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ÖAV Gletscherbericht: Rekordschmelze am Osttiroler Schlatenkees

von Christine Brugger

31.03.2023 4 min

Zusammenfassung & Show Notes

Der Österreichische Alpenverein ÖAV hat am Freitag den Gletscherbericht für das abgelaufene Jahr präsentiert. Rund 90 Gletscher in den österreichischen Alpen werden laufend beobachtet, vermessen und dokumentiert, diese haben im vergangenen Jahr im Mittel fast 29 Meter an Länge verloren.
Ungünstiges Gletscherjahr seit Beginn der Aufzeichnungen für über 130 Jahren
Das jüngste Gletscherjahr von Oktober 2021 bis September 2022 war durchwegs zu warm und zu trocken und äußerst ungünstig für die heimischen Gletscher. Die Gletscherschmelze war dramatisch mit Rekord-Rückgängen, Tirol und Kärnten sind am stärksten betroffen. 
Fast 90 Meter Rückgang beim Schlatenkees
Den insgesamt größten und auch bisher stärksten Rückgang verzeichneten die Gletscherforscher am Schlatenkees in der Venedigergruppe in Osttirol. Hier sind im Vergleich zum letzten Messjahr um 89,5 Meterabgeschmolzen, das ist fast doppelt so viel wie im Jahr davor (-54,5 m). Auch die Pasterze in der Kärntner Glocknergruppe hat 87,4 Meter an Länge verloren. 
Der gesamte Massenverlust der Gletscher ist enorm und die Gletscherforscher gehen davon aus, dass Österreich im Jahr 2075 weitgehend gletscherfrei sein wird. ÖAV-Vizepräsidentin des Alpenvereins, Ingrid Hayek hat einen deutlichen Appell an alle gerichtet, alles daran zu setzen, um die Erderwärmung einzubremsen. Alle Infos und Analysen zu den Gletschern finden Sie auf der Homepage des Alpenvereins www.alpenverein.at
 
Gerhard Lieb, der den Gletschermessdienst des Alpenvereins mit Andreas Kellerer-Pirklbauer leitet, war diese Woche in Osttirol. Christine Brugger hat das folgende Interview geführt: