Zu spät, zu wenig, zu riskant – wie Datenmigration in SAP Projekten erfolgreich gelingt
Factory-Ansatz, kritische Erfolgsfaktoren und wie Unternehmen Migration skalierbar und sicher umsetzen
31.03.2026 20 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge spricht Gastgeberin Anita-Dora Andreadis mit SAP-Experte Michael Rubel über eines der kritischsten Themen in IT-Transformationen: Datenmigration.
Michael bringt über 19 Jahre Erfahrung aus großen SAP S/4HANA-Transformationen mit und teilt praxisnahe Einblicke in typische Herausforderungen. Ein zentrales Ergebnis: Rund 60–70 % aller digitalen Transformationen scheitern oder überschreiten Zeit- und Budgetziele deutlich. Hauptursachen sind dabei organisatorisches Change Management und unzureichend geplante Datenmigration.
Die Folge beleuchtet, warum Migration häufig zu spät adressiert wird, welche Risiken unterschätzt werden und wie sich diese Fehler konkret auf Projekte auswirken. Besonders spannend: Michael zeigt auf, dass Datenmigration kein rein technisches Thema ist, sondern tief in Prozesse, Organisation und Entscheidungsstrukturen eingreift.
Projektmanager erhalten konkrete Impulse, wie sie Migration strategisch früher einplanen, Risiken reduzieren und Transformationen erfolgreicher steuern können.
📢 Episode: Warum 70 % der SAP-Transformationen scheitern – und Migration der wahre Grund ist
🎙 Gast: Michael Rubel - SAP Management Consultant
🎙 Host: Anita-Dora Andreadis - Managing Director bei Sidekick Network
🎯 Thema: Datenmigration entscheidet über Erfolg oder Scheitern von S/4HANA-Projekten. Warum sie oft zu spät kommt, unterschätzt wird – und wie du sie strategisch richtig aufsetzt.
🔍 In dieser Episode erfährst du:
✅ Warum bis zu 70 % aller Transformationen scheitern oder massiv aus dem Ruder laufen
✅ Weshalb Datenmigration **kein IT-Thema**, sondern ein Business-Risiko ist
✅ Warum Migration in Projekten fast immer **zu spät eingeplant** wird
✅ Welche typischen Fehler beim Go-Live richtig teuer werden
✅ Wie der **Factory-Ansatz** Migration skalierbar und beherrschbar macht
✅ Warum standardisierte Templates und Vorstudien entscheidend sind
✅ Welche Rolle Timing (z. B. Jahreswechsel) für Projektrisiken spielt
✅ Drei konkrete Hacks, wie du Migration frühzeitig in den Griff bekommst
📌 Highlights & Kapitelmarken:
⏳ [00:00:04] – Intro & Begrüßung
👤 [00:00:25] – Vorstellung von Michael Rubel
🧠 [00:02:23] – Warum Datenmigration über Projekterfolg entscheidet
⚠️ [00:03:22] – Was schlechte Migrationen Projekte wirklich kosten
🏗️ [00:05:04] – Der Factory-Ansatz: Migration systematisieren
🌍 [00:08:13] – Parallele Rollouts effizient steuern
👥 [00:11:59] – Team, Tooling & Zusammenarbeit im Hybrid-Setup
🚀 [00:14:57] – Drei Smart Hacks für Projektmanager
🎯 [00:18:55] – Fazit & Verabschiedung
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Mehr Infos zu Michael Rubel: https://www.linkedin.com/in/michael-rubel/
Mehr Infos zu Anita-Dora Andreadis: https://www.linkedin.com/in/anita-dora-andreadis/
🎙 Gast: Michael Rubel - SAP Management Consultant
🎙 Host: Anita-Dora Andreadis - Managing Director bei Sidekick Network
🎯 Thema: Datenmigration entscheidet über Erfolg oder Scheitern von S/4HANA-Projekten. Warum sie oft zu spät kommt, unterschätzt wird – und wie du sie strategisch richtig aufsetzt.
🔍 In dieser Episode erfährst du:
✅ Warum bis zu 70 % aller Transformationen scheitern oder massiv aus dem Ruder laufen
✅ Weshalb Datenmigration **kein IT-Thema**, sondern ein Business-Risiko ist
✅ Warum Migration in Projekten fast immer **zu spät eingeplant** wird
✅ Welche typischen Fehler beim Go-Live richtig teuer werden
✅ Wie der **Factory-Ansatz** Migration skalierbar und beherrschbar macht
✅ Warum standardisierte Templates und Vorstudien entscheidend sind
✅ Welche Rolle Timing (z. B. Jahreswechsel) für Projektrisiken spielt
✅ Drei konkrete Hacks, wie du Migration frühzeitig in den Griff bekommst
📌 Highlights & Kapitelmarken:
⏳ [00:00:04] – Intro & Begrüßung
👤 [00:00:25] – Vorstellung von Michael Rubel
🧠 [00:02:23] – Warum Datenmigration über Projekterfolg entscheidet
⚠️ [00:03:22] – Was schlechte Migrationen Projekte wirklich kosten
🏗️ [00:05:04] – Der Factory-Ansatz: Migration systematisieren
🌍 [00:08:13] – Parallele Rollouts effizient steuern
👥 [00:11:59] – Team, Tooling & Zusammenarbeit im Hybrid-Setup
🚀 [00:14:57] – Drei Smart Hacks für Projektmanager
🎯 [00:18:55] – Fazit & Verabschiedung
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Transkript
Hallo und herzlich willkommen bei
Smartmax für IT Projektmanager.
Präsentiert von Sidekick Network basiert
unser Podcast auf der Erfahrung von über
IT Projekten.
Bist du bereit, direkt
zum Punkt zu kommen?
Dann lass uns starten.
Ich habe in meiner Projektlaufbahn schon
viele Dinge erlebt, aber kaum ein Thema
sorgt so zuverlässig für lange Abende.
Ich bin Anita.
Schön, dass ihr wieder dabei seid
bei SmartTax für IT Projektmanager.
Über meinen heutigen Gast
freue ich mich ganz besonders.
Wir kennen uns schon ziemlich lange und
ich erinnere mich noch an eine oder andere
Herausforderung, die wir gemeinsam
meistern mussten und gemeinsam
in den Projekten erlebt haben.
Herzlich willkommen im Michael Hubel.
Hallo Anita, freut mich,
dass wir heute sprechen.
Ich denke, es sind circa zehn Jahre, wenn
ich das grob überschlage,
dass wir uns kennen.
Ja, es sind sicherlich schon
zehn Jahre, über zehn Jahre.
Ich glaube, es müssten so circa 14, 15
Jahre mittlerweile schon sein, wo wir
zusammen auf dem ERP
Projekt unterwegs waren.
Leicht unterschätzt.
Kurz zu deiner
Heute ist Michael SAP Management
Consultant mit über 19 Jahre Erfahrung,
großen SAP S HANA Transformation
vom Anwendungsberater bis hin
zum Projektleiter im Einsatz.
Er war Principal bei BCG Platenien, hat
zahlreiche Migrationsprojekte begleitet
und in einem großen
Transformationsprogramm einen spannenden
Migrationsansatz mit aufgebaut.
Das macht mich sehr neugierig und genau
darüber sprechen wir heute und was
Projektmanager besser machen können.
Vor allem reden wir über das SAP Umfeld.
Michael wie geht es dir heute?
Mir geht es sehr gut.
Anita, danke dir.
Wir sind gerade mit einem spannenden
Projekt am Ende der
Hypercare Phase angelangt.
Wir hatten gerade den Go Live jetzt zum
Jahreswechsel und haben noch die letzten
Themen ausgeräumt und das Projekt
neigt sich langsam dem Ende.
Von daher bin ich da sehr glücklich und
zufrieden, dass es alles gut geklappt
hat und blicke jetzt auf das nächste
Jahr und hast heute Zeit.
Ich freue mich sehr,
dass du mein Gast bist.
Steigen wir doch direkt ein,
wenn du das Wort Migration hörst.
Was ist dein erster Gedanke?
Also beim Thema Migration
denkt man natürlich sofort an große
Transformationsprojekte,
groß angelegte Projekte.
Und da gibt es ein paar interessante
Zahlen, die ich mal mitgebracht habe.
Und zwar Laut Studien von McKinsey und
auch BCG scheitern circa 60 bis 70 Prozent
aller digitalen Transformation oder gehen
zumindest weit über den Zeitplan
und über das Budget heraus.
Und wenn man da mal auf die Gründe schaut,
dann sieht man, dass circa 40 Prozent,
also eine der Hauptursachen
für diese Themen, das Thema
organisatorisches Change
Management sind und Datenmigration.
Und das heißt, da hat man schon die zwei
großen Blöcke und Datenmigration
sicherlich eins davon.
Von daher ist es absolut wichtig,
dass man sich dieses Thema bei großen
IT Transformationen sehr gut anschaut.
Wenn ich das so höre, was kostet das aus
deiner Sicht, also jetzt nicht nur
technisch, sondern gesamt
auf das Projekt betrachtet?
Beim Thema Datenmigration ist es natürlich
so, wenn ich da auf größere Probleme
stoße, hat das natürlich extreme
Implikationen auf das Gesamtprojekt, denn
ich rede dann meistens
von einer Verschiebung.
Bei kleineren Problemen kann es natürlich
so sein, dass man vielleicht nur um einen
sehr kurzen Zeitraum von ein paar Tagen
etwas schieben muss, um vielleicht ein
paar Fehler zu korrigieren
und dann einen neuen Ansatz zu machen.
Aber wenn ich wirklich größere Probleme
feststelle in meiner Migrationskonzeption
oder wirklich im Setup der Migration,
dann werde ich bei einer Live Migration,
wenn ich wirklich vom alten System aufs
neue System gehen möchte,
erstmal den nächsten geeigneten Zeitpunkt
finden müssen, wann ich
das überhaupt machen kann.
Und das ist eben ein Thema, wo man nicht
einfach eine Woche, zwei Wochen, drei
Wochen mal eben in die Zukunft schaut und
sagt, ach ja, dann mache ich es einfach
noch mal, sondern ich muss wirklich
einen passenden Zeitraum finden.
Diverse Migrationen, Datenmigrationen
werden ja gern zum Jahresende
gemacht, zum Geschäftsjahresende.
Das hat den Vorteil, dass man die Daten
dann sauber übernehmen kann und dieses
nächste Geschäftsjahresende kommt ja nicht
einfach mal so um die Ecke, sondern man
blickt dann durchaus weit in die Zukunft
oder muss schauen, wann habe ich den
nächsten Zeitpunkt, so einen passenden
Abschluss zum Beispiel, wo
ich das nochmal machen kann.
Das bedeutet eben, man muss zum einen den
Zeitpunkt sehr gut wählen, wann man das
macht, zum anderen aber auch sehr gut
vorbereitet sein, um auf
diesen Zeitpunkt hinzuarbeiten.
Ja, das klingt aufwendig, wir kennen das,
aber dann könnte man fast sagen, dass
Migration eigentlich eine ganz
andere Art von Organisation benötigt.
Wie könnte man Migration eigentlich
aufsetzen, damit sie dann nicht
jedes Mal neu erfunden wird?
Da kann ich gerne ein Beispiel geben von
einem Kunden, wo ich aktuell
war und noch unterwegs bin.
Und zwar ist es da so, dass wir genau die
Situation uns da auch
überlegt haben zum Kleinen.
Der Kunde ist ein DAX 30 Unternehmen aus
Deutschland, ist in der Energiebranche
tätig und er hatte, wie so viele andere
Kunden, Großkunden natürlich auch die
Herausforderung vor einigen Jahren, dass
das Thema S HANA Transformation anstand
und der Kunde sich überlegt,
wie komme ich von meiner alten
Systemlandschaft im SAP auf
die neue S HANA Landschaft.
Und der Kunde hat sich dazu entschieden,
dazu eine Vorstudie zu machen, das war im
Jahr 2019 und dann in einem sogenannten
Greenfield Ansatz, also wirklich ein neues
Template aufzubauen, um dann seine
zukünftige S HANA Landschaft aufzubauen.
Das Ganze wurde eben so gemacht, dass man
in dem ersten Jahr mal
das Template aufgebaut hat, also die
Prozesse, Datenstrukturen aufgebaut hat,
die notwendig sind
und danach natürlich überlegt hat, wie
komme ich dann von diesem Template weiter
in die weiteren
Rollouts, wie seid ihr da
genau die Migration angegangen.
Wir hatten da natürlich die Thematik, dass
wir im ersten Schritt in diesem ersten
Jahr das Template aufgebaut haben, wie ich
gerade sagte, und uns natürlich primär auf
die erste Pilotgesellschaft fokussiert
haben, die dort eben ausgerollt
wurde auf die neue S HANA Landschaft.
Während wir das gemacht haben, haben wir
natürlich aber schon nachgedacht,
wie wird es denn danach weitergehen.
Der Kunde hat natürlich hunderte von
weiteren Gesellschaften, die eben auch auf
die SAP S HANA Plattform kommen müssen und
daher hat man sich überlegt, man muss
natürlich einen Ansatz finden, wo man in
einem möglichst kurzen Zeitraum eine
Vielzahl von Gesellschaften auf das neue
Template holen kann und
das Ganze ausrollen kann.
In dem Zusammenhang hat man eben einen
sogenannten industrialisierten Factory
Ansatz sich ausgedacht, wo man sich
natürlich dann nach dem ersten Jahr
vom Fokus her etwas wegbewegt hat von dem
Template, weil das ja bereits gebaut war,
hat das Template eben dann
stabilisiert bzw.
Neuerungen reingebracht und hat dann eben
ab dem zweiten Jahr, die Folgejahre, einen
viel stärkeren Fokus eben auf das ganze
Thema Rollout gelegt und damit
einhergehend natürlich auch Migration,
denn diese Themen oder die klassischen
Querschnittsthemen in so einem Projekt
wurden dann natürlich weitaus relevanter,
dass man das entsprechend
gut durchsetzen kann.
Um das eben zu machen, wurde, wie gerade
schon erwähnt, so ein industrialisierter
Factory Ansatz aufgebaut.
Das heißt, es gab für die
Querschnittsthemen einzelne Teams,
die sich mit diesen Themen befasst haben
und da war es eben so, dass man zum einen
ganzheitlichen oder
einheitlichen Ansatz gewählt hat.
Wie machen wir das, um das dann eben in
den folgenden Jahren bei diesen
einzelnen Gesellschaften umzusetzen?
Michael Ich denke natürlich
an komplexe Projekte.
Sofort kommt mir natürlich die
Wie könnte das bei einem Projekt
aussehen mit vielen parallelen Rollouts?
Ich denke, da spreche ich im Namen vieler
Projektleiter, wenn ich
auf das Thema eingehe.
Ja, absolut.
Und das ist auch genau die Situation,
die wir hatten parallele Rollouts.
Denn wir hatten natürlich in diesem
Projekt diverse Gesellschaften pro Rollout
Welle, teilweise weit über 100
Gesellschaften, die wir gleichzeitig live
gesetzt haben und eben auch nationale und
auch internationale Gesellschaften,
Cluster, die wir gleichzeitig live
gesetzt haben auf den neuen SAP Template.
Das bedeutet, Parallelisierung von
Rollouts war absolut
gegeben von Anfang an.
Dementsprechend haben wir das umgesetzt
und genau dafür ist dieser Factory Ansatz
so wichtig und auch
wertvoll aus meiner Sicht.
Denn um parallel Rollouts durchführen zu
können, auch in mehreren Wellen
hintereinander, ist es eben so wichtig,
dass man das Ganze strukturiert
und möglichst effizient angeht.
Denn in so einem parallelen Rollout Setup
ist es aus meiner Sicht nicht möglich oder
nicht zielführend, wenn man viele einzelne
Vorgehen und Methodiken hat, die man
durchführt, sondern es muss halt einen
Best Practice Ansatz geben, mit dem man
das Ganze angeht, um das eben
effizient umsetzen zu können.
Wie ist deine heutige Sicht drauf?
Es klingt aufwendig, es klingt
jedoch sehr strukturiert.
Was waren die eindeutigen Vorteile
dieser Vorgehensweise?
Der Vorteil aus meiner Sicht war ganz
klar, dass man eben
sehr klare und einheitliche
Vorgehensweisen Wie gehe ich jetzt dieses
Thema Datenmigration in
diesen einzelnen Rollouts an?
Weil wir hatten natürlich in diesen
Rollout Wellen in den Jahren, die kamen,
eine Vielzahl von Gesellschaften, auch
mehrere Gesellschaften oder Cluster kann
man es auch nennen, die gleichzeitig
auf das S HANA Template kamen.
Daher war es sehr, sehr hilfreich, dass
wir eine einheitliche Vorgehensweise
hatten, wie wir das Ganze gemacht haben.
Also wie identifizieren wir die
Migrationsobjekte, wie sie
Migrationskonzept aus, wie werden die
Mappings erstellt für
Datenfelder und so weiter?
Plus natürlich ein einheitlicher
Projektplan, der war für alle
Gesellschaften gleich und auch eine
einheitliche Meetingkadenz und
Vorgehensweise, also welche
Meetings wird es geben?
Wie wird das Ganze durchgeführt?
Wie strukturieren wir das?
Sodass man eben
in jedem Jahr in jede Rollout Welle, in
die man reingegangen ist, dieses Standard
Framework nehmen konnte und das immer
wieder anwenden konnte, was ich halt
ausgezahlt hat dazu natürlich,
und das ist auch einer mit der
Hauptfaktoren, ein entsprechendes
Team, was das Ganze umsetzen kann.
Zum einen eben Experten
von Kundenseite, die da wirklich sehr,
sehr fit waren in den Themen, die das
Ganze eben betreut haben, eben auch die
Gesellschaften betreut haben, zum einen
eben mit der Methodik, aber auch mit dem
Wissen, wie eine Migration
durchzuführen ist.
Und dazu natürlich auch noch entsprechende
technische Migrationsexperten, in diesem
Falle waren die von der S P AG, das war
Migrationstool, mit dem das Ganze gemacht
wurde, die denen eben auch dann beiseite
standen, um eben die technische
Migration durchzuführen.
Und so war es eben möglich, dass man die
Gesellschaften, die auf das Template
kommen sollen, von Anfang an in dieses
Thema Migration direkt einbindet, ihnen
eben die entsprechenden Vorgehensweisen
und Methodiken an die Hand gibt, sodass
man eben sehr effizient und auch in einem
kurzen Zeitraum zu einem Migrationskonzept
kommt und dann eben auch schon früh mit
den ersten Testmigrationen anfangen kann,
weil das natürlich dann mit Blick auf das
Ende des Jahres, wo dann der sogenannte Go
Live lag, das entsprechend
gut vorbereiten konnte.
Ich denke da gleich wieder parallel
an meine Testfactory und an meine Test
Camps, denn ich bin nach wie vor
ein großer Fan von On-Site
Phasen im Projekt
und wenn ich das vergleiche
im Testcamp, alle On Site
und eine Art Factory, ich habe es meistens
anders genannt, dann kam Corona,
dann hatte ich eine Herausforderung und
ich bin gespannt, wie du das siehst.
Vor Corona, während Corona, nach Corona.
Gib uns da doch mal ein paar Einblicke.
Ja, sehr interessantes Thema, was du
ansprichst, weil genau das
hat uns da auch getroffen.
Ich hatte es vorhin erwähnt, wir hatten
die Vorstudie in 2019 gemacht, da war
Corona noch nicht da und dann traf uns in
2020 voll die Corona Welle und davor war
natürlich sehr viel on site, dann hatten
wir die Lockdowns, da ging es gar nicht On
Site und haben natürlich zum Remote
Setting geswitcht und
haben aber festgestellt, dass
wir das auch hingekriegt haben.
Das hat auch wirklich sehr gut
funktioniert in dem Projekt, weil da
alle an einem Strang gezogen haben.
Und wir haben dann danach, also auch
nachdem Covid dann vorbei war,
größtenteils
in einem hybriden Setting weitergemacht,
aber auch in einem sehr stark Remote
Setting, weil wir eben einige Personen on
site hatten, die auch weiterhin on site
waren, aber auch andere Experten, die von
weiter weg kamen, beziehungsweise die
sogar aus international
kamen und wir daher eben gesagt haben,
diese Personen können und auch wollen
wir nicht die ganze Zeit dorthin holen.
Von daher haben wir eben da ein Remote
Setting gewählt und das hat wirklich sehr
gut funktioniert,
da wir ja teilweise dann auch, wie wir
gerade schon sagten, parallele Rollouts
hatten, national, international.
Man kann ja nicht überall gleichzeitig
sein, gerade wenn man Termine oder
Workshops macht mit diversen
Clustern, die auch international sind.
Das heißt, da muss man sowieso
ein Remote Setting wählen.
Und von daher
war es für uns zum einen eine
Herausforderung, urplötzlich in das Remote
Setting zu switchen, haben uns da aber
sehr gut zurechtgefunden, Das gesamte Team
hat sich ja sehr gut zurechtgefunden und
haben es dann tatsächlich danach sehr
stark weitergelebt mit diesem Remote
Setting und das hat eben auch mit dem
Factory Ansatz sehr gut funktioniert.
Ich finde das Thema so interessant,
auch in unserem Vorfeld, in unseren
Gesprächen, die wir hatten, habe ich ja
gleich sehr großes Interesse gehabt und
freue mich sehr, dass wir darüber
sprechen, denn
ich hatte das im Vorfeld schon erwähnt,
dass ich Testfactory kenne und ein großer
Fan davon bin und
das für mich auch sehr viel Sinn macht,
das für eine Migration zu machen, habe ich
in der Form jedoch noch selbst nicht
erlebt und da begeistert mich das sehr.
Wenn uns jetzt jemand zuhört, Michael,
und vielleicht gerade in einem Rollout
steckt oder am Anfang setzt gerade ein
Programm auf, wie du auch gesagt hast,
vielleicht SAP Greenfield oder
auch eine andere Vorgehensweise.
Welche drei konkreten Smart Tags
würdest du zu dem Thema mitgeben?
Also meine drei konkReten SmartTags für
das Thema Datenmigration wären erstens
Migration von Anfang an betrachten.
Das bedeutet, dass ich mich um das Thema
Datenmigration nicht erst
in einem späteren Projektverlauf kümmere
oder im späteren Verlauf einer Rollout
Welle, sondern wirklich
von Anfang an einer Rollout Welle das
Thema Datenmigration schon
in meinem Projektplan habe und
dementsprechend auch schon die
relevanten Beteiligten damit einbeziehe.
Also in der SAP Activate Methodik zum
Beispiel wäre das in der Explore Phase, wo
man schon direkt eben dann mit dieser
Migration Factory, die wir etabliert
haben, in die Gesellschaften hineingeht,
mit denen Migrationsworkshops macht, den
Migrationsscope abklärt
und dann eben zu einem sehr frühen
Zeitpunkt schon die Konzepte entsprechend
überarbeiten kann, Mappings erstellen
kann, sodass man dann eben vorbereitet
ist, auch da wieder früh im Jahr eine
erste Testmigration zu machen, um zu
schauen, ist das, was man definiert hat,
auch wirklich korrekt,
wo muss man noch Anpassungen vornehmen,
damit man dann eben zum Ende des Jahres
den Go Live bestmöglich
über die Bühne bekommt.
Der zweite smarttag, den ich gerne
mitgeben würde, ist das Thema
frühe und klare Toolselektion.
Mit Tool meine ich das
Datenmigrationstool, also mit welchen
Werkzeugen kann oder möchte ich denn die
Daten aus meinem Quellsystem
in das Zielsystem bringen.
Da gibt es eine Vielzahl sowohl von SAP
selber, aber auch von Drittanbietern,
wie ich vorhin erwähnte.
Bei uns in dem Fall wurde es mit
der S P Crystal Bridge gemacht.
Und das ist eben ein Thema, was man auch
sich sehr früh im Projektverlauf schon
in der Vorstudie überlegen sollte.
Denn die Frage ist Reicht ein Tool?
Muss ich vielleicht mehrere Tools nehmen,
weil ich verschiedene Anforderungen oder
verschiedene Vorsysteme habe, wo andere
Tools besser passend sind
und sich da sehr gute Gedanken dazu
machen, um das einmal festzuzurren, um es
eben dann auch im Verlauf aller
Rollout Wellen durchzusetzen.
Denn wenn ich einen Factory Ansatz leben
möchte und hier in dem Fall einer
Migration Factory, dann muss eben auch die
Methodik, aber auch das Tooling von Anfang
an klar sein, damit ich da sehr effizient
von Rollout Welle zu
Rollout Welle gehen kann.
Den dritten smarttag, den ich gerne noch
mitgeben würde, der hört sich einfach an,
der ist aber leider oft auch sehr schwer
Experten suchen und diese fürs
Projekt gewinnen und begeistern.
Warum hört er sich einfach an?
Es ist natürlich schwierig, Personen zu
finden, die sich in der Datenmigration gut
auskennen, die Themen sowohl fachlich als
auch technisch verstehen, bewerten
und interpretieren können.
Denn das ist auch ein Thema gerade
bei so einem Factory Ansatz.
Man braucht natürlich die entsprechenden
Experten, die dann in jeder Rollout Welle
diese Gesellschaften, auf die das Template
ausgerollt wird,
an die Hand nehmen sozusagen und mit denen
eben durch das Projekt durchgehen, denen
die Migration erklären und denen eben auch
das nötige Wissen an die Hand geben, wie
die Datenmigration laufen wird und wo man
vielleicht noch Veränderungen vornehmen
muss, damit es eben gut funktioniert.
Und daran angrenzend natürlich das Thema
Früher sagte man immer üben, üben, üben in
diesem Falle würde ich sagen,
testen, testen, testen.
Auch das ist ein Thema, kann
man nicht oft genug sagen.
Je früher man eine Testmigration
machen kann, desto besser.
Denn je früher ich Fehler finde, sei es in
meiner Konzeption, sei es in meinem
Mapping, desto schneller kann ich darauf
reagieren und eben entsprechend zum Go
Live hin meine Datenqualität
immer weiter verbessern.
Michael, ich bedanke mich sehr bei dir.
Manchmal hören sich
Themen wie rechtzeitig testen doch so ein
bisschen banal an, aber genau
das, das muss immer wieder bedacht
werden, ganz am Anfang eines Projekts.
Ja, ich muss bereits sehr früh mit diesen
Themen starten und manchmal braucht man
einfach nur wieder mal so einen Impuls
oder einen Schlag
von jemandem und das zu hören.
Deswegen, wenn wir mit deinen Smart Hacks
vielleicht den einen oder anderen langen
Abend vermeiden könnten, dann ist das
bereits ein guter Impuls
und vielleicht konnten wir damit auch so
paar Ideen, die eine oder andere Ideen bei
einigen Projektleitern und dann bei
Migrationsverantwortlichen anstoßen.
Das würde mich sehr freuen.
Vielen Dank, dass du mein Gast warst.
Ganz herzlichen Dank für die Einladung.
Hat mich sehr gefreut, dass wir heute
über das Thema sprechen konnten.
Danke dir.
Und wir haben bereits beim Brainstorming
der Themen Ideen gehabt
für ein weiteres Thema.
Daher freue ich mich sehr, wenn wir uns
mal beim nächsten Thema wiedersehen.
Im Augenblick.
Vielen Dank fürs Zuhören.
Ich freue mich, wenn wir uns im
nächsten Podcast wieder begegnen.
Bis bald, eure Anita Dora Andreadis.