auch immer wieder uns näher kennenzulernen und uns auszutauschen, um einfach nicht den Kontakt zueinander zu verlieren. Genau, und also wir haben so Vorpräventivmaßnahmen, sage ich jetzt mal. Und dann, wenn es natürlich zu einem großen Konflikt trotzdem kommt, haben wir auch in unserem Leitbild verankert, dass wir eine Mediation von außen mit dazu holen, damit es einfach nicht komplett aus dem Ruder läuft. Aber so im Vorhinein versuchen wir eben sehr regelmäßig Zeit zusammen zu verbringen, sogenannte Zwei-Zeit nennt sich das bei uns. Da werden wir so bunt durcheinander gewürfelt und verbringen dann Zeit zusammen, also egal was. Hauptsache man ist wieder mehr im Kontakt zueinander, weil wir doch alle unterschiedliche Alltage, Lebensrealitäten haben, um uns einfach nicht zu verlieren. Und dann haben wir auch so verschiedene Methoden, wenn jetzt wirklich ein Konflikt da ist, den auch aktiv anzugehen. Da haben wir so einen Bogen mal ausgearbeitet, das nennt sich "Willst du Recht haben oder glücklich sein?" und das ist so auf der Grundlage der gewaltfreien Kommunikation, wo man erst so in die Selbstreflexion geht und versucht, okay, was steht da eigentlich für ein Bedürfnis dahinter und warum habe ich vielleicht so gehandelt? Und dann versucht man mit der anderen Person empathisch zu sein und versucht zu erkunden, was stand denn bei der vielleicht für ein Bedürfnis dahinter? Und meistens hilft dieser Bogen schon, um selber wieder Frieden mit diesem Konflikt zu finden. Wenn das nicht klappt, kann man dann gemeinsam dieses Blatt besprechen oder diesen Konflikt besprechen. Und man kann sich da auch immer noch eine dritte Person dazu holen, falls man sich alleine irgendwie da gerade nicht imstande fühlt. Also wir versuchen da schon einen sehr offenen Umgang mit Konflikten zu leben. Weil es ist halt Teil des Lebens und es ist auch für mich auch ein Teil des Kennenlernprozesses. Also mit den anderen, aber auch ein neues Kennenlernen von mir selber. Hast du eine Therapie inkludiert? Ja, tatsächlich. Es geht schon so um persönliches Wachstum und immer wieder sich zu reflektieren und hinzuschauen, warum handele ich so oder was ist da für ein Bedürfnis da? Es war wunderschön, dass die Kinder aufwachsen mit diesem Wertebild. Also dass man so mit Konflikten umgeht, so mit sich selbst umgeht, mit Themen wie gewaltfreie Kommunikation. Das war es, wo ich mir wünschen würde, dass das einfach in unser wirklich weitestgehend gedacht Bildungssystem, also da meine ich jetzt nicht nur die Schulen und die Kindergärten und so, sondern wirklich darüber hinaus, dass das einfach so eine gewisse Grundlage in der Gesellschaft wäre. Von daher finde ich das ganz toll, dass das bei euch so einfach gegeben ist, dass die Kinder damit aufwachsen und euch da als Vorbilder auch haben. Absolut und sage ich mal, tatsächlich, wir reden jetzt viel über Konflikte. Ich habe in diesen acht Jahren ein, zwei Konflikte erlebt, wo es wirklich schwierig war. Aber ansonsten, sage ich mal, gibt es so viele Möglichkeiten miteinander zu kommunizieren und miteinander uns auszutauschen, dass ich auch noch keinen Konflikt wirklich erlebt habe, der richtig eskaliert ist. Und das hat natürlich auch damit zu tun, ich meine, wir müssen, eine der großen Voraussetzungen ist natürlich, wir müssen uns gegenseitig akzeptieren und wir müssen uns gegenseitig aushalten. Und ich bin ja hier und das ist mein Zuhause. Das heißt, ich will hier auch so sein können, wie ich bin und mich nicht dauernd verstellen. Das heißt auch, dass die anderen mich auch zum Teil aushalten müssen, aber dass ich auch die anderen aushalte. Das ist ein ganz wichtiges Ding, dass wir einander wirklich uns zumuten. Ja genau. Und dass wir uns zumuten und dass wir uns erlauben, dass andere sich mir zumuten. So was, das ist... Könnt ihr mal beschreiben, was ihr hier alles teilt in dieser Lebensgemeinschaft? Ganz viel. Also vom Essen, es geht vom Essen über Werkzeug, also Ressourcen zum einen, aber natürlich teilen wir auch die Höhen und Tiefen des Lebens miteinander. Also auch emotional sind wir füreinander da. Wir freuen uns zusammen, feiern Feste, haben Spaß und auf der anderen Seite, wenn es jemandem schlecht geht, sind wir auch füreinander da. Also oder wenn jemand erkrankt oder so. Das ist genau, ich finde, wir sind da sehr solidarisch miteinander. Wie funktioniert das auf einer ganz praktischen Ebene? Also ihr habt gemeinsame Anschaffungen, wie ich sehe da hinten die Tischtennisplatte. Ist sowas... Gehört es jemandem, der sagt, hey, das sponsor ich jetzt und das nächste Mal kauft der andere dafür, keine Ahnung, was für ein Set, die Hängematte oder so? Oder ist das was, was die KG dann kauft? Es ist unterschiedlich. Also teilweise... Ein komplexes System. Also einmal, sag ich mal, für das ganz alltägliche, wir haben eine Haushaltskasse, in der jeder im Monat, jeder Erwachsene, die Kinder, die werden daraus mitfinanziert. Bis sie 14 sind, sind die hier kostenlos unterwegs. Jeder Erwachsene zahlt 180 Euro rein und davon bestreiten wir unsere kompletten Lebensmittel für alle und so übliche Hygienemittel wie Klopapier, Tempotaschen, Tücher und so ein bisschen Zeug, was halt im Haushalt anfällt. So damit kommen wir mit 180 Euro im Monat pro Person aus und wenn es Anschaffungen gibt, die werden teilweise... Kaufen wir die zusammen und teilweise kauft die die KG. Und dann ist es ja so, dass jeder, der hierher kommt, schon einen ganzen Rucksack voller Zeug dabei hat. Dazu kann dann so eine Tennisplatte dazugehören oder dazu gehören, jetzt haben wir vier oder fünf Bohrmaschinen, weil jeder Mann hat ja mindestens eine Bohrmaschine und solche Sachen, die werden dann entweder geteilt und da gibt es welche, das ist noch immer meine, aber hier im Alltag spielt das eigentlich keine Rolle. Das würde dann eine Rolle spielen, wenn ich ausziehen würde zum Beispiel. Da kann ich meine Maschine natürlich auch wieder mitnehmen und neue Sachen werden gekauft auf Kosten der KG. Das heißt, habe ich das richtig verstanden, wenn ich hierher komme, dann alles, was ich mitbringe, wird dann automatisch vergesellschaftet sozusagen? Wenn ich das will, nein, nein, nein, nein. Das bleibt meins und gerade bei Werkzeugen gibt es auch manche Menschen, die etwas empfindlich sind und auch Erfahrungen, dass nicht alle Menschen gleich sorgfältig mit Werkzeug umgehen und dann gibt es durchaus die Möglichkeit zu sagen, das kannste haben. Aber nur auf Nachfrage zum Beispiel. Also ich kann schon auch gewisse Dinge einfach für mich behalten. Ich glaube, es kommt schon typisch an den Typ Mensch hierher, der das ja möchte. Deswegen kann ich mir das schon vorstellen. Aber vielleicht ist es die Bohrmaschine, die jemandem besonders am Herzen liegt oder ein Erbstück oder so, wo man sagt, nee, werde ich gern wirklich für mich. Das ist dann trotzdem möglich. Bei der Ernährung finde ich es auch interessant, wenn man jetzt zum Beispiel sagt, also es gibt hier die Veganer*innen, es gibt den Vegetarier*innen und dann wie handelt ihr das, wenn jetzt jemand hier reinkommt und einfach super gerne Fleisch isst? Ich meine, wir konnten hier einziehen als Vegetarier*innen, aber so rein vom... Mir würde es dann zum Beispiel stinken, wenn wir vom Gemeinschaftsgeldbeutel Fleisch kaufen würden. Weil das ist eine Sache, die würde ich nicht gern unterstützen. Wie handelt ihr das oder ist das einfach, hier darf kein Fleischesser wohnen? Im Prinzip geht es dahin, also wenn jemand gerne viel Fleisch isst, der wird sich hier nicht wohlfühlen. Also kein Hausfirmakusey da? Na, sagen wir mal so, wir haben hier einen Kennenlernprozess, der zieht sich über anderthalb Jahre hin, ungefähr. Und wenn es viele Sachen im Alltag gibt, die mir nicht passen, dann will ich hier nicht sein. Und wenn ich ständig angemacht werde, "Ahh, das stinkt!" Und Fleisch, wenn man es brät, das duftet ja doch sehr intensiv und sowas. Und ja, dann wird es schwierig. Ein natürlicher Filterungsprozess. Ja, und tatsächlich ist es so, wenn wir essen, in der Regel wird hier Abend sein Abendessen für alle angeboten. Und das ist immer vegan, zum Teil. Also es ist vegan oder vegetarisch und Fleisch ist äußerst selten. Nee, eigentlich nie. Also es ist tatsächlich sehr individuell dann. Wir haben schon Mitbewohner*innen, die dann schon mal Fleisch essen, aber das geht auf die eigene Kasse. Und wir haben uns eigentlich auch mal dafür ausgesprochen, dass in unserer Gemeinschaftsküche auch kein Fleisch verarbeitet wird. Also abgesehen von dem Hundefutter, das wir jetzt aber auch im Keller ausgelagert haben, wird dort nichts Fleischliches... Ab und zu eines unserer Hühner. Ja, genau. Wenn dann die sich selber vermehren und dann haben wir Hähne und dann müssen die geschlachtet werden, das passiert dann schon. Und die werden dann auch zum Suppenhuhn verarbeitet. Das heißt, auch wieder eine Sache, die ihr teilt, ist, dass ihr hier einfach jeden Tag ein gemeinsames Essen habt. Richtig, ja. Voll schön. Wie ist es mit den Kindern? Kann man sagen, die lieben sich total? Ist das eine große Freundschaft zwischen denen oder ist es das vielleicht auch überhaupt nicht? Und wie läuft... Ich lasse mal bei Betreuung, die Betreuung der Kinder ab. Ist das auch ein Modell, das man teilt? Wie kann man sich das so vorstellen? Also zum einen sind unsere Kinder, die sind ja in sehr unterschiedlichen Altersstufen. Also wir haben zwei Teenager, die sind mit ihrer Mutter hierher gezogen und dann haben wir drei Kinder, die sind hier geboren. Also die sind jetzt noch sehr... Also die älteste davon ist sechs und die anderen sind so drei und ein Jahr alt. Und damit... Genau, es ist einfach ein großes Spektrum und die mögen sich schon alle. Also die passen auch... Also die Teenies passen auch manchmal auf die Jüngeren auf. Also das klappt auch alles und die verstehen sich gut und grundsätzlich leben aber die Kinder halt in ihren Familienkontexten mit ihren Eltern und so weiter. Aber wir kümmern uns auch um die. Also die Eltern brauchen natürlich auch mal eine gewisse Freizeit oder Entlastung. Spätestens beim Essen. Genau, ja. Also da fragen Elternteile dann, hey hat jemand Zeit für ein paar Stunden mal auf mein Kind aufzupassen? Und meistens findet sich immer eine Person, die das dann auch macht und da ist auch das Vertrauen da, dass die Eltern die auch guten Gewissens auch an andere Personen abgeben können. Und ich würde sagen, wir haben da schon ein sehr enges Verhältnis mit den Kindern auch. Genau. Wobei es keine Gemeinschaftskinder sind. Nee. Das war ja so die Frage, so ein bisschen so, ich denke so an Kibbutz, wo die Kinder, in meiner Vorstellung zumindest, eigentlich alle Gemeinschaftskinder sind. Das ist es nicht. Die sind schon eindeutig, da sind die Eltern, da wohnen die zusammen. Das ist ein Verbund, ein kleiner Verbund innerhalb der Gemeinschaft. Ja, genau. Würdet ihr sagen, dass eure engsten Freundschaften innerhalb der Lebensgemeinschaft sind? Oder ist das die Lebensgemeinschaft und man pflegt aber trotzdem sehr enge Beziehungen nach außerhalb und die kommen dann vielleicht auch hin und wieder mit rein? Sind das Freundschaften oder ist das eher wie so ein erweitertes Familiengefühl, was hier entsteht? Oder beides. Ich würde sagen eher Letzteres. Ja. Also ich weiß auch nicht, ob es gut ist, mit Freunden zusammen zu wohnen. Meine Erfahrung ist eher, ich habe jetzt erlebt eine Geschichte von Bekannten, die über lange, lange, lange Jahre mit ihren besten Freunden immer in Urlaub gefahren sind. Dann haben sie ein Wohnprojekt gegründet. Das war total toll, drei Monate lang. Und wir haben da jede Menge Geld investiert, also richtig neu, also altes Ding richtig aufgebaut und sowas. Das hat nicht funktioniert. Weil eine Freundschaft ist ja doch oft, wir treffen uns ein, zwei, drei, vier Stunden, wir machen was miteinander, ist toll oder sowas. Aber man erliebt den Menschen nicht in seinem Alltag. Und ich hatte auch tatsächlich so zu Anfang den Gedanken, wir werden alles Freunde. Wurstekuchen ist nicht. Ist eine andere Geschichte. Oder wie würdest du das sehen? Ja, also wir sind natürlich alle sehr unterschiedlich. Und was uns hier zusammenbringt, ist natürlich dieses, wir wollen gemeinsam hier leben und wir wollen diesen Ort gestalten. Wir wollen unsere Ressourcen, unsere Dinge miteinander teilen, die uns so bewegen. Und ja, also ich würde auch eher sagen, es ist so ein familiäres Ding. Also ich fühle mich da mehr so verbunden. Und mit manchen natürlich habe ich engere Beziehungen, weil wir noch andere Schnittmengen haben oder so. Aber tatsächlich, für mich ist es auch wichtig, dass ich nach außen noch Kontakte habe. Weil ich auch immer wieder so ein Korrektiv manchmal brauche zu dem, was passiert denn eigentlich hier bei uns. Die reale Welt. Ja genau, also das ist mir total wichtig. Also man kann hier wirklich gut wochenlang hier oben sein bei uns und man braucht gar nicht wirklich woanders hin. Also das haben wir während Corona gemerkt, wie gut wir hier auch miteinander einfach alles haben, was man so braucht. Und gleichzeitig war es dann schon immer wieder toll, wenn man seine Freundinnen und Freunde irgendwie auch treffen kann. Also irgendwann kriegt man auch so ein, wie nenne ich das? Lagerkoller. Ja vielleicht. Genau, also muss schon auch raus. Wie ist es für euch, ihr feiert hier, wie nehmen euch die Leute wahr? Also die von außen hier drauf schauen und die auch mal vorbeikommen, Freunde die vorbeikommen. Wie nehmen die das wahr und wie färbt ihr ab? Also wie zum Beispiel schauen andere Lebensgemeinschaften auf euch, wie ihr es macht, übernehmt euren Guide. Slidebild. Ja genau. Wie kommt man bei so einer Feier hier an und was kriegt ihr da so für Vibes mit, wie die das hier finden von außen? Also ich habe den Eindruck, viele sind total begeistert. Ähnlich wie ihr hier angekommen seid, sind viele von diesem Ort einfach sehr angetan, weil es einfach wirklich sehr sehr schön ist bei uns tatsächlich. Wo wir auch super dankbar sind, dass wir da sein können. Und deswegen teilen wir diesen Ort auch sehr sehr gern miteinander, damit die auch sich daran erfreuen können. Und also die letzten Jahre über haben wir schon immer wieder auch andere Gemeinschaften kennengelernt, die sich an uns gewarnt haben. So mit "Hey, wie habt ihr das gemacht?" Also gerade in Bezug auf die Gründung wurde Vera und Erich viel auch schon kontaktiert und sind auch da glaube ich sehr offen und auch stolz, vielleicht auch euer Wissen zu teilen. Also oder das, was wir halt hier so erlebt haben. Da muss ja nicht jeder das Rad auch neu erfinden. Und in letzter Zeit, also jetzt hier im Pilgnerzall, bei uns gibt es ja jetzt auch relativ viele Gemeinschaften, würde ich sagen. Oder das wird immer mehr, dass sich hier Menschen her bewegen, die in solchen Kontexten auch leben wollen. Und da sind wir schon im Austausch, ja auf jeden Fall. Und ich will das noch ergänzen, wir sind noch im Austausch. Wir leben ja hier in einer Gemeinde und sind hier schon Exoten in dieser Gemeinde. Das sind glaube ich 1600 Menschen hier im Ortskern Fora. Also in Fora sind es 1000, mit den anderen Gemeinden ungefähr 1,6 oder 1,8. Die Tanja, die weiß das genau, weil sie ist jetzt in den Rat gewählt worden bei der letzten Wahl. Ich bin Gemeinderätin. Wir haben das Schild schon gesehen draußen. Ja, danke. Und sie ist Gemeinderätin. Das heißt hier draußen noch mehr. Wenn man die Parteifarbe gesehen hat. Ich glaube, das ist nicht so, oder? Kollegier mich, aber ich glaube, das ist nicht so gewöhnlich. Aber ich muss da noch was zu sagen. Die Tanja hat das beste Ergebnis in Bayern reingefahren für diese Partei. Das ist unfassbar. Das ist zu verdanken ihrem Haustürwahlkampf. Weil ich meine, die Linke erstmal kommt wahrscheinlich nicht so besonders gut an. Aber Tanja kommt halt gut an. Na ja. Menschenwahlpolitik. Aber genau das hätte mich tatsächlich, das wäre jetzt auch mal eine Folgefrage gewesen. Wie schauen denn die Leute in Fora auf euch? Weil ich kann mir das sehr gut vorstellen, dass ihr hier wahnsinnige Exoten seid. Also das ist hier so mittelfränkisch, wie man es halt kennt. So Dorfleben in Mittelfranken. Also ich kenne Fora nicht so gut, aber ich kenne andere Dörfer in Mittelfranken ganz gut. Ich bin selbst auf einem sehr kleinen Dorf aufgewachsen. Und da ist es schon so, da ist die Besitzstandswahrung ein wichtiges Thema. Mein Hof, mein Haus. Das ist ein Ding. Und so Lebensgemeinschaften sind da jetzt nicht das Ding, was man da kennt. Da sehen die sich nicht nach. Und ich habe keine einzige schlechte Erfahrung hier in Fora gemacht. Das muss ich ganz eindeutig sagen. Als wir hier angekommen sind, also als wir das gerade erworben hatten, haben wir schon mit Leuten aus dem Dorf zusammengearbeitet, weil es Notwendigkeiten gab. Wir haben ja einige Pferde, da ging es um Heu und Stroh und so weiter. Und wir haben von Anfang an hier örtliche Unternehmer oder so. Mit denen arbeiten wir zusammen. Und dann war ja unsere Tochter damals 17 Jahre alt. Das heißt, sie ist noch zum Gymnasium nach Lauf gefahren. Und dadurch gab es jede Menge Kontakte zu anderen Leuten hier im Dorf. Die war auch bei den Kirwa-Madern dabei und sowas. Und das hat natürlich eine Menge gebracht. Es gibt da überhaupt keine Berührungsängste. Kinder sind sowieso cool. Ja, auf jeden Fall. Und möglicherweise gibt es eine Menge Fantasien und so was. Die Frage, seid ihr eine Kommune oder seid ihr eine was weiß ich oder sowas. Keine Ahnung. Können wir uns besprechen? Ja, natürlich. Also um es genau wissen zu wollen, glaube ich, müsst ihr den Leuten vom Dorf fragen, wie die so uns aufgefasst haben. Aber am Anfang hat hier auch noch ein Mitbewohner gelebt, der hatte dann auch Kamele. Und damit waren wir noch besonderer. Was machen die denn da? Da oben in der Kamel-Villa. Die Allergie noch mal testen. Und dadurch sind aber viele Leute hier auch vorbeigewandert oder hergekommen und waren neugierig und haben geguckt, wer sind wir denn eigentlich. Und jetzt über die vielen Jahre, wo wir hier im Dorf sind, haben wir schon verschiedene Beziehungen aufgebaut. Wir sind direkt auch Mitglied geworden bei der Feuerwehr und haben dann auch vor ein paar Jahren hier die Feuerwehr eingeladen, damit sie hier eine Übung machen können und haben mit denen nachträglich noch gegrillt hier im Garten. Und genau, es gibt immer wieder Schnittmengen. Oder jetzt haben wir vor ein paar Jahren dem neuen Naturkindergarten hier im Dorf einen Platz zur Verfügung gestellt, den wir verpachten, der auch aus so einer Elterninitiative heraus entstanden ist. Und wir haben eben quasi den Ort zur Verfügung gestellt. Also genau, da wir verpachten der Gemeinde auch Flächen. Also wir sind schon, glaube ich, die kennen uns und wir versuchen immer wieder Synergien auch herzustellen, so zwischeneinander. Und ich glaube, was uns jetzt, wo ich denke, wir sind eigentlich gut hier angekommen, ist, dass wir jetzt hier als Gemeinschaft auch bei der Kirwa in Fora eine Schicht haben können auf dem Bierwagen. Also das haben wir letztes Jahr das erste Mal gemacht und dieses Jahr durften wir noch mal. Genau, das finde ich irgendwie cool, dass wir als Projekt eben auch bei solchen Veranstaltungen uns engagieren dürfen und mitmachen können. Und genau, ich glaube, damit sind wir schon ganz gut gelandet hier. Das finde ich tatsächlich sehr cool. Ich habe gehofft, dass wir in die Richtung gehen, weil ich habe auch gedacht, so auf dem Dorf, in dem ich aufgewachsen bin, da ist sowas total wichtig. Bist du in den Vereinen aktiv? So was wie kannst du eine Feuerwehrübung hier anbieten? Solche Geschichten, das macht es dann tatsächlich aus, ob du da Teil davon bist. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass so eine Gemeinschaft, wie ihr das seid, es auch sehr, sehr leicht hätte, sich komplett zu isolieren. Weil ihr habt hier alles, ihr braucht die Gemeinschaft, ihr braucht hier die anderen gar nicht. Und dementsprechend wäre es leicht, dass ihr wirklich dieser Elfenbeinturm seid. Und deswegen ist es umso cooler, dass ihr da Anknüpfungspunkte wirklich aktiv sucht. Wobei ein wichtiges Ding, finde ich, wenigstens in der Geschichte dieses Hauses, das waren ja reiche Leute, die hier gelebt haben. Die hatten Steinbrüche und das war ein Fabrikant. Der hatte die Faun. Sie wissen ja, kennen manche Leute, die haben Lkw hergestellt und Schwerlastwagen und solche Geschichten. Eine der größten Firmen im Lauf, kann man sagen. Und ich habe niemanden gehört, als wir hier hingezogen sind, habe ich nur Positives gehört. Ach, da oben im Schwimmbad haben wir schwimmen gelernt und solche Sachen. Die waren auch, also das Dorf, die Menschen, die hier gewohnt haben, die Familie Schmidt, die haben offenbar enge Beziehungen auch zum Dorf gepflegt. Die Frau Schmidt ist Ehrenbürgerin des Ortes und so was. Das heißt, mit diesem Ort insgesamt habe ich den Eindruck, sind durchaus positive Erinnerungen und positive Verbindungen mit gewesen. Und ich habe den Eindruck, dass wir da auch ganz schön von profitieren. Also das war auch damals schon, hätte ein Elfenbeinturm sein können. Wir hätten auch besonders sein können. Sind wir aber nicht. Und ich glaube, dass uns das sehr, sehr hilft. Ja, ja, total. Ich finde, das ist eine super Metapher eigentlich für das. Wir haben ja, sagen wir mal, in der Nachhaltigkeitsbranche, wo wir auch arbeiten, ein Problem, dass da oft ein schmaler Grad zwischen missionieren oder halt einfach inspirieren oder Vorbildfunktionen da ist. Und ich finde es total verrückt, wie das hier sich sofort aufgelöst hat, einfach nur hier zu sein, dass es hier keinen Missionscharakter oder sowas hat, dass ich dir jetzt unbedingt was drauf klatschen will. So musst du leben, so musst du sein. Und es ist für mich eine kleine Lektion, hier einfach schon anzukommen, zu zeigen, inspirieren reicht manchmal einfach. Oder einfach da zu sein, wie ihr fürs Dorf da seid. Man muss gar nicht mit der Lösung, um gleich hier rein klatschen in die Tür und dann reinkommen. Und wir haben jetzt auch bei diesen Nachhaltigkeitswochen, die jetzt ja im Nürnberger Land stattgefunden haben, zweimal schon, haben wir auch zweimal schon uns auch als Ort gezeigt und auch die Türen aufgemacht und eben auch nochmal versucht darzustellen, was an was gemeinschaftliches Leben oder woran sich Nachhaltigkeit daran auch abzeichnet. Und genau, da waren auch immer wieder Leute da, die sich dafür interessiert haben. Wollt ihr da auf die Nachhaltigkeit mal kurz eingehen? Es ist sicherlich auch ein Beweggrund, warum man sowas macht, gerade wegen den Ressourcen. Wo seht ihr den größten Impact, was die Nachhaltigkeit oder das Gute für unsere Mitwelt angeht? So eine Lebensgemeinschaft zu betreiben. Wieso ist das nachhaltiger? Genau. Das typische Leben, wo eine Familie hinter vier Wänden, also in einer eigenen Einheit ist. Also wir haben viel weniger Badezimmer, als man hätte, wenn wir jeder in einer Wohnung leben würden. Viel weniger Waschmaschine. Das klingt ja stressig. Viel weniger Küchen. Und so, also wir haben jetzt insgesamt für diese 13 Leute, 1, 2, 3, 4, 5 Badezimmer. Okay. Also immerhin. Und sowas. Und wir haben drei Küchen. 1, 2, 3. Drei Häuser, drei Küchen. Ja, wir haben drei Küchen. Oder sowas. Also es wird nicht stressig. Wie viel? Das ist die Profiküche. Ach so, ja, das ist die Profiküche. Das ist ihr Geschäft. Und sag ich mal, wir stehen nicht an, wann bist du denn eigentlich fertig? Im Bad oder so. Das passt schon. Was ich vorhin gesagt habe, wir zahlen 180 Euro im Monat so für Lebensmittel und so weiter. Wir haben vorher viel mehr bezahlt, als wir zu dritt waren und alleine waren. Ich habe das auch direkt in meinem Kopf überschlagen. Ich dachte mir, wir zahlen mehr. Ja, absolut. Da kommen Sie nicht mit aus. Also, wir haben jetzt, wir haben jetzt ein paar Küchen. Ja, wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Ja, wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und wir haben jetzt ein paar Küchen. Und haben wir weniger Raum? Weniger Raum haben wir nicht. Das stimmt. Das stimmt. Also wir haben schon viel Platz. Das ist richtig. Aber also wie Erich schon sagt, wir teilen halt Ressourcen auch miteinander. Oder versuchen die entsprechend gut auszunutzen oder zu nutzen. Ich würde es auch noch erweitern in den Aspekt Mobilität. Also wir haben hier ein Carsharing. Also wir haben hier nicht jede Person hat ein eigenes Auto. Sondern wir nutzen drei Fahrzeuge gemeinsam. Haben da auch verschiedene Apps, wie wir das gut teilen können. Dann energetisch versuchen wir auch immer wieder. Dann energetisch versuchen wir auch immer wieder. Also wir haben viel Solar auf dem Dach. Heizmäßig versuchen wir uns da besser aufzustellen. Also da eigentlich nachhaltigere Energiequellen zu nutzen. Und was ich eigentlich den wichtigsten Impact finde, ist tatsächlich diese Umgangsformen, die wir hier versuchen zu leben. Also wie wir miteinander reden, wie wir miteinander unser Leben teilen. Weil die sich ja dann doch auch in diesen Kreisen, wo wir uns im Außen bewegen, immer wieder auch abfärben vielleicht. Also wo wir das einfach so nach außen tragen können. Ohne zu missionieren oder ohne das irgendwie anderen aufzudrücken. Sondern einfach weil wir uns so zeigen. Was ich toll finde, wir treffen uns ja auch jeden Montag hier im Plenum. Und dann sitzen dann im Zweifelsfall bis zu 13 Leuten zusammen. Und besprechen irgendwelche Geschichten. Und was ich so lustig finde, wenn du aus dem Gemeinderat erzählst, da sind ja auch nicht viel mehr Leute. Gleich viel. Gleich viel. Stellt sich mir ganz anders vor. Tatsächlich, ja. Es sind auf jeden Fall andere Kommunikationsformen, die mir da begegnen und die mir auch immer wieder Herausforderungen bereiten. Weil ich einfach es gewöhnt bin, auf eine andere Art und Weise ins Gespräch zu gehen. Ist es dann für dich tatsächlich, sorry, nur eine Nachfrage. Ist es für dich dann eher bestärkend, dadurch, dass du hier quasi all das gelernt hast? Ziehst du eine Stärke raus, die du dann, wenn du im Gemeinderat bist, ausspielen kannst? Absolut. Oder ist es vielleicht sogar das Gegenteil im Sinne von, ich bin so ein, wie sagt man, wie so ein rohes Ei? Alien? Nein, nicht Alien. Sondern, dass du dadurch gewohnt bist, dass man vorsichtig miteinander umgeht. Und plötzlich ist es ein rauer Ton und du weißt gar nicht damit umzugehen. Also ich kann schon auch mit rauen Tönen umgehen. Und ich kann mich da schon auch zeigen und auch laut sein, würde ich sagen. Aber tatsächlich, ich möchte gerne die andere Person verstehen. Und ich möchte auch selber gehört werden, wenn ich was sage. Und das fällt mir oft schwer, dass ich, naja, da teilweise werden die Leute untereinander übergangen oder so. Oder im Sinne von, die lassen sich nicht ausreden, hören sich nicht zu. Und das finde ich schwierig. Also das würde ich mir anders wünschen. Und das versuche ich auch immer wieder einzufordern. Oder da einfach das, was ich hier lebe und gelernt habe über diese acht Jahre hinweg. Oder auch in anderen Kontexten, in denen ich mich bewege, da einfach auch mit einfließen zu lassen. Also eher so, dass ich das nach außen trage. Genau, das ist mir wichtig. Sehr cool. Für mich wäre noch die einzige und letzte Frage zu klären. Kann man vorhin noch reinziehen? Oder, wir hatten es schon, wo fängt man da an? Also wenn man das jetzt total inspirierend findet und total geil findet. Wie hast du angefangen oder was sind jetzt deine Learnings, wo du sagst, mach es am besten gleich so, weil das klappt am besten, gleich so in eine Lebensgemeinschaft zu kommen. Also die erste Frage, kann man hier noch reinziehen? Nein, im Moment nicht. Also die Zimmer sind belegt tatsächlich. Aber wie wir ja vorher schon gesagt haben, haben wir diese Form, diese Rechtsform, dass wir diese KG haben und Menschen, die sich eingekauft haben. Und dann gibt es noch eine zweite Ebene, wo Menschen hier auch leben, die sich nicht eingekauft haben, die zur Miete leben. Damit haben wir theoretisch noch Kapazitäten für Menschen, die sich einkaufen. Heißt aber im Umkehrschluss, dass Menschen, die hier jetzt zur Miete wohnen, gehen müssten. Beziehungsweise, wenn die sich einkaufen wollen, dann ist das natürlich ein kürzerer Weg oder schneller. Genau, und wir haben jetzt neun Personen in der KG und insgesamt leben hier 13. Also hätten wir noch Kapazitäten für Menschen, die sich hier einkaufen wollen. Aber dafür braucht es halt einen längeren Kennenlernprozess, der eben auch bestimmte Abläufe hat. Könnt ihr das vielleicht, also schön, dass du schon bei der letzten Frage bist, ich habe noch zwei Minuten. Ich würde gerne auf zwei Aspekte noch eingehen. Der eine ist dieses, wie läuft das, wenn jetzt eine Person, angenommen ihr hättet gerade Platz, und die würde da reingehen. Wie ist der Schritt? Wir haben jetzt von diesen eineinhalb Jahren gehört. Dann kauft man sich ein. Wie kommt man rein? Vielleicht könnt ihr dazu noch was sagen. Wie läuft das genau? Und wie vorher zahle ich Miete? Ist die mehr, als wenn ich eingekauft bin? Früher hatten wir sehr regelmäßig so Kennenlerntage, wo wir hier immer wieder das Projekt vorgestellt haben, wo Leute da waren, die sich dann auch vorgestellt haben. Und dann sind es immer so Etappen. Also erst kommen mal Leute übers Wochenende zum Probewohnen. Wie werden die überhaupt auf euch aufmerksam? Ach ja, der Schritt weiter vorne. Wir sind in verschiedenen Portalen. Wir sind bei HOFEV mit dabei in Nürnberg. Wir haben eine eigene Homepage, wo wir immer wieder über unsere Aktivitäten schreiben oder auch sagen, hey, es ist gerade Platz bei uns. Dann sind wir im Eurotopia in diesem Gemeinschaftsguide vertreten. Wo sind wir noch? Man kennt uns mittlerweile, glaube ich, auch hier im Pegnitztal. Oder dass Leute darüber irgendwie Kontakt mit uns aufnehmen. Dann kommen die mal vorbei, dann lernt man sich kennen. Und dann gibt es verschiedene Meilensteine, würde ich sagen, in diesem Kennenlernprozess, wo immer wieder beide Seiten entscheiden oder sich füreinander entscheiden sollten. Also so, ja, wir gehen den nächsten Schritt. Ja, wir gehen den nächsten Schritt. Und um dieses Ja sagen zu können, braucht es immer wieder Feedbackgespräche. Also da versuchen wir immer, miteinander in Austausch zu gehen und rückzumelden. Hey, wie geht es mir gerade mit dir? Was mag ich? Was finde ich irritierend? Wo bin ich unsicher? Und so versuchen wir uns eben kennenzulernen. Und dann gibt es irgendwann eine längere Probewohnphase. Die kann ein Jahr sein, die kann eineinhalb Jahre sein. Es ist immer sehr individuell, was die Probewohnenden brauchen, was wir brauchen. Und irgendwann gibt es dann einen Moment, wo beide Seiten dann eben im besten Fall sagen, ja, wir haben Lust aufeinander, wir können uns vorstellen, das Leben miteinander zu teilen. Und dann geht es zum Notar, zur Notarin, Mann ist es, glaube ich, und dann kann man sich eben einkaufen. Und wieso sollte ich mich einkaufen, wenn ich auch einfach so zur Miete leben kann und das mich genauso viel kostet? Ja, das ist eine gute Frage. Dass ich wirklich Teil davon bin. Mitentscheiden darf und alles. Genau, ich glaube darum, dieses Mitentscheiden ist zum einen etwas, weil man in einem ganz anderen Gremium vielleicht auch sitzt, wo man einfach mehr Einfluss nehmen kann auf die Ausrichtung des Projekts. Natürlich hat man damit auch Verantwortung. Und zum anderen hat man auf eine Art auch, wenn man sich hier einkauft, ein Wohnrecht auf lange Sicht. Da bin ich sicherer auf der anderen Seite. Ja, und ich habe den Eindruck, das ist auch ein emotionales Ding. Richtig. Ist es auch meins oder bin ich hier nur Mieter? Ja. Und so als Mieter kann ich im Prinzip sagen, nächste Woche ziehe ich aus. Das ist eine größere Verbindlichkeit. Ja, und ich habe das lange nicht geglaubt tatsächlich. Also ich kann das bei mir selber sehr gut nachvollziehen, weil ich war zwar von Anfang an mit dabei, aber ich habe mich erst nach vier Jahren wirklich hier eingekauft und nach vier Jahren diese Entscheidung getroffen, ja, ich möchte gerne hier leben. Und ich habe es nicht geglaubt, als ihr mir immer gesagt habt, da verändert sich was. Das ist was völlig anderes. Und ich war immer so ganz überzeugt, nee, ich bin doch hier schon committed, ich bin doch hier schon, ich lebe doch hier schon und ich verhalte mich doch schon so. Und ich habe es aber wirklich, diese Unterschrift und beim Notar hat sich in mir irgendeine Art Veränderung gezeigt. Und das ist seltsam, aber ja, es macht nochmal ein größeres Ankommen und ein größeres, ja, es ist mein Zuhause. Ich will noch kurz was zu sagen. Also wir versuchen ja hier langfristig zu sein. Und wenn ich heute was entscheide, was sich aber in zehn Jahren auswirkt als Mieter, ist es glaube ich völlig anders. Ja, das stimmt. Verändert sich der Preis, das Einkaufen ist über die Zeit? Also weil ich sage mal, die Immobilienpreise steigen, ne? Ist das vor vier Jahren weniger gewesen als heute? Da sind wir gerade im Prozess tatsächlich. Also wir haben nichts verändert. Also wir haben immer noch die gleiche Summe, die wir damals errechnet haben. Es gibt eine Veränderung. Also der Anteil, den du kaufst, der verändert sich. Also was weiß ich, wenn 100 Prozent geteilt durch acht oder neun oder sowas, aber die Anteile sind unterschiedlich verteilt. Und das hat damit zu tun, wobei das im Alltag überhaupt keine Rolle spielt. Das hat überhaupt keine Auswirkung. Das spielt nur dann eine Rolle, würden wir die ganze Geschichte verkaufen, dann würde sich das unter Umständen auswirken. Aber vorher spielte das keine Rolle. Und das versuchen wir auch tatsächlich zu, da sind wir auch gerade im Prozess, dass wir versuchen, dieses Objekt langfristig auch vom Markt zu nehmen. Also dass wir das irgendwie hinkriegen, dass es einfach nicht so kurzerhand verkauft werden kann, sondern unser Wunsch ist, dass dieser Ort erhalten bleibt als so eine Art von Lebenskonzept oder Wohnprojekt und eben auch für die nachkommenden Generationen. Weil würden jetzt irgendwie sechs Leute gleichzeitig aussteigen, könnte es gut sein, dass damit das Projekt auch scheitert. Stand jetzt, wenn jemand aussteigt, dann würde das ja, also angenommen, diese Person oder Familie hat Anteile, die würden die dann vermutlich, also du darfst wahrscheinlich nicht die Anteile mitnehmen, aber hier nicht mehr wohnen, oder? Weil das ist ja irgendwie nicht der Punkt. Wer kauft die dann zurück, die Anteile? Die KG hat die Mittel oder würdet ihr das dann machen, wenn ihr die Bleibenden seid? Also die KG ist ja eine Personengesellschaft, die hat kein eigenes Vermögen. Das Vermögen gehört immer jemandem. Also entweder dem KGsten oder dem Kommandististen. Und also grundsätzlich ist es so, wenn hier jemand aussteigt, hat er Anrecht darauf, sein Geld zurückzukriegen, keine Frage. Da haben wir ganz klare Regeln in unserem Vertrag. Das heißt, ihr müsstet auch dann in der Lage sein, das zu bezahlen, diesen Anteil? Das dauert bis zu zehn Jahren, bis er das Geld zurück hat. Also man kann frühestens fünf Jahre nach Einstieg kündigen, offiziell. Man kann sich immer anders einigen, das ist völlig klar. Und dann hätte die KG fünf Jahre Zeit, das Geld zurückzuzahlen. Das ist so vereinbart worden damals, um eben den Bestand der KG möglichst zu sichern. Im Worst Case, ist halt der Worst Case, aber in der Regel sollte das funktionieren. Und das heißt, innerhalb von zehn Jahren sollte man in der Lage sein, dieses Geld zusammenzukriegen oder auch zwei Anteile oder sogar drei Anteile. Zumal ja dann neue Leute reinkommen und das ablösen könnten. Genau, das ist so ein Kennenlernprozess. Erstmal, dass man gar nicht dahin kommen muss. Ja, dieser Kennenlernprozess, ich meine, das ist ja relativ lange. Und soll auch dazu dienen, wer fühlt sich hier wohl? Also wir hatten das mit dem Fleischesser. Also wenn er eineinhalb Jahre dann merkt, ach ja, eigentlich brauche ich gar nicht so viel Fleisch oder so, ich kann auch ganz gut lesen. Super, aber vielleicht sagt er auch, nee, das geht überhaupt nicht. Und dann ist er vielleicht schon nach einem halben Jahr wieder weg. Und tatsächlich hatten wir ja schon eine Familie, die ist aus Bonn nach hierher gezogen. Freiwillig. Freiwillig, die haben die Jobs gewechselt und so weiter. Und haben dann gemerkt, nach eineinhalb Jahren funktioniert es nicht. Und dann sind die wieder nach Bonn zurückgezogen. Ich habe noch zwei Fragen inhaltlich. Erich darf schon mal kurz drüber nachdenken. Ich hätte gerne am Schluss, dass wir so eine kurze Anleitung haben, wenn ich so etwas aufbauen möchte, nachmachen möchte. Was sind so die fünf Schritte oder so, die ich durchgehen müsste? Und in der Zwischenzeit, während Erich nachdenkt, Muss ich was tun. Du hast vorhin schon mal angesprochen mit der Kita, dass ihr da Flächen verpachtet und so. Habt ihr hier generell so gesellschaftliche Projekte, die ihr anstrebt zu tun, dass ihr sagt, wir wollen die und die Wirkung entfalten? Wir machen keine Ahnung, irgendwelche, da steckt ja auch oft, da braucht man ein ähnliches Moral oder sogar politisches Bild, um solche Dinge zu machen. Habt ihr gemeinsame Projekte, wo ihr Veränderung herstellen möchtet? Gemeinsame Projekte, hm. Vielleicht ist es auch gar nicht auf der Ebene hier. Vielleicht stelle ich es mir auch anders vor. Die Idee war schon da. Oder die Idee ist da. Welche meinst du? Diese Idee, mit dieser Art zu leben, nach außen zu wirken. Das ist im Großen und Ganzen wahrscheinlich unser gemeinsames Projekt. Und im Prinzip auch, anderen Leuten, die so leben wollen, zur Verfügung zu stehen, aber das haben wir bisher nicht aktiv betrieben. Aber von unseren Erfahrungen zu erzählen, eher als zu beraten. Da gibt es andere Leute, die sehr qualifiziert sind und an die man sich halten kann, habe ich so den Eindruck. Wobei natürlich unsere eigenen Erfahrungen auch interessant sind, würde ich sagen. Aber die Geschichte, dass die Tanja am Gemeinderat ist, ist ein erster Schritt hier, nicht nur zu leben, sondern auch in die Gemeinschaft, in die Dorfgemeinschaft oder in die Gesellschaft reinzuwirken. Ja, das vielleicht. Und sonst gibt es immer wieder kleinere Projekte. Wir haben einen Mitbewohner, der sich sehr intensiv mit der Permakultur beschäftigt. Da unten am Hang haben wir dieses Jahr ein Projekt umgesetzt, wo ein Permakulturgarten oder ein Gelände gestaltet worden ist, auch mit einer lokalen Permakultur-Designerin. Es sind auch Leute eingeladen worden, die dann wieder die Prinzipien der Permakultur kennenlernen durften, wo das als Workshop konzipiert worden ist. Ich würde nicht sagen, dass wir als Gruppe oder als Gemeinschaft ein wirkliches Ziel verfolgen als Projekt, sondern ich habe den Eindruck, wir wirken alle individuell in unseren Stärken nach außen. Ich würde auch sagen, wir versuchen auch hier diesen Ort immer wieder zur Verfügung zu stellen für irgendwelche Projekte. Sei es jetzt dieses Permakulturprojekt oder was hatten wir denn noch? Tischtennis. Tischtennis. Wir feiern viele Feste. Wir leihen den Ort auch an Freundinnen oder Menschen, die hier wohnen für ihre großen Geburtstage. Ich habe mein 40. jetzt hier gefeiert dieses Jahr, ein ganzes Wochenende lang. Das war super, einfach diesen Platz zu haben. Hochzeiten wurden hier schon viele gefeiert. Ja, auch Saisonwochenende. Genau. Oder jetzt diese 24 Stunden Pignitztal-Veranstaltung, da waren wir auch letztes Jahr Veranstaltungsort. Wir versuchen dann schon, unsere Türen aufzumachen und uns zu zeigen. Aber jetzt, dass wir als Gruppe einen ganzen konkreten Plan verfolgen, das ist tatsächlich nicht der Fall. Was du schon sagst, ich will das nochmal bestärken, die meisten, die hier wohnen, sind in relativ vielen Gruppen engagiert. Und das, was wir hier erleben, bringen wir natürlich in diese Zusammenhänge mit rein. Genauso wie wir das vorhin beim Gemeinderat sprachen. Da fällt mir was auf und ich versuche, da irgendwelche Sachen reinzubringen. Ich glaube, dass das auch so ein Rückenstärkort ist. Für Sachen, die ich alleine vielleicht nicht durchziehen würde, weil ich auch die Gesprächsfachner nicht habe. Wir reden ja ganz häufig über so etwas, was ich da erlebe. Und dieser Austausch darüber, der stärkt auch den einzelnen wieder. Genau diese ganze Gemeinderatswahl, jetzt bei mir im Speziellen, das war super stärkend, hier diesen Rückhalt zu haben aus der Gemeinschaft und diesen Support und auch immer wieder so als Anker. Das hat mir sehr gut getan. Also es gibt mehr Energie, als man geben muss. Ja, es gibt es phasenweise, glaube ich. Es ist unterschiedlich. Insgesamt. Ja, aber insgesamt, ich könnte mir keinen anderen Ort vorstellen, wo ich gerade lieber leben möchte. Also ich bin hier gut aufgehoben. So, Erich, ich habe jetzt mitbekommen, ihr seid leider voll hier, aber ich möchte sowas auch unbedingt. Was muss ich tun, was sind die 5, 6, 7 Schritte, die ich unternehmen muss? Und was hast du vielleicht gelernt daraus, was du nicht mehr so machen würdest, wie ihr gemacht habt, falls es da was gibt? Also als erstes würde ich sagen, kauf ein Buch von Eva Stützel, "Der Gemeinschaftskompass". Das ist die Eva Stützel, die hat Siebenlinden mitgegründet. Siebenlinden ist ein Wohnprojekt, das ist glaube ich jetzt 30 Jahre alt oder sowas. 40, ja. Mit 30 auf jeden Fall. Ja, sehr lange schon. Das ist eine Psychologin, die auch Seminare macht und mehrere Bücher schon geschrieben hat zu diesem Thema. Also nicht nur Gemeinschaftskompass, wie gründe ich eine Gemeinschaft? Da geht es ja tatsächlich um die ersten Schritte und so weiter, sondern auch, wie ist es denn, wenn man dann mal zusammenlebt? Zum Beispiel dieses Thema Rang und Macht. Wer hat wie viel Einfluss oder so was? Hierarchien oder so was. Wie gehe ich mit Hierarchien um? Es darf ja keine Hierarchien geben. Also fällt das unter den Tisch. Aber da können dann viele Konflikte entstehen, wenn man sich das nicht bewusst macht. Also Eva Stützel, schon mal ganz wichtig. Dann würde ich sagen, es ist gut, ein paar Leute zu finden, mit denen man das zusammen machen will und kann. Und da in Diskussionsprozesse einzusteigen und auch zu gucken, bin ich überhaupt gemeinschaftsfähig. Also es gibt viele Leute, wir haben ja neun Jahre lang, Vera und ich, bevor wir das hier machen, versucht, mit anderen Leuten was zu machen. Wir haben einen Verein gegründet und so was. Und wir haben tatsächlich drei oder vier Objekte gehabt oder Projekte geplant, mit Architektenplan und allem drum und dran. Und dann, na Moment, so wollte ich das auch wieder nicht. Dann gab es viele Vorbehalte. Oder was, wir sollen 500 Euro bezahlen jetzt pro Person für den Architekten? Ja, und wenn da nichts wird? Solche Sachen. Also das ist ganz, ganz schwierig gewesen. Man muss wirklich ein paar Leute finden und zwar nicht zu viele. Und keine Freunde. Ja, man kann das mit Freunden anfangen. Man kann es schon probieren. Aber das stimmt schon, man braucht so ein gewisses, wie mit diesen 500 Euro, da musst du bereit sein, diese Risikobereitschaft zu haben, für was Großes, was man zusammen machen will. Ja, genau. Das ist total wichtig. Und dann will ich intensiv und gucke, kann ich eigentlich diskutieren, kann ich den anderen so sein lassen, wie er ist, in so einer Auseinandersetzung oder in so einem Gespräch. Wir wollen zusammen wohnen. Auch, was will ich für mich verwirklichen in diesem Zusammenwohnen? Was ist mir wichtig? Es gibt zum Beispiel Gemeinschaften, die wollen keine Haustiere. Und wenn wir das nicht wollen, dann muss ich das natürlich wissen, bevor man zusammenzieht oder sowas. Oder wenn man sagt, wie du sagtest, wir wollen alles teilen. Wenn hier jemand mit irgendwas kommt, das ist dann Gemeinschaft. Das muss man vorher wissen. Also völlig eine möglichst große Klarheit darüber herstellen. Was will ich? Was willst du? Können wir das zusammen machen? Was willst du? Was willst du? Also das ist so ganz wichtig. Am Anfang ist es natürlich erstmal, man ist ja so auf zwei Ebenen unterwegs. Zum einen versucht man ein Objekt zu finden, versucht die Finanzierung klar zu machen und ist mit diesen ganzen finanziellen, organisatorischen Dingen beschäftigt. Und dann hast du noch diese Gruppe, im besten Fall, wenn du die gefunden hast und musst dich mit diesen Aushandlungsprozessen irgendwie auch beschäftigen und mit diesem, okay, was will ich eigentlich wirklich? Weil viele haben so Gedanken, ach, ich würde super gerne in Gemeinschaft leben. Aber wenn es dann konkret wird mit der Ausgestaltung, was stellst du dir vor? Da schwimmen ganz viele. Also das habe ich eben gemerkt in diesen ganzen, ich war ja auch in anderen Projekten vorher. Und da diese Balance zu finden zwischen, okay, wir müssen ganz viel organisieren und Finanzielles hinkriegen und das andere, diese Gruppenprozesse auch gleichzeitig zu bewältigen und da sein zu lassen, also diesen sozialen Aspekt, der wird, glaube ich, häufig vernachlässigt. Und daran zerbrechen viele Leute. Das glaube ich auch gar nicht so leicht. Also wenn du mir die Frage stellst, würde ich lieber teilen oder lieber Dinge für mich behalten? Keine Ahnung. Ich weiß es nicht. So, will ich, dass wir jeden Abend zusammen Abend essen oder brauche ich abends meinen Rückzugsort? Keine Ahnung. Ich glaube, das ist gar nicht so leicht, diese Fragen an sich zu beantworten. Ja, und ich meine jetzt mit dem Abendessen nur noch mal ganz kurz. Wir essen jeden Abend zusammen, aber nicht alle sind da. Es gibt ja abends die Kurse und jemand arbeitet länger oder geht zu Freunden oder so was. Das heißt, es ist gut da. Und das muss man aber auch akzeptieren. Wir essen zwar zusammen, aber die Hälfte sind nicht da. Oder zwei Drittel oder so was. Darf man auch nicht beleidigt sein dann. Ja, genau. Und das ist ja, wann bin ich beleidigt? Ja, genau. Oder wie sehr bin ich beleidigbar oder so was. Was sind dann die, also angenommen, wir haben die Gruppe gefunden. Ich habe da die Leute, ich habe eine Vorstellung von so einem Kompass. Was sind dann so wirklich die praktischen Schritte? Ich brauche eine Immobilie, klar. Also es gibt viele Gemeinschaften, die was bauen. Also mal grundsätzlich gibt es so verschiedene Geschichten. Einmal du kaufst irgendwo ein abgerissenes Gebäude und baust das auf. So, oder du baust dir was Neues. Kommt drauf an, mit welchen Leuten man das macht. Also mein Ziel war ja, wir sind alles normale Menschen. Also ich sage mal, mehr oder weniger normal bürgerlich. Und wollen hier was gemeinsam leben. Also, und was ich gerade gesagt habe, ich kaufe ein abgerissenes Gebäude und wir bauen das in Eigenleistung. Für mich ist das so die Übersetzung von Freak. Und, so ein bisschen. Und für mich war eigentlich so, ich will hier mit ganz normalen, bürgerlichen, angepassten, mehr oder weniger angepassten Menschen leben, die auch in dieser Gemeinschaft, in dieser Gesellschaft sich, es ist nicht alles gut, wir wollen eine Menge verändern. Und ich kann hier leben. Ich bin kein Außenseiter. Und das ist wichtig. Ich meine, suche ich jetzt alles Leute, die sich als Außenseiter fühlen und mit diesem normalen Bürger nichts zu tun haben wollen. Kann man machen. Ist nicht mein Ding. Empfehle ich auch nicht. Aber okay, das kommt auf die individuellen Vorlieben an. Und wenn du als normal, sage ich mal, Bürger irgendwas machen willst, ja, also ohne Muss ist nichts los. Das ist schon mal ganz wichtig. Und ich glaube, was auch extrem wichtig ist, und das habt ihr damals einfach auch gezeigt, also wir waren ja vorher eine Gruppe, Vera, Erich, ich und noch andere Leute. Und dann haben wir uns aufgelöst. Und Vera und Erich hatten diesen Mut, zu sagen, wir machen es jetzt trotzdem. Wir werden dieses Projekt umsetzen. Und haben sich getraut, hier dieses Objekt zu erwerben, mit diesem Vertrauen darauf, es werden Leute zu uns finden. Und es werden Leute kommen, und wir werden diese Gemeinschaft gründen. Und das, also es braucht auf jeden Fall auch eine Risikobereitschaft. Es braucht Mut. Und, genau, Vertrauen wahrscheinlich auch darauf, dass Leute zu dir kommen. Und da gibt es auch, glaube ich, immer diese, oder das werde ich öfter gefragt, diese Herangehensweise, ist es besser, erst ein Objekt zu haben, wie wir das jetzt hier gemacht haben, oder wie ihr damit begonnen habt, oder brauchen wir vorher die Gruppe, um dann mit der Gruppe dieses Objekt zu finden. Also das sind, glaube ich, so zwei Möglichkeiten, wie man so ein Projekt auch angeht. Und, also für mich, oder meine Erfahrung ist jetzt eher so dieses, wir haben jetzt hier dieses Haus, ihr wisst, auf was ihr euch einlasst, das sind die Bedingungen, die Gegebenheiten, ja oder nein. Macht sich, macht leicht das Vorzustellen. Das macht es auf jeden Fall viel leichter, also ist jetzt meine Erfahrung, als wenn man immer als Gruppe alle Bedürfnisse dieser Gruppe versucht abzudecken, indem man dann das beste Haus findet, oder das beste Objekt. Und das hat sich, also fand ich extrem schwierig, also in der Konstellation, in der ich vorher war, immer wieder was zu finden, was allen Bedürfnissen entspricht. Und genau, man muss irgendwann mal sagen, so, okay, das ist es jetzt. Das hat im Großen und Ganzen die Voraussetzungen, um kollektiv leben zu können. Und wir sagen jetzt hier mal ja, und dann zeigen wir das nach außen, machen die Türen auf, und dann vielleicht kommen die Leute und können sich hier auch sehen. Ja. Die Formen der KG, würdet ihr die wieder so machen? Hm. Ich weiß gar nicht, ob man sich überhaupt Gedanken macht über Alternativen. Ja, unbedingt. Also wir sind schon immer wieder mit unserer Anwältin auch im Gespräch, was es noch für Rechtsformen oder welche Möglichkeiten es noch geben kann. Also ich würde sagen... Gerade wegen der Beständigkeit über die Generationenbindung. Ja, genau das. Und also im Großen und Ganzen, glaube ich, sind wir schon zufrieden mit dieser Rechtsform, würde ich jetzt mal sagen. Sie ist natürlich kompliziert oder komplex, kompliziert vielleicht nicht, aber komplex auf mancherlei Ebene. Aber es ist auch sehr positiv, dass wir uns die Vertragsgestaltungen sehr frei auch auswählen konnten. Es ist halt jetzt kein Verein oder so, sondern es ist halt wirklich ein Firmenkonstrukt. Ja. Also was wichtig ist, das war einer der auch schon gegebenen Gründe, KG ist eine Personengesellschaft und da kannst du im Prinzip vereinbaren, was du willst. Wenn du so eine Genossenschaft, da ist der rechtliche Rahmen sehr eng. Ja. Und da ist die Flexibilität viel geringer. Und das war ein wichtiger Punkt. Eine reine GmbH geht auch, aber das ist immer schwieriger, Gesellschaft aufzunehmen, das wird immer zum Notar. Große Veränderungen auch, das ist bei der KG weniger so. Und hier ist der vollhafter, nur die GmbH. Und das ist ein wichtiger Unterschied. Und dann gibt es aber auch Gemeinschaften, die sich als Verein gegründet haben. Dann gibt es welche, wo Grund und Boden in der Stiftung gehört und die Geschäfte getrennt sind davon. Und das andere vom Verein oder von der GmbH oder sowas geführt wird. Also es gibt verschiedene Möglichkeiten. Und wir haben damals mit einer Anwältin zusammengearbeitet, die auch speziell mit Gemeinschaften zusammen macht und die da auch verschiedene Rechtsformen kennt und vor allen Dingen auch kennt, wie sich Gemeinschaften entwickeln und wo Streitpunkte sind und sowas. Und mit der haben wir dann damals die GmbH und KurKaG ausgesucht. Man muss halt mal einen Anfang machen. Und jetzt haben wir damit Erfahrung gemacht, jetzt acht Jahre. Und es sind jetzt dabei, die ganzen Fehler oder die vielleicht Störfaktoren da jetzt auch irgendwie rauszufinden. Aber es geht nicht so weit. Genau, im Großen und Ganzen funktioniert es. Und wir überlegen uns immer mal wieder was Neues. Ich will noch was sagen mit dem Gründen und so weiter. Ich finde es wichtig, dass man nicht so lange alleine bleibt, dass man sich im Zweifelsfall Leute von draußen holt. Entweder Berater in rechtlichen Geschichten, gibt es jede Menge. Es gibt in Nürnberg zum Beispiel den Hof e.V., die ganz speziell gegründet sind, um Menschen, die in Gemeinschaft wohnen wollen, zu unterstützen. Es gibt, sag ich mal, Finanzberater. Es gibt zum Beispiel Leute, die Gemeinschaften beraten, kommunikativ und so weiter. Da zum Beispiel die Eva Stützel auch, aber die ist viel zu weit weg. Es gibt ja auch hier im Umkreis Menschen, die kommen können. Es gibt ja zum Beispiel die Gemeinschaft Tempelhof in Baden-Württemberg. Da gibt es eine Menge Leute, die auch andere Gemeinschaften unterstützen. Also man ist nicht allein. Das kostet alles Geld, das muss man schon auch sagen. Die leben ja auch von irgendwas und kosten mehr als 3,50 Euro. Aber die muss man bereit sein zu investieren. Wenn man sagt, ich will alles low budget. Also die Eva Stützel, die mit vielen, vielen Gemeinschaften Kontakt hat, die sagt, die meisten Gemeinschaften scheitern innerhalb der ersten zwei Jahre. Und das hier ist schon eine erfolgreiche Gemeinschaft. Ja, würde ich sagen. Und es sieht auch im Moment nicht so aus, oder hast du den Eindruck, dass es bald zu Ende ist? Das wäre jetzt der Moment. Oh du! Ich bin auch so ähnlich wie die Tanja in der großen Familie aufgewachsen. Das waren Großvater, Großmutter, dann Großvater, Großmutter hatten auch noch außer meinem Vater sechs Kinder. Dann ist meine Mutter in diese Familie reingezogen. Und dann sind so nach und nach die Großen und die Großeltern gestorben. Also es war immer eine große Gemeinschaft. Und eigentlich diese Kleinstfamilie, wie die heute dann fast der Normalfall ist, die gibt es noch nicht so furchtbar lange. Und ich habe den Eindruck, dass die Kleinstfamilie einfach die Bedürfnisse von einem Individuum nicht abdecken kann. Das heißt, ich halte es für ein Irrtum, für einen gesellschaftlichen Irrtum, dass diese Kleinstfamilie der Normalfall ist. Das ist auch echt schwer. Ich bin Papa und ich beschäftige mich viel mit, was brauchen Familien, bedürfnisorientierte Erziehung. Ich glaube daran orientieren wir uns am meisten, wie wir mit unseren Kindern umgehen. Und da spielt das auch eine große Rolle. Also dieses Ding, Kinder brauchen ein Dorf oder so ähnlich, gibt es ja diesen Satz, der sehr populär ist. Und wir haben in unserer alten Wohnung, als wir da gelebt haben, haben wir auch versucht, quasi so ein Supportnetz um uns herumzubauen. Es ist so schwer in der Struktur, in der wir uns befinden, das aufzubauen. Das ist uns bis jetzt nicht so gelungen. Wir wären da, dass wir nie überrascht sind. Die Strukturen erlauben das nicht. In dem kleinen, ich weiß nicht wie du es gerade genannt hast, das war ganz gut für mich. Die Kleinstfamilie? Ja genau. Da hat jeder seine vier Wände und da lebt man dann. Klar trifft man sich mal hier und hat mal eine große Erziehung. Aber das ist strukturell, die Strukturen in unserem Land sprechen da. Das ist nicht nur unser Land, das sind ja ganz viele Länder, die das so hatten. Die wirken einfach ganz stark dagegen und es ist ganz schwer da rauszubrechen. Wenn ich ein Problem habe, kann ich das mit meiner Frau besprechen und Feierabend. Vielleicht habe ich einen guten Freund. Und hier gibt es, wenn ich ein Problem habe, so viele verschiedene Sichtweisen dazu, dass es viel einfacher ist. Wenn nicht immer. Häufig. Ah ja. Ja, okay, super. Irgendwie so, dass da Möglichkeiten von Erkenntnissen entstehen, die ich alleine oder den man zu zweit einfach nicht hat. Und ich glaube, was noch mit reinspielt, sind noch diese kurzen Wege. Also dass wir einfach wirklich nicht weit laufen müssen, um uns irgendwie Unterstützung zu holen. Und wir haben hier so viele, also die sogenannten absichtslosen Begegnungen, also dass man sich einfach mal auf dem Flur trifft und dann sich dort festquatscht. Man muss nicht jemanden anrufen, um irgendwie in Austausch zu gehen, sondern ich kann einfach klingeln oder kurz mal reinschneiden. Und soll nicht in die Kneipe gehen. Ich glaube, dass da echt viel dran ist an dem, was du sagst. Ich habe das mit einer befreundeten Familie. Hin und wieder geschieht es, dass wir uns spontan besuchen und so schnell was vorbeibringen. Ja. Hin und wieder. Also das ist nicht regelmäßig. Und jedes Mal ist es dann so, das ist zufällig gerade. Du kommst auf einen Kaffee rein, folge gute Zeit für eine Stunde, zwei, und dann gehst du wieder. Und das muss man öfter machen, muss man öfter spontan machen. Das nächste ist wieder in einem halben Jahr. Das ist jedes Mal so. Ich denke mir, warum kann das nicht zur Gewohnheit werden, dass man sich einfach spontan besucht? Das wäre so cool, wenn wir das hätten. Aber aufgrund dieser kleinen Familienstrukturen und jeder von uns hat ein Eigenheim, die Strukturen arbeiten da einfach dagegen. Das spürt man da schon ganz, ganz toll. Und deswegen finde ich das so einfach. Ich spüre was Erstrebenswertes in dem, was ich hier sehe, auf jeden Fall. Und es braucht aber eben viel Hinwendung, auch diese Strukturen aufzubauen. Also hätten wir das nicht, dass wir uns jeden Abend beim Abendessen sehen können, wo man weiß, okay, das ist ein Fixpunkt, da kommen alle zusammen, da kann ich in Kontakt gehen, dann würden wir uns hier, glaube ich, auch sehr wenig sehen. Das Gelände ist ja sehr weitläufig und jeder hat so seinen Privatraum. Und dann hat man... Oha! Komm mal runter. Ich bin mir falsch gegangen, ich dachte, du kommst. Ja, komm hoch. Genau, und ich glaube, wir würden uns hier auch verlieren, hätten wir nicht diese Strukturen, wo wir uns immer wieder auch begegnen. Und natürlich, man trifft sich auch spontan im Garten mal oder irgendwie in der Küche oder so. Und das macht es eben auch gerade schön, dass es so örtliche Zusammenkommen gibt. Was ein wichtiger Punkt auch noch ist, ist ja ein Riesengelände. Wir haben hier viel zu tun. Das heißt, wir arbeiten auch viel zusammen. Und so meine Erfahrung ist, wenn man zusammen arbeitet, das wächst auch, man lernt sich gut kennen usw. Und das bindet auch. Und man kann da natürlich zwischendurch irgendwelche Gespräche führen, die einfach so entstehen. Ich finde, früher habe ich das immer so erlebt beim Spülen, da kommen die tollsten Gespräche. In der Küche generell. In der Küche, man steht zu zweit da, einer trocknet ab, der andere spült und dann kommt man so ins Erzählen. Und da können total wichtige Gespräche entstehen. Also dieses mehr oder weniger absichtslose Treffen, was du gerade gesagt hast. Und was weiß ich, wenn mittags, wir haben ja nur das Abendessen, gibt es gemeinsam zum Frühstück, kommt jeder irgendwann, beziehungsweise viele gehen ja zur Arbeit und müssen dann früh weg usw. Und einige sind hier und dann kocht sich mittags was. Man trifft sich relativ häufig hier unten in der Gemeinschaftsküche. Ja und dann passiert was. Es muss nichts passieren, aber es kann was passieren. Und das ist eines der wertvollsten Dinge, glaube ich. Zum Ende des Podcasts verteilen wir an unsere Gäste und Gästinnen Karten. Kannst du gerne einmal rüberreichen, dass wir es von unserem Kartendeck mitnehmen. Können wir da eine ziehen? Da dürft ihr jeweils eine ziehen. Da findet ihr auf der Rückseite eine Frage drauf, die einlädt zum Reflektieren oder Nachdenken. Und wir werden super gespannt, welche Frage ihr gezogen habt und welche Antwort ihr darauf findet. Es gibt kein richtiges oder falsches. Und es gibt keinen besseren Ort für dieses Spiel als hier. Ja, finde ich auch. Okay. Was habt ihr denn gezogen? Wer möchte anfangen? Meine Frage heißt, was ist eine ungewöhnliche Sache oder skurrile Eigenheit, die du magst? Bezieht sich wahrscheinlich auf andere Menschen, oder? Und nicht auf mich selbst? Das ist eine ungewöhnliche Sache. Eine ungewöhnliche, skurrile Eigenschaft. Du kannst eine skurrile Eigenschaft an dir selbst sagen, die du magst. Ich kann nicht wirklich was mit dieser Frage anfangen. Ich glaube, ich brauche länger, um darüber nachzuteilen. Ehrlich, was meinst du denn? Bei welchem Thema stehst du zwischen den Stühlen und was würdest du den Extremen gerne sagen? Ich würde nachdenken. Okay, ich brauche einen Moment. Also tatsächlich fällt mir, das ist offenbar mein Thema, da bin ich ja vorhin auch gleich drauf angesprungen, also Körperlichkeit. Ich habe den Eindruck, dass wir hier in der Gemeinschaft sehr wenig körperlich sind. Dass aber große Bedürfnisse nach Körperlichkeit sind. Und damit meine ich, sich zu begegnen, sich zu berühren, sich zu umarmen. Da erlebe ich teilweise große Zurückhaltung. Und ich wünsche mir tatsächlich insgesamt viel Nähe. Und was würde ich sagen, was würdest du den Extremen gerne sagen? Bleib locker. Die Frage ist, wie nah ist man sich? Das ist natürlich, gerade hier, wenn man so eng zusammen wohnt, auch wichtig. Was will ich nicht? Was brauche ich zum Wohlfühlen? Wie viel Distanz brauche ich zum Wohlfühlen? Und das ist extrem wichtig. Da kann ich mir vorstellen, dass es unkomplizierter sein könnte, als es hier ist. Möchtest du die Karte versuchen? Ich habe etwas gefunden. Es ist nicht so sehr ungewöhnlich. Während Covid haben wir viele Motto-Partys gemacht. Und seither habe ich viele skurrile Outfits oder Kleidungsstücke, die ich immer wieder gerne mit meinen Mitbewohnern teile. Ich habe diverse Fellhüte, Pailletten, Netzkleider, Glitzerstrumpfhosen, viele Hüte, Leopardenleggings und Jacken. Solche Dinge. Ich mag es, in verschiedene Rollen zu schlüpfen. Und mich gerne in meinen Facetten zu zeigen. Das teile ich auch gerne. Vielen Dank. Gerne. Ich würde mal sagen, was ich gelernt habe. Bitte. So eine Lebensgemeinschaft zu starten, klingt anstrengend. Es klingt nach einem sehr langwierigen Prozess, wo man auch finanzielle Mittel mitbringen muss. Damit man das schafft, muss man aber für jede andere Form des Eigenheims auch. In dieser Welt. Generell diese Welt. Diese Welt ist teuer. Aber wenn man es dann geschafft hat, wirkt es total gut. Wenn man die richtigen Regeln aufgesetzt hat, das Fundament gut ist, wirkt es auch einfach. Und vor allem einfach nach einem sehr reichen Leben, das ihr da führt. Ich erlebe euch sehr in eurer Mitte und sehr zufrieden. Ich verstehe es bei diesem Umfeld sehr gut. Es klingt wundervoll. Und was ich besonders noch mitnehme, ich habe vorher so Lebensgemeinschaften, vermutlich geprimed durch Arte, immer als so ein Aussteigerprojekt wahrgenommen. Ich weiß nicht, wie du es vorhin benannt hast. Sehr schillernde Persönlichkeiten, sondern sehr außergewöhnliche Persönlichkeiten. Dass ihr es hier geschafft habt, du hast es bürgerlich genannt, einfach normale Leute hast du es genannt, solche Menschen zu finden. Und ich finde es ganz interessant, dass das auch so sein kann. Das finde ich macht das Ganze viel anschlussfähiger für Leute, die das jetzt vielleicht sehen oder hören. Und ich habe es als wahnsinnig sympathisch und angenehm hier erlebt. Also vielen, vielen Dank, dass wir hier sein dürfen. Vielen Dank für eure Bewirkungen auf uns und für alle, die das vielleicht hören und auf die Gemeinschaft, die ihr hier ganz vor Ort bewirkt, sozusagen. Vielleicht vom Aussteiger ins Einsteigerprojekt. Oh, schön. In diesem Sinne, Erde gut. Alles gut. Macht's gut, Nachbarn. Tschüssi. Danke. Ja, herzlichen Dank. [Musik] Klima Nachbarn wird produziert von der Beyond Content GmbH. Zu Gast waren in dieser Episode Tanja und Erich von "Gemeinsam sein" in Vorra. Podcast Bearbeitung von Michael Schindler. Das Intro wurde eingesprochen von Lukas Herbert. Moderiert von Patrick und mir. Wir freuen uns über Feedback und Bewertungen. Danke fürs Zuhören und macht ihr immer wieder.