Soziale Angst im Beruf - "Augen hoch!" - Teil II: Vermeidung von Blickkontakt mit Vorgesetzten oder Kolleg*innen

10.03.2026 9 min

Zusammenfassung & Show Notes

In dieser humorvollen psychologischen Geschichte begleiten wir Markus, der im Vorstandstermin lieber philosophische Fragen über den Tisch stellt als Blickkontakt zu halten. Mit Witz, Psychoedukation und praktischen Übungen wird erklärt, warum soziale Angst Blickkontakt so intensiv macht, wie Katastrophenfantasien entstehen und wie man mit kleinen Expositionsschritten, Selbstmitgefühl und Humor soziale Sicherheit trainieren kann. Die Folge verbindet Storytelling, Therapieelemente und Mini-Meditation – und zeigt: Soziale Angst ist kein persönliches Versagen, sondern ein trainierbares Nervensystem-Phänomen.

Highlights der Folge
  • Der Vorstandstisch als Fluchtstrategie: Humorvolle Metapher für Vermeidung bei sozialer Angst
  • Freeze–Flight–Fight–Floor-Gaze: Neurobiologische Erklärung sozialer Stressreaktionen
  • Katastrophenphantasien vs. Realität: Kognitive Verzerrungen entlarvt
  • Blickkontakt-Sandwich: Praktische Expositionsübung für den Alltag
  • Psychologischer Humor & innerer Talkshow-Moderator: Distanzierung durch Humor
  • Mini-Meditation „Augen-hoch“: Regulation des Nervensystems
  • Selbstmitgefühl & innerer Kritiker: Warum freundliche Selbstansprache therapeutisch wirksam ist
  • Integration im Alltag: Kleine soziale Erfolge und neurobiologische Umlernprozesse
🎧 Podcast-Quiz: „Augen hoch!“ – Teste dein soziales Ninja-Gehirn 🥷👀

Frage 1:
Markus im Vorstandstermin – wen oder was beobachtet er am meisten?
A) Den Chef
B) Den Tisch
C) Den Stuhl
D) Die Kaffeemaschine

Frage 2:
Dr. Sommer erklärt: Unser Nervensystem kennt vier Reaktionen – welche ist besonders bei Markus ausgeprägt?
A) Lachen, Weinen, Schreien, Schlafen
B) Fight, Flight, Freeze, Floor-Gaze
C) Tanzen, Singen, Lesen, Schreiben
D) Denken, Fühlen, Handeln, Schlafen

Frage 3:
Was passiert tatsächlich, als Markus Blickkontakt mit dem Chef hält?
A) Er wird gefeuert
B) Der Chef lobt seinen Input
C) HR wird alarmiert
D) Markus rennt weg

Frage 4:
Die „Blickkontakt-Sandwich“-Übung soll helfen bei:
A) Längeren Meetings
B) Dosierter Exposition gegenüber sozialem Kontakt
C) Hypnose von Kolleg*innen
D) PowerPoint-Folien besser lesen

Frage 5:
Der soziale Ninja rät Markus beim Blickkontakt:
A) Immer starren, nie wegschauen
B) Blinzeln erlaubt, wegschauen sozial normal
C) Laserblick einsetzen
D) Den Boden nie verlassen

Frage 6:
Wie beschreibt Markus den Boden nach seinem Training im Blickkontakt?
A) Neuer bester Freund
B) Nicht mehr als besten Freund nötig
C) Feind
D) Chef

✅ Antworten (erst ansehen, nachdem du geraten hast 😉)
1️⃣ B – Den Tisch
2️⃣ B – Fight, Flight, Freeze, Floor-Gaze
3️⃣ B – Der Chef lobt seinen Input
4️⃣ B – Dosierte Exposition
5️⃣ B – Blinzeln erlaubt, wegschauen normal
6️⃣ B – Nicht mehr als besten Freund nötig

Hinweis für Hörer*innen
Diese Folge ersetzt keine Psychotherapie. Wenn soziale Angst, Vermeidung oder Panik deinen Alltag stark beeinträchtigen, wende dich an eine psychologische oder psychotherapeutische Fachperson oder Beratungsstelle. Humor kann heilsam sein – professionelle Unterstützung ebenso.

Quelle/Inspiration
Soziale Angst, Kognition & Exposition
  • Clark, D. M., & Wells, A. (1995). A cognitive model of social phobia. In R. G. Heimberg et al. (Eds.), Social phobia: Diagnosis, assessment, and treatment (pp. 69–93). Guilford Press.
  • Hofmann, S. G., Asnaani, A., Vonk, I. J. J., Sawyer, A. T., & Fang, A. (2012). The efficacy of cognitive behavioral therapy: A review of meta-analyses. Cognitive Therapy and Research, 36(5), 427–440.
Neurobiologie von Stress & sozialem Verhalten
  • Porges, S. W. (2011). The polyvagal theory: Neurophysiological foundations of emotions, attachment, communication, and self-regulation. W. W. Norton.
  • LeDoux, J. (2015). Anxious: Using the brain to understand and treat fear and anxiety. Viking.
Selbstmitgefühl & Emotionsregulation
  • Neff, K. D. (2003). Self-compassion: An alternative conceptualization of a healthy attitude toward oneself. Self and Identity, 2(2), 85–101.
  • Gilbert, P. (2010). Compassion focused therapy: Distinctive features. Routledge.
Humor in Therapie und Psychologie
  • Martin, R. A. (2007). The psychology of humor: An integrative approach. Elsevier Academic Press.