Soziale Angst im Beruf - "Augen hoch!" - Teil III: Vermeidung von Blickkontakt mit Vorgesetzten oder Kolleg*innen

11.03.2026 6 min Christian Berger

Zusammenfassung & Show Notes

Eine humorvolle psychologische Geschichte über soziale Angst, Blickkontakt und innere Dialoge – mit psychologischen Impulsen und Übungen für mehr Selbstsicherheit im Alltag.

Highlights
  • Humorvolle Story über soziale Angst im Arbeitskontext
  • Psychologische Erklärung von Scham und Selbstkritik
  • Praktische Mini-Übungen für Blickkontakt und Selbstmitgefühl
  • Therapeutische Reflexion in Storytelling-Form
Quiz
Manche Menschen schauen ihrem Chef selbstbewusst in die Augen und andere… entwickeln plötzlich eine tiefe emotionale Verbindung zum Boden. Wenn du dich irgendwo dazwischen wiederfindest: Dieser Quiz ist für dich.
Er hilft dir herauszufinden:
 👉 Wie stark beeinflusst soziale Angst deinen Blickkontakt im Alltag?
 👉 Welche Gedanken laufen dabei automatisch ab?
 👉 Und wo kannst du – ganz im Sinne von Markus – kleine, mutige Schritte machen?
Wichtig:
Dieser Quiz ist kein Test, den du „bestehen“ musst, sondern eher wie ein Spiegel… nur ohne Kaffeeautomat. Es handelt sich nicht um einen klinisch-psychologischen Test, keine Diagnose und keine wissenschaftlich standardisierte Messung.
Die Ergebnisse sind als Impuls zur Selbsterkenntnis gedacht – nicht als Bewertung deiner Person oder deines psychischen Zustands.
Wenn du merkst, dass dich soziale Angst stark belastet oder deinen Alltag einschränkt, kann es sinnvoll sein, professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen (z. B. durch Psycholog:innen oder Therapeut:innen).

🌱 Gedanke zum Mitnehmen:
Selbstreflexion ist kein Urteil – sondern ein erster Schritt in Richtung Verständnis, Veränderung und mehr innerer Freiheit.

🎧 Quiz: „Augen hoch!“ – Wie gehst du mit Blickkontakt um?

1. Wenn du deinem Chef oder einer Autoritätsperson begegnest, machst du meist:
A) entspannten Blickkontakt
B) kurzen Blickkontakt, dann schnell weg
C) intensives Interesse am Boden

2. Wenn du jemanden anschaust, denkst du eher:
A) „Ganz normaler Kontakt.“
B) „Ich hoffe, ich wirke okay.“
C) „Die Person sieht jetzt alles an mir.“

3. Wie fühlt sich Blickkontakt für dich körperlich an?
A) neutral
B) leicht angespannt
C) sehr unangenehm (Nervosität, Herzklopfen)

4. Wie lange kannst du Blickkontakt halten?
A) problemlos mehrere Sekunden
B) kurz (1–2 Sekunden)
C) möglichst gar nicht

5. Kennst du Gedanken wie „Ich wirke komisch“ während Blickkontakt?
A) selten
B) manchmal
C) sehr häufig

6. In Gesprächen richtest du deine Aufmerksamkeit eher auf:
A) dein Gegenüber
B) teilweise auf dich selbst
C) stark auf dich selbst („Wie wirke ich?“)

7. Wie reagierst du nach einem Gespräch?
A) ich denke kaum darüber nach
B) ich reflektiere kurz
C) ich analysiere mich stark („Das war komisch…“)

8. Wie oft vermeidest du bewusst Blickkontakt?
A) selten
B) manchmal
C) häufig

9. Welche Aussage passt am besten zu dir?
A) „Blickkontakt ist normal.“
B) „Blickkontakt ist manchmal unangenehm.“
C) „Blickkontakt fühlt sich wie eine Prüfung an.“

10. Wenn du dich wie Markus fühlen würdest, wärst du eher:
A) gelegentlich im „Bodenmodus“
B) ein Teilzeit-Bodenarchäologe
C) Professor für Bodenwissenschaften

11. Wie gehst du mit kleinen Fortschritten um (z. B. 2 Sekunden Blickkontakt)?
A) ich nehme sie positiv wahr
B) ich finde sie okay, aber unspektakulär
C) ich werte sie ab („War trotzdem komisch“)

12. Was passiert in deinem Kopf während Blickkontakt?
A) wenig innere Kommentare
B) gemischte Gedanken
C) ein sehr aktiver innerer Kritiker („Du wirkst seltsam!“)

Auswertung
🌿 Mehrheit A – „Augen hoch“-Profi
Du gehst relativ entspannt mit Blickkontakt um. Für dich ist er ein normaler Teil sozialer Interaktion.
👉 Stärke: Natürlichkeit und Sicherheit
👉 Impuls: Bleib dabei – du bist für andere oft ein angenehmer Gesprächspartner

🌱 Mehrheit B – Der vorsichtige Beobachter
Du erlebst Blickkontakt manchmal als herausfordernd, kannst ihn aber halten. Dein System ist sensibel, aber lernfähig.
👉 Stärke: Bewusstsein und Anpassungsfähigkeit
👉 Impuls:
  • Kleine Expositionsschritte (2–3 Sekunden)
  • Fokus nach außen lenken
  • Gedanken nicht zu ernst nehmen
🔥 Mehrheit C – Der „Bodenarchäologe“
Du vermeidest Blickkontakt häufig, und dein innerer Druck ist hoch. Dein Nervensystem reagiert stark auf soziale Bewertung.
👉 Wichtig: Das ist ein Schutzmechanismus – kein Fehler
👉 Ansätze aus dem Podcast:
  • Mini-Exposition (2–3 Sekunden Blickkontakt)
  • Humor nutzen („Ich bin kein Laserstrahl“)
  • Gedanken hinterfragen („Gedankenlesen ohne Lizenz“)
  • Selbstmitgefühl statt Selbstkritik
🧘 Mini-Übung (direkt aus dem Podcast)
👉 Heute ausprobieren:
  1. Schau jemandem 2–3 Sekunden in die Augen
  2. Denk: „Ich bin kein Laserstrahl“
  3. Schau wieder weg (ganz normal!)
  4. Gib dir innerlich einen Punkt 🎯
🌱 Abschlussgedanke
Vielleicht ist Blickkontakt kein Verhör sondern nur ein kurzer Moment von Verbindung.
Und vielleicht…ist der Boden gar nicht so interessant, wie dein Gehirn denkt.

Quelle/Inspiration
  • Clark, D. M., & Wells, A. (1995). A cognitive model of social phobia.
  • Heimberg, R. G., et al. (2014). Social Anxiety Disorder: Clinical, Developmental, and Social Perspectives.
  • Gilbert, P. (2010). Compassion Focused Therapy.
  • Hayes, S. C., et al. (2012). Acceptance and Commitment Therapy.
Hinweis
Diese Folge ersetzt keine psychologische oder medizinische Beratung sowie Psychotherapie. Bei anhaltender Belastung wende dich bitte an eine Fachperson.