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Vom Küchentisch zur Unternehmensgruppe: Wie Manuela Lindlbauer am Küchentisch ihre Personalberatung aufbaute

Manuela Lindlbauer über 25 Jahre Personalberatung, den Wandel im Recruiting durch KI und Frauen im Management.

30.09.2026 26 min

Zusammenfassung & Show Notes

Manuela Lindlbauer gründete 2002 ihre Personalberatung am Küchentisch und führt heute vier Unternehmen mit 40 Mitarbeitern. Im Gespräch geht es um Gründen ohne Fremdkapital, den Umbruch im Recruiting durch KI, ihre Rolle als Investorin bei „2 Minuten 2 Millionen" und ihren Einsatz für Frauen in Führungspositionen.

2002 begann Manuela Lindlbauer am Küchentisch mit der Personalberatung. Der Grund war pragmatisch: Ohne abgeschlossenes Studium und mit einem Hintergrund in der Zeitarbeit bei Manpower bekam sie im klassischen Headhunting keine Stelle. Also machte sie sich selbstständig, akquirierte Kunden und führte die ersten Bewerbungsgespräche im Café Landtmann. Heute beschäftigt sie 40 Mitarbeiter in vier Unternehmen für Personalberatung, Zeitarbeit, Digitales und IT sowie Nachhaltigkeit und ESG. Finanziert hat sie den Aufbau ohne Förderungen oder Investoren. Neue Firmen gründete sie nach eigener Aussage vor allem, weil ihr schnell langweilig werde. Für die Umsetzung brauche sie Menschen, die ihre Ideen auf den Boden bringen.

Wie stark sich ihre Branche verändert hat, zeigt sie am Recruiting: Anschreiben würden großteils von KI verfasst und hätten deshalb kaum noch Gewicht, Bewerber kämen gut gecoacht ins Gespräch. Wer diesen Wandel ignoriere, werde mittelfristig nicht bestehen. Ihr Buch zu künstlicher Intelligenz im HR soll Personalverantwortlichen und Jobsuchenden die Angst vor der Technologie nehmen.

Seit einigen Monaten sitzt Lindlbauer als Investorin in der TV-Sendung „2 Minuten, 2 Millionen". Über den Erfolg eines Unternehmens entscheide das Zusammenspiel aus Unternehmerpersönlichkeit, Idee, Disziplin und Vertrieb.
Seit rund 15 Jahren engagiert sie sich für Frauen in Führungspositionen und hat drei Frauennetzwerke mitgegründet. Lange war sie gegen die Frauenquote, heute ist sie dafür. Bei gleicher Qualifikation werde derzeit oft die Frau genommen. Im Rückblick sagt sie: Sie würde wieder gründen, aber mutiger und internationaler.

Wichtigste Punkte
  • Anschreiben werden laut Lindlbauer großteils von KI geschrieben, ihr Unternehmen legt darauf keinen Wert mehr. Stattdessen müsse man im Bewerbungsgespräch stärker in die Tiefe gehen.
  • Lindlbauer war lange gegen die Frauenquote und ist heute dafür, weil auch Männer nicht immer wegen ihrer Qualifikation an ihre Position kämen.
  • Bei gleicher Qualifikation werde aktuell oft die Frau genommen, was für gut ausgebildete Männer zwischen 30 und 40 ein Nachteil sein könne.
  • Ihr Unternehmen hat sie ohne Förderungen und Investoren aufgebaut. Viel verfügbares Kapital sei für Start-ups „Segen und Fluch".
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