Der Podcast hinter den Kulissen von deinem Essen
Wissen, Perspektiven & Hintergründe rund um unsere Lebensmittel & die Menschen dahinter.
Ehrlich und offene Gespräche direkt auf den Höfen, in den Unternehmen und bei den Menschen zu Hause.
Wissen aus erster Hand, ungecoacht und authentisch, von denen, die es wissen müssen.
Und ja, ein bisserl Humor darf auch nicht fehlen. Reicht doch, wenn der Rotwein trocken ist.
Marchfeldkanal: Wasser für die Kornkammer - Franz Steiner
Franz Steiner über Donauwasser, Grundwasser als Badewanne und die Grenzen der Bewässerung
13.09.2026 122 min
Der Marchfeldkanal bringt Donauwasser in eine der trockensten Regionen Österreichs. Franz Steiner hat mir erklärt, was dieses System kann und was nicht.
Ich bin mit der Vorstellung ins Gespräch gegangen, ein Kanal sei ein Graben, durch den Wasser fließt. Nach zwei Stunden mit Franz Steiner, dem Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal, ist daraus ein ziemlich vielschichtiges Bauwerk geworden: 19 Kilometer neu angelegtes Gewässer, dazu Rußbach, Ober-Siebenbrunner Kanal und Stempfelbach, in Summe rund 91 Kilometer nach Angaben der Betriebsgesellschaft. Andere Quellen sprechen von knapp 100 Kilometern, je nachdem, was man mitzählt.
Am meisten hängen geblieben ist bei mir das Bild der Badewanne. Franz erklärt den größten zusammenhängenden Grundwasserkörper Österreichs als eine mit Schotter gefüllte, leicht geneigte Wanne zwischen Wien und Bratislava. Wenn man an einer Stelle Wasser einbringt, entsteht kein See, sondern ein Kegel, der sich über Monate ausbreitet. Das erklärt auch, warum die Anlagen in einem Jahr wie diesem nicht eins zu eins nachliefern können, was auf den Feldern verbraucht wird.
Überrascht hat mich der historische Teil. Geplant und gebaut wurde in einer Zeit, in der gerade Linien und glatte Böschungen als Fortschritt galten. Trotzdem entstand ein naturnah gestaltetes Gewässer mit Aufweitungen, Buchten und Fischaufstiegen. Dass ausgerechnet ein technisches Bewässerungsprojekt heute wie ein großes Renaturierungsprojekt wirkt, ist eine der Widersprüchlichkeiten, über die wir länger reden.
Wir sprechen außerdem über Keller im Marchfeld, über Kläranlagen, die einen verlässlichen Vorfluter brauchen, über Nitrat im Grundwasser und über die Frage, wem das Wasser gehört, wenn es knapper wird. Und darüber, warum Franz sagt, dass Renaturierung in der Fläche wichtig ist, nach wochenlanger Dürre aber auch der beste Boden am Ende ist.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy stellt Franz Steiner und das Marchfeldkanalsystem vor.
00:03:35 Vom Waldviertel zum Wasser
Kindheit am Bach, Umweg über die HTL, Studium an der BOKU.
00:15:02 Warum das Marchfeld austrocknete
Donauregulierung, Urbarmachung und sinkende Grundwasserstände.
00:23:11 Der Grundwasserkörper als Badewanne
Schotter, Flurabstand und wer dem Grundwasser Wasser entnimmt.
00:32:05 Naturnah statt Betonrinne
Warum in den 80ern kein Trapezprofil gebaut wurde.
00:36:40 Hainburg und die Ersatzbaustelle
Wie politische Umstände dem Projekt zum Durchbruch verhalfen.
00:46:07 Vier Gewässer, rund 91 Kilometer
Marchfeldkanal, Rußbach, Ober-Siebenbrunner Kanal und Stempfelbach.
00:54:05 Versickern und Steuern
Wehrklappen, Filterbecken und drei Grundwasseranreicherungsanlagen.
01:05:01 Kläranlagen, Hochwasser, Fische
Weitere Funktionen des Systems und was sie für die Region bedeuten.
01:17:17 Was das System kostet
Errichtungskosten, laufendes Budget und offene Darlehen bis 2043.
01:26:26 Wasser für die Landwirtschaft
Warum Bewässerung trotz Wasser im Boden an Grenzen stößt.
01:36:46 Ressource Wasser in Zukunft
Verdunstung, Nitrat, Nutzungskonflikte und internationale Abstimmung.
Kurz-Bio Gast:
Franz Steiner ist Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal und leitet das dort angesiedelte Kompetenzzentrum Bewässerung, das Landwirtinnen und Landwirte in ganz Niederösterreich berät. Aufgewachsen ist er auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im nördlichen Waldviertel, studiert hat er an der BOKU Kulturtechnik und Wasserwirtschaft. Vor seinem Wechsel 2022 war er bei der via donau für den Flussbau an March und Thaya zuständig.
INFOS ZUR FOLGE
Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal
www.marchfeldkanal.at
Kompetenzzentrum Bewässerung – Land Niederösterreich
www.noe.gv.at/noe/Wasser/Kompetenzzentrum_Bewaesserung.html
Tätigkeitsbericht 2025 der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal (PDF)
www.marchfeldkanal.at/wp-content/uploads/2026/08/JB-2025-zur-Veroeffentlichung.pdf
Aussendung Dürre 2026: Wasser als Zukunftsfrage der Landwirtschaft
www.marchfeldkanal.at/duerre-2026-wasser-ist-zentrale-zukunftsfrage-der-landwirtschaft
B2P-Folge mit Christian Griebler zum Thema Grundwasser
www.bauertothepeople.at/podcast/289
Ich bin mit der Vorstellung ins Gespräch gegangen, ein Kanal sei ein Graben, durch den Wasser fließt. Nach zwei Stunden mit Franz Steiner, dem Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal, ist daraus ein ziemlich vielschichtiges Bauwerk geworden: 19 Kilometer neu angelegtes Gewässer, dazu Rußbach, Ober-Siebenbrunner Kanal und Stempfelbach, in Summe rund 91 Kilometer nach Angaben der Betriebsgesellschaft. Andere Quellen sprechen von knapp 100 Kilometern, je nachdem, was man mitzählt.
Am meisten hängen geblieben ist bei mir das Bild der Badewanne. Franz erklärt den größten zusammenhängenden Grundwasserkörper Österreichs als eine mit Schotter gefüllte, leicht geneigte Wanne zwischen Wien und Bratislava. Wenn man an einer Stelle Wasser einbringt, entsteht kein See, sondern ein Kegel, der sich über Monate ausbreitet. Das erklärt auch, warum die Anlagen in einem Jahr wie diesem nicht eins zu eins nachliefern können, was auf den Feldern verbraucht wird.
Überrascht hat mich der historische Teil. Geplant und gebaut wurde in einer Zeit, in der gerade Linien und glatte Böschungen als Fortschritt galten. Trotzdem entstand ein naturnah gestaltetes Gewässer mit Aufweitungen, Buchten und Fischaufstiegen. Dass ausgerechnet ein technisches Bewässerungsprojekt heute wie ein großes Renaturierungsprojekt wirkt, ist eine der Widersprüchlichkeiten, über die wir länger reden.
Wir sprechen außerdem über Keller im Marchfeld, über Kläranlagen, die einen verlässlichen Vorfluter brauchen, über Nitrat im Grundwasser und über die Frage, wem das Wasser gehört, wenn es knapper wird. Und darüber, warum Franz sagt, dass Renaturierung in der Fläche wichtig ist, nach wochenlanger Dürre aber auch der beste Boden am Ende ist.
Viel Freude beim Reinhören!
00:00:00 Los gehts
Willy stellt Franz Steiner und das Marchfeldkanalsystem vor.
00:03:35 Vom Waldviertel zum Wasser
Kindheit am Bach, Umweg über die HTL, Studium an der BOKU.
00:15:02 Warum das Marchfeld austrocknete
Donauregulierung, Urbarmachung und sinkende Grundwasserstände.
00:23:11 Der Grundwasserkörper als Badewanne
Schotter, Flurabstand und wer dem Grundwasser Wasser entnimmt.
00:32:05 Naturnah statt Betonrinne
Warum in den 80ern kein Trapezprofil gebaut wurde.
00:36:40 Hainburg und die Ersatzbaustelle
Wie politische Umstände dem Projekt zum Durchbruch verhalfen.
00:46:07 Vier Gewässer, rund 91 Kilometer
Marchfeldkanal, Rußbach, Ober-Siebenbrunner Kanal und Stempfelbach.
00:54:05 Versickern und Steuern
Wehrklappen, Filterbecken und drei Grundwasseranreicherungsanlagen.
01:05:01 Kläranlagen, Hochwasser, Fische
Weitere Funktionen des Systems und was sie für die Region bedeuten.
01:17:17 Was das System kostet
Errichtungskosten, laufendes Budget und offene Darlehen bis 2043.
01:26:26 Wasser für die Landwirtschaft
Warum Bewässerung trotz Wasser im Boden an Grenzen stößt.
01:36:46 Ressource Wasser in Zukunft
Verdunstung, Nitrat, Nutzungskonflikte und internationale Abstimmung.
Kurz-Bio Gast:
Franz Steiner ist Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal und leitet das dort angesiedelte Kompetenzzentrum Bewässerung, das Landwirtinnen und Landwirte in ganz Niederösterreich berät. Aufgewachsen ist er auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im nördlichen Waldviertel, studiert hat er an der BOKU Kulturtechnik und Wasserwirtschaft. Vor seinem Wechsel 2022 war er bei der via donau für den Flussbau an March und Thaya zuständig.
INFOS ZUR FOLGE
Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal
www.marchfeldkanal.at
Kompetenzzentrum Bewässerung – Land Niederösterreich
www.noe.gv.at/noe/Wasser/Kompetenzzentrum_Bewaesserung.html
Tätigkeitsbericht 2025 der Betriebsgesellschaft Marchfeldkanal (PDF)
www.marchfeldkanal.at/wp-content/uploads/2026/08/JB-2025-zur-Veroeffentlichung.pdf
Aussendung Dürre 2026: Wasser als Zukunftsfrage der Landwirtschaft
www.marchfeldkanal.at/duerre-2026-wasser-ist-zentrale-zukunftsfrage-der-landwirtschaft
B2P-Folge mit Christian Griebler zum Thema Grundwasser
www.bauertothepeople.at/podcast/289
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