„Verrät deine Lieblingsfarbe, wie es dir geht?“

Was Blau, Grau und Schwarz mit unserer Psyche zu tun haben könnten

18.10.2026 5 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser Folge sprechen wir darüber, ob Farbvorlieben etwas über die psychische Gesundheit aussagen können. Ausgangspunkt ist eine Schlagzeile, die den Eindruck erweckt, bestimmte Farben könnten mit psychischen Erkrankungen zusammenhängen.
Wir fassen eine Übersicht von 16 Studien der Universität Auckland mit mehr als 4000 Teilnehmenden zusammen. Darin wurden Farbvorlieben abgefragt, unter anderem mit Farbkarten. In den ausgewerteten Studien wurden bei Menschen mit Depressionen häufiger Blau, bei Angststörungen häufiger Grau und bei Schizophrenie häufiger Schwarz bevorzugt.
Wir ordnen diese Ergebnisse jedoch vorsichtig ein. Ein Muster in einer Gruppe ist keine Diagnose für einzelne Menschen. Welche Farbe jemand mag, kann viele persönliche Gründe haben, und auch die Fragestellung macht einen Unterschied, etwa ob es um Lieblingsfarbe, aktuelle Stimmung oder die gewünschte Raumfarbe geht.
Außerdem weisen wir darauf hin, dass die Studien unterschiedliche Methoden und Farbauswahlen verwendet haben. Deshalb sollten die Ergebnisse nicht zu schnell verallgemeinert werden, besonders nicht in vereinfachten Schlagzeilen. Entscheidend ist am Ende eher die Frage, wie es uns im Alltag tatsächlich geht, was uns belastet und was uns Freude oder Halt gibt.
Zum Schluss laden wir zu einer kurzen Selbstreflexion über die persönliche Bedeutung der Lieblingsfarbe ein. Wir fragen, welche Erinnerungen, Gefühle oder Begriffe mit ihr verbunden sind.