KI-Ausblick 2026: Was wirklich wichtig wird
Warum große KI-Releases ausbleiben, Vibe-Coding erwachsen wird und Menschliches zum Luxus avanciert
07.01.2026 9 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge der KI Kantine wirft Buschi einen nüchternen Blick nach vorn: Was bedeutet 2026 konkret für Entwickler, Unternehmen und alle, die mit KI arbeiten? Statt großer Modell-Releases erwartet uns ein Alltag aus kleinen Updates, austauschbaren Spitzenmodellen und einer zunehmend „vibe-basierten“ Tool-Auswahl.
Buschi spricht über flüchtige Software, die nur für einen einzigen Zweck entsteht, über Vibe-Coding als neue produktive Rolle jenseits der IT-Abteilungen und über mögliche Werbeeinblendungen in ChatGPT & Co.
Dazu kommt ein gesellschaftlicher Gegentrend: „Human-Made“ als neues Luxusmerkmal und KI als politischer Sündenbock bei Entlassungen.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael Busch – Entwickler, Unternehmer und neugieriger Kantinenphilosoph.
Hier geht’s regelmäßig zur Mittagspause um Künstliche Intelligenz im echten Entwickleralltag – verständlich, praxisnah und mit einer Prise Skepsis.
Neue Folgen erscheinen regelmäßig – meistens genau dann, wenn du dir eh gerade ein Tablett schnappst.
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Transkript
(Transkribiert von TurboScribe.ai. Upgrade auf Unbegrenzt, um diese Nachricht zu entfernen.) Mahlzeit!
Prost Neues!
Mahlzeit!
Sag mal, hast du dir mal überlegt, wie
es in diesem Jahr mit KI weitergeht?
Nö, dafür habe ich ja dich.
Da hast du recht.
Ich habe mir mal überlegt, was 2026 wirklich
wichtig wird.
Prognose 1.
Ich glaube, dass es nicht mehr so mit
Spannung erwartete neue KI-Releases gibt.
Weißt du, wie diese riesigen Launches von GPT
-4 oder GPT-5.
Ich glaube nicht, dass es das noch mal
geben wird.
Man wird sich eher mit so kleinen Updates
zufrieden geben müssen.
Und für uns Entwickler heißt es dann, eigentlich
muss man ständig die Tools neu testen und
dann hinterfragen, was hat dieses Modell für Vorteile.
Soll ich das nutzen oder bleibe ich bei
meinem alten?
Ich habe es dir schon mal erzählt.
Ich bin der Meinung, dass die Spitzenmodelle der
einzelnen Hersteller von ihren Kernfähigkeiten total austauschbar sind.
Die sind echt ähnlich.
Schreiben, Recherchieren, Coden.
Da gibt es ja kaum noch Unterschiede.
Und deine Wahl ist jetzt mehr so vibe
-basiert.
Da geht es jetzt nicht mehr darum, wie
die Benchmarks sind, sondern es geht einfach darum,
welcher Stil passt zu mir.
Auch so, welche Benutzeroberfläche mag ich denn am
meisten und welches Modell fühlt sich für den
Use Case am besten an?
Ich habe zum Beispiel in letzter Zeit viel
mit Claude Cote gemacht.
Und ich muss sagen, die Art und Weise,
wie der kommuniziert und mal Rückfragen stellt und
so weiter, die finde ich sehr sympathisch, sehr
angenehm.
Und wenn du dann mit Gemini 3 arbeitest,
dann ist das so steril.
Zwar auch ein super Ergebnis, aber die Vibes
kommen bei mir dann nicht so an.
Interessant.
Meine zweite Prognose für 2026.
Ich glaube, dass es sowas geben wird wie
flüchtige Software.
Das heißt Software, die für einen speziellen Fall
nur entwickelt wurde.
Also sehr individuell und vielleicht auch eben von
der Nutzungsdauer nur für einen Einsatz.
Das ist ja heutzutage mit Vibe-Coding gar
nicht mehr so schwierig.
Also ein Beispiel aus der Praxis.
Wir haben uns letztes Jahr ein bisschen mit
CRM-System beschäftigt, also Customer Relationship Management System.
HubSpot ist da so der Platzhirsch, eine der
Platzhirsche.
Und HubSpot kann unheimlich viel und kann unheimlich
viel unnützen Kram für einen selber.
Wir hatten ganz geringe Anforderungen und es gibt
Millionen Menüs, die du nicht brauchst.
Und warum nicht dann dieses Extrakt aus den
Möglichkeiten einem Vibe-Coder geben und sagen, bauen
wir daraus mal ein System.
Das dauert nicht lange.
Da hast du nach einer Stunde ein echt
vernünftiges System.
Da hast du schon eine ganze Reihe von
Iterationen gemacht.
Und dann kann der eben nur das, was
du wirklich brauchst.
Und es hat ja nichts gekostet in dem
Sinne.
Also natürlich ein bisschen.
Lassen wir mal die Meta-Ebene weg an
Energie und Rechenpower und so weiter.
Aber du hast ein System, das dich total
gut unterstützt in dem, was du brauchst.
Und wenn es eben nicht mehr brauchst, kannst
du es auch weg.
Ein zweites Beispiel.
Ich arbeite gerade an einem Finanztool, das im
Prinzip meine Börsentransaktionen analysiert und mir ganz persönlich
Tipps gibt, was ich besser machen kann, was
ich schlechter machen kann.
Das ist genau auf meine Fälle, wie sieht
der Bankexport aus und so weiter ausgerichtet.
Es ist nur für mich.
Meine Prognose 3 dreht sich auch um Vibe
-Coding.
Vibe-Coder kriegen aber meiner Meinung nach in
diesem Jahr eine neue Rolle.
Ich empfinde es mittlerweile schon so, dass Vibe
-Coding produktionsreif geworden ist.
Es ist nicht nur mehr für Prototypen, sondern
man kann es schon richtig einsetzen.
Also a, das, was ich gerade eben beschrieben
habe, aber auch so in Rechtsabteilungen, im Marketing
oder in Personalabteilungen.
Überall außerhalb der IT.
Und das ist quasi so eine neue Rolle,
die es dann in einem Unternehmen gibt.
So ein Vibe-Coder, der aber quasi in
die einzelnen Abteilungen geht und dort sich beschreiben
lässt, was das Problem ist und dann eben
mit der Erfahrung, die er hat, ein kleines
Tool, auch da wieder in Bezug zur eben
zur anderen Prognose, ein kleines Tool für die
erstellt, das in den Abteilungen dann genutzt wird.
Im Zweifel sogar nur für eine Person.
Wenn du überlegst, in der Rechtsabteilung, da setzt
sich einer für drei Stunden hin und baut
ein Tool, spricht mit den Verantwortlichen, wie denn
der Workflow aussieht.
Er versteht das, kann das auch umsetzen in
Prompts.
Und dann hast du halt ein Tool, das
für deine Abteilung Verträge so analysiert, wie das,
was ihr immer braucht.
Also brauchst du im Prinzip jemand, der sich
im Arbeitsrecht, sagen wir mal, auskennt und im
Vibe-Coding aussetzt.
Also so ein Hybrid, der beides schon mal
gemacht hat.
Aha, das sind ja dann doch neue Jobchancen.
Meine vierte Prognose ist, es wird wohl Werbung
bei JGPT geben.
Ich glaube einfach, dass sich OpenAI total übernommen
hat.
Die machen für den Consumer Sachen.
Die wollen für die Firmenwelt was bauen.
Sie machen Bildgenerierung überall und verlieren so ein
bisschen den Fokus.
Und wenn man den Fokus verliert, verbrennt man
auch Geld.
Und um das zu kompensieren, glaube ich, dass
es Werbung geben wird.
Es gibt ja auch diese berühmten Analysen, was
OpenAI selbst im Best Case einnimmt und was
sie sich jetzt committed haben, in den nächsten
paar Jahren auszugeben für Rechenzentren etc.
Das ist so eine riesen Diskrepanz.
Das müssen die irgendwie auffangen.
Und die naheliegendste Methode, wie damals bei Google
auch, ist eben Werbung zu schalten.
Und es ist auch einfach, weil die haben
natürlich wahnsinnig gute Daten und kennen den Einzelnen
sehr, sehr gut durch seine ganzen Chats.
Dadurch lässt sich auch sehr, sehr, sehr zielgerichtet
Werbung schalten.
Ob ich das möchte, das ist wiederum eine
ganz andere Frage.
Ja, das fände ich echt blöd.
Und meine fünfte Prognose, ich glaube, dass es,
ich würde es mal so sagen, Anti-KI
als Luxus.
Ich glaube, dass sowas wie Human-Made, also
Mensch gemacht, zu einem Statussymbol wird.
Das ist dann genauso wie so ein Bio
- oder ein Fairtrade-Siegel.
Als Reaktion auf die Flut von diesem KI
-Content wird so eine künstlerische Anti-KI zum
Thema.
Ich glaube, dass dann Produkte explizit als KI
-frei beworben werden.
Neue soziale Netzwerke, die ganz aggressiv gegenüber jeglicher
Art von KIs und von Bots und so
weiter wie dagegen vorgehen.
Vielleicht gibt es sogar eine offizielle Zertifizierung für
100% menschlich geschaffene Kunst oder Texte.
Und das ist natürlich eine gesellschaftliche Reaktion.
Wenn alles automatisiert ist, wird das Menschliche wirklich
wertvoll.
Und das widerspricht doch gar nicht meinen anderen
Prognosen.
Wir werden gleichzeitig mehr KI nutzen und mehr
Wert auf das Menschliche legen.
Dieses Paradoxon haben wir ja in allen möglichen
anderen Bereichen der Welt auch.
Warum soll das nicht hier auch so sein?
Interessant.
Und dann gibt es noch mal eine sechste
Prognose.
Die KI wird zum Sündenbock.
Ich glaube, dass so gut wie alle Entlassungen
2026 der KI zugeschrieben werden.
Aber es ist völlig egal, ob es wirklich
an der KI lag, an Automatisierung, die ja
wirklich Jobs entfernen werden.
Aber in vielen Fällen ist die KI dann
einfach nur ein bequemer Sündenbock.
Die Unternehmer rechtfertigen sich mit, das ist eine
Neupositionierung für eine KI-Zukunft, auch wenn die
eigentlichen Gründe ganz anders sind.
Das ist natürlich auch ein perfektes populistisches Narrativ.
Die Roboter nehmen euch die Arbeitsplätze, die Energie
und die trinken auch euer Wasser und die
erhöhen eure Stromrechnung.
Du kannst ja mal lesen, was der Bernie
Sanders vor kurzem in Amerika gesagt hat.
Und das klingt ja schon wie eine Wahlkampagne.
Diese öffentliche Wahrnehmung wird einen riesen Einfluss auf
die politische Diskussion über KI-Regulierung haben.
Ein bisschen Sorgen macht mir das schon, weil
wir dann gar nicht mehr über echte Probleme
reden, sondern nur noch über Narrativ.
Also ich kann nur ein Problem entdecken.
Auch im neuen Jahr wird das Essen kalt.
Können wir jetzt in Limo essen?
Das ist die KI-Kantine.
Wir sitzen in der KI-Kantine.
Die KI-Kantine ist ein Projekt von Michael
Busch, der auch beim nächsten Mal wieder ein
frisches KI-Gericht auftischt mit einer Prise Pommes
und einer Beilage Skepsis.
Wir sitzen in der KI-Kantine.
Hier ist die KI-Kantine.