Die Ouvertüre des Evangeliums, Joh 1,1-14
1984
30.01.2026 21 min
Zusammenfassung & Show Notes
Diese Folge entfaltet eine theologisch dichte Auslegung des Prologs des Johannesevangelium („Im Anfang war das Wort“) und macht deutlich: Dieser Text ist kein spekulativer Einstieg in metaphysische Fragen, sondern ein bewusst im Nachhinein geschriebenes Vorwort, das das ganze Leben, Wirken, Sterben und Auferstehen Jesu Christi voraussetzt.
Im Zentrum steht die Menschwerdung des Wortes (Inkarnation). Der Sprecher betont das bleibende Geheimnis des christlichen Glaubens: Jesus Christus ist zugleich wahrer Gott und wahrer Mensch. Beide Seiten dürfen weder vermischt noch gegeneinander ausgespielt werden. Diese Spannung ist nicht auflösbar, sondern markiert die Wahrheit über Christus. Sie wird nicht durch Denken allein erkannt, sondern durch Offenbarung und Glauben.
Die Folge beschreibt Glauben als Begegnung: Christus wird als das „wahre Licht“ verstanden, das Orientierung schenkt, ohne zu blenden oder zu verführen. Dieses Licht macht die Welt und das eigene Leben durchsichtig und unterscheidbar. Daraus erwächst eine neue Identität: Wer Christus aufnimmt, erhält die Vollmacht, Kind Gottes zu sein. Gott als Vater zu erkennen ist kein allgemeines Menschenrecht, sondern ein Geschenk, das an Jesus Christus gebunden ist. Ohne diese „Wiedergeburt“ bleibt der Mensch heimatlos.
Schließlich wird Christus als Mittler der Schöpfung beschrieben. Alles ist durch ihn geschaffen – deshalb ist die Begegnung mit ihm kein Fremdkörper, sondern ein „Nach-Hause-Kommen“. Glauben wird als tiefes Wiedererkennen gedeutet, als Erfüllung einer ursprünglichen Bestimmung. Aus dieser Beziehung erwächst ein Leben in Fülle, getragen von Gnade, die sich immer neu schenkt.
Eine Folge über das Geheimnis Christi, die Herkunft des Glaubens und die Erfahrung, im Glauben wirklich anzukommen.
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