Der Podcast für alle, die spüren, dass es da noch mehr gibt. Mehr Tiefe. Mehr Fragen als Antworten. Mehr Sinn, auch wenn’s nicht immer logisch ist.
Dein Stefan
im Gespräch mit Prof. Dr. Niko Kohls - Medizinpsychologe (habil.) & Pilot (PPL)
19.05.2026 66 min
Mit Niko gehe ich im Gespräch gefühlt direkt von der Auffahrt auf die linke Spur und wir bleiben dort auch.
Sprechtempo x Gedankentempo x Gedankentief x geballte Kompetenz x Komplexität des Themas heißt die "Formel".
Bedeutet, volle Aufmerksamkeit beim Zuhören und lieber keine Ausfahrt nehmen bzw. mal rechts ran fahren, denn sonst biste ggf. etwas "raus".
Wenn du aber Bock auf die gedankliche Überholspur und den super relevanten Input zum Thema Future Skills hast (im übrigen das Thema seines neuen Buches, das bald erscheint). Dann "Gang rein" und los.
Wir sprechen über das, was der Trubel des Aussens mit dem Inneren macht und wie man lernen kann, damit umzugehen. Es geht darum, wie die digitale Distanz zu einer Kommunikation verleitet, die exponentiell soziale Hemmschwellen abbaut und uns gleichzeitig ent-körperlicht.
So sind wir zu Distanzwaffenträgern der Kommunikation (was für eine geile Formulierung) geworden, denn das federt die unmittelbare Reaktion des Gegenübers ab und führt in gewisser Weise zu emotionaler Abstumpfung und minimiert die reale Verbundenheit. „Ein Mausklick kann unter Umständen ein Leben bestimmen. [...] Der technologisch digital erweiterte Raum ist ein absoluter Neuankömmling und wir haben gerade erst angefangen ihn zu betreten.“
Das führt dazu, dass Empathie als eh schon knappe Ressource noch schwieriger wird. Was dabei spannend ist - Niko unterscheidet zwischen Empathie (Gefühle spiegeln), Mitgefühl (Perspektivübernahme) und professioneller Fürsorge. Er warnt davor, dass permanente digitale Erreichbarkeit unsere Fähigkeit zur Selbstregulation überfordert. Denn: "Wir können nicht unbegrenzt vielen Menschen gleichzeitig empathisch begegnen, ohne auszubrennen."
Was das für Menschen in Organisationen bedeutet, erörtert Niko wie folgt: "Ich plädiere für eine Verhältnisprävention in Organisationen, die nicht nur das Individuum „reparierten" will und das im übrigen nicht selten ohne auch die Strukturen anzupassen." Im Sinne von...context matters...
Um echte Selbstregulation und Selbstwirksamkeit zu ermöglichen, muss ich es erst strukturell ermöglichen, alles andere ist nichts weiter als ein netter Versuch und Folklore.
Ein zentrales Manko unserer kognitiv geprägten Gesellschaft ist die fehlende Verbindung zwischen Wissen und Handeln. Niko betont, dass wir lernen müssen, unsere Werte und Überzeugungen physisch zu manifestieren. Wir wissen oft analytisch, was falsch läuft, bringen es aber nicht in eine konkrete, verkörperte Handlung. „Diese innere Setzung in eine körperliche und verkörperte Handlung zu überführen...darüber muss man sich erstmal klar werden, was will ich eigentlich, was ist mir wichtig.“
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