Tausende Bücher werden für KI zerstört
Der unglaubliche Wettlauf um hochwertige Trainingsdaten
20.08.2026 23 min
Zusammenfassung & Show Notes
Wir bauen gerade die modernsten KI-Systeme der Welt – und dafür greifen Tech-Konzerne ausgerechnet auf einen jahrhundertealten Datenspeicher zurück: das gedruckte Buch. Die Geschichte zeigt, wie wertvoll hochwertiges menschliches Wissen im KI-Zeitalter geworden ist und welche absurden Wege Unternehmen inzwischen gehen, um daran zu gelangen. Vielleicht wird die nächste Schlacht der KI-Industrie deshalb nicht nur um Chips und Rechenzentren geführt, sondern auch um die letzten großen Bestände menschlich geschaffener Daten.
Warum kaufen Tech-Konzerne plötzlich massenhaft alte Bücher – nur um sie anschließend zu zerstören?
Eine aktuelle Recherche führt zu einer ungewöhnlichen Antwort: KI-Trainingsdaten.
Mithilfe eines versteckten AirTags konnten Journalisten den Weg eines Buches bis zu einer Amazon-Anlage in Las Vegas verfolgen.
Dort werden physische Bücher aufgeschnitten, ihre Seiten automatisiert eingescannt und die Originale anschließend entsorgt beziehungsweise recycelt. Aus gedruckten Werken entstehen so digitale Datenbestände für die KI-Ära.
Dort werden physische Bücher aufgeschnitten, ihre Seiten automatisiert eingescannt und die Originale anschließend entsorgt beziehungsweise recycelt. Aus gedruckten Werken entstehen so digitale Datenbestände für die KI-Ära.
Amazon ist damit nicht allein. Auch von Anthropic ist durch Gerichtsunterlagen bekannt, dass das Unternehmen Millionen gebrauchte Bücher kaufte und mittels „destructive scanning“ digitalisierte.
Dahinter steckt ein grundlegendes Problem der KI-Industrie: Leistungsfähige Modelle benötigen enorme Mengen hochwertiger Trainingsdaten – und Bücher gehören weiterhin zu den wertvollsten Quellen für gut strukturierte Sprache, komplexe Zusammenhänge und menschliches Wissen.
Die Folge beleuchtet, warum alte Bücher für KI-Unternehmen plötzlich so interessant sind, was hinter dem destruktiven Scannen steckt und welche urheberrechtlichen und gesellschaftlichen Fragen dadurch entstehen.
Denn während wir darüber diskutieren, wie intelligent die nächste Generation von KI wird, beginnt im Hintergrund längst ein Wettlauf um einen der ältesten Wissensspeicher der Menschheit: das gedruckte Buch.
Britische und irische Antiquariate berichten aktuell ebenfalls über ungewöhnliche Großbestellungen scheinbar zusammenhangloser Bücher, hinter denen einige Händler KI-Datenbeschaffung vermuten.
Britische und irische Antiquariate berichten aktuell ebenfalls über ungewöhnliche Großbestellungen scheinbar zusammenhangloser Bücher, hinter denen einige Händler KI-Datenbeschaffung vermuten.