135 - Female Athlete Health – Warum Resilienz mehr ist als Durchhalten
11.06.2026 28 min
Zusammenfassung & Show Notes
Heute steht bei uns das Thema Female Athlete Health im Fokus – also die Gesundheit von Sportlerinnen im Zusammenspiel von Körper, Psyche und Umfeld. Gemeinsam mit unserem Gast, Prof. Dr. Jana Strahler von der Universität Freiburg, sprechen wir über die Bedeutung von Stressresilienz – ein Begriff, der heute zwar häufig verwendet, aber längst nicht immer richtig verstanden wird.
Gesundheit definieren wir heute – unabhängig vom Geschlecht – nicht mehr allein über die körperliche Verfassung. Der Aspekt Mental Health spielt eine ebenso wichtige Rolle, zumal sich körperliche und psychische Gesundheit gegenseitig beeinflussen. Resilienz wird oft als die Fähigkeit verstanden, Stress auszuhalten und trotzdem einfach weiterzumachen. Nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen greift diese Sichtweise jedoch zu kurz. Denn selbst die mental stärksten Menschen stoßen bei chronischem Stress, dauerhafter Belastung und ständigem Leistungsdruck irgendwann an ihre Grenzen. In diesem Zusammenhang spricht man auch von toxischem Stress.
Für Jana Strahler ist Resilienz deshalb nichts Starres, sondern etwas Dynamisches: eine Fähigkeit, die trainierbar ist und sich immer wieder an die jeweilige Lebenssituation anpassen muss. Gerade für Sportlerinnen liegen wichtige Schlüssel zur Stärke in Achtsamkeit, sozialer Unterstützung und Selbstwirksamkeit. Das hormonelle System reagiert besonders sensibel auf Belastung und Stress – etwa durch Energiemangel, Müdigkeit oder Zyklusveränderungen. Der Menstruationszyklus kann dabei als eine Art Frühwarnsystem dienen: Unregelmäßigkeiten können auf körperliche oder mentale Überlastung hinweisen.
Gleichzeitig treffen Frauen im Sport wie auch gesellschaftlich auf strukturelle Herausforderungen. Vielen Menschen ist die Komplexität des Themas kaum bewusst, zudem unterscheiden sich die Auswirkungen von Stress und Belastung individuell stark von Frau zu Frau.
Nach Jana Strahler müssen wir uns deshalb vom ständigen „Funktionieren“ verabschieden. Langfristige Leistungsfähigkeit entsteht nicht durch permanentes Durchhalten, sondern durch ein gesundes Gleichgewicht aus Herausforderung, Anpassung und Erholung. Regeneration sollte dabei genauso selbstverständlich als Teil des Trainings verstanden werden wie die körperliche Belastung selbst.
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Gast: Jana Strahler
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