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Nationalrat anerkennt Unrecht an Jenischen

28.04.2026 22 min

Zusammenfassung & Show Notes

Im vergangenen Jahrhundert trennte die Pro Juventute im Rahmen der Aktion „Kinder der Landstrasse“ hunderte von Kindern von ihren Eltern. Man steckte sie in Heime oder Pflegefamilien, wo harte Arbeit, Gewalt und Missbrauch sie erwartete. Dies war eine von mehreren Zwangsmassnahmen gegen Jenische, Sinti und Armutsbetroffene.
Gestern stimmte der Nationalrat einer Erklärung zu, die dieses Vorgehen als Verbrechen an der Menschlichkeit bezeichnet. Vergangenes Jahr hatte sich der Bundesrat bereits darauf geeinigt.
Mit im Saal, auf der Zuschauertribüne, war auch die Jenische Uschi Waser, die im Jahr 1952 selber von ihrer Mutter im Jahr 1952 getrennt wurde. Daraufhin verbrachte sie ihre Kindheit in Heimen. Auch anwesend war die Woz-Journalistin und Autorin Silvia Süess, die Uschi Wasers Lebensgeschichte niederschrieb. Wir hören die Beiden im Talk.

Pflegepersonal kritisiert Umsetzung der Pflegeinitiative: Gestern Mittag war ein lauter Herzschlag auf dem Bundesplatz zu hören. Er symbolisiert die Pflege als Puls des Gesundheitssystems. Diesem Puls drohe der Stillstand, wenn die Politik nicht handelt, so die Botschaft.
Um die 60 Personen überreichten den Parlamentarier*innen einen Appell mit über 190 Tausend Unterschriften. Der Appell fordert, dass das Parlament die Pflegeinitiative konsequent umsetzt. Der Apell stammt vom Bündnis Gesundheitspersonal, einem Zusammenschluss des Schweizer Berufsverbands des Pflegefachpersonals (SBK) sowie mehreren Gewerkschaften.
Grund für den Appell ist das Bundesgesetz über die Arbeitsbedingungen in der Pflege, mit dem sich der Nationalrat heute befasst. Es soll die Forderungen der Pflegeinitiative umsetzen und die Arbeitsbedingungen in der Pflege verbessern.
Dem SBK und den Gewerkschaften geht der Entwurf aber zu wenig weit. Dazu mehr im Interview.