Projekterfolg ist Haltungssache
Warum Ehrlichkeit, Menschlichkeit und gute Fragen wichtiger sind als jedes Tool
17.02.2026 19 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Episode von SmartX für IT-Projektmanager spricht Gastgeber Andreas Weller mit Andreas Wey über die wahren Erfolgsfaktoren großer IT-Projekte. Die zentrale These: Projekte scheitern selten an fehlenden Tools – sondern an fehlender Ehrlichkeit, mangelnder Menschlichkeit und zu wenig kritischem Hinterfragen.
Andreas Wey beschreibt, warum er bereits im ersten Gespräch bewusst offenlegt, welche Kompetenzen er abdeckt – und welche nicht. Diese Transparenz schafft Vertrauen und verhindert spätere Eskalationen. Statt sich als „Alleskönner“ zu verkaufen, setzt er auf realistische Erwartungshaltung und klare Kommunikation.
Ein weiteres Kernthema ist die sogenannte Planning Fallacy: Projekte werden im Best Case geplant, Risiken ausgeblendet, Fachabteilungen nicht ausreichend eingebunden. Andreas Wey berichtet, wie er Aufwandsschätzungen validiert, mit Umsetzern spricht und notfalls frühzeitig Scope oder Timeline korrigiert – auch wenn das bedeutet, 100 % mehr Projektlaufzeit zu verhandeln.
Besonders eindrücklich ist sein Praxisbeispiel aus einem Versicherungsprojekt: Eine Beta-Software scheiterte zunächst vollständig. Durch offene Kommunikation („Gang nach Canossa“), Neuplanung und zusätzliche Investition konnte das Projekt dennoch erfolgreich abgeschlossen werden – mit nachhaltiger Akzeptanz bei den Anwendern.
Im Anforderungsmanagement plädiert er für moderierte Dialoge statt E-Mail-Pingpong. Bei konkurrierenden Requirements bringt er Stakeholder bewusst an einen Tisch. Sein Credo: Verständnis entsteht im Gespräch, nicht im Verteilen von Prioritätenlisten.
Auch beim Thema Change Management setzt er auf Pragmatismus: In einem Transformationsprojekt (Legacy-System → Web-App) schlugen zunächst Welten aufeinander. Die Lösung: Mock-ups statt PowerPoint. Visuelle Prototypen halfen, Brücken zwischen Entwicklern und Fachseite zu bauen – noch bevor produktiver Code geschrieben wurde.
Seine Quintessenz:
Methoden sind notwendig, aber nicht hinreichend. Der entscheidende Hebel ist der Mensch. Wer fragt, zuhört und Beziehungen aufbaut, erhöht seine Erfolgswahrscheinlichkeit signifikant.
Methoden sind notwendig, aber nicht hinreichend. Der entscheidende Hebel ist der Mensch. Wer fragt, zuhört und Beziehungen aufbaut, erhöht seine Erfolgswahrscheinlichkeit signifikant.
Sein praktischer „Smart Hack“ zum Mitnehmen:
Investiere Zeit in echte Gespräche – geh mit deinem Kunden einen Kaffee trinken. Die Rendite kommt zurück.
📢 Episode: Projekterfolg ist Haltungssache – Warum Ehrlichkeit, Menschlichkeit und gute Fragen wichtiger sind als jedes Tool
🎙 Gast: Andreas Wey – IT-Projektmanager & Experte für komplexe Transformationsprojekte
🎙 Host: Andreas Weller – Managing Partner Sidekick Network
🎯 Thema:
Warum große IT-Projekte nicht an Technologie scheitern – sondern an fehlender Ehrlichkeit, mangelnder Menschlichkeit und zu wenig kritischem Hinterfragen. Wie du mit klarer Haltung, realistischer Planung und echtem Stakeholder-Dialog Projekte erfolgreich steuerst.
🔍 In dieser Episode erfährst du:
✅ Warum Projekte oft an der „Planning Fallacy“ scheitern
✅ Weshalb Ehrlichkeit im Vorstandsgespräch langfristig erfolgreicher ist als Selbstvermarktung
✅ Wie du mit unrealistischen Zeitplänen professionell umgehst
✅ Warum Anforderungsmanagement mehr Moderation als Priorisierung ist
✅ Wie du konkurrierende Stakeholder an einen Tisch bringst
✅ Warum Menschlichkeit in Großprojekten ein strategischer Hebel ist
✅ Wie ein gescheitertes Beta-Projekt durch Offenheit doch noch erfolgreich wurde
✅ Warum „in time & budget“ trotzdem komplett am Bedarf vorbeigehen kann
✅ Wie Mock-ups Brücken zwischen Legacy-Denken und moderner Entwicklung bauen
✅ Welcher analoge Smart Hack deine Projektarbeit sofort verbessert
📌 Highlights & Kapitelmarken:
⏳ [03:26] – Intro & warum Haltung wichtiger ist als Tools
🎯 [04:23] – Die drei Erfolgsfaktoren: Ehrlichkeit, Menschlichkeit, Fragen
🗣 [04:53] – Ehrlichkeit im Vorstandsgespräch – Erwartungsmanagement richtig gemacht
📉 [06:34] – Planning Fallacy & realistische Projektplanung
🧩 [08:56] – Anforderungsmanagement & konkurrierende Requirements
🤝 [10:53] – Menschlichkeit als Erfolgsfaktor in Großprojekten
🔥 [12:57] – Eskalation im Versicherungsprojekt & 100 % Laufzeitverlängerung
❓ [14:30] – Mehr fragen als nötig: Warum „perfekt geliefert“ trotzdem falsch sein kann
🖥 [16:31] – Legacy-System vs. Web-App: Mock-ups als Gamechanger
☕ [19:18] – Der praktische Hack: Kaffee trinken statt nur Status-Meeting
🎧 Jetzt anhören & Projekte menschlicher führen!
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Mehr Infos zu Andreas Wey: https://www.linkedin.com/in/andreas-w-23183029/
Mehr Infos zu Andreas Weller: https://www.linkedin.com/in/andreas-weller-a68ba31/
Mehr Infos zu Sidekick Network: https://www.linkedin.com/company/sidekick-network/
🎙 Gast: Andreas Wey – IT-Projektmanager & Experte für komplexe Transformationsprojekte
🎙 Host: Andreas Weller – Managing Partner Sidekick Network
🎯 Thema:
Warum große IT-Projekte nicht an Technologie scheitern – sondern an fehlender Ehrlichkeit, mangelnder Menschlichkeit und zu wenig kritischem Hinterfragen. Wie du mit klarer Haltung, realistischer Planung und echtem Stakeholder-Dialog Projekte erfolgreich steuerst.
🔍 In dieser Episode erfährst du:
✅ Warum Projekte oft an der „Planning Fallacy“ scheitern
✅ Weshalb Ehrlichkeit im Vorstandsgespräch langfristig erfolgreicher ist als Selbstvermarktung
✅ Wie du mit unrealistischen Zeitplänen professionell umgehst
✅ Warum Anforderungsmanagement mehr Moderation als Priorisierung ist
✅ Wie du konkurrierende Stakeholder an einen Tisch bringst
✅ Warum Menschlichkeit in Großprojekten ein strategischer Hebel ist
✅ Wie ein gescheitertes Beta-Projekt durch Offenheit doch noch erfolgreich wurde
✅ Warum „in time & budget“ trotzdem komplett am Bedarf vorbeigehen kann
✅ Wie Mock-ups Brücken zwischen Legacy-Denken und moderner Entwicklung bauen
✅ Welcher analoge Smart Hack deine Projektarbeit sofort verbessert
📌 Highlights & Kapitelmarken:
⏳ [03:26] – Intro & warum Haltung wichtiger ist als Tools
🎯 [04:23] – Die drei Erfolgsfaktoren: Ehrlichkeit, Menschlichkeit, Fragen
🗣 [04:53] – Ehrlichkeit im Vorstandsgespräch – Erwartungsmanagement richtig gemacht
📉 [06:34] – Planning Fallacy & realistische Projektplanung
🧩 [08:56] – Anforderungsmanagement & konkurrierende Requirements
🤝 [10:53] – Menschlichkeit als Erfolgsfaktor in Großprojekten
🔥 [12:57] – Eskalation im Versicherungsprojekt & 100 % Laufzeitverlängerung
❓ [14:30] – Mehr fragen als nötig: Warum „perfekt geliefert“ trotzdem falsch sein kann
🖥 [16:31] – Legacy-System vs. Web-App: Mock-ups als Gamechanger
☕ [19:18] – Der praktische Hack: Kaffee trinken statt nur Status-Meeting
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Transkript
Hallo und herzlich willkommen
bei SmartX für IT-Projektmanager.
Präsentiert von Sidekick Network, basiert
unser Podcast auf der
Erfahrung von über 20.
000 IT-Projekten.
Bist du bereit, direkt
zum Punkt zu kommen?
Dann lass uns starten.
Wir sprechen heute darüber, warum Projekte
häufig an fehlender Haltung, Ehrlichkeit
und Menschlichkeit scheitern, nicht
nur an Tools und Technologien.
Vor allem in großen IT-Projekten werden
Zeitpläne meist im Best Case
präsentiert und vereinbart.
Mögliche Probleme werden nur sehr
wenig angesprochen und eingeplant.
In der Realität sieht das zumeist
anders aus, aber wie damit umgehen?
Ich freue mich sehr, dass wir heute
Andreas Wei zu Gast haben, der jeden Tag
genau mit diesen
Herausforderungen arbeitet.
Hallo Andreas, wenn du auf deine Projekte
schaust, was entscheidet dort wirklich
über Erfolg oder Misserfolg
aus deiner Sicht?
Hallo Andreas.
Schön, dass ich da sein darf.
Ja, zu deiner Frage:
Für mich das Wichtigste ist Ehrlichkeit,
also wirklich zu sagen, wie Dinge sind,
die Menschlichkeit auf den Menschen
einzugehen und alles zu
hinterfragen, was aufkommt.
Ja, also diese drei Themen sozusagen.
Lass uns die mal nacheinander aufteilen
und vielleicht mit
Ehrlichkeit rein steigen.
Was bedeutet Ehrlichkeit für dich
im Projektfeld konkret?
Das fängt für mich schon
beim Vorstandsgespräch an.
Das heißt, wenn ich so eine
Projektbeschreibung bekomme,
dann decke ich meistens 80% ab.
Selten alles.
Ist ja Das ist eine
sehr große Anforderung.
Ja, das sind meistens fantasievoll große
Anforderungen, aber ich sage
das dann auch dem Kunden.
Ich sage: „Das und das und das kann ich.
Da habe ich zig Jahre Erfahrung.
Das Thema habe ich einmal bestreift oder
das Thema kenne ich überhaupt nicht.
Und damit komme ich
eigentlich immer gut an.
Das Feedback sagen auch die Kunden.
Sie fanden das sehr offen, das Gespräch,
sodass sie auch genau wissen,
was sie erwarten können von mir.
Und wenn ich dann im Projekt bin
tatsächlich und dann mit dem Thema zu tun
habe, das ich halt vorher nicht kannte,
dann habe ich eben auch
ein bisschen Spielraum.
Dann kann ich dem Kunden auch sagen:
„Ich brauche jetzt ein bisschen länger.
Ich kann das System ja schließlich nicht.
Und der wusste das vorher auch.
Also du bist nicht als Blender
reingegangen und hast gesagt, du kannst
alles, sondern hast eigentlich ein
bisschen Bist du ein bisschen Risiko
eingegangen im Gespräch,
weil dann klar ist, okay, der ist
wenigstens ehrlich und da kann ich
mich drauf verlassen, dass der mir immer
die Ehrlichkeit gibt, die
ich brauche für mein Projekt?
Ja, das ist ein Weg, das zu sehen.
Es schützt mich aber auch hinterher, weil
wenn ich jetzt behaupte, ich kann alles,
der Kunde sagt: „Super, ich habe den
Supermann gefunden
und ich bin dann im Projekt und er
erwartet, dass ich das alles kenne, auch
die Themen, die ich in Wirklichkeit nicht
kenne, dann sitze ich da und schwitze.
Und früher, später findet er das raus.
Und im schlimmsten Fall fliege
ich dann aus dem Projekt.
Da habe ich nichts gewonnen.
Dann möchte ich die Zusage vorher nicht
haben, wenn er sagt, ich will die 100%.
Ich
hatte ja Wir haben im Intro angesprochen,
dass in den großen IT-Projekten meist im
Best Case präsentiert und vereinbart wird.
Was ist deine Erfahrung
damit, wie man damit umgeht?
Meistens kommt man sogar schon ins Projekt
rein und kriegt gesagt,
das läuft zwölf Monate.
Genau, das ist schon klar.
Das hat man vorher sich
überlegt, was man da haben will.
Ich gehe dann hin, gucke mir dann trotzdem
mal den Scope an, was soll
da eigentlich gemacht werden?
Und ich rede dann auch mit einer der
ersten Gesprächen mit den einzelnen
Beteiligten, die da was bauen müssen,
Datenbankleute, Netzwerkleute,
Programmierer,
und gucke, ob diese Aufwandsschätzung
irgendwie zusammenpassen.
Und oft genug tun sie das eben nicht.
Entweder hat man gar nicht mit den
Menschen die das umsetzen, oder man hat
deren Best Case angenommen, dass sie
am schnellsten irgendwo durchkommen.
Ich rechne jetzt das Ganze zusammen im
Projektplan und stelle das dann meinem
Projektsponsor vor und sage ihm,
inwieweit seine Idee zu optimistisch ist.
Wir bräuchten da aus jetziger Sicht, bevor
wir angefangen haben, vielleicht
schon drei Monate länger.
Oder wir ändern am Scope was.
Wir reduzieren was, wir nehmen was raus
oder machen etwas Optional und gucken mal,
wenn wir den Zieltermin erreichen, ob wir
das Optionale runterbringen oder nicht.
Entweder akzeptiert der Kunde
das und sagt: „Okay, danke.
Wir verlängern den Plan, wir verkürzen den
Scope, was auch immer, oder eben nicht.
Wenn er sich für das zweite entscheidet,
dann steigen wir in das Projekt ein.
Und wenn wir uns diesem Zieltermin nähern
und sehen, wo wir tatsächlich stehen, habe
ich aber auch ein ganz gutes Argument, zu
sagen: „Das habe ich vor einem Jahr schon
gesagt, dass es genau das und das
nicht nicht drin sein kann.
Und dann habe ich halt ein ganz gutes
Argument, dann die
Verlängerung zu kriegen.
Das haben wir ja ganz oft mit diesem,
wir nennen das immer „Planning Fallacy.
Da gibt es ja richtig diesen Begriff,
immer im Best Case zu argumentieren
und dann hinten raus immer „Sales war
richtig gut, aber dann im realen Leben
das umzusetzen, ist immer was anderes.
Das bringt mich vielleicht
noch zu einem anderen Punkt.
Du hattest das mal im Vorgespräch erwähnt,
wie du mit Fachseiten umgehen kannst, die
ja alle auf ihren wichtigen Requirements
jeder für sich selbst …
Du machst ja sehr viel
Anforderungsmanagement,
wie du damit umgehst.
Das ist richtig, genau.
Man bekommt als Anforderungsmanager
unglaublich viele Anforderungen, kleine,
große, wichtige, persönlich wichtige.
Persönlich.
Das ist auch wieder das
Kennenlernen der Leute.
Ist das jetzt ein Feature, das wirklich
das Unternehmen weiterbringt in
irgendeiner Form oder ist das, was
einer nur haben will, was Schön ist?
Und ich habe für gewöhnlich nur ein
begrenztes Budget für zum Beispiel ein
Quartal, was ich da unterbringen kann,
und dann fallen halt
bestimmte Requirements raus.
Und derjenige, der das haben wollte,
der ist natürlich dann enttäuscht.
Je nachdem, wie sehr der sich jetzt
anstellt, gehe ich auch gerne hin und lade
dann zweifach Seiten ein und sage: „Ihr
habt hier konkurrierende Anforderungen.
Der Kollege braucht das und das aus
den Gründen und er braucht was anderes.
Das hilft oft schon, wenn man einfach mal
sich gegenüber übersetzt, menschlich, so
wie wir zwei jetzt hier,
dass man Verständnis für den Kollegen
aufbringt und sagt: „Na gut, ich verstehe,
warum mein Requirement
ein Quartal später kommt.
Und wenn es nicht so ist, der
sagt: „Ich will aber unbedingt.
Ich bin genauso wichtig, dann kann man
vielleicht auch einen Deal machen und
sagen: „Gut, du kommst jetzt nicht dran.
Dafür bist du ganz weit vorne
bis dem nächsten Quartal.
Dafür kriegst du dann was anderes.
Aber es geht natürlich nur miteinander.
Da geht es ums Menschliche.
Also zusammenkommen die Leute, also nicht
nur über E-Mail,
sondern tatsächlich in einen Raum setzen.
Das hilft oft.
Okay, und wenn wir dann mal zum
Thema Menschlichkeit übergehen.
Jetzt haben wir so
riesen Projekte – du kennst das ja auch –
100, 200 Menschen involviert,
meistens dann auch ein großer Teil
externe, weil die intern das gar nicht
auffangen können, den Umfang der Arbeit.
Da ist Menschlichkeit jetzt
nicht unbedingt das Top-Thema.
Wie bringst du das Thema Menschlichkeit in
solche großen Projekte
rein aus deiner Sicht?
Für mich ist es das
Wichtigste tatsächlich.
Natürlich müssen wir unsere Tools
bedienen, müssen Pläne machen, Kosten
bewerten, Risiken
und so weiter, Aufgabenpakete schnüren,
aber schlussendlich wird es
durchgeführt von Menschen.
Und wenn ich den Menschen nicht gewinne
und der nur Dienst nach Vorschrift macht,
dann bekomme ich auch immer
ein mittelprächtiges Ergebnis.
Und an vielen Stellen ist es auch so, dass
ich darauf angewiesen bin, dass mich ein
Experte auf etwas aufmerksam macht, auf
das ich selber gar nicht gekommen bin, auf
eine Lücke, auf ein Problem, das da
entsteht oder da irgendwo
in der Ecke liegt.
Im besten Fall bist du ja dafür da.
Ja, aber ich lebe dann tatsächlich
von diesem Netzwerk, das ich aufbaue.
Das kostet viel Zeit.
Also gleich am Anfang des Projektes.
Ich beginne am Tag eins, die Leute
versuchen, kennen zu lernen, auch ein
bisschen privat zu quatschen,
herauszufinden, was für ein Mensch das
eigentlich ist, mit
dem ich da zu tun habe.
Und dann kriegt man auch viel
einfacher Hilfe, wenn es mal nötig ist.
Oder dass jemand was für einen erledigt,
der eigentlich gar nicht
zuständig ist für diesen Job.
Ja, das hattest du im Vorgespräch auch
schon mal gesagt, dass du aus deiner
Erfahrung, so aus deinen Telco-und
Versicherungsprojekten, da
oftmals auch gar nicht denjenigen für die
Zuständigkeit genommen hast,
sondern der, der das macht.
Ja, einmal.
Man fragt: Wer ist zuständig?
Wen frage ich dazu?
Dann merkt man, dieser Mensch ist nicht
besonders willig, zu helfen,
aber durch die Gespräche, die ich
vielleicht mit jemand anders hatte,
weiß ich, der der kann das auch.
Der kann mir auch die Datei liefern oder
mir den Report mal
schicken oder generieren.
Und so komme ich schneller weiter als
einer, der nach Schema F arbeitet.
Also die Investition in das Menschliche
halte ich für eine sehr gute.
Unterm Strich bin ich,
glaube ich, schneller.
Du hattest ja auch mal gesprochen von
einem Projekt, wo die Einführung
anders geplant war vom zeitlichen Rahmen
und du aber dann sozusagen, wenn
Ehrlichkeit und Menschlichkeit schon mal
kombiniert, wie man da
die Kuh vom Eis kriegt.
Das war ein größeres Projekt
bei einem Versicherungskunden.
Da ging es die Einführung
einer nagelneuen Software.
Die Software selber befand
sich noch im Beta Stand.
Deswegen hatte auch der Hersteller
Mitarbeiter vor Ort geschickt.
Dummerweise waren die Mitarbeiter
auch nicht so erfahren.
Und
dann war schnell die gesamte
Projektlaufzeit vorbei, das Budget
ausgegeben und die Software
funktionierte vorne und hinten nicht.
Dann mussten wir diesen Gang nach Canossa
machen und haben mit dem Auftraggeber
gesprochen, haben ihm
die Situation erklärt.
Er hat dann einmal tief Luft geholt und
uns dann gefragt: Wie kann es weitergehen?
Wir hatten uns vorbereitet darauf,
hatten neuen Plan erarbeitet, neues
Budget, ein bisschen
Personalveränderungen.
Nachdem
er dann geschluckt hat, hat er aber
das Ganze beim Vorstand durchgebracht.
Wir haben das direkt zu Ende gebracht,
es funktionierte und selbst Jahre
hinterher haben sich die Mitarbeiter, die
das wirklich benutzt haben, dieses
Softwarepaket, noch bedankt.
Das ist so super.
Es hat sich echt gelohnt, da noch mal
extra Zeit und Geld reinzustecken.
Aber Du bist sozusagen
bei dem Gang nach Canosa, hast du
die Kraten auf den Tisch gelegt?
Ja.
Und wie viel mehr Zeit
hattest du dann gebeten?
100%.
100% mehr Zeit?
Ja.
Okay.
Das war mit einem Jahr angesetzt und
schlussendlich haben wir
zwei Jahre gebraucht.
Aber habt es dann trotzdem
noch erfolgreich durchgeführt?
Dann war es erfolgreich, ja.
Und wenn wir auf den dritten Punkt mal
eingehen, das Thema Fragen,
Fragen, Fragen, Fragen,
dann habe ich immer so die Wahrnehmung,
dass da viel Angst besteht, Fragen zu
fragen, weil man dann vielleicht nicht so
rüberkommt, dass derjenige,
wofür man ja eingekauft wurde, der sollte
eigentlich die Antworten mitbringen.
Du hast aber sehr gute Erfahrungen damit
gesammelt, mehr zu fragen als gewöhnlich,
damit dann besser zum Erfolg zu kommen.
Mehr als nötig, genau.
Mehr als nötig, ja.
Man kann vielleicht sagen, ich kann diese
zehn Fragen fragen, wenn ich die Antworten
habe, dann kann ich daraufhin ein
Ergebnis planen und jetzt reichen.
Das habe ich vor langer Zeit mal gemacht,
in einem Telekom-Projekt, und
das führte dazu, dass die Software perfekt
produktiv war und die Fachseite gesagt
hat: „Das wollten wir
aber gar nicht haben.
Wir wollten was ganz anderes.
Also komplett an der Fachseite vorbei?
Komplett an den Anwendern.
Wir haben Fachseitenvertreter gehabt, aber
nicht die eigentlichen Anwender,
die täglich damit arbeiten.
Und die, die das dann bekommen haben, die
haben gesagt: „Damit
können wir nichts anfangen.
Also es lief technisch in In time and
budget, wie man so schön sagt,
aber vollkommen sinnfrei.
Deswegen investiere ich lieber mehr
Fragen vorneweg und kläre: „Was wollt ihr?
Warum wollt ihr das denn haben?
Oft noch ist die Motivation, nach einem
Feature zu fragen, eine ganz andere,
als man sich das so vorstellt.
Vielleicht aus irgendeiner Sorge heraus,
aus einer Angst heraus
oder aus einer falschen Vorstellung, was
dem Anwender das überhaupt bringt,
wenn er dieses Feature bekommt.
Deswegen frage ich lieber länger.
Wir hatten da auch über das eine Beispiel
gesprochen, eine uralte Software
abzulösen, die 30 Jahre
beim Kunden im Einsatz war.
Dementsprechend auch die Fachseiten
30 Jahre teilweise, wenn Sie
dieses Tool benutzt haben.
Sehr gewöhnt daran dieses
Tool benutzt haben.
Das sah aus wie Windows 3.
1, für die, die das noch kennen.
Und dann musste was Neues her und die
neue Technologie war eine Web-App.
Also was komplett anderes.
Was komplett anderes.
Andere Oberfläche, anderer Bedienkonzept
und auch die Entwickler
auf der anderen Seite.
Das waren alles Leute frisch von der Uni,
die kannten natürlich auch nur diese
aktuellen, sprich modernen Technologien.
Und das sind zwei Welten, die da
aufeinander geprallt sind, die sich
gegenseitig nicht verstanden haben.
Da seid ihr auf eine Tür und
Ja, eher geschlossene.
Ja, das waren auch viele, viele Runden
und da die Fachseite auch einfach
zugemacht hat und gesagt
hat: „Wir wollen das nicht.
Geh weg.
Da sind wir dann dazu übergegangen
und haben Mock-ups gemacht.
Wir
bauen etwas, das so aussieht wie die
Anwendung, ohne die ganze Funktionalität
dahinter und zeigen denen das.
Und damit haben wir sie
dann wieder zurückgekriegt.
Dadurch konnten die dann auch die da aktiv
mit uns reden und sagen: „Okay,
dann klickt doch mal hierhin.
Was ist denn, wenn ich
jetzt diesen Fall habe?
Wie würde ich denn damit umgehen?
Wir haben diesen Mockup
auch ein paar Mal geändert.
Der hat auch Zeit und Geld gekostet.
Das muss ich natürlich auch
mit dem Auftraggeber abstimmen.
Er hat auch da so ein bisschen geschluckt
und gesagt: „Eigentlich
ist die Analysezeit vorbei.
Die Lösung, wenn wir die so bauen,
ich glaube, das wird nicht gut ankommen.
Lass uns lieber noch ein
bisschen weiter analysieren.
Und wie hast du es geschafft,
diese Brücke zu schlagen zwischen diesen
jungen Entwicklern und den
wahrscheinlich, also entnehme ich jetzt
deiner Bezeichnung, den eher älteren
Kandidaten, die das dann nutzen, den
erfahrenen, die das dann nutzen, weil das
war ja bestimmt auch ein großer
Graben jetzt einfach erst mal.
Ja, da kommt wieder dieses Netzwerkaufbau
und ich habe halt mit den Entwicklern auch
viel gesprochen und habe antwortet:
„Was könnt ihr denn anbieten?
Was könnten wir denn machen?
Wie könnte das möglichst angenehm für den
Anwender sein, dass der sich nicht
so großartig umgewöhnen muss?
Und von allem der jungen Entwickler kam
dieser Vorschlag: „Dann lasst uns doch
mock-up machen, bevor wir das jedes Mal
bauen, testen, live setzen
und dann sehen, ob das passt.
Machen wir nur so eine Pseudo-Oberfläche.
Dadurch habe ich die gewonnen und dadurch,
dass ich den Fachseiten nicht eine
Powerpoint-Präsentation nach der anderen
die Ohren gehauen habe, sondern gesagt
habe: „Ich zeige euch mal,
wie das aussehen kann.
Ich starte mal einen Browser.
Aber das halbpannfest ist …
Ehrlich gesagt, da passiert nichts hinter.
Wenn ich jetzt auf „Speichern
klickt, da wird nichts gespeichert.
Aber das ist so die Handhabe.
So würdet ihr so so einen Businessprozess
durchführen und dann konnten die sagen:
„Okay, das ist schon mal ganz gut, aber da
hinten hätten wir gerne noch das und das.
Na gut, dann bauen wir so einen
Pseudobutton da mal rein und dann zeigen
wir dir, wie das aussieht,
was für eine Liste du sehen kannst, die
natürlich dann hart
codiert mit den Daten war.
Da war nichts hinter an der Datenbank.
Aber dadurch konnten die ein Gefühl
gekriegt: „So könnte das aussehen.
„ja, wenn das so aussieht,
damit können wir leben.
Und dann war die Akzeptanz da, bevor
wir es überhaupt gebaut hatten.
Also wie das jetzt immer so schön
benannt wird, Change Management.
Am Ende, Menschen reden mit
Menschen und finden Lösungen.
Also wenn ich es mal zusammenfassen darf:
Ehrlichkeit, Menschlichkeit
und das Thema immer wieder zu hinterfragen
oder Fragen zu stellen, damit man gar
nicht erst zu lang in eine falsche
Richtung läuft, sondern alle mitnimmt.
Das sind tolle Beispiele.
Wenn jetzt eins von denen fehlt, von den
Elementen, aus deiner Sicht, oder
was würdest du sagen,
ist so die Quintessenz für dich,
wenn du die drei Themen betrachtest?
Wenn ich zusammendampfen muss,
hat der Herr machen gesagt, es gibt Tools
und Methoden, die sind wichtig,
aber nicht alleine erfolgsführend.
Für mich ist es der menschliche Faktor:
Menschen sind nun mal keine Maschinen.
Eins und eins ist nicht immer eins.
Man muss auch immer
fünfe gerade sein lassen.
Und wenn man dem entgegenkommt, zeigt,
wenn man Verständnis zeigt für die
Bedürfnisse, die oft genug auch verborgen
sind, nicht jeder Er sagt
sofort, warum er was will.
Ich will das jetzt so haben.
Du bist der Externe, du
baust das jetzt nämlich so.
Ich frage dann, warum.
Nicht immer, aber oft genug
kann man das herausfinden und dann
erklären: Klar, können wir das bauen?
Kostet unglaublich viel Zeit und Geld,
aber das erfüllt nicht
dein echtes Problem.
Nachdem ich jetzt weiß, was du eigentlich
willst, wie wäre es, wenn wir das machen?
Ja, das sind ja auch meistens die Leute,
die am meisten dann auf diese Ebene sich
begeben sind, sind am
längsten in den Projekten.
Wenn du jetzt so einen praktischen Tipp
mitgeben müsstest, wir heißen ja Smart
Hacks, aber das sind heute keine
technischen Hacks, sondern
eher was Zwischenmenschliches.
Was wäre da so dein Tipp, wenn
man morgen damit starten möchte?
Vollkommen analog.
Geht mit eurem Kunden einen Kaffee trinken
und lernt den Menschen
kennen, der da gegenübersitzt.
Nehmt euch die Zeit.
Investiert die Zeit, weil die
kommt mit Dividenden zurück.
Und alle, die jetzt auch diese Zeit
investiert haben für unseren
Podcast, vielen Dank fürs Zuhören.
Wer gerne mit Andreas Kontakt aufnehmen
möchte, ihr habt bei uns in den Shownotes
natürlich noch alle Kontaktdaten.
Ich kann euch nur empfehlen, mit Andreas
in Kontakt zu treten.
Auf jeden Fall wäre es ein Mehrwert für
euer Projekt
und abonniert gerne unseren Kanal.
Und ansonsten bedanke ich mich
für das Gespräch, Andreas.
Sehr gerne.
Und wünsche allen hören noch
einen guten Tag, eine gute Fahrt,
was auch immer ihr gerade macht.
Bis dann.
Ciao.